1

1 * Den ersten Bericht, o Theophilus, habe ich verfaßt von allem, was Jesus anfing zu tun und auch zu lehren bis [zu] dem Tag,

2 [als Er] den Aposteln, die Er auserwählt hatte, durch heiligen Geist [Anweisungen gab und dann hin]aufgenommen wurde.

3 [Ihnen] hatte Er Sich auch nach Seinem Leiden in vielen Beweisen lebendig dargestellt, [indem] Er Sich vierzig Tage [hin]durch [unter] ihnen sehen ließ und [über Dinge] sprach, die das Königreich Gottes betreffen.

4 Als [Er mit ihnen] Tischgemeinschaft [hatt]e, wies Er sie an, nicht von Jerusalem zu scheiden, sondern die Verheißung des Vaters abzuwarten, "die ihr [von] Mir gehört habt;

5 d[enn] Johannes hat nur [mit] Wasser getauft, ihr aber werdet nicht sehr [lange] nach diesen Tagen in heiligem Geist getauft werden."

6 Die nun zusammengekommen waren, fragten Ihn daher: "Herr, stellst Du in dieser Zeit das Königreich [für] Israel wieder her?"

7 Da sagte Er zu ihnen: "Euch steht es nicht [zu, die] Zeiten oder Fristen zu erfahren, die der Vater in eigener Vollmacht [fest]gesetzt hat.

8 Doch ihr werdet Kraft erhalten, [wenn] der heilige Geist auf euch kommt; und ihr werdet Meine Zeugen sein: in Jerusalem wie auch im gesamten Judäa und Samaria und bis [zur] letzten [Grenze] des Landes."

9 Nachdem [Er] dies gesagt hatte, beobachteten sie, [wie] Er [empor]gehoben wurde und [eine] Wolke Ihn vor ihren Augen aufnahm.

10 Als sie [bei] Seinem [Fort]gehen noch unverwandt zum Himmel [auf]sahen, siehe das standen zwei Männer in weißer Kleidung bei ihnen,

11 die sagten: "Männer, Galiläer, was steht ihr [und] blickt zum Himmel [hinauf]? Dieser Jesus, der von euch [fort] in den Himmel [hin]aufgenommen wurde, wird so [wieder]kommen, [in] der Weise, [wie] ihr ihn in den Himmel gehend geschaut habt."

12 Dann kehrten sie von [dem] Berg der "Öel[berg]" heißt, nach Jerusalem zurück; er liegt nahe [bei] Jerusalem [und] ist [nur einen] Sabbatweg [entfernt].

13 Als sie hineingekommen waren, stiegen sie in das Obergemach hinauf, wo sie [zu] weilen pflegten: Petrus, wie auch Johannes, Jakobus und Andreas, Phililppus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, [der Sohn des] Alphäus, Simon der Eiferer und Judas, [der Sohn des] Jakobus.

14 Diese alle hielten einmütig i[m] Gebet an, samt [den] Frauen und Mirjam, der Mutter Jesu, und Seinen Brüdern.

15 In diesen Tagen nun stand Petrus in [der] Mitte der Brüder auf (es war [eine] Schar [von] etwa hundertzwanzig Namen beieinander) [und] sagte:

16 "Männer, Brüder, es mußte das Schrift[wort] erfüllt werden, das der Geist, der heilige, durch [den] Mund Davids über Judas vorhergesagt hat, der denen, [die] Jesus ergriffen, [als] Wegführer diente.

17 D[enn] er war uns zugezählt worden, und das Los dieses Dienstes fiel ihm zu.

18 (Dieser hatte sich nun mit [dem] Lohn der Ungerechtigkeit [einen] Freiacker erworben; doch ist er kopfüber gestürzt [und in der] Mitte geborsten, so [daß] alle seine Eingeweide ausgeschüttet wurden.

19 Dies ist allen, die [in] Jerusalem wohnen, bekanntgewordenen; daher [ist] jener Freiacker in ihrer eigenen Mundart "Hacheldamach" genannt worden, das heißt "Freiacker [des] Blutes".)

20 Denn in [der] Rolle [der] Psalmen steht geschrieben: Seine Behausung soll öde werden, und es sei niemand, der darin wohne! Sein Aufseheramt erhalte [ein] anderer!

21 Es muß daher [einer von] den Männern, [die mit] uns in all [der] Zeit zusammengekommen sind, in der der Herr Jesus bei uns ein- und ausging,

22 angefangen von der Taufe [des] Johannes bis [zu] dem Tag, [an] dem Er von uns [fort hin]aufgenommen wurde - einer [von] diesen [muß] zusammen [mit] uns Zeuge Seiner Auferstehung werden."

23 So stellten sie zwei [auf]: Joseph, genannt Barsabas, der [den] Beinamen Justus [hat]te, und Matthias.

24 Dann beteten sie: "Du, Herr, Herzenskenner aller, ernenne von diesen beiden [den] einen, den Du Dir erwählt hast,

25 [damit er] die Stelle [in] diesem Dienst und Aposteltum erhalte, von dem Judas abgetreten ist, um an [seine] eigene Stätte zu gehen."

26 Darauf gab man ihnen Lose, und das Los fiel auf Matthias, [der] fortan den elf Aposteln zugerechnet wurde.

2

1 * Als sich der Tag der Pfingsten erfüllte, waren alle zugleich am selben Ort.

2 Da geschah plötzlich aus dem Himmel [ein] Brausen, wie [ein daher]fahrendes, gewaltiges Wehen, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen.

3 Und es erschienen ihnen Zungen wie [von] Feuer, [die] sich zerteilten, und es setzte sich eine auf jeden [von] ihnen;

4 und sie wurden alle [mit] heiligem Geist erfüllt und fingen an, [in] anderen Zungen zu reden, wie der Geist [es] ihnen [ein]gab, auszusprechen.

5 Es wohnten damals in Jerusalem Juden, ehrfürchtige Männer, aus jeder Nation unter dem Himmel.

6 [Als] nun dieses Rauschen geschah, kam die Menge zusammen und war [in] Verwirrung, weil je[d]er einzelne sie [in seiner] eigenen Mundart sprechen hörte.

7 Sie waren aber alle außer sich [vor] Erstaunen und sagten: "Siehe, sind nicht diese alle, die [hier] sprechen, Galiläer?

8 Und wie[so] hören wir [sie], je[d]er [von] uns, [in] der eigenen Mundart, in der wir geboren sind:

9 Parther, Meder und Elamiter, Bewohner Mesopotamiens, Judäas wie auch Kappadopziens, [von] Pontus und der [Provinz] Asien,

10 Phrygien wie auch Pamphylien, [von] Ägypten und den Gebieten Libyens bei Kyrene, ferner heimgekehrte Römer

11 (Juden wie auch Proselyten), Kreter und Araber - wir hören sie [in] unseren Zungen die großen [Taten] Gottes sprechen."

12 Sie waren aber alle außer sich [vor Erstaunen] und sagten betroffen zueinander: "Was mag d[a]s [wohl] sein?"

13 Doch andere spöttelten: "[Mit] Most sind sie erfüllt!"

14 Petrus aber, [der] mit den Elf [dabei]stand, sprach [mit] laut erhob[ener] Stimme [zu] ihnen: "Männer, Juden, und alle, die [ihr in] Jerusalem wohnt, dies sei euch bekannt[gemacht]! [Ver]nehmt nun meine Rede [mit offenen] Ohren;

15 denn diese [Männer] sind nicht berauscht, wie ihr annehmt; ist es doch [erst die] dritte Stunde des Tages.

16 Sondern [hier] erfüllt [sich] d[a]s, [was] von dem Propheten Joel angesagt war:

17 (In den letzten Tagen) wird es geschehen (sagt Gott): Ich werde von Meinem Geist auf alles Fleisch ausgießen, eure Söhne und eure Töchter werden prophetisch [red]en, eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume träumen,

18 und sicher werde Ich auf Meine Sklaven und auf Meine Sklavinnen in jenen Tagen von Meinem Geist ausgießen (und sie werden prophetisch [red]en).

19 Ich werde oben im Himmel Wunder und unten auf der Erde Zeichen geben: Blut, Feuer und Rauchdampf.

20 Die Sonne wird in Finsternis verdunkelt werden und der Mond in Blut, bevor der Tag [des] Herrn kommt, der große Tag, [der Ihn] offenbart.

21 Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen [des] Herrn anruft, wird gerettet werden.

22 Männer, Israeliten, hört diese Worte: Jesus den Nazarener, unter euch [als ein] von Gott [gesandter] Mann [durch] Macht[tat]en, Wunder und Zeichen erwiesen, die Gott durch Ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wißt, diesen [Jesus],

23 [der euch nach] dem festgesetzten Rat[schluß] und [der] Vorkenntnis Gottes ausgeliefert [wurde], habt ihr durch [die] Hand [von] Gesetzlosen ans [Kreuz] (wörtl.: Pfahl) heften [und] hinrichten lassen;

24 den hat Gott auferstehen lassen, [indem Er] die Wehen des Todes löste, weil Er unmöglich von ihm gehalten werden konnte.

25 David sagt nämlich von Ihm: Ich sah den Herrn alle[zeit] vor mir [und hielt] I[hn] mir vor Augen; d[enn] Er ist zu meiner Rechten, damit ich nicht erschüttert werde.

26 Deshalb wurde mein Herz fröhlich, und meine Zunge frohlockt. So wird auch mein Fleisch noch zelten in Erwartung,

27 weil Du meine Seele nicht i[m] Ungewahrten (Unwahrnehmbaren) lassen wirst, noch Deinen Huldreichen [dahin]geben, Verwesung zu gewahren.

28 Du hast mir Wege [des] Lebens bekanntgemacht; Du wirst mich [mit] Frohsinn erfüllen vor Deinem Angesicht.

29 Männer, Brüder, [es] sei [mir] erlaubt, mit Freimut von [unserem] Urvater David zu euch zu reden: Auch er verschied und wurde begraben, und sein Grab ist bis [auf] diesen Tag bei uns,

30 D[a er] nun [ein] Prophet war und wußte, da[ß] Gott ihm [mit einem] Eid geschworen hatte, [einen] aus [der] Frucht seiner Lehnende, auf seinen Thron zu setzen,

31 hat er voraussehend von der Auferstehung des Christus gesprochen: Weder wurde Er i[m] Ungewahrten (Unwahrnehmbaren) gelassen, noch gewahrte sein Fleisch Verwesung.

32 Diesen Jesus hat Gott auferstehen lassen, [dafür] sind wir alle Zeugen.

33 [Nachdem Er] nun [zu]r Rechten Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Geists, des heiligen, vom Vater erhalten hat, gießt Er d[a]s aus, [was] ihr [jetzt er]blickt und hört.

34 Denn nicht David ist in die Himmel hinaufgestiegen, sagt er doch selbst: Es sprach der Herr zu meinem Herrn: Setzte Dich zu Meiner Rechten,

35 bis Ich Deine Feinde [zum] Schemel Deiner Füße lege!

36 [Mit] Sicher[heit er]kenne daher [das] ganze Haus Israel, da[ß] Gott Ihn sowohl [zum] Herrn als auch [zum] Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt (wörtl.: angepfahlt) habt."

37 Als [sie das] hörten, [ging ihnen ein] Stich durch das Herz, und sie sagten zu Petrus und den übrigen Aposteln: "Was sollen wir tun, Männer, Brüder?"

38 Petrus erklärte ihnen: "Sinnet um, und je[d]er [von] euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi zur Erlassung eurer Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) taufen, so werdet ihr das Geschenk des heiligen Geistes erhalten.

39 Denn die Verheißung ist euer und eurer Kinder und all [derer], die in [der] Ferne [sind], soviele [der] Herr, unser Gott, herzurufen wird."

40 Auch [mit] anderen Worten mehr bezeugte er und sprach ihnen zu: "Laßt euch aus dieser verkehrten Generation retten!"

41 Die nun sein Wort willkommen [hieß]en, ließen sich taufen; so wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugefügt.

42 Sie hielten aber [fest] an der Lehre der Apostel, der Gemeinschaft, dem Brechen des Brotes und den Gebeten.

43 Doch kam Furcht [über] jede Seele, denn es geschahen durch die Apostel viele Wunder und Zeichen in Jerusalem. Auch war [die] Furcht bei allen groß.

44 Alle Gläubigen waren aber beieinander und hatten alles gemein[sam].

45 Die erworbenen [Güter] und den Besitz veräußerten sie und verteilten der [Erlös an] alle, je nachdem jemand Bedarf hatte.

46 Täglich verharrten [sie] einmütig in der Weihe[stät]te und brachen Brot zu Hause. [Ihre] Nahrung nahmen sie mit Frohlocken und [in] Herzenseinfalt zu sich,

47 lobten Gott und hatten Gnade für das ganze Volk. Der Herr aber fügte am selben [Ort] täglich [neue] hinzu, die gerettet wurden.

3

1 * Petrus und Johannes stiegen nun um die neunte Stunde (die des Gebets) zur Weihe[stät]te hinauf.

2 Da wurde ein Mann [herbei]getragen der von seiner Mutter Leib [an] lahm war [und] täglich an die Tür der Weihe[stät]te gesetzt [wurde], die [man die] "Verzierte" nannte, um von denen Almosen zu [er]bitten, [die] in die Weihe[stät]te gingen.

3 [Als er] Petrus und Johannes gewahrte, [die] sich anschickten, in die Weihe[stät]te zu [gehen], suchte er [ein] Almosen [von ihnen] zu erhalten.

4 Petrus aber, [der] ihn ebenso [wie] Johannes fest ansah, sagte [zu ihm]:

5 "Blicke uns an!" Da hatte er acht [auf] sie [in der] Hoff[nung], etwas von ihnen zu erhalten.

6 Weiter sagte Petrus: "Silber und Gold besitze ich nicht; [was] ich aber habe, d[a]s gebe ich dir. Im Namen Jesu Christi, des Nazareners, wandle!"

7 Dann nahm er ihn fest [bei] der rechten Hand [und] richtete ihn auf. Auf [der] Stelle wurden seine [Füße i]m Rist und Knöchel gefestigt;

8 er schnellte hoch, [konnte] stehen, ging umher und trat mit ihnen in die Weihe[stät]te ein; dort wandelte [er], schnellte [hoch] und lobte Gott.

9 Nun s[a]h ihn das gesamte Volk wandeln und Gott loben.

10 Man erkannte ihn auch, da[ß] er j[en]er war, der um Almosen [bittend] an dem verzierten Tor der Weihe[stät]te gesessen hatte. Da wurden sie [mit] heiliger Scheu und Verwunderung über das erfüllt, [was] ihm widerfahren war.

11 [Weil] er sich aber [zu] Petrus und Johannes hielt, lief das gesamte Volk bei ihnen in der [so]genannten Halle Salomos zusammen, fassungslos [vor Staunen].

12 Als Petrus [das] gewahrte, wandte er sich an das Volk: "Männer, Israeliten, was staunt ihr über diesen [Mann], und was starrt ihr uns an, als [ob wir] ihn [durch] eigene Kraft oder Frömmigkeit [zu]m Wandeln gebracht hätten?

13 Der Gott Abrahams und Gott Isaaks und Gott Jakobs, der Gott unserer Väter, hat Seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr, ja ihr, verraten und vor [dem] Angesicht [des] Pilatus verleugnet habt, [als] jener sich entschieden hatte, [Ihn] freizulassen.

14 Da habt ihr den Heiligen und Gerechten verleugnet und für euch [die] Begnadigung [eines] Mannes gefordert, [der ein] Mörder [war].

15 Den Urheber des Lebens aber habt ihr getötet! Den hat Gott aus [den] Toten auferweckt; [dafür] sind wir Zeugen!

16 Und auf den Glauben [an] Seinen Namen [hin] hat Sein Namen diesen, den ihr [an]schaut und [mit dem] ihr vertraut seid, gefestigt. Und der durch Ihn [gewirkte] Glaube hat ihm vor euch allen diese völlige Gesundung gegeben.

17 Nun, Brüder, ich weiß, da[ß] ihr in Unkenntnis gehandelt habt, ebenso wie auch eure Oberen.

18 Gott aber hat so erfüllt, [was] Er durch [den] Mund aller Propheten vorher verkündigt hatte: [nämlich daß] Sein Christus leiden [werde].

19 Daher sinnet um und wendet euch um, damit eure Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) ausgelöscht werden,

20 [so] daß Fristen [der] Erfrischung vo[m] Angesicht des Herrn kommen mögen und Er den euch [zum] Christus vorbestimmten Jesus [sende].

21 [Ihn] jedoch muß [der] Himmel aufnehmen bis [zu den] Zeiten [der] Wiederherstellung alles [dessen, was] Gott durch [den] Mund Seiner heiligen Propheten vo[m] Äon [an] gesprochen hat.

22 Mose sagte bereits: Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, aus euren Brüdern aufstehen lassen; auf Ihn sollt ihr in allem hören, was immer Er auch zu euch sprechen wird.

23 Es wird aber [so] sein: Jede Seele, die etwa [auf] jenen Propheten nicht hören wird, soll aus dem Volk ausgerottet werden.

24 Aber auch alle [anderen] Propheten, die von Samuel an nacheinander gesprochen haben, verkündigten gleichfalls diese Tage.

25 Ihr seid die Söhne der Propheten und des Bundes, den Gott mit euren Vätern ge[schloss]en hat, [als] [Er] zu Abraham sagte: In deinem Samen sollen alle Familien der Erde gesegnet werden.

26 [Für] euch [zu]erst hat Gott Seinen Knecht auferstehen lassen [und] Ihn ge[sand]t, [um] euch [zu] segnen, wenn [ein] je[d]er [unter euch] sich von eurer Bosheit abwendet."

4

1 * Während sie [noch] zum Volk sprachen, traten die Priester, der Hauptmann der Weihe[stät]e und die Sadduzäer zu ihnen,

2 aufgebracht darüber, [daß] sie das Volk lehrten und die in Jesus [verbürgte] Auferstehung aus [den] Toten verkündigten.

3 Man legte daher die Hände an sie und setzte sie bis [zu]m Morgen in Gewahrsam; denn es war bereits Abenddämmerung.

4 Viele [von] denen aber, [die] das Wort hörten, [kamen zum] Glauben, so [daß sich die] Zahl der [gläubigen] Männer [auf] etwa fünftausend belief.

5 Am [anderen] Morgen [ver]sammelten sich ihre Oberen, die Ältesten und Schrift[gelehrten] in Jerusalem,

6 ferner der Hohepriester Hannas sowie Kaiphas, Johannes, Alexander und alle, die zu [einem] hohenpriesterlichem Geschlecht gehörten.

7 Sie stellten sie in [ihre] Mitte und erkundigten sich: "Durch welche Kraft oder in welchem Namen tut ihr dieses?"

8 Dann sagte Petrus, [mit] heiligem Geist [er]füllt, zu ihnen: 'Obere des Volkes und Älteste!

9 Wenn wir heute wegen [der] Wohltat [an einem kranken und] schwachen Menschen ausgeforscht werden, wodurch dieser gerettet wurde,

10 [so] sei euch allen und dem gesamten Volk Israel bekannt: "In dem Namen Jesu Christi, des Nazareners, den ihr gekreuzigt (wörtl.: angepfahlt), den Gott [aber] von den Toten auferweckt hat, in diesem [Namen] steht dieser [Mann] gesund vor euren Augen.

11 Dieser [Jesus] ist der Stein, der von euch, den Bau[leuten], verschmäht wird; der [ist] zum Haupt[stein der] Ecke geworden!

12 Und in keinem andern ist die Rettung; denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel, der unter Menschen gegeben worden ist, in welchem wir gerettet werden müssen."

13 Als [sie] den Freimut des Petrus und Johannes schauten und [es] erfaßten, daß sie ungeschulte und ungelehrte Menschen seien, waren sie erstaunt. Sie erkannten sie auch [als solche, die mit] Jesus zusammen [gewesen] waren.

14 Da [sie] den M[an]n, der geheilt worden war, bei ihnen stehen s[ah]en, hatten sie nichts zu widersprechen.

15 Dann befahl man ihnen, aus dem Synedrium hin[aus]zugehen [und] beriet [mit]einander [die] Frage:

16 "Was wollen wir [mit] diesen Menschen machen? Denn daß [ein] klar erkennbares Zeichen durch sie geschehen ist, [das ist] allen, die in Jerusalem wohnen, offenbar [geworden], und wir können [es] nicht leugnen.

17 Damit es sich jedoch nicht noch mehr unter dem Volk verbreite, sollten wir ihnen drohen, [damit sie] nicht mehr auf [Grund] dieses Namens [zu] irgendeinem Menschen sprechen."

18 Dann [ließ] man sie rufen [und] wies sie an, auf [Grund] des Namens Jesu durchaus nichts [mehr] verlauten zu lassen noch zu lehren.

19 Petrus und Johannes aber antworteten ihnen: "Urteilt [selbst], ob es vor Gottes Augen gerecht ist, [auf] euch eher als auf Gott zu hören.

20 Denn [für] uns ist es unmöglich, nicht [von dem] zu sprechen, [was] wir gewahrt und gehört haben!"

21 [Jene] ließen sie dann [unter] Drohungen frei, [da sie] nichts fanden, wie sie strafen sollten; dies [auch] um des Volkes willen, weil alle Gott über das geschehene [Zeichen] verherrlichten;

22 denn der M[an]n, an dem dieses Zeichen der Heilung geschah, war mehr [als] vierzig Jahre [alt].

23 Als sie freigelassen waren, gingen [sie] zu den I[hr]en und berichteten alles, was die Hohenpriester und Ältesten zu ihnen gesagt hatten.

24 Als sie [das] hörten, erhoben sie einmütig [ihre] Stimme zu Gott und beteten: "Du [unser] Eigner, der den Himmel und die Erde, das Meer und alles, [was] in ihnen [ist], geschaffen hat,

25 der [Du] durch heiligen Geist, [durch den] Mund unsres Vaters, Deines Knechtes David, gesagt hast: 'Warum schnauben [die] Nationen und kümmern die Völker sich um Vergebliches?

26 Die Könige der Erde stehen dabei, und die Fürsten [ver]sammeln sich miteinander gegen den Herrn und gegen seinen Christus!'

27 Denn sie haben sich in dieser Stadt in Wahrheit gegen Deinen heiligen Knecht Jesus versammelt, den Du gesalbt hast: Herodes wie auch Pontius Pilatus mit [den] Nationen und den Völkern Israels,

28 um alles auszuführen, was Deine Hand und Dein Rat[schluß] vorherbestimmt hatten, [daß es] geschehe.

29 Und nun, Herr, sieh ihre Drohungen an und gib Deinen Sklaven, Dein Wort mit allem Freimut zu sprechen,

30 in[dem] Du Deine Hand zu Heilung[en] ausstreckst und Zeichen und Wunder durch den Namen Deines heiligen Knechtes Jesus geschehen läßt!"

31 Als sie [so] gefleht hatten, wurde die Stätte erschüttert, an der sie [ver]sammelt waren, und sie alle wurden [mit] heiligem Geist [er]füllt und sprachen das Wort Gottes mit Freimut.

32 Die Menge der Gläubigen war ein Herz und [eine] Seele, und auch nicht einer sagte, [daß] etwas [von] seinem [erworbenen] Besitz [sein] eigen sei, sondern sie hatten alles gemein[sam].

33 Dazu legten die Apostel [mit] großer Kraft das Zeugnis [von] der Auferstehung des Herrn Jesus Christus ab, auch war große Gnade auf ihnen allen;

34 denn es war kein Darbender unter ihnen. Alle nämlich, die Freiäcker oder Häusern erworben hatten, verkauften [diese], brachten den Erlös des Veräußerten

35 und legten [ihn] zu Füßen der Apostel. Davon wurde jedem zugeteilt, je nachdem einer Bedarf hatte.

36 Auch Joseph, der von den Aposteln [den] Beinamen Barnabas (das heißt übersetzt: 'Sohn [des] Zuspruchs') [erhalten hat]te, ein Levit und Cyprier [von] Herkunft,

37 dem ein Feld gehörte, verkaufte [dieses], brachte das Geld und legte es zu Füßen der Apostel.

5

1 * Aber ein Mann namens Ananias mit seiner Frau Sapphira verkaufte erworbenes [Gut]

2 und unterschlug [etwas] vom Erlös mit Wissen seiner Frau. Er brachte [also nur] einen Teil und legte ihn zu Füßen der Apostel.

3 Da sagte Petrus: "Ananias, warum hat Satan dein Herz erfüllt, daß du den Geist, den heiligen, [be]logen und von dem Erlös des Freiackers [etwas] unterschlagen hast?

4 Blieb [er] nicht dein, [wenn] er [unverkauft] blieb? Und veräußert, gehörte er [nicht] unter deine Vollmacht? Wieso hast du dir diese Sache in deinem Herzen [vor]genommen? Du belügst nicht Menschen, sondern Gott!"

5 Als Ananias diese Worte hörte, fiel er [um und] war entseelt. Da kam große Furcht über alle, die dies hörten.

6 Die Jüngeren aber standen auf, hüllten ihn [in Tücher], brachten ihn hinaus und begruben [ihn].

7 [Nach] Verlauf [von] etwa drei Stunden aber trat auch seine Frau herein, [die] nichts [von] dem Geschehenen wußte.

8 Da wandte sich Petrus [mit der Frage] an sie: "Sage mir, ob ihr den Freiacker [für] so viel weggabt?" Und sie erwiderte: "Ja, [für] so viel!"

9 Darauf sagte Petrus zu ihr: "Wieso habt ihr vereinbart, den Geist [des] Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, [die] deinen Mann begruben, [stehen] vor der Tür und werden [auch] dich hinausbringen!

10 Und auf [der] Stelle fiel sie zu seinen Füßen [nieder] und war entseelt. Als die jungen Männer hereinkamen, fanden sie sie tot; sie brachten sie hinaus und begruben [sie] neben ihrem Mann.

11 Da kam große Furcht über die ganze herausgerufene [Versammlung] und über alle, die dies hörten.

12 Durch die Hände der Apostel geschahen viele Zeichen und Wunder unter dem Volk. Alle [Gläubigen] waren einmütig in der Halle Salomos [beisammen].

13 Aber [von] den übrigen dort wagte niemand, sich ihnen anzuschließen; doch das Volk erhob sie hoch.

14 Immer mehr glaubten [an] den Herrn, [und so] wurde [eine] Menge Männer wie auch Frauen hinzugefügt.

15 Daher brachte [man] auch die [Kranken und] Schwachen auf die breiten [Straßen] hinaus und legte sie auf Tragbetten und Matten, damit, [wenn] Petrus käme, wenigstens [sein] Schatten einen [von] ihnen beschatte.

16 Es kamen aber auch die Bevölkerung der um Jerusalem [gelegenen] Städte zusammen [und] brachte [Kranke und] Schwache sowie von unreinen Geistern Belästigte, die sämtlich geheilt wurden.

17 [Dagegen] trat nun der Hohepriester auf samt allen, die [es] mit ihm [hielten] ([das] war die Sekte der Sadduzäer):

18 Sie wurden [von] Eifer[sucht er]füllt, legten die Hände an die Apostel und setzten sie in öffentlichen Gewahrsam.

19 Doch während der Nacht öffnete [ein] Bote [des] Herrn die Türen des Gefängnisses, führte sie hinaus und sagte:

20 "Geht [hin], tretet in der Weihe[stät]te [auf] und sprecht [zu] dem Volk alle diese Lebensw[or]te!

21 Als sie das gehört hattenen, gingen sie in der Frühe in die Weihe[stät]te und lehrten. Nachdem der Hohepriester und die mit ihm herzugekommen waren, riefen sie das Synedrium und den ganzen Greisen[rat] der Söhne Israels zusammen und schickten ins Gefängnis, um sie [vor]führen zu lassen.

22 Als die Gerichtsdiener [dort] ankamen, fanden sie sie im Gefängnis nicht [vor]. Da kehrten sie um [und] berichteten:

23 "Wir fanden das Gefängnis mit aller Sorgfalt [ver]schlossen und die Wächter an den Türen stehen; doch [als wir diese] öffneten, fanden wir niemand darinnen!"

24 Als der Hauptmann der Weihe[stät]te wie auch die Hohenpriester diese Worte hörten, waren sie ihretwegen betroffen [und wußten nicht], was wohl d[araus] werden möchte.

25 Da kam jemand herzu [und] berichtete ihnen: "Siehe, die Männer, die ihr ins Gefängnis legtet, sind in der Weihe[stät]te und lehren das Volk!"

26 Dann ging der Hauptmann mit den Gerichtsdienern hin [und ließ] sie abführen, [doch] nicht mit Gewalt, um nicht [etwa] gesteinigt zu werden; denn sie fürchteten das Volk.

27 So führte man sie [herbei und] stellte sie vor das Synedrium. Darauf befragte der Hohepriester sie und sagte:

28 "[Mit strenger] Anweisung hatten wir euch geheißen, nicht auf [Grund] dieses Namens zu lehren? Und siehe, ihr habt Jerusalem [mit] eurer Lehre Jerusalem erfüllt, [in der] Absicht das Blut dieses Menschen über uns bringen!"

29 Petrus und die Apostel antworteten: "Man muß sich Gott eher fügen als [den] Menschen!

30 Der Gott unsrer Väter hat Jesus auferweckt, [an] den ihr [die] Hand [geleg]t [und ihn] ans Holz gehängt habt.

31 Diesen hat Gott zum Urheber und Retter [zu] seiner Rechten erhöht, um Israel Umsinnung und Sündenerlaß zu geben.

32 [Für] diese Dinge sind sowohl wir Zeugen als auch der Geist, der heilige, den Gott denen gibt, die sich ihm fügen.

33 Als [jene das] hörten, waren sie zutiefst verletzt und [hat]ten [die] Absicht, sie hinrichten zu [lassen].

34 Da stand [ein] gewisser Pharisäer namens Gamaliel im Synedrium auf, ein vom gesamten Volke geehrter Gesetzeslehrer, [und] befahl, die Menschen kurze [Zeit] hinaus[gehen] zu lassen.

35 Dann sagte er zu den [Versammelten]: Männer, Israeliten, [nehm]t euch selbst bei eurem Vorhaben [in] acht, was [ihr] diesen Menschen antun [wollt]!

36 Denn vor diesen Tagen stand Theudas auf [und] behauptete, er sei etwas [Besonderes; und ihm] war [eine] Anzahl Männer, etwa vierhundert, zugeneigt; [doch] er wurde hingerichtet, alle, die sich [von] ihm [hatt]en überreden lassen, wurden völlig aufgelöst und sind zunichte geworden.

37 Nach diesem stand in den Tagen der Eintragung der Galiläer Judas auf und [brach]te das Volk, [das] ihm nach[folgte, zum] Abfall. Jener kam ebenfalls um, und alle, die sich [von] ihm [hatt]en überreden lassen, wurden versprengt.

38 Und nun sage ich euch: Steht von diesen Menschen ab und laßt sie [frei]; denn wenn dieser Rat[schluß] oder dieses Werk von Menschen ausgeht, wird es zerstört werden;

39 Wenn es aber aus Gott ist, werdet ihr sie nicht zerstören können - damit ihr nicht gar [als gegen] Gott kämpfend erfunden werdet!

40 Da ließen sie sich [von] ihm überzeugen. Man rief die Apostel herein, peitschte [sie] aus und wies [sie] an, nicht [mehr] auf [Grund] des Namens Jesu zu sprechen; dann ließ man [sie] frei.

41 Nun gingen sie freudevoll vom Angesicht des, Synedriums [fort], weil sie gewürdigt [worden] waren, um [Seines] Namens willen entehrt zu werden.

42 Sie hörten nicht auf, jeden Tag in der Weihe[stät]te und in Häus[ern zu] lehren und [als] Evangelium [zu verkündigen]: Jesus [ist] der Christus.

6

1 * In jenen Tagen, [als die Zahl] der Jünger sich mehrte, entstand [ein] Murren unter den Hellenisten gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Handreichung übersehen wurden.

2 Darauf riefen die Zwölf die Menge der Jünger zu sich [und] erklärten: "Es ist nicht [wohl]gefällig, daß wir das Wort Gottes ver[nach]lässigen müssen, um die Tische zu [be]dienen.

3 Daher, [meine] Brüder, seht euch nach sieben Männern voll Geist und Weisheit unter euch um, denen [ein guter Ruf bezeugt] wird; die wollen wir für dieses Bedürfnis einsetzen.

4 Wir aber werden im Gebet und dmm Dienst am Wort anhalten.

5 [Dieses] Wort war [wohl]gefällig in [den] Augen der gesamten Menge, und sie erwählten Stephanus, [einen] Mann voll Glauben und heiligem Geist, ferner Philippus und Prochoros, Nikanor und Timon, Parmenas und Nikolaus, [einen] Proselyten aus Antiochien.

6 [Diese] stellten sie vor [die] Augen der Apostel, die ihnen betend die Hände auflegten.

7 Das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger in Jerusalem mehrte sich überaus. Auch [eine] große Schar von Priestern gehorchte dem Glauben.

8 Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat große Wunder und Zeichen unter dem Volk.

9 Da standen einige aus der Synagoge der sogenannten Libertiner, Kyrenäer und Alexandriner auf, sowie derer von Cilicien und [der Provinz] Asien. [Diese führ]ten [mit] Stephanus Streit[gespräche];

10 doch vermochten sie der Weisheit und dem Geist, [mit] dem er sprach, nicht zu widerstehen.

11 Dann stifteten sie Männer an, [die] behaupteten: "Wir haben ihn lästernde Reden gegen Mose und Gott aussprechen hören".

12 So wiegelten sie das Volk samt den Ältesten und Schrift[gelehrten] auf, traten [ihm] dann entgegen, packten ihn und führten [ihn] vor das Synedrium.

13 Dort stellten sie falsche Zeugen [auf, die aus]sagten: "Dieser Mensch hört nicht auf, [in seinen] Reden gegen diese heilige Stätte und [gegen] das Gesetz zu sprechen!

14 Wir haben ihn nämlich sagen hören: Dieser Jesus, der Nazarener, wird diese Stätte zerstören und die Sitten ändern, die Mose uns überliefert hat!"

15 Als alle, die im Synedrium saßen, unverwandt auf ihn sahen, gewahrten sie sein Angesicht, als [wäre es das] eines Boten.

7

1 * Der Hohepriester aber fragte [ihn]: "Verhält sich dies so?"

2 Da erklärte er [mit Nachdruck]: "Männer, Brüder und Väter, hört [mich an]! Der Gott der Herrlichkeit erschien unserem Vater Abraham, [als er noch] in Mesopotamien war, ehe er in Haran wohnte,

3 und sagte zu ihm: Zieh aus deinem Land [hin]aus und aus deiner Verwandschaft und [komm] herzu in das Land, das ich dir zeigen werde.

4 Da zog er aus [dem] Land [der] Chaldäer [und] wohnte in Haran. Von dort [ließ Gott] ihn nach dem Sterben seines Vaters in dieses Land übersiedeln, in dem ihr nun wohnt.

5 Er gab ihm aber kein Los[teil] darin, auch nicht [einen] Fuß[breit als festen] Standort. Doch verhieß Er, es ihm und seinem Samen nach ihm zu[m] Innehaben zu geben, [als] er [noch] kein Kind hatte.

6 So aber sprach Gott: Sein Same wird [ein] in fremdem Land Verweilender sein, und man wird ihn vierhundert Jahre [lang] versklaven und übel [behandel]n.

7 Doch die Nation, der sie versklavt sein werden, will Ich richten, sagte Gott; und danach werden sie ausziehen und Mir an dieser Stätte Gottesdienst darbringen.

8 Dann gab Er ihm [den] Bund [der] Beschneidung; und so zeugte er Isaak und beschnitt ihn [a]m achten Tag, desgleichen Isaak den Jakob und Jakob die zwölf Urväter.

9 Da [aber] die Urväter [auf] Joseph eifer[sücht]ig waren, gaben sie [ihn] nach Ägypten weg. Doch Gott war mit ihm;

10 Er nahm ihn aus allen seinen Drangsalen heraus und gab ihm Gnade und Weisheit vor Pharao, [dem] König [von] Ägypten, [d]er ihn [als] regierenden [Bevollmächtigten] über Ägypten und über sein ganzes Haus einsetzte.

11 Da kam [eine] Hungersnot und große Drangsal über ganz Ägypten und Kanaan, und unsere Väter fanden nichts [für ihren] Unterhalt.

12 Als Jakob hörte, [daß] in Ägypten Getreide [vorhanden] sei, schickte er unsere Väter [das] erste[mal] aus.

13 Beim zweiten[mal] gab Joseph sich seinen Brüder zu erkennen. So wurde [für] Pharao Josephs Herkunft offenbar.

14 Dann schickte Joseph [hin und ließ] seinen Vater Jakob und die gesamte Verwandschaft herbeirufen, i[m ganzen] fünf[und]siebzig Seelen.

15 Und Jakob zog nach Ägypten hinab, wo er verschied - er und unsere Väter.

16 Sie wurden nach Sichem überführt und in das Grab gelegt, das Abraham [für einen] Preis [in] Silber von den Söhnen Hemors in Sichem erstanden hatte.

17 So wie sich die Zeit der Verheißung nahte, [zu] der Gott [Sich] dem Abraham bekannt hatte, wuchs das Volk in Ägypten [an] und mehrte sich,

18 bis [ein] anderer König über Ägypten auftrat, der nichts [von] Joseph wußte.

19 Dieser verfuhr berechnend [gegen] unser Geschlecht, [behandel]te die Väter übel [und] zwang [sie], ihre [neugeborenen] Kinder aus[zu]setzen, damit [sie] nicht [zum] Leben gezeugt würden.

20 Zur rechten [Zeit] wurde Mose geboren; er war hold auch [vor] Gott [und] wurde drei Monate im Haus des Vaters aufgezogen.

21 [Nach] seiner Aussetzung aber nahm ihn die Tochter Pharaos zu [sich] und zog ihn als ihren [eigenen] Sohn auf.

22 So wurde Mose in aller Weisheit [der] Ägypter erzogen, und er war mächtig in seinen Worten und Werken.

23 Als er nun volle vierzig Jahre [alt] wurde, stieg [der Gedanke] in seinem Herzen auf, sich [nach] seinen Brüdern, den Söhnen Israels, umzusehen.

24 Als [er] gewahrte, [wie] einem [von ihnen] Unrecht [zu]ge[füg]t wurde, stand er [ihm] bei und rächte den, [der] gepeinigt wurde, [indem er] den Ägypter erschlug.

25 Er meinte aber, seine Brüder [würden] verstehen, da[ß] Gott ihnen durch seine Hand Rettung gebe; doch sie verstanden [es] nicht.

26 Am folgenden Tag erschien er [bei] ihnen, [während sie] sich zankten. [Da wollte] er ihren [Streit] schlichten und Frieden [stiften, indem er] sagte: Männer, ihr seid [doch] Brüder! Warum [tu]t ihr einander Unrecht?

27 Der aber [seinem] Nächsten Unrecht [ta]t, stieß ihn von sich [und] erwiderte: Wer hat dich [zum] Fürsten und Richter über uns eingesetzt?

28 Willst du mich etwa ermorden, [auf] die[selbe] Weise, [wie] du gestern den Ägypter ermordet hast?

29 Bei diesem Wort floh Mose und wurde [ein] Verweilender i[m] Land Midian, wo er zwölf Söhne zeugte.

30 Nachdem [weitere] vierzig Jahre verflossen waren, erschien ihm in der Wildnis des Berges Sinai [ein] Bote in [der] Feuerflamme [eines] Dornbusches.

31 Als Mose das Gesicht gewahrte, war er [darüber] erstaunt. Während er [hin]zutrat, um [es] zu betrachten, erscholl [die] Stimme [des] Herrn:

32 Ich [bin] der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Da begann Mose [zu] zittern [und] wagte nicht, [es näher] zu betrachten.

33 Der Herr aber sagte [zu] ihm: Löse die Sandalen [von] deinen Füßen; denn die Stätte, auf der du stehst, ist heiliges Land.

34 [Auf]merkend gewahrte Ich die üble [Behand]lung Meines Volkes in Ägypten und habe sein Ächzen gehört. Deshalb bin Ich herabgestiegen, um sie herauszureißen. Und nun [komm] herzu, Ich will dich nach Ägypten s[end]en.

35 Diesen Mose, den sie verleugneten, [als sie] sagten: Wer hat dich [zum] Fürsten und Richter über uns eingesetzt?; diesen hat Gott [als] Fürsten und Erlöser und Richter [aus]ges[and]t durch [die] Hand [des] Boten, der ihm im Dornbusch erschienen war.

36 Dieser führte sie hinaus [und] tat Wunder und Zeichen i[m] Land Ägypten, i[m] Roten Meer und vierzig Jahre [lang] in der Wildnis.

37 Dieser Mose ist es, der den Söhnen Israels sagte: [Einen] Propheten wie mich wird euch Gott aus euren Brüdern aufstehen lassen.

38 Dieser ist es, der sich in der herausgerufenen [Schar] in der Wildnis befand, [sowohl] bei dem Boten, der auf dem Berg Sinai [zu] ihm sprach, [als] auch [bei] unseren Vätern, der lebendige Aussagen empfing, um [sie] euch zu geben.

39 Dem wollten unsere Väter nicht gehorsam sein, sondern sie stießen [ihn] von sich, wandten sich in ihren Herzen nach Ägypten [um] und sagten [zu] Aaron:

40 Mache uns Götter, die vor uns hergehen werden; denn [von] diesem Mose, der uns aus [dem] Land Ägypten herausführte, wissen wir nicht, was [mit] ihm geschehen ist.

41 In jenen Tagen machten sie [ein] Kalb, führten [zum Altar dieses] Götzen [ein] Opfer hinauf und waren fröhlich über die Werke ihrer Hände.

42 Da wandte sich Gott [von ihnen] und gab sie dahin, dem Heer des Himmels Gottesdienst darzubringen, so wie es in [der] Rolle der Propheten geschrieben steht: O Haus Israel, habt ihr Mir etwa vierzig Jahre in der Wildnis Schlacht[tiere] und [andere] Opfer dargebracht?

43 Nein, ihr nahmt das Zelt des Moloch und das Sternbild eures Gottes Raiphan mit, die Bildwerke, die ihr gemacht hattet, um sie anzubeten. Deshalb werde Ich euch [noch] über Babylon hinaus verbannen.

44 Das Zelt des Zeugnisses war [bei] unseren Vätern in der Wildnis (so wie Er [es] angeordnet hatte, [als Er] dem Mose sagte, es nach dem Vorbild anzufertigen, das er gesehen hatte);

45 das haben auch unsere Väter, [die] auf [ihn] folgten, unter Josuah in [das Land] gebracht, das die Nationen innehatten, die Gott vor [dem] Angesicht unserer Väter ausstieß, bis [in] die Tage Davids.

46 Er fand Gnade vor [den] Augen Gottes und [er]bat sich, [für] den Gott Jakobs [ein] Zelt zu finden.

47 Salomo baute Ihm dann [ein] Haus.

48 Jedoch wohnt der Höchste nicht in [einem von Menschen]händen gemachten [Haus], wie der Prophet sagt:

49 Der Himmel [ist] Mein Thron und die Erde Meiner Füße Schemel. Was für [ein] Haus wollt ihr Mir bauen? sagt [der] Herr, oder welches [ist die] Stätte Meines Feierns:

50 Hat nicht Meine Hand dies alles geschaffen?

51 Ihr Halsstarrigen, [ihr an] Herzen und Ohren Unbeschnittenen, stehts prallt ihr mit [dem] Geist, dem heiligen, zusammen! Wie eure Väter, [so] auch ihr.

52 Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? [So] töteten sie auch die, [die] das Kommen des Gerechten vorherverkündigten; dessen Verräter und Mörder, seid ihr nun geworden,

53 die ihr das Gesetz zur Anordnung [durch] Boten erhalten und [doch] nicht bewahrt habt.

54 Als [sie] d[a]s hörten, waren sie [in] ihren Herzen zutiefst verletzt und knirschten [mit] den Zähnen über ihn.

55 Er aber voll Glauben und heiligem Geist unverwandt in den Himmel sehend, gewahrte Gottes Herrlichkeit und Jesus zur Rechten Gottes stehen und sagte:

56 "Siehe, ich schaue die Himmel aufgetan und den Sohn des Menschen zur Rechten Gottes stehen!"

57 Da schrien sie [mit] lauter Stimme, hielten sich die Ohren zu und stürmten einmütig gegen ihn [an].

58 [Dann] stießen sie ihn aus der Stadt [hin]aus und steinigten [ihn]; die Zeugen legten dazu ihre Obergewänder zu Füßen [eines] jungen Mannes ab, [der] Saulus hieß.

59 Als sie Stephanus steinigten, rief [er] betend aus: "Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!"

60 Dann kniete er nieder [und] schrie [mit] lauter Stimme: "Herr, stell diese Sünde (wörtl.: Zielverfehlung) nicht [gegen] sie!" Als [er] dies gesagt hatte, [ent]schlief er.

8

1 * Saulus aber hatte mit [den anderen] Wohl[gefallen an] seiner Ermordung. An jenem Tag brach [eine] große Verfolgung über die herausgerufene [Gemeinde] in Jerusalem [herein]; alle außer den Aposteln wurde in die Gegend [von] Judäa und Samaria zerstreut.

2 Ehrfürchtige Männer aber trugen Stephanus zu Grabe und hielten [eine] große Wehklage um ihn.

3 Saulus wütete [maß]los [gegen] die herausgerufene [Gemeinde; er] ging [der Reihe] nach in [ihre] Häuser, schleppte Männer wie auch Frauen [fort

4 und] überantwortete sie ins Gefängnis. Die Zerstreuten nun zogen umher [und verkündig]ten das Wort als Evangelium.

5 So kam Phililppus in die [Haupt]stadt Samarias hinab [und] heroldete ihnen den Christus.

6 Die Volksmenge achtete einmütig [auf] die von Phililppus gesprochenen [Worte], als sie [ihm] zuhörte und die Zeichen [er]blickte, die er tat;

7 denn [aus] vielen [von] denen, [die] unreine Geister hatten, fuhren [diese mit] lauter Stimme schreiend aus. Auch wurden viele Lahme und Hinkende geh[ei]lt.

8 Hierüber herrschte viel Freude in jener Stadt.

9 Ein Mann namens Simon aber war [schon] vorher da und hatte in der Stadt schwarze Magie [betrieb]en und die samaritische Nation außer [Fassung] ge[brach]t, [indem er von] sich behauptete, ein Großer zu sein.

10 [Auf] den achteten alle, vo[m] Kleinen bis [zum] Großen, [und] sagten: "Dieser ist die Kraft Gottes, die [man die] "große" nennt."

11 Sie achteten deshalb [auf] ihn, weil [er] sie geraume Zeit [mit] Zaubereien außer [Fassung] ge[brach]t hatte.

12 Als sie aber [dem von] Phililppus [verkündig]ten Evangelium vom Königreich Gottes und [vo]m Namen Jesu Christi glaubten, ließen sie sich taufen, Männer wie auch Frauen.

13 Und auch Simon selbst glaubte; und [nachdem er] getauft war hielt er sich zu Phililppus und war außer sich [vor Verwunderung als er die] Zeichen und [die] großen Macht[tat]en schaute, [die] geschahen.

14 Als die Apostel in Jerusalem hörten, da[ß] Samaria das Wort Gottes angenommen habe, s[and]ten sie Petrus und Johannes zu ihnen [aus].

15 Die zogen hinab [und] beteten für sie, damit sie heiligen Geist erhalten möchten;

16 denn bisher war er noch auf keinen [von] ihnen gefallen, sondern sie waren nur in den Namen des Herrn Jesus getauft.

17 Dann legten sie ihnen die Hände auf, und sie erhielten heiligen Geist.

18 Als Simon gewahrte, da[ß] der Geist durch Handauflegung der Apostel gegeben wurde, brachte er ihnen Geld [und] sagte:

19 "Gebt auch mir diese Vollmacht, damit [jeder], dem ich die Hände auflege, heiligen Geist erhalte."

20 Petrus aber sagte zu ihm: "Dein Silber sei mit dir zu[m] Untergang, da du meinst, das Geschenk Gottes durch Geld zu erwerben!

21 Dir ist kein [An]teil und kein Los an diesem Wort [beschieden]; denn dein Herz ist nicht aufrichtig gegenüber Gott.

22 Daher sinne um von diesem deinem üblen [Wesen] und flehe [zu]m Herrn, ob dir wohl der Einfall deines Herzens vergeben werden wird;

23 denn ich sehe, [daß] du in "Galle [der] Bitterkeit" und "Fesseln [der] Ungerechtigkeit" [geraten] bist."

24 Da antwortete Simon: "Fleht ihr für mich zum Herrn, damit nichts [von] dem, was ihr angesagt habt, über mich komme!"

25 Nachdem [sie] nun das Wort des Herrn bezeugt und gesprochen hatten, kehrten sie nach Jerusalem zurück und [verkündig]ten [noch in] vielen Dörfern der Samariter [das] Evangelium.

26 [Ein] Bote [des] Herrn aber sprach zu Phililppus: "Steh auf und gehe gegen Mittag auf den Weg, der [sich] von Jerusalem nach Gaza hinabzieht; dieser ist einsam."

27 [Da] stand er auf und ging [hin]. Und siehe, [ein] Mann, [ein] äthiopischer Verschnittener [und] Macht[hab]er [der] äthiopischen Königin Kandace, welcher [Verwalter] über ihren gesamten Staatsschatz war, der war nach Jerusalem gekommen, [um dort] an[zu]beten,

28 und kehrte [jetzt] zurück. Er saß in seinem Wagen und laß den Propheten Jesaia.

29 Da sagte der Geist [zu] Phililppus: "Tritt [hin]zu und schließe dich diesem Wagen an!"

30 Als [nun] Phililppus hinzulief, hörte er ihn den Propheten Jesaia lesen und fragte: "Du [er]kennst doch wohl [die Bedeutung von dem, was] du liest?"

31 Er aber antwortete: "Wie sollte ich [das] denn können, wenn mich niemand [an]leitet?" Dann sprach er dem Phililppus zu, aufzusteigen [und] sich zu ihm zu setzten.

32 Der Inhalt der Schrift[stelle] die er las, war dieser: Wie [ein] Schaf wurde Er zur Schlachtung geführt, und wie [ein] Lamm vor seinem Scherer [ver]stummt, so tat [auch] Er Seien Mund nicht auf.

33 In Seiner Erniedrigung wurde das Gericht [über] Ihn aufgehoben. Wer wird in Seiner Generation [davon] erzählen? D[enn] Sein Leben wird von der Erde [hinweg]genommen.

34 Da wandte sich der Verschnittene an Phililppus: "Ich flehe dich an, von wem sagt der Prophet dies? Von sich selbst oder von jemand anders?"

35 Nun tat Phililppus seinen Mund auf, und mit dieser Schrift[stelle] beginnend, [verkündig]te er ihm Jesus [als] Evangelium.

36 Als sie so des Weges zogen, kamen sie an ein Wasser. Da sagte der Verschnittene nachdrücklich: "Siehe, [da ist] Wasser! Was hindert mich [noch], getauft zu werden?"

37 {Vers nicht in S', A', B'}.

38 Und er befahl, [daß] der Wagen stehen[bleibe]; dann stiegen beide, Phililppus wie auch der Verschnittene, in das Wasser hinab, und er taufte ihn.

39 Als sie aber aus dem Wasser heraussteigen, entrückte [der] Geist [des] Herrn den Phililppus, und der Verschnittene gewahrte ihn nicht mehr; doch er zog [mit] Freuden seines Weges.

40 Phililppus aber befand sich in Asdod; [von dort aus] zog er umher und [verkündig]te [das] Evangelium [in] allen Städten, bis er nach Cäsarea kam.

9

1 * Saulus nun, der noch [immer] Drohen und Mord gegen die Jünger des Herrn schnaubte, ging zum Hohepriester

2 [und er]bat von ihm Briefe an die Synagogen in Damaskus, damit er, wenn er einige Männer wie auch Frauen fände, [die sich an] den Weg [der neuen Lehre] hielten, [diese] gebunden nach Jerusalem [ab]führen möge.

3 Als er sich auf [seiner] Reise Damaskus näherte, geschah es, daß ihm unversehens [ein] Licht aus dem Himmel umstrahlt.

4 Auf die Erde fallend, hörte er [eine] Stimme, [die zu] ihm sagte: "Saul, Saul, was verfolgst du Mich?"

5 Da antwortete er: "Wer bist Du, Herr?" Er aber sagte: "Ich bin Jesus, den du verfolgst!

6 Doch steh auf und gehe in die Stadt hinein! Dort wird man dir sagen, was du tun sollst."

7 Die Männer aber, die mit ihm [unter]wegs waren, standen starr [vor] Schrecken, [weil sie] zwar die Stimme hörten, aber niemand schauten.

8 Saulus erhob sich dann von der Erde; obwohl seine Augen geöffnet waren, erblickte er nichts. So leitete man ihn [bei der] Hand [und] führte [ihn] nach Damaskus hinein.

9 Drei Tage lang konnte er nicht s[eh]en, auch aß er nicht, noch trank er.

10 In Damaskus befand [sich] ein Jünger namens Annanias, zu ihm sagte der Herr in [einem] Gesicht: "Ananias!" [Dieser] antwortete: "Siehe, [hier bin] ich Herr!"

11 Da [sprach] der Herr zu ihm: "Steh auf und gehe in die [so]genannte "Gerade" Gasse und suche i[m] Haus [des] Judas [einen Mann aus] Tarsus namens Saulus [auf]; denn siehe er betet.

12 In [einem] Gesicht gewahrte er [einen] Mann namens Ananias hereinkommen und ihm die Hände auflegen, damit er [wieder seh]end werde."

13 Da antworte Ananias: "Herr, ich habe von vielen über diesen Mann gehört, wieviel Übles er Deinen Heiligen in Jerusalem [an]getan hat.

14 Auch hier hat er von den Hohenpriestern Vollmacht, alle [mit Fesseln] zu bringen, die Deinen Namen anrufen."

15 Aber der Herr sagte zu ihm: "Geh [hin]! D[enn] dieser ist Mir [ein] auserwähltes Gerät, Meinen Namen vor [die] Augen der Nationen wie auch [der] Könige und [der] Söhne Israels zu tragen;

16 denn Ich werde ihm anzeigen, wieviel er um Meines Namens [willen] leiden muß."

17 Da ging Ananias hin und trat in das Haus, leget ihm die Hände auf und sagte: "Saul, Bruder, der Herr hat mich geschickt, Jesus, der dir auf dem Weg den du kamst, erschienen ist, damit du [wieder] s[eh]end werdest und [mit] heiligem Geist [er]füllt wirst."

18 Sofort fiel es ihm wie Schuppen von den Augen, und er wurde s[eh]end. [Dann] stand er auf und wurde getauft.

19 Auch nahm er Nahrung [zu sich und] stärkte sich. Einige Tage nur befand er sich bei den Jüngern in Damaskus,

20 wo er sofort in den Synagogen [von] Jesus heroldete, da[ß] dieser der Sohn Gottes ist.

21 Da waren alle, die [das] hörten außer sich und sagten: "Ist dieser nicht [derselbe], der in Jerusalem denen nachstellte, [die] diesen Namen anrufen? War er nicht dazu hier[her]gekommen, um sie gebunden, zu den Hohenpriestern [abzu]führen?"

22 Saulus wurde nun [im Glauben immer] mehr gekräftigt, und [brach]te [dann] die Juden, die in Damaskus wohnten, in Verwirrung, [als er aus der Schrift den] Nachweis [führ]te, da[ß] dieser der Christus ist.

23 Als so [eine] beträchtliche [Zahl von] Tagen verflossen war, beschlossen die Juden gemeinsam, in zu ermorden.

24 Doch wurde ihr Anschlag dem Saulus bekannt. Sie [ließen] nun Tags sowohl wie nachts auch die Tore scharf beobachten, damit sie ihn ermorden könnten.

25 Daher nahmen ihn die Jünger [und] ließen ihn [bei] Nacht hinaus, [indem sie ihn] in [einem] Korb durch [ein Fenster in] der Mauer [hinab]senkten.

26 Als [er] in Jerusalem angekommen war, versuchte er, sich den Jüngern anzuschließen, doch alle fürchteten sich [vor] ihm, [weil sie] nicht glaubten, da[ß] er [ein] Jünger sei.

27 Aber Barnabas nahm sich seiner an, führte [ihn] zu den Aposteln und erzählte ihnen, wie er auf dem Weg den Herrn gewahrt und da[ß] Er [zu] ihm gesprochen hatte, auch wie er [dann] in Damaskus freimütig im Namen Jesu ge[red]et habe.

28 So ging er bei ihnen in Jerusalem ein und aus [und red]ete freimütig im Namen des Herrn.

29 Auch sprach er zu den Hellenisten und [führ]te Streit[gespräche mit ihnen]. Doch sie [nahm]en [es in die] Hand, ihn zu ermorden.

30 Als die Brüder [das] erfuhren, geleiteten sie ihn nach Cäsarea hinab und schickten ihn nach Tarsus weiter.

31 So hatte nun die herausgerufene [Gemeinde] in ganz Judäa, Galiläa und Samaria Frieden. [Sie] erbaute sich, ging [ihren Weg in] der Furcht des Herrn und mehrte sich [durch] den Zuspruch des heiligen Geistes.

32 Als Petrus zu all [den] Heiligen umherzog, geschah es, [daß er] auch hinabkam zu denen, die [in] Lydda wohnten.

33 Dort fand er einen Mann namens Äneas, [der] seit acht Jahren auf [einer] Matte daniederlag, [weil] er gelähmt war.

34 Petrus sagte [zu] ihm: "Äneas, dich heilt Jesus Christus! Steh auf und breite [deine Matte] selbst [aus]!"

35 Da stand er sofort auf, und alle Bewohner [von] Lydda und Saron gewahrten ihn, [und] sie wandten sich um zum Herrn.

36 Da war auch in Joppe eine Jüngerin namens Tabitha, [was] übersetzt "Gazelle" heißt. Diese war voll guter Werke und gab [viele] Almosen.

37 Nun geschah es in jenen Tagen, [daß] sie hinfällig wurde [und] starb. Man wusch [sie] dann [und] legte sie in [ein] Obergemach.

38 [Da] aber Lydda nahe [bei] Joppe [gelegen] war, schickten die Jünger ([die] gehört hatten, da[ß] Petrus dort sei) zwei Männer zu ihm, [die ihm] zusprachen: "Zögere nicht, bis [zu] uns [herüber]zukommen!"

39 So stand Petrus auf [und] ging mit ihnen. [Dort] angekommen führte man [ihn] zum Obergemach hinauf. Da traten all die Witwen herzu, jammerten und zeigten ihm alle Gewänder und Kleider, die "Gazelle" gemacht [hatte, als sie noch] bei ihnen war.

40 Petrus aber trieb alle hinaus, kniete nieder und betete. Dann wandte er sich zu dem Körper [und] sagte: "Tabitha, steh auf!" Da öffnete sie ihre Augen, und [als sie] Petrus gewahrte, setzte sie sich auf[recht].

41 Er gab ihr [die] Hand und ließ sie aufstehen; dann rief er die Heiligen und die Witwen [herein und] stellte sie [ihnen] lebend vor.

42 [Das] wurde, in ganz Joppe bekannt, und viele wurden an den Herrn gläubig.

43 So kam es, [daß] er [noch eine] beträchtliche [Reihe von] Tagen in Joppe bei einem Gerber Simon blieb.

10

1 * Ein Mann in Cäsarea namens Kornelius, [ein] Hauptmann bei der [so]genannten

2 Italischen Truppe [war] fromm und fürchtete Gott mit seinem gesamten Haus, gab dem Volk viele Almosen und flehte alle[zeit zu] Gott.

3 Er gewahrte etwa um [die] neunte Stunde des Tages in [einem] Gesicht deutlich, [wie ein] Bote Gottes zu ihm hereinkam und ihm sagte: "Kornelius!"

4 [Dieser] sah ihn unverwandt [an], geriet in Furcht und fragte: "Was ist, Herr?" Da erwiderte [der Bote] ihm: "Deine Gebete und deine Almosen sind zum Gedenken vor Gott hinaufgestiegen.

5 Und nun sende Männer nach Joppe und laß [einen] gewissen Simon herbeiholen, der [den] Beinamen Petrus [ha]t.

6 Dieser ist [zu] Gast bei einem Gerber Simon, dessen Haus a[m] Meer liegt."

7 Als dann der Bote, der [mit] ihm gesprochen hatte, [fort]gegangen war, rief er zwei Haussklaven und [einen] frommen Krieger [von] denen, [die] ihm [treu] ergeben waren,

8 schilderte ihnen alles und schickte sie nach Joppe.

9 Tags darauf, [als] jene unterwegs waren und sich der Stadt näherten, stieg Petrus um [die] sechste Stunde des Tages auf das Flachdach hinauf, um zu beten.

10 Da wurde er heißhungrig und wollte [etwas] essen. Während man [es ihm] zubereitete, kam [eine] Verzückung über ihn:

11 Er schaute den Himmel geöffnet und ein Gefäß herabkommen wie [ein] großes Tuch, [das an] vier Zipfeln auf die Erde heruntergelassen wurde.

12 Darin waren alle Vierfüßler und Reptilien der Erde und Flügler des Himmels.

13 Da sprach [eine] Stimme zu ihm: "Steh auf, Petrus, schächte und iß!"

14 Petrus aber erwiderte: "Nur [das] nicht, Herr; d[enn] bisher habe ich noch nie irgend [etwas] Gemeines oder Unreines gegessen!"

15 Und wieder (zu[m] zweiten[mal) erscholl die] Stimme zu ihm: "[Was] Gott gereinigt hat, [halte] du nicht [für] gemein!"

16 Dieses geschah dreimal hinter[einander], und [dann] wurde das Gefäß sogleich in den Himmel [hin]aufgenommen.

17 Als Petrus bei sich selbst noch betroffen war, was das Gesicht, das er gewahrt hatte, wohl zu bedeuten [habe], siehe, [da] standen die Männer am Tor, die von Kornelius geschickt worden [waren und] das Haus des Simon erfragt hatten.

18 Sie riefen und erkundigten sich, ob Simon [mit dem] Beinamen Petrus hier [zu] Gast sei.

19 Während Petrus über das Gesicht nachsann, sagte der Geist zu ihm: "Siehe, drei Männer suchen dich!

20 Steh nun auf, und steig hinab und geh mit ihnen, [hab]e keine Bedenken, d[enn] Ich habe sie geschickt."

21 Da stieg Petrus zu den Männern hinunter [und] sagte: "Siehe, ich bin [es], den ihr sucht. Was [ist] die Ursache für euer Hiersein?"

22 Da antworteten sie: "Hauptmann Kornelius, [ein] gerechter und Gott fürchtender Mann, [dem] auch von der ganzen Nation der Juden [Gutes] bezeugt wird, [erhiel]t von [einem] heiligen Boten Weisung, dich in sein Haus holen zu lassen, um Aussprüche von dir zu hören."

23 Nun rief er sie herein [und] bewirtete [sie]. Am [folgenden] Morgen machte er sich auf [und] zog mit ihnen [hin]aus; auch einige Brüder aus Joppe gingen mit ihm.

24 Tags darauf kam er nach Cäsarea hinein. Kornelius [wart]ete schon [auf] sie [und] hatte seine Verwandten und nahestehenden Freunde zusammengerufen.

25 Als nun Petrus eintreten wollte [kam] ihm Kornelius entgegen [und] warf sich [knie]fällig zu [seinen] Füßen hin.

26 Petrus aber richtete ihn auf [und] sagte: "Steh auf, ich selbst bin auch [nur ein] Mensch."

27 Während [er] sich mit ihm unterhielt, trat er ein und fand [dort] viele zusammengekommen.

28 Da sagte er [mit] Nachdruck zu ihnen: "Ihr wißt Bescheid, wie unerlaubt es [für einen] jüdischen Mann ist, sich Andersstämmigen anzuschließen oder zu [ihnen] zu gehen, doch mir hat Gott gezeigt, keinen Menschen [als] gemein oder unrein zu bezeichnen.

29 Darum kam ich auch ohne Widerrede, [als] nach [mir] gesandt wurde. Ich [möchte] mich nun erkundigen, aus welchem Anlaß [ihr] mich habt herbeiholen lassen."

30 Da entgegnete Kornelius: "Vor vier Tagen fastete ich bis [zu] dieser Stunde, und [um] die neunte [Stunde] betete [ich] in meinem Haus. Und siehe, [da] stand [ein] Mann in glänzender Kleid[ung] vor meinen Augen

31 und erklärte: "Kornelius, dein Gebet ist erhört worden, und deiner Almosen ist vor Gottes Augen gedacht worden.

32 Sende daher nach Joppe und laß [einen gewissen] Simon herbeirufen, der [den] Beinamen Petrus [ha]t. Dieser ist [zu] Gast i[m] Haus [des] Gerbers Simon a[m] Meer.

33 Folglich sandte ich unverzüglich zu dir. Du hast nun trefflich gehandelt, [gleich zu] kommen. Daher sind wir nun alle hier vor Gottes Augen, um alles zu hören, [was] dir vom Herrn angeordnet worden ist."

34 Da tat Petrus seinen Mund auf [und] sagte: "In Wahrheit erfasse ich [es nun], da[ß] Gott nicht [die] Person ansieht,

35 sondern [daß] Ihm in jeder Nation [der] annehmbar ist, der Ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt.

36 [Ihr kennt] das Wort, [das] Er den Söhnen Israels ges[and]t hat: [den] Frieden [als] Evangelium durch Jesus Christus [zu verkündig]en (dieser ist [der] Herr [über] alle).

37 Ihr wißt [auch um] die Dinge, [die sich] in ganz Judäa zugetragen [haben], angefangen von Galiläa nach der Taufe, die Johannes geheroldet hatte,

38 wie Gott Jesus von Nazareth [mit] heiligem Geist und [mit] Kraft salbte, Ihn, der umherzog, Wohltat[en erwies] und alle heilte, die vom Widerwirker unterdrückt waren; d[enn] Gott war mit Ihm.

39 Wir [sind] Zeugen [von] allem, [was] Er im Land der Juden wie auch in Jerusalem tat; den hat man ans Holz gehängt und hingerichtet.

40 Diesen [Jesus] hat Gott am dritten Tag auferweckt, und Er hat Ihm gegeben, offenbar zu werden,

41 nicht dem gesamten Volk, sondern den von Gott zuvor [er]wählten Zeugen, uns, die wir nach Seiner Auferstehung aus den Toten mit Ihm gegessen und getrunken haben.

42 Er hat uns nun angewiesen, dem Volk zu herolden und zu bezeugen, da[ß] dieser [Jesus] der von Gott ausersehene Richter [über] Lebende und Tote ist.

43 Diesem bezeugen alle Propheten: Durch Seinen Namen erhält jeder, der an Ihn glaubt, Erlassung [der] Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen)."

44 Noch [während] Petrus die Worte sprach, fiel der Geist, der heilige, auf alle, die das Wort hörten.

45 Da waren alle Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petrus gekommen waren, außer sich [vor Verwunderung], da[ß] auch auf die Nationen das Geschenk des heiligen Geistes ausgegossen wurde;

46 denn sie hörten sie [mit] Zungen sprechen und Gott hoch erheben.

47 Dann antwortete Petrus: "[Diesen] kann man doch nicht das Wasser verwehren, [damit sie] nicht getauft würden - diesen, die den Geist, den heiligen, ebenso erhalten haben wie wir."

48 Darauf ordnete er an, [daß] sie im Namen Jesu Christi getauft würden. Dann ersuchten sie ihn, [noch] einige Tage bei [ihnen] zu bleiben.

11

1 * Die Apostel und die Brüder, die in Judäa waren, hörten nun [davon], da[ß] auch die [aus den] Nationen das Wort Gottes annahmen.

2 Als dann Petrus nach Jerusalem hinaufkam, [äußer]ten die aus [der] Beschneidung ihm gegen[über] Bedenken

3 [und] sagten: "Du bist zu Männern gegangen, [die] unbeschnitten sind, und hast mit ihnen gegessen!"

4 Da begann Petrus, ihnen [eins] nach [dem] anderen auseinanderzusetzen, [und] sagte:

5 "Ich war in [der] Stadt Joppe [und] betete; da gewahrte ich in [einer] Verzückung [ein] Gesicht: ein Gefäß kam herab wie [ein] großes Tuch, [das an] vier Zipfeln aus dem Himmel heruntergelassen wurde und bis [zu] mir kam.

6 Ich sah unverwandt hinein, und [beim] Betrachten gewarte ich die Vierfüßler der Erde, das Wildgetier, die Reptilien und die Flügler des Himmels.

7 Ich hörte auch [eine] Stimme [zu] mir sagen: Steh auf, Petrus, schächte und iß!

8 Ich aber erwiderte: Nur [das] nicht, Herr, d[enn] bisher [ist] noch nie [etwas] Gemeines oder Unreines in meinen Mund gekommen!

9 Doch [die] Stimme antwortete zum zweiten[mal] aus dem Himmel: [Was] Gott gereinigt hat, [halt]e du nicht [für] gemein!

10 Dies geschah dreimal hinter[einander]. Dann wurde alles wieder in den Himmel emporgezogen.

11 Und siehe, alsdann standen drei Männer, [die man] von Cäsarea zu mir geschickt hatte, vor dem Haus, in dem wir waren.

12 Der Geist sagte mir aber, mit ihnen zu ziehen [und] keine Bedenken [zu hab]en. Es gingen auch diese sechs Brüder mit mir, und wir kamen in das Haus des Mannes.

13 Er berichtete uns dann, wie er den Boten gewahrt hatte, [der] in seinem Haus stand und sagte: Schicke nach Joppe und laß Simon [mit dem] Beinamen Petrus herbeiholen;

14 der wird W[or]te zu dir reden, durch die du gerettet werden wirst, du und dein gesamtes Haus.

15 Als ich aber zu sprechen anfing, fiel der Geist, der heilige, auf sie ebenso wie auch auf uns i[m] Anfang.

16 Da erinnerte ich mich des Ausspruchs des Herrn, wie Er sagte: Johannes hat zwar [in] Wasser getauft, ihr aber werdet in heiligem Geist getauft werden.

17 Folglich, wenn Gott ihnen das gleiche Geschenk gegeben hat wie auch uns, [die wir] an den Herrn Jesus Christus glauben, wer war ich [denn? Wie wäre ich] imstande [gewesen], Gott zu wehren?"

18 Als [sie] dies hörten, wurden sie still, verherrlichten Gott und sagten: "Demnach hat Gott auch den Nationen die Umsinnung zum Leben gegeben."

19 Die [Gläubigen, die] sich infolge der Drangsal, die wegen Stephanus entstanden [war], zerstreut hatten, waren nun bis nach Phönizien, Cypern und Antiochien gezogen [und] hatten das Wort [zu] niemand [anders] gesprochen als allein [zu] Juden.

20 Es waren aber einige cyprische und kyrenäische Männer unter ihnen, die, [als sie] nach Antiochien kamen, auch zu den Hellenisten sprachen [und] den Herrn Jesus [als] Evangelium [verkündig]ten.

21 [Die] Hand [des] Herrn war mit ihnen, und [eine] große [An]zahl [derer], die glaubten, wandte sich zum Herrn um.

22 Der Bericht über sie kam der herausgerufenen [Gemeinde] zu Ohren, die in Jerusalem war, und man schickte Barnabas bis [nach] Antiochien aus.

23 [Als dieser dort] ankam und die Gnade, die Gottes [ist], gewahrte, freute er sich und sprach allen zu, [mit] dem Vorsatz des Herzens im Herrn zu verharren;

24 d[enn] er war [ein] guter Mann, voll heiligen Geistes und [voller] Glauben. So wurde dem Herrn [eine] beträchtliche Schar hinzugefügt.

25 Dann zog er nach Tarsus weiter, um [dort] nach Saulus zu suchen. Als [er ihn] gefunden hatte, geleitete er [ihn] nach Antiochien.

26 Dort wurde ihnen in der herausgerufenen [Gemeinde die Gnade zuteil, ein ]ganzes Jahr lang [eine] beträchtliche Schar [um sich] zu sammeln und zu [be]lehren. Hier in Antiochien [wurden] die Jünger zuerst [als] "Christen" bezeichnet.

27 In j[en]en Tagen kamen Propheten von Jerusalem nach Antiochien hinab.

28 Einer von ihnen namens Agabus trat auf [und] kündigte durch den Geist an, [daß eine] große Hungersnot demnächst über die ganze Wohnerde kommen würde, die [dann] unter Klaudius [auch] eintrat.

29 Da setzte man fest, [daß] je[d]er der Jünger, so wie er [die] Mittel habe, [eine Spende] zu[r] Unterstützung der in Judäa wohnenden Brüder senden [solle].

30 Das taten sie auch [und] schickten [sie] zu den Ältesten durch [die] Hand [des] Barnabas und Saulus.

12

1 * Zu jener Frist legte der König Herodes die Hände an einige aus der herausgerufenen [Gemeinde], um [ihnen] Übles anzutun.

2 So ließ er Jakobus, den Bruder [des] Johannes, [durch das] Schwer hinrichten.

3 Als [er] gewahrte, da[ß] es den Juden [wohl]gefällig war, fügte er [eine weitere Untat] hinzu [und ließ] auch Petrus [er]greifen. (Es waren gerade [die] Tage der ungesäuerten [Brote]).

4 Nach dessen Festnahme ließ er [ihn] in[s] Gefängnis legen [und] übergab ihn zur Bewach[ung an] vier Kommandos [von je] vier Kriegern, [in der] Absicht, ihn nach dem Passah dem Volk [zur Aburteilung] vorzuführen.

5 Daher wurde Petrus inzwischen im Gefängnis verwahrt, während von der herausgerufenen [Gemeinde] inbrünstig für ihn zu Gott gebetet wurde.

6 Noch bevor Herodes sich anschickte, ihn vorführen zu [lassen], schlief Petrus [in] jener Nacht zwischen zwei Kriegern, [mit] zwei Ketten gebunden; dazu bewachten Wächter vor der Tür das Gefängnis.

7 Und siehe, [ein] Bote [des] Herrn trat [her]zu, und [ein] Licht leuchtete in der Zelle [auf]; und er stieß Petrus [in] die Seite, weckte ihn [und] sagte: "Stehe schnell auf!" Und die Ketten fielen ihm von den Händen ab.

8 Dann sagte der Bote zu ihm: "Gürte dich und binde dir die Sohlen unter!" Dies tat [Petrus]. Weiter sagt[e der Bote zu] ihm: "Wirf dein Obergewand um und folge mir!"

9 Als [Petrus] hinaustrat und ihm folgte, wußte er nicht, da[ß das, was] durch den Boten geschah, wahr sei; er meinte daher, [ein] Gesicht zu erblicken.

10 Als [sie] durch [die] erste und [die] zweite Wache gegangen waren, kamen sie an das eiserne Tor, das in die Stadt führte; [und] das öffnete sich ihnen von selbst. [Dort] traten sie hinaus und gingen [noch] eine Gasse entlang, wo sich der Bote sofort von ihm entfernte.

11 [Da] kam Petrus zu sich und sagte: "Nun weiß ich wahrhaftig, da[ß] der Herr Seinen Boten ausgeschickt und mich aus [der] Hand [des] Herodes samt all der [gierigen] Hoffnung des Volkes der Juden herausgerissen hat!"

12 Sobald [er] sich [dessen] bewußt war, ging er zum Haus der Maria, der Mutter [des] Johannes, [der] den Beinamen Markus [hat]te, wo [eine] beträchtliche [Zahl] beisammen war und betete.

13 Nachdem er [an] die Tür der Tor[halle], geklopft hatte, kam [eine] Magd namens Rhode herzu, um zu horchen, [wer da sei].

14 Als [sie] die Stimme des Petrus erkannte, öffnete sie vor Freude nicht das Tor, sondern lief [ins Haus] hinein [und] berichtete, Petrus stehe vor dem Tor.

15 Da sagten sie zu ihr: "Du bist von Sinnen!" Sie jedoch [behaupt]ete [mit] Bestimmtheit, [daß] es sich so verhalte. Darauf sagten sie: "Es ist sein Bote."

16 Petrus aber fuhr fort [zu] klopfen. Da öffneten sie, gewahrten ihn und waren [vor Verwunderung] außer sich.

17 Doch er [gab] ihnen [mit] der Hand [einen] Wink zu schweigen [und] erzählte ihnen, wie der Herr ihn aus dem Gefängnis herausgeführt hatte. Auch gebot er [ihnen]: "Verkündigt dies Jakobus und den Brüdern!" [Danach] ging er hinaus und zog an [einen] anderen Ort.

18 Mit Anbruch des Tages war unter den Kriegern nicht wenig Erregung [darüber], was wohl [mit] Petrus geschehen sei.

19 Als Herodes ihn suchen [ließ] und [man ihn] nicht finden [konnte], forschte er die Wächter aus [und] befahl, [sie] abzuführen. [Dann] zog er von Judäa nach Cäsarea hinab und hielt sich [dort] auf.

20 Damals war er [über die] Tyrer und Sidonier erbittert. [Diese] begaben sich einmütig zu ihm und überredeten Blastus, den Kämmerer des Königs, [und] baten [um] Frieden, weil ihr Land von dem königlichen [er]nährt wurde.

21 [An einem] dafür angesetzten Tag zog Herodes königliche Kleid[ung] an, setzte sich auf die Bühne [und] hielt [eine] öffentliche Ansprache an sie.

22 Da rief [ihm] die Volksmenge zu: "[Das ist] Gottes Stimme und nicht [die eines] Menschen!"

23 Auf [der] Stelle, schlug ihn darum [ein] Bote [des] Herrn, weil er nicht Gott die Verherrlichung gab: [er] wurde [den] Würmern [zum] Fraß, bis er entseelt war.

24 Das Wort Gottes jedoch wuchs und mehrte sich.

25 Barnabas und Saulus aber kehrten [nach] Erfüllung [ihres] Dienst[auftrag]s aus Jerusalem zurück [und] nahmen Johannes mit, der [den] Beinamen Markus [hat]te.

13

1 * Der in Antiochien bestehenden herausgerufenen [Gemeinde] entsprechend gab es dort Propheten und Lehrer: Barnabas wie auch Simeon (genannt "Niger") und Lucius (der Kyrenäer), außerdem Manaen ([den] Pflegebruder des Vierfürsten Herodes) und Saulus.

2 Während sie [ihren] Dienst [für] den Herrn versahen und fasteten, sagte der Geist, der heilige: "Sondert Mir [auf] jeden Fall Barnabas und Saulus für das Werk ab, zu dem Ich sie berufen habe."

3 Dann fasteten und beteten [sie], legten ihnen die Hände auf und entließen [sie].

4 Darauf gingen sie nun, vom heiligen Geist ausgesandt, nach Seleucia hinab und segelten von dort nach Cypern.

5 In Salamis angekommen, verkündigten sie das Wort Gottes in den Synagogen der Juden. Als Gehilfen hatten sie noch Johannes.

6 Nachdem [sie] die ganze Insel bis Paphos durchzogen hatten, fanden sie [dort] einen jüdischen Mann namens Bar-Jesus, [einen] Magier [und] falschen Propheten,

7 der [mit] dem Prokonsul Sergius Paulus, [einem] verständigen Mann, zusammen war. Dieser ließ Barnabas und Saulus zu sich rufen [und] suchte das Wort Gottes zu hören.

8 Da widerstand ihnen Elymas, der Magier (denn so wird sein Name verdolmetscht), [und] suchte, den Prokonsul vom Glauben abzuwenden.

9 Saulus aber, der auch Paulus [heißt], war [mit] heiligem Geist [er]füllt; er sah ihn fest an [und] sagte:

10 "O [du], voll allen Betruges und aller Heimtücke, [du] Sohn [des] Widerwirkers [und] Feind aller Gerechtigkeit, wirst du nicht aufhören, die geraden Wege [des] Herrn [zu] verdrehen?

11 Und nun siehe, [die] Hand [des] Herrn [ist] auf dir, und du wirst blind sein [und] bis [zum festgesetzten Zeit]punkt die Sonne nicht erblicken!" Auf [der] Stelle fiel Nebel und Finsternis auf ihn; er ging umher und suchte [jemand, der ihn an der] Hand leite.

12 [Als] dann der Prokonsul gewahrte, [was] geschehen war, glaubte er [und] verwunderte sich über die Lehre des Herrn.

13 Paulus [und] die um [ihn waren], gingen von Paphos [aus in] See [und] kamen nach Perge [in] Pamphylien. Dort trennte Johannes sich von ihnen [und] kehrte nach Jerusalem zurück.

14 Sie aber zogen von Perge [aus] weiter [und] kamen nach Antiochien [in] Pisidien, wo sie [a]m Tag der Sabbate in die Synagoge gingen [und ]sich [dort] setzten.

15 Nach der Lesung [aus] dem Gesetz und den Propheten schickten die Synagogenvorsteher zu ihnen [und ließen] sagen: "Männer, Brüder, wenn ihr ein Wort [des] Zuspruchs an das Volk habt, [so] sprecht!"

16 Da stand Paulus auf, winkte [mit] der Hand und sagte: "Männer, Israeliten! Und [ihr], die [ihr] Gott fürchtet! Hört [mich an]!

17 Der Gott dieses Volkes Israel erwählte unsere Väter; Er erhöhte das Volk während [seines] Verweilens i[m] Land Ägypten und führte sie mit hoch[erhobenem] Arm von dort heraus.

18 [Über eine] Zeit [von] etwa vierzig Jahren trug Er sie [wie eine] Nährende in der Wildnis.

19 Nachdem [Er] sieben Nationen i[m] Land Kanaan gestürzt hatte, verteilte Er deren Land [durch das] Los

20 [für] vierhundertfünfzig Jahre. Danach gab Er [ihnen] Richter bis [auf den] Propheten Samuel.

21 Von da an baten sie [um einen] König, und Gott gab ihnen Saul, [den] Sohn [des] Kis, [einen] Mann aus [dem] Stamm Benjamin, vierzig Jahre [lang].

22 Nachdem [Er] ihn abgesetzt hatte, erweckte Er ihnen David zum König, [von] dem Er bezeugte: Ich fand David, den [Sohn] Isais, [einen] Mann nach Meinem Herzen, der Meinen gesamten Willen ausführen wird.

23 Aus dessen Samen hat Gott nach [der] Verheißung [für] Israel [als] Retter Jesus [zu]geführt.

24 Angesichts Seines Auftretens heroldete Johannes vorher dem gesamten Volk Israel [die] Taufe [der] Umsinnung.

25 Als dann Johannes [seine] Lauf[bahn voll]endet [hatt]e, sagte er: Was ihr mutmaßt, [daß] ich sei, bin ich nicht; sondern siehe, es kommt [Einer] nach mir, [und] ich bin nicht würdig, [Ihm] die Sandale der Füße zu lösen!

26 Männer, Brüder, Söhne [aus] Abrahams Geschlecht! Und die unter euch [die] Gott fürchten! [Zu] uns ist das Wort dieser Rettung ausgeschickt worden.

27 Denn die Bewohner Jerusalems und ihre Oberen haben diesen [Jesus] nicht [er]kannt, [sondern Ihn ver]urteilt und [so] die Stimme der Propheten, die an jedem Sabbat gelesen werden, erfüllt.

28 Wiewohl [sie] keine Schuld [an Ihm] fanden, [die den] Tod [verdient], forderten sie Pilatus [auf], Ihn hinrichten zu lassen.

29 Als man [mit] allem, [was] von Ihm geschrieben ist, [zum] Abschluß ge[komm]en war, nahm [man Ihn] vom Holz herab [und] legte [Ihn] in [ein] Grab.

30 Gott aber erweckte Ihn aus [den] Toten,

31 [und] Er ist an mehreren Tagen denen erschienen, [die] mit Ihm von Galiläa nach Jerusalem hinaufgezogen waren; die sind nun Seine Zeugen an das Volk.

32 Und wir [verkündig]en euch die [unseren] Vätern zu[teil] gewordene Verheißung [als] Evangelium,

33 da Gott diese [an uns und] unseren Kindern voll erfüllt hat, [als Er] Jesus auferstehen ließ, wie auch im zweiten Psalm geschrieben steht: Du bist Mein Sohn; heute habe Ich Dich gezeugt!

34 Daß Er Ihn aus [den] Toten auferstehen ließ, [Ihn, der] künftig nicht mehr zur Verwesung zurückkehren [wird], hat Er [mit] dies[en Worten] gesagt: Ich werde euch die huldreichen [und] unverbrüchlichen [Gnadengüter] Davids geben.

35 Darum sagte Er auch an anderer [Stelle]: Du wirst Deinen Huldreichen nicht [dahin]geben, um [die] Verwesung zu gewahren.

36 Denn David, [der seiner] eigenen Generation [nach] dem Rat[schluß] Gottes beistand, ist zwar [ent]schlafen; er wurde zu seinen Vätern beigesetzt und gewahrte [die] Verwesung.

37 [D]er aber, den Gott auferweckte, hat keine Verwesung gewahrt.

38 Daher sei euch bekannt, Männer, Brüder, da[ß] euch durch diesen [Jesus die] Erlassung [der] Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) verkündigt wird;

39 und von allem, [von] dem ihr i[m] Gesetz [des] Mose nicht gerechtfertigt werden konntet, wird in diesem jeder gerechtfertigt, der glaubt.

40 Hütet euch nun, [damit] nicht [das] über euch komme, [was] in den Propheten angesagt ist:

41 Seht, [ihr] Verächter, staunet und vergeht; d[enn] Ich tue [ein] Werk in euren Tagen, [ein] Werk, das ihr überhaupt nicht glauben würdet, [auch] wenn [es] euch jemand ausführlich berichtete."

42 Als sie sich hinausbegaben, sprach man [ihnen] zu, [über] diese Dinge am Zwischensabbat [zu] ihnen zu sprechen.

43 Nachdem sich die Synagogen[versammlung] aufgelöst hatte, folgten viele Juden und der [Gott] verehrenden Proselyten dem Paulus und Barnabas; die sprachen zu ihnen [und] redeten ihnen zu, [in] der Gnade Gottes zu verharren.

44 Am folgenden Sabbat [ver]sammelte sich beinahe die gesamte Stadt, um das Wort des Herrn zu hören.

45 Als die Juden die Scharen gewahrten, wurden sie [von] Eifer[sucht er]füllt, widersprachen dem, [was] Paulus sagte, und lästerten.

46 Freimütig entgegnete Paulus wie auch Barnabas: "Es war notwendig, [daß zu]erst euch das Wort Gottes gesagt wurde. Weil ihr es aber von euch stoßt und euch selbst des äonischen Lebens nicht [für] würdig [er]achtet, siehe, [so] wenden wir uns an die Nationen.

47 Denn so hat uns der Herr Geboten: Ich habe Dich zu[m] Licht [der] Nationen gesetzt, [damit] Du [ihnen] bis [zum] letzten [Ende] der Erde zur Rettung gereichst."

48 Als die [aus den] Nationen [das] hörten, freuten sie sich und verherrlichten das Wort des Herrn; und alle die zum äonischem Leben verordnet waren, [kam]en [zum] Glauben.

49 So wurde das Wort des Herrn durch die ganze Gegend getragen.

50 Die Juden aber reizten die [Gott] verehrenden [und] angesehenen Frauen und die Ersten der Stadt auf und erweckten [eine] Verfolgung gegen Paulus und Barnabas und trieben sie von ihren Grenzen fort.

51 Da schüttelten die [beiden] den Staub [von ihren] Füßen über sie ab [und] gingen nach Ikonium [weiter].

52 Die Jünger aber wurden [mit] Freude und heiligem Geist erfüllt.

14

1 * Dasselbe geschah in Ikonium, [als] sie in die Synagoge der Juden gingen und so sprachen; daher [kam eine] große Menge Juden wie auch Griechen [zum] Glauben.

2 Die widerspenstigen Juden aber erweckten und erbosten die Seelen derer [aus den] Nationen über die Brüder.

3 Dennoch hielten sie sich nun geraume Zeit [dort] auf [und red]eten freimütig [im Vertrauen] auf den Herrn, der [für] das Wort Seiner Gnade Zeugnis [ableg]te, [indem Er es] gab, [daß] durch ihre Hände Zeichen und Wunder geschahen.

4 Doch die [Volks]menge der Stadt spaltete sich: die einen hielten [es] mit den Juden, die anderen mit den Aposteln.

5 Als aber die [aus den] Nationen wie auch [die] Juden samt ihrer Obrig[keit das] Vorhaben billigten, sie zu mißhandeln und zu steinigen,

6 nahmen sie, [als sie sich dessen] bewußt wurden, Zuflucht in den Städten Lykaoniens, Lystra und Derbe und Umgegend.

7 Dort [verkündig]ten sie ebenfalls [das] Evangelium.

8 Da saß in Lystra ein Mann [mit] kraftlosen Füßen, [ge]lähmt von seiner Mutter Leib [an], der noch nie hatte umhergehen [können].

9 Dieser hörte Paulus sprechen; [als] der ihn fest ansah und gewahrte, da[ß] er [den] Glauben hatte, gerettet zu werden,

10 sagte er [mit] lauter Stimme: "Steh auf, [stell dich] aufrecht auf deine Füße!" Da schnellte er [hoch] und ging umher.

11 Als die Scharen gewahrten, [was] Paulus getan hatte, erhoben sie ihre Stimme [und] sagten [auf] lykaonisch: "Die Götter sind [den] Menschen gleich geworden [und] zu uns herabgestiegen!"

12 Dann nannten sie den Barnabas "Zeus", den Paulus aber "Hermes", weil er [es] war, der das Wort führte.

13 Auch der Priester des Zeus, der vor der Stadt war, brachte Stiere und Girlanden an die Tore [und] wollte mit der Volksmenge opfern.

14 Als die Apostel Paulus und Barnabas [das] hörten, zerrissen sie ihre Kleider, sprangen hinaus unter die Volksmenge und riefen laut:

15 Männer, warum tut ihr dies? Auch wir sind [nur] Menschen, [mit] gleicher Empfindung [wie] ihr; [wir verkündig]en [das] Evangelium, [damit ihr] euch von diesen eitlen [Dingen] umwendet, zu [dem] lebendigen Gott, der den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen hat, samt allem, [was] in ihnen [ist].

16 Er ließ in den verflossenen Generationen alle Nationen ihre [eigenen] Wege gehen,

17 obwohl Er Sich nicht unbezeugt gelassen hat, [indem Er] Gutes wirkte, Regen vom Himmel und fruchtbringende Fristen gab [und] unsere Herzen [mit] Nahrung und Fröhlichkeit erquickte."

18 Als [sie] dies sagten, [konnten] sie der Volksmenge kaum Einhalt [gebiet]en, ihnen nicht zu opfern.

19 Dann kam von Antiochien und Ikonium Juden herüber und überredeten die Volksmenge; sie steinigten Paulus, schleiften [ihn zu]r Stadt hinaus [und] meinten, er sei gestorben.

20 [Als] ihn aber die Jünger umringten, stand er auf [und] ging in die Stadt zurück. Tags darauf zog er mit Barnabas nach Derbe weiter.

21 [Nachdem sie] sie auch [in] jener Stadt [das] Evangelium [verkündig]t und [eine] beträchtliche [Zahl von] Jüngern ge[wonn]en hatten, kehrten sie nach Lystra, Ikonium und Antiochien zurück,

22 befestigten [dort] die Seelen der Jünger und sprachen [ihnen] zu, im Glauben zu bleiben, "da wir durch viele Drangsale in das Königreich Gottes eingehen müssen."

23 Dann wählten sie ihnen Älteste für [die] herausgerufene [Gemeinde und] befahlen sie unter Gebet [und] Fasten dem Herrn, an den sie gläubig geworden waren.

24 Als [sie] Pisidien durchzogen hatten, kamen sie nach Pampylien,

25 sprachen das Wort des Herrn in Perge und zogen nach Attalia hinab.

26 Von dort segelten sie nach Antiochien, von wo aus sie der Gnade Gottes zu dem Werk übergeben worden waren, das sie [nun] ausgerichtet hatten.

27 Nach [ihrer] Ankunft [ver]sammelten sie die herausgerufene [Gemeinde] und verkündigten all[es] was Gott durch sie vollbracht hatte, und daß Er den Nationen [eine] Tür [des] Glaubens aufgetan habe.

28 Sie hielten sich dann ziemlich [lange] Zeit bei den Jüngern auf.

15

1 * Einige, [die] von Judäa herabgekommen waren, [be]lehrten dann die Brüder,: "wenn ihr nicht [nach] Sitte des Mose beschnitten werdet, könnt ihr nicht gerettet werden."

2 Als [man] sich [dagegen] auflehnte und zwischen denen [aus Judäa und] Paulus und Barnabas [eine] ziemlich [lange] Auseinandersetzung entstand, ordnete man an, [daß] Paulus und Barnabas samt einigen anderen aus ihrer Mitte wegen dieser Frage zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinaufziehen [sollten].

3 Von der herausgerufenen [Gemeinde] wurde [ihnen] nun [das] Geleit ge[geb]en. Sie kamen [dann] durch Phönizien wie auch Samaria, [wo] sie ausführlich [von] der Umkehr derer [aus den] Nationen berichteten und allen Brüdern [damit] große Freude bereiteten.

4 Als [sie] in Jerusalem ankamen, wurden sie von der herausgerufenen [Gemeinde], den Apostel und Ältesten empfangen und verkündigten all[es], was Gott durch sie getan hatte.

5 Da standen einige von der Sekte der Pharisäer auf, [die] gläubig geworden waren, [und] sagten: Man muß sie beschneiden [und] anweisen, auch das Gesetz [des] Mose zu halten.

6 Darauf [ver]sammelten sich die Apostel und Ältesten, um [sich] in diesen Fall Einblick zu [verschaff]en.

7 Als [es zu einer] längeren Auseinandersetzung kam, stand Petrus auf [und] sagte zu ihnen: "Männer, Brüder, ihr wißt Bescheid, da[ß] Gott [mich schon] in [den] Anfangstagen unter euch erwählt hat, [damit] die Nationen durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören [sollten], und [so zum] Glauben [käm]en.

8 Gott, der Herzenskenner, bezeugte Sich [an ihnen, indem Er] ihnen so wie auch uns den Geist, den heiligen, gab.

9 Er [mach]te zwischen uns und ihnen keinen Unterschied und reinigte ihre Herzen [durch] den Glauben.

10 Was versucht ihr d[en]n nun Gott, [indem ihr] auf den Hals der Jünger [ein] Joch legt, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten?

11 Nein, durch die Gnade des Herrn Jesus glauben wir, in derselben Weise gerettet zu werden wie auch jene."

12 Da schwieg die gesamte Menge, und sie hörten Barnabas und Paulus all[es] schildern, was Gott durch sie [an] Zeichen und Wundern unter den Nationen getan hatte.

13 Als sie dann schwiegen, nahm Jakobus [das] Wort [und] sagte: "Männer, Brüder, hört mich [an]!

14 Simon hat geschildert, wie [zu]erst Gott [dar]auf gesehen hatte, [Sich] aus [den] Nationen [ein] Volk [für] Seinen Namen [an]zunehmen.

15 In diesem [Punkt] stimmen die Worte der Propheten überein, so wie geschrieben steht:

16 Danach werde Ich wiederkehren und das [zer]fallene Zelt Davids wieder [auf]bauen, seine umgestürzten [Wände] werde Ich wieder [auf]bauen und es wieder aufrichten,

17 damit die übriggebliebenen Menschen den Herrn ernstlich suchen, samt allen Nationen, über die Mein Name ausgerufen wird, sagt [der] Herr, der dieses tut.

18 Dem Herrn [sind] Seine Werke vo[m] Äon [an] bekannt.

19 Ich entscheide darum, die aus den Nationen, [die] sich zu Gott umwenden, nicht weiter zu belasten,

20 sondern ihnen [einen] Brief zu [schreib]en, [damit sie] sich von zeremoniellen Verunreinigungen [durch] Götzen, von Hurerei, von Ersticktem und Blut fernhalten.

21 Denn Mose hat seit [den] Generationen [der] Altvordern in [jeder] Stadt seine Herolde: wird [er doch] an jedem Sabbat in den Synagogen gelesen."

22 Dann [er]schien es den Apostel und den Ältesten samt der ganzen herausgerufenen [Gemeinde gut], Männer aus ihrer [Mitte zu] erwählen, um [sie] mit Paulus und Barnabas nach Antiochien zu senden, [nämlich] Judas (genannt "Barsabas") und Silas, führende Männer unter den Brüdern.

23 Durch deren Hand [sandten sie folgendes] Schreiben: "Die Apostel, Ältesten und Brüder [grüßen] die Brüder aus [den] Nationen in Antiochien, Syrien und Cilicien: Freut euch!

24 Weil wir gehört haben, da[ß] einige, denen wir keinen Auftrag ge[geb]en hatten, von uns ausgegangen sind [und] euch [mit ihren] Worten beunruhigen [und] eure Seelen verstören,

25 [er]scheint es uns [gut - so haben wir] einmütig beschlossen - Männer [zu] erwählen [und sie] mit unseren geliebten Barnabas und Paulus zu euch zu senden.

26 [Beide sind] Menschen, [die] ihre Seelen für den Namen unseres Herrn Jesus Christus hingegeben haben.

27 Daher haben wir Judas und Silas geschickt, sie [werden euch] dasselbe auch [noch] mündlich verkündigen.

28 Denn es [er]scheint dem Geist, dem heiligen, und uns [gut], euch keine weitere Bürde aufzu[er]legen außer diesem, [was] unerläßlich [ist:

29 nämlich] euch fernzuhalten [von] Götzenopfer, von Blut und Ersticktem und [von] Hurerei. [Wenn] ihr euch sorgfältig davor bewahrt, werdet ihr wohl handeln. Lebt wohl!"

30 So wurden die [vier] d[an]n entlassen [und] kamen nach Antiochien hinab, [ver]sammelten die Menge und [über]reichten den Brief.

31 Als [man ihn] gelesen hatte, freute man sich über den Zuspruch.

32 Sowohl Judas wie Silas, die [selbst] auch Propheten waren, sprachen den Brüdern mit vielen Worten zu und befestigten [sie im Glauben].

33 Nachdem [sie einige] Zeit [dort] verbracht hatten, wurden sie von den Brüdern mit Frieden zu denen entlassen, [die] sie geschickt hatten.

34 {Vers nicht in S', A', B'}.

35 Paulus und Barnabas hielten sich weiter in Antiochien auf, lehrten und [verkündig]ten mit noch vielen anderen das Wort des Herrn [als] Evangelium.

36 Nach etlichen Tagen sagte Paulus zu Barnabas: "Wir sollten [auf] jeden Fall zurückkehren [und] uns in jeder Stadt, in der wir das Wort des Herrn verkündigt haben, [nach] den Brüdern umsehen, wie sie sich befinden."

37 Barnabas beabsichtigte aber, auch Johannes (genannt "Markus") mitzunehmen.

38 Paulus jedoch [achte]te den, der sich in Pamphylien von ihnen entfernt hatte und nicht mit ihnen in die Arbeit gekommen war, nicht [für] würdig, mitgenommen zu [werden].

39 [Das] war [ein] Ansporn [für] sie, einander [aus]zuweichen, so daß Barnabas nun den Markus mit sich nahm [und] nach Cypern segelte.

40 Paulus aber ersah sich Silas [und] zog aus, [nachdem er] von den Brüdern der Gnade des Herrn übergeben worden war.

41 Er durchzog dann Syrien und Cilicien [und] befestigte die herausgerufenen [Gemeinden im Glauben].

16

1 * So gelangte er auch nach Derbe und nach Lystra. Und siehe, dort war ein Jünger namens Timotheus, [der] Sohn [einer] gläubigen jüdischen Frau, aber [eines] griechischen Vaters,

2 dem von den Brüdern in Lystra und Ikonium [Gutes] bezeugt wurde.

3 Diesen wollte Paulus mit sich ziehen [lassen, darum] nahm [er ihn] und beschnitt ihn um der Juden willen, die an jenem Ort waren; denn alle wußten, da[ß] sein Vater [ein] Grieche war.

4 Als sie dann durch die Städte zogen, übergaben sie ihnen [den Auftrag], die Erlasse zu bewahren, für die sich die Apostel und Ältesten in Jerusalem entschieden hatten.

5 So wurden die herausgerufenen [Gemeinden] nun im Glauben gefestigt und nahmen täglich [an] Zahl zu.

6 Danach kamen sie durch Pyrygien und [das] galatische Land; [doch] wurde [ihnen] vom heiligen Geist verwehrt, das Wort in der [Provinz] Asien zu sprechen.

7 Als [sie] auf Mysien [zu] kamen, versuchten sie, nach Bithynien zu gehen, aber der Geist Jesu ließ sie nicht.

8 Da gingen sie [an der Grenze] Mysiens vorbei [und] zogen nach Troas hinab.

9 Hier erschien dem Paulus während der Nacht [ein] Gesicht: Ein mazedonischer Mann stand [da], sprach ihm zu und bat: "Setze nach Mazedonien über [und] hilf uns!"

10 Als er das Gesicht gewahrt hatte, suchten wir sofort nach Mazedonien weiterzuziehen, [weil wir daraus] entnahmen, da[ß] Gott uns herzugerufen habe, ihnen [das] Evangelium zu [verkündig]en.

11 Als [wir] von Troas ausfuhren, [kam]en wir geradewegs nach Samothrace, [a]m folgenden [Tag] nach Neapolis und von dort nach Philippi,

12 das [die] erste Stadt [in diesem] Teil [von] Mazedonien ist, [eine römische] Kolonie. In dieser Stadt hielten wir uns einige Tage auf.

13 [A]m Tag der Sabbate gingen wir zum [Stadt]tor hinaus an [den] Fluß, wo wir meinten, [daß eine] Gebets[stätte] sei; wir setzten uns [dort] und sprachen [zu] den zusammengekommenen Frauen.

14 Auch eine Frau namens Lydia hörte zu, [eine] Purpurhändlerin [aus der] Stadt Thyatira, [die] Gott verehrte; [ihr] tat der Herr das Herz auf, [auf] die von Paulus gesprochenen [Worte] zu achten.

15 Als nun sie und ihr Haus getauft waren, sprach sie [uns] zu [und] sagte: "Wenn ich [nach] eurer [Be]urteil[ung an] den Herrn gläubig bin, [so] kommt in mein Haus [und] bleibt [dort]!" Und sie drang [in] uns.

16 Nun geschah es, [wenn] wir zur Gebets[stätte] gingen, [daß] uns eine Magd entgegen[trat, die einen] Pytongeist hatte [und durch] deren Wahrsagen [sich] ihren Herren [eine] sehr [gute] Einkommens[quelle] bot.

17 Sie folgte Paulus und uns nach [und] rief laut: "Diese Menschen sind Sklaven des höchsten Gottes, die euch [einen] Weg [zur] Rettung verkündigen!"

18 D[a]s tat sie nun an vielen Tagen. Darüber aufgebracht, wandte Paulus sich [zu] dem Geist um und sagte: "Ich gebiete dir [i]m Namen Jesu Christi, von ihr auszufahren!" Und er fuhr [zu] derselben Stunde aus.

19 Als ihre Herren gewahrten, da[ß] ihre Aussicht [auf] Einkommen dahin war, ergriffen sie Paulus und Silas [und] schleppten [sie] auf den Markt[platz] vor die Obrig[keit],

20 führten sie den Prätoren vor und sagten: "Diese Menschen, [die] Juden sind, beunruhigen unsere Stadt sehr

21 und verkündigen Sitten, die uns, [die wir] Römer sind, nicht anzunehmen noch auszuüben erlaubt sind."

22 Da trat die Volksmenge mit gegen sie auf, und die Prätoren [ließen] ihnen die Kleider herunterreißen [und] befahlen, [sie mit] Ruten zu [peitsch]en.

23 Nachdem [man] ihnen viele Schläge [ver]setzt hatte, warf man [sie] in[s] Gefängnis [und] wies den Gefängnisaufseher an, sie [in] sicherem [Gewahrsam] zu halten;

24 [als dieser eine] solche Anweisung erhielt, warf er sie in [die] innerste [Zelle] des Gefängnisses und sicherte ihre Füße im Stock.

25 Um Mitternacht jedoch beteten Paulus und Silas [und] lobsangen Gott und die [übrigen] Häftlinge lauschten [auf] sie.

26 Da entstand plötzlich [ein] großes [Erd]beben, so daß die Grund[festen] des Gefängnisses erschüttert wurden. Auf [der] Stelle öffneten sich alle Türen, und [bei] allen lockerten sich die Fesseln.

27 Als der Gefängnisaufseher aus [dem] Schlaf fuhr und gewahrte, [daß] die Türen des Gefängnisses geöffnet [waren], riß [er] das Schwert [heraus und] war [im] Begriff, sich [das Leben] zu nehmen, [weil er] meinte, die Häftlinge seien entflohen.

28 Doch Paulus rief [mit] lauter Stimme: "Tu dir nichts Übles an; denn wir sind [noch] alle hier!"

29 Da forderte er Licht, sprang [zu] Paulus und Silas hinein und fiel zitternd [vor ihnen] nieder.

30 [Dann] führte er sie hinaus und fragte [mit] Nachdruck: "[Ihr] Herren, was muß ich tun, um gerettet [zu] werden?"

31 Sie antworteten: "Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst gerettet werden, du und dein Haus."

32 Dann verkündigten sie ihm und allen in seinem Haus das Wort des Herrn.

33 Darauf nahm er sie in jener Stunde der Nacht zu sich, wusch [ihnen das Blut] von den Schlägen [ab] und ließ sich auf [der] Stelle taufen, [er] selbst und alle Glieder seiner Familie.

34 Dann führte er sie hinauf in sein Haus, setzte [ihnen einen gedeckten] Tisch vor und frohlockte, [an] Gott gläubig geworden, [mit seinem] gesamten Haus.

35 Als [es] Tag wurde, schickten die Prätoren die Gerichtsdiener [und ließen] sagen: "Laßt jene M[än]ner frei!"

36 Der Gefängnisaufseher berichtete diese Worte dem Paulus: "Die Prätoren haben hergeschickt, um euch frei[zu]lassen. [So] geht d[en]n nun [hin]aus [und] zieht [hin] in Frieden!"

37 Paulus aber entgegnete ihnen: "Sie haben uns öffentlich [und] unverurteilt auspeitschen [lassen, obwohl wir] römische M[än]ner sind; sie haben [uns] in[s] Gefängnis geworfen und [wollen] uns nun heimlich hinaustreiben! Nicht doch! Sondern laßt sie selbst [her]kommen [und] uns hinausführen!"

38 Die Gerichtsdiener berichteten diese W[or]te den Prätoren. [Diese] fürchteten sich jedoch, [als sie] hörten, da[ß] sie Römer seien;

39 [so] kamen sie [selbst] und sprachen ihnen zu, führten [sie] hinaus und ersuchten [sie], die Stadt zu verlassen.

40 Nachdem [sie] aus dem Gefängnis herausgekommen waren, gingen sie zu Lydia; und [als sie] die Brüder gewahrten, sprachen sie [ihnen] zu und zogen [dann] weiter.

17

1 * So durchwanderten sie Amphipolis und Apollonia [und] kamen nach Thessalonich, wo [eine] Synagoge der Juden war.

2 Nach [seiner] Gewohnheit ging Paulus zu ihnen [hin]ein und unterredete sich [mit] ihnen an drei Sabbaten über die Schriften,

3 [die er ihnen] auftat und darlegte, da[ß] Christus leiden und von [den] Toten auferstehen mußte; [er sagte]: "Dieser ist der Christus, der Jesus, den ich euch verkündige."

4 Einige von ihnen wurden überzeugt und dem Paulus und Silas zugelost, ebenfalls [eine] große Menge [Gott] verehrender Griechen und nicht wenige Frauen [aus] den ersten [Kreisen].

5 Da wurden die Juden eifer[süch]tig, nahmen einige böse Männer des Marktgesindels zu [Hilfe] machten [einen] Volks[auflauf] und [versetz]ten die Stadt [in] Tumult. [Dann] traten sie vor das Haus [des] Jason und suchten sie vor die Volksmenge zu führen.

6 Als [man] sie nicht fand, schleppten sie Jason und einige Brüder zu den Stadtoberen [und] rief laut: "Die [welche] die [gesamte] Wohnerde aufwiegeln, diese sind auch hier anwesend, [und] Jason hat [sie] beherbergt.

7 Diese handeln alle gegen die Erlasse [des] Kaisers [und] behaupten, [ein] anderer sei König: Jesus."

8 So erregten sie die Volksmenge und die Stadtoberen, [die] dies hörten.

9 Nachdem [man] von Jason und den übrigen [eine ausreichende] Bürgschaft erhalten hatte, ließ man sie frei.

10 Sofort (noch während [der] Nacht) sandten die Brüder Paulus wie auch Silas nach Beröa weiter, [wo] sie sich [nach ihrer] Ankunft in die Synagoge der Juden begaben.

11 Diese aber waren vornehmer [gesinnt als] die in Thessalonich: Sie nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf [und] erforschten täglich die Schriften, ob sich dies [alles] so verhalte.

12 Viele nun von ihnen [kam]en [zum] Glauben, auch nicht wenige der angesehenen griechische Frauen und Männer.

13 Als jedoch die Juden in Thessalonich erfuhren, da[ß] auch in Beröa das Wort Gottes von Paulus verkündigt wurde, kamen sie auch dorthin, [wo sie] die Volksmenge aufreizten und erregten.

14 Sofort schickten dann die Brüder den Paulus weiter, [damit er] bis ans Meer ziehe, während Silas wie auch Timotheus dort zurückblieben.

15 Die Paulus begleiteten, gingen bis Athen [mit; als sie] für Silas und Timotheus [die An]weisung erhielten, daß [diese so] schnell wie [möglich] zu ihm kommen sollten, begaben sie sich zurück.

16 Während Paulus in Athen [auf] sie wartete, wurde sein Geist in ihm angespornt, [als er] schaute, [daß] die Stadt voller Götzen[bilder] war.

17 Er unterredete sich d[an]n in der Synagoge [mit] den Juden und den [Gott] verehrenden [Griechen], sowie an jedem Tag auf dem Markt[platz] mit denen, [die er dort] antraf.

18 Auch einige der epikuräischen und stoischen Philospophen trafen [mit] ihm zusammen, und etliche meinten: "Was will dieser Schwätzer wohl sagen?" [Andere] aber [erklärten]: "Er scheint [ein] Verkündiger fremder Dämonen zu sein", weil er ihnen Jesus und die Auferstehung [als] Evangelium [verkündig]te.

19 So ergriffen sie ihn, führten [ihn] auf den Areopag [und] sagten: "Können wir erfahren, was dies [für eine] neue Lehre [ist], die von dir vorgetragen wird?

20 Denn befremdend [ist das], was du uns zu Gehör bringst. Daher beabsichtigen wir zu erfahren, was dies bedeuten will."

21 Alle Athener nämlich und die heimgekehrten Gäste [such]ten für nichts anders [eine passende] Gelegenheit, als irgend [etwas] ganz Neues zu erzählen oder zu hören.

22 So entstand Paulus mitten auf dem Areopag [und] erklärte: "Männer, Athener! Nach allem, [was] ich schaue, [seid] ihr sehr religiös.

23 Denn [als ich] durch [die Stadt] ging und die [Gegenstände] eurer Verehrung anschaute, fand ich auch [einen] Sockel, auf dem geschrieben war: [Dem] unerkennbaren Gott. - [Ihn] nun, den ihr [in] Unkenntnis verehrt, den verkündige ich euch:

24 Der Gott, der die Welt und alles, [was] darin [ist], geschaffen hat, Er, [der] Herr [des] Himmels und [der] Erde, wohnt nicht in Tempeln, [die mit] Händen gemacht [sind],

25 noch wird Er von Menschenhänden bedient, [als ob Er] etwas benötige; gibt Er [doch Selbst] allen Leben und Odem und alles [übrige].

26 Er hat auch bewirkt, [daß] jede Nation [der] Menschen von einem [einzigen her] auf [dem] gesamten Angesicht der Erde wohnt. [Er] hat [für] sie zugeordnete Fristen und Wohngrenzen festgesetzt,

27 [damit sie] Gott suchen [sollten], ob sie wohl doch [nach] Ihm tasten und [Ihn] finden möchten, obwohl [Er] zwar nicht fern von jedem einzelnen [unter] uns ist;

28 denn in Ihm leben wir und bewegen uns und sind wir, wie auch einige von euren Dichtern gesagt haben: Denn [Seines] Geschlechts sind auch wir!

29 [Wenn wir] nun [zu] Gottes Geschlecht gehören, sollten wir nicht meinen, die Gottheit gleiche [dem] Gold oder Silber oder Stein, [von] mensch[licher] Kunst und Überlegung geprägt.

30 Gott [hat] nun zwar über die Zeiten der Unkenntnis [hinweg]gesehen; [doch] nun[mehr] weist Er alle Menschen überall an, umzusinnen,

31 weil Er [einen] Tag gesetzt hat, an dem Er künftig die Wohnerde in Gerechtigkeit durch [den] Mann richten wird, den Er ausersehen hat, [so den] Glauben allen [dar]bietend, [indem Er] Ihn von [den] Toten auferstehen ließ."

32 [Als sie] jedoch [von der] Auferstehung [der] Toten hörten, spöttelten die einen, die anderen sagten: "Über diese [Sache] wollen wir dich nochmals hören."

33 So ging Paulus aus ihrer Mitte fort.

34 Einige Männer, [die] sich ihm anschlossen, [kam]en [zum] Glauben. Unter denen [war] auch Dionysius, der Areopagite, [eine] Frau namens Damaris und [noch] andere mit ihnen.

18

1 * Danach schied er aus Athen [und] ging nach Korinth.

2 Dort fand [er] einen Juden [von] pontischer Herkunft namens Aquila, [der] unlängst mit Priszilla, seiner Frau, aus Italien gekommen war, weil Klaudius [die] Ausweisung aller Juden aus Rom angeordnet hatte. [Paulus] ging zu ihnen,

3 und da [er] das gleiche Handwerk hatte, blieb er bei ihnen und arbeitete; denn [ihrem] Handwerk [nach] waren sie Zeltmacher.

4 An jedem Sabbat [hat]te er Unterredungen in der Synagoge [und] überzeugte Juden wie auch Griechen.

5 Als dann Silas und Timotheus von Mazedonien herabgekommen waren, wurde Paulus [mehr zu]r Wort[verkündigung] gedrängt [und] bezeugte den Juden, Jesus sei der Christus.

6 [Als sie] sich aber widersetzten und lästerten, schüttelte er das Obergewand aus [und] sagte zu ihnen: "Euer Blut [komme] auf euer Haupt, ich [bin] rein [von Schuld]! Von nun [an] werde ich zu den Nationen gehen!"

7 [Dann] ging er von dort weiter und kam in [das] Haus eines Gott verehrenden [Mannes] namens Titus Justus, dessen Haus an die Synagoge grenzte.

8 Auch Krispus, der Synagogenvorsteher, wurde mit seinem ganzen Haus [an] den Herrn gläubig. Ebenso [kam]en viele [andere] Korinther, [die das] hörten, [zum] Glauben und ließen sich taufen.

9 Der Herr aber sprach in [der] Nacht durch [ein] Gesicht [zu] Paulus: "Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht still,

10 weil Ich mit dir bin und niemand [die Hand] an dich legen wird, um dir Übles anzutun; [rede], weil viel Volk in dieser Stadt Mein ist."

11 So [nahm] er [dort seinen Wohn]sitz [für] ein Jahr und sechs Monate [und] lehrte unter ihnen das Wort Gottes.

12 [Als] dann Gallio Prokonsul [von] Achaja war, traten die Juden einmütig gegen Paulus auf, führten ihn vor die [Richter]bühne

13 und sagten: "Unter [Umgehung] des Gesetzes überredete dieser die Menschen, Gott zu verehren!"

14 Als Paulus [im] Begriff war, den Mund aufzutun, sagte Gallio zu den Juden: "Wenn es nun irgend[ein] Unrecht oder bös[willig]es Bubenstück wäre, o Juden, so würde ich euch, [dem] Anlaß gemäß, ertragen haben.

15 Wenn es aber Fragen über [ein] Wort, um Namen oder [ein] euch angehendes Gesetz sind, [so] sollt ihr selbst [zu]sehen; ich habe nicht [die] Absicht, [in] diesen [Dingen] Richter zu sein."

16 Damit wies er sie von der [Richter]bühne fort.

17 Nun ergriffen sie alle den Synagogenvorsteher Sosthenes [und] schlugen [ihn] angesichts der [Richter]bühne. Doch Gallio kümmerte sich nicht [weiter] d[aru]m.

18 Nachdem Paulus noch beträchtlich [mehr] Tage [dort] verharrt hatte, verabschiedete er sich [von] den Brüdern [und] segelte nach Syrien und mit ihm Priscilla und Aquila. In Kenchreä ließ [er] sich das Haupt scheren; denn er hatte [ein] Gelübde [abgelegt].

19 Dann gelangten sie nach Ephesus, und dort ließ er jene [beiden] zurück. Er selbst aber ging in die Synagoge [und hat]te Unterredungen [mit] den Juden.

20 Als sie [ihn] ersuchten, auf längere Zeit zu bleiben, willigte er nicht ein,

21 sondern verabschiedete sich und sagte: {"Das kommende Fest muß ich [auf] jeden [Fall] in Jerusalem feiern.} [So] Gott will, werde ich wieder zu euch zurückkehren." [Dann] ging er

22 von Ephesus [aus in] See, landete in Cäsarea, zog [nach Jerusalem] hinauf, [wo er] die herausgerufene [Gemeinde] begrüßte, und ging [wieder] nach Antiochien hinab.

23 Als [er] einige Zeit [dort] verbracht hatte, reiste er ab, durchzog nacheinander das galatische Land und Phrygien [und] befestigte alle Jünger [im Glauben].

24 Da gelangte ein Jude namens Apollos nach Ephesus; [er] war [ein] gelehrter Mann [von] alexandrin[isch]er Herkunft [und] mächtig in den Schriften.

25 Dieser war [über] den Weg des Herrn unterrichtet, und [mit in]brünstigem Geist sprach und lehrte er genau das, [was] Jesus betraf, [obwohl er] nur [über] die Taufe des Johannes Bescheid wußte.

26 Dieser [Apollos] begann freimütig in der Synagoge zu [red]en. Als Priscilla und Aquila ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und setzen ihm den Weg Gottes [noch] genauer auseinander.

27 Als er beschloß, nach Achaja weiterzureisen, ermunterten die Brüder [dazu und] schrieben den Jüngern, ihn willkommen zu [heiß]en. [Dort] angekommen, traf er viel [mit] denen zusammen, [die] durch die Gnade gläubig geworden waren.

28 Denn unnachgiebig widerlegte er die Juden gründlich, [indem er] aus den Schriften öffentlich bewies, Jesus sei der Christus.

19

1 * Als Apollos in Korinth war, geschah es, [daß] Paulus, [nachdem er] durch die oberen Gebiete gezogen war, nach Ephesus hinabkam und [dort] einige Jünger fand.

2 Er fragte sie: "Habt ihr heiligen Geist erhalten, [als] ihr gläubig wurdet?" Da [sagten sie] zu ihm: "Nein; wir haben auch nicht gehört, ob es heiligen Geist gibt!"

3 Weiter fragte er: "[In] was hinein seid ihr d[en]n getauft worden?" Sie antworteten: "In die Taufe [des] Johannes."

4 Paulus erwiderte: "Johannes taufte [mit der] Taufe [der] Umsinnung [und] sagte dem Volk, daß sie an den glauben sollten, [der] nach ihm kommt, d[as] heißt: an Jesus."

5 [Nun] aber verstanden [sie: damals] ließen sie sich in den Namen des Herrn Jesus taufen;

6 und [während] Paulus ihnen [die] Hände auflegte, kam der Geist, der heilige, auf sie; und sie sprachen [in] Zungen und [red]eten prophetisch.

7 Es waren insgesamt etwa zwölf Männer.

8 Dann ging er in die Synagoge, [red]ete [dort] freimütig drei Monate lang [und suchte sie] in Unterredungen betreffs des Königreichs Gottes [zu] überzeugen.

9 Als sich aber einige verhärteten, widerspenstig waren und [über] den Weg [Gottes] vor [den] Augen der Menge Übles redeten, entfernte er sich von ihnen [und] sonderte die Jünger [für] tägliche Unterredungen in der Schule [des] Tyrannus ab.

10 Dies geschah zwei Jahre lang, so daß alle Bewohner der [Provinz] Asien das Wort des Herrn hörten, Juden sowohl wie Griechen.

11 Auch ungewöhnliche Macht[tat]en bewirkte Gott durch die Hände [des] Paulus,

12 so daß [man] sogar Schweißtücher oder Schurze von seiner bloßen Haut [zu Kranken und] Schwachen brachte, um die Krankheiten aus ihnen zu vertreiben und die bösen Geister ausfahren zu lassen.

13 Aber auch einige der umherziehenden jüdischen Beschwörer [nahm]en [es in die] Hand, den Namen des Herrn Jesus über denen zu nennen, [die] böse Geister hatten, [indem sie] sagten: "Ich beschwöre euch [bei] Jesus, den Paulus heroldet!"

14 Es waren besonders sieben Söhne [des] Skeva, eines hohenpriester[lichen] Juden, [die] dies taten.

15 Der böse Geist antwortete ihnen jedoch: "Jesus zwar kenne ich, und [über] Paulus weiß ich Bescheid, ihr aber, wer seid ihr?"

16 Da schnellte der Mensch, in welchem, der böse Geist war, auf sie los, zwang beide nieder [und] erwies sich [so] stark gegen sie, daß sie unbekleidet und verwundet aus jenem Haus entflohen.

17 Dieses wurde nun den Bewohnern [von] Ephesus bekannt, allen Juden wie auch Griechen, und Furcht [be]fiehl sie alle, aber der Namen des Herrn Jesus wurde hoch erhoben.

18 Auch kamen viele, die gläubig geworden waren, bekannten offen ihre Handlungen und taten [sie] kund.

19 [Eine] beträchtliche [Zahl von] denen, [die] vorwitzig [Zaubereisünden] (wörtl.: Zauberei-Zielverfehlungen) verübt hatten, brachten [ihre] Rollen zusammen [und] verbrannten [sie] vor aller Augen. Als man ihren Wert zusammenrechnete, fand es sich, daß [er] fünfzigtausend Silber[stücke betrug].

20 So gewaltig wuchs das Wort des Herrn und erwies sich [als] stark.

21 Als dies [völlig] ausgerichtet war, nahm sich Paulus im Geist [vor], durch Mazedonien und Achaja zu ziehen [und] nach Jerusalem zu gehen. [Er] sagte: "Nach[dem] ich dort gewesen bin, muß ich auch Rom [se]hen."

22 So [sand]te [er] zwei [von] denen, [die] ihm [zu] Diensten [stand]en, Timotheus und Erastus, nach Mazedonien [voraus, während] er selbst [eine] Zeit[lang] auf die [Provinz] Asien achthatte.

23 Es entstand aber zu jener Frist nicht wenig Erregung über den Weg [Gottes];

24 denn ein Silberschmied namens Demetrius, [der] silberne Tempel [der] Artemis herstellte [und] den Kunsthandwerkern kein geringes Einkommen bot,

25 scharte diese und die mit solcher [Kunst beschäftigten] Arbeiter zusammen [und] sagte: "Männer, ihr wißt Bescheid, da[ß] auf diesem Einkommen unser Wohlstand [begründet] ist.

26 Nun schaut und hört, wie dieser Paulus nicht allein [in] Ephesus, sondern beinahe [in] der gesamten [Provinz] Asien eine beträchtliche Schar überredet [und] umgestimmt hat; [er] sagt, da[ß] es keine Götter seien, die mit Händen [gemacht] werden.

27 Dies [bring]t aber nicht allein [die Einstellung] unserer Partei [in] Gefahr, [dadurch] widerlegt zu werden, sondern auch die Weihe[stät]te der großen Göttin Artemis wird [man] für nichts rechnen, wenn demnächst auch ihre Glorie erloschen sein wird, [erweis]t [ihr doch] die ganze [Provinz] Asien und die Wohn[er]de Verehr[ung]."

28 [Als sie] das hörten, wurden sie voll Grimm und schrien: "Groß [ist] die Artemis [der] Epheser!"

29 Und die Stadt wurde [von] der Verwirrung [er]füllt. Dann stürmten sie einmütig in das Theater [und] schleppten Gajus und Aristarchus, [die] mazedonischen Reisegefährten [des] Paulus, mit sich.

30 Als Paulus beabsichtigte, unter die Volksmenge zu treten, ließen [es] ihm die Jünger nicht [zu].

31 Aber auch einige der obersten [Beamten der Provinz] Asien, [die] seine Freunde waren, sandten zu ihm [und] sprachen [ihm] zu, sich nicht in das Theater zu [be]geben.

32 Einige schrien nun [dies], andere etwas anderes; denn die herausgerufene [Zunftversammlung] war [in] Verwirrung, und die Mehrzahl wußte nicht, weswegen man zusammengekommen war.

33 Da vereinigte man sich [um] Alexander, [einen] aus der Schar, den die Juden vorschoben. Alexander nun winkte [mit] der Hand [und] wollte sich [vor] der Volksmenge verteidigen.

34 Als [sie] erkannten, da[ß] er [ein] Jude war, geschah es, [daß sie] alle wie [mit] e i n e r Stimme etwa zwei Stunden lang schrien: "Groß [ist] die Artemis [der] Epheser! Groß [ist] die Artemis [der] Epheser!"

35 Schließlich beschwichtigte der [Stadt]schreiber die Volksmenge [und] erklärte: "Männer! Epheser! Gibt es denn irgend[einen] Menschen, dem nicht [von] der Stadt [der] Epheser bekannt ist, [daß sie die] Tempelwärterin der großen Artemis und des [vom] Zeus gefallenen [Bildes] ist?

36 Folglich, [da] dies unbestreitbar ist, müßt ihr euch beschwichtigen lassen und nicht voreilig handeln.

37 Denn ihr habt diese Männer [ab]geführt, [die] weder Weihe[stät]tenräuber noch Lästerer unserer Göttin [sind].

38 Wenn nun Demetrius und die Kunsthandwerker mit ihm [einen] Anlaß [zur Klage] gegen jemanden haben, [so] werden Gerichtstage abgehalten, und es sind Prokonsuln [da, dort] mögen sie einander bezichtigen.

39 Wenn ihr aber etwas in anderen [Angelegenheiten] sucht, [so] wird es in der gesetz[mäßigen] herausgerufenen [Ratsversammlung] erläutert werden.

40 Denn wegen des heutigen [Tumults] sind wir ja [in] Gefahr, [des] Aufruhrs bezichtigt zu werden, [weil] sich keine einzige Ursache findet, mit der wir über diese Zusammenrottung Rechenschaft erstatten können."

41 Als [er] dieses gesagt hatte, entließ er die herausgerufene [Zunftversammlung].

20

1 * Nach[dem] dann der Tumult aufgehört hatte, sandte Paulus nach den Jüngern, sprach [ihnen] zu und verabschiedete sich [von ihnen]. Dann reiste er ab, um nach Mazedonien zu gehen.

2 Als [er] jene Gebiete durchzogen und ihnen [mit] vielen Worten zugesprochen hatte, kam er nach Griechenland.

3 Dort verbrachte [er] drei Monate. [Als er] sich anschickte, nach Syrien [in] See zu gehen, [und] von den Juden [ein] Anschlag [gegen] ihn [vorbereitet] wurde, faßte er [den] Entschluß, über Mazedonien zurückzukehren.

4 Mit ihm zogen Sopater [von] Beröa, [der Sohn des] Pyrrhus, Aristarchus und Sekundus [von] Thessalonich, Gajus und Timotheus [von] Derbe, ferner [von der Provinz] Asien Tychikus und Trophimus.

5 Diese [beiden] gingen uns voraus und blieben in Troas.

6 Wir jedoch segelten nach den Tagen der ungeäuerten [Brote] von Philippi ab und kamen in fünf Tagen zu ihnen nach Troas, wo wir uns sieben Tage aufhielten.

7 Als wir an dem einen der Sabbat[tage] versammelt waren, um Brot zu brechen, unterredete sich Paulus [mit] ihnen, [weil er] vorhatte, sich tags darauf fortzubegeben. Daher dehnte er die Wort[verkündigung] bis Mitternacht aus;

8 [eine] beträchtliche [Anzahl von] Fackeln brannte in dem Obergemach, wo wir [ver]sammelt waren.

9 Da wurde ein junger Mann namens Eutychus, [der] am Fenster saß, [von] tiefen Schlaf übermannt ([während] Paulus sich noch länger [mit ihnen] unterredete), [so daß] er, vom Schlaf überwältigt,vom dritten Stock hinunterfiel und tot aufgehoben wurde.

10 Paulus aber stieg hinab, warf [sich] über ihn, umfing [ihn] uns sagte: "[Macht] keinen Tumult; denn seine Seele ist in ihm."

11 Als [er wieder] hinaufgestiegen war, Brot gebrochen und [etwas] gegessen hatte, unterhielt [er] sich noch [eine] geraume Zeitlang [mit ihnen], bis Tagesanbruch; so[dann] zog er [hin]aus.

12 Den Knaben aber führten sie lebend [mit sich], was ihnen [zu] unermeßlichem Zuspruch [gereich]te.

13 Wir gingen dann voraus auf das Schiff [und] fuhren nach Assos aus. Dort hatten [wir] vor, Paulus an [Bord] zu nehmen; denn so hatte er [es] angeordnet, [weil er] sich anschickte, selbst zu Fuß zu gehen.

14 Als er dann in Assos [mit] uns zusammentraf, nahmen wir ihn an [Bord und] kamen nach Mytilene.

15 Von dort segelten wir weiter und gelangten [a]m folgenden [Tag] auf [die] Höhe [von] Chios. [An] dem anderen [Tag] fuhren wir Samos an und kamen [a]m nächsten nach Milet;

16 Paulus hatte nämlich entschieden, [an] Ephesus vorbeizusegeln, damit ihm in der [Provinz] Asien keine Zeit verloren ginge; denn er [be]eilte [sich], um, wenn es ihm möglich wäre, [zu]m Pfingsttag in Jerusalem zu sein.

17 Von Milet aus sandte [er] nach Ephesus [und ließ] die Ältesten der herausgerufenen [Gemeinde] herbeirufen.

18 Als sie zu ihm gekommen waren, sagte er [zu] ihnen: "Ihr wißt Bescheid, wie ich mich vo[m] ersten Tag [ab], an dem ich zur [Provinz] Asien hinaufzog; allezeit bei euch verhalten habe:

19 [Ich] sklavte dem Herrn in aller Demut, unter Tränen und Anfechtungen, die mir durch die Anschläge der Juden widerfuhren;

20 [mit] nichts, [was] förderlich ist, habe ich zurückgehalten, [sondern es] euch kundgetan und euch öffentlich und in [den] Häusern gelehrt,

21 [indem ich] Juden wie auch Griechen die Umsinnung zu Gott und [den] Glauben an unseren Herrn Jesus Christus bezeugte.

22 Und nun siehe, ich [als ein i]m Geist Gebundener, ich gehe nach Jerusalem [und] weiß nicht, [was] mir dort begegnen wird,

23 außer da[ß] der Geist, der heilige, mir von Stadt [zu Stadt] bezeugt: [Was] mir bleibt, [sind] Bande und Drangsale.

24 Jedoch habe ich [darüber] kein Wort, noch [er]achte ich meine Seele nicht [als zu] kostbar, bis ich meinen Lauf und den Dienst vollende, den ich vom Herrn Jesus erhielt, um das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen.

25 Und nun siehe, ich weiß, da[ß] ihr mein Angesicht nicht mehr sehen werdet, ihr alle, zu denen ich [hin]kam, das Königreich [zu] herolden.

26 Darum bezeuge ich euch am heutigen Tag, da[ß] ich vom Blut aller rein bin;

27 denn ich bin nicht [davor] zurückgewichen, euch den gesamten Rat[schluß] Gottes zu verkündigen.

28 [Geb]t [daher] acht [auf] euch selbst und [auf] das gesamte Herdlein, unter das euch der Geist, der heilige, [zu] Aufsehern gesetzt hat, um die herausgerufene [Gemeinde] Gottes zu hirten, die Er sich durch das Blut [Seines] eigenen [Sohnes] angeeignet hat.

29 Ich weiß aber, da[ß], wenn ich unerreichbar [bin], schwere Wölfe unter euch eindringen werden, [die] das Herdlein nicht verschonen.

30 Auch werden aus eurer [Mitte] Männer aufstehen [und] verdrehte [Dinge] sprechen, um die Jünger an sich zu reißen.

31 Darum wachet, [dessen] eingedenk, da[ß] ich drei Jahre [lang] Nacht und Tag nicht aufgehört habe, einen jeden unter Tränen [zu] ermahnen.

32 Nun befehle ich euch Gott und dem Wort Seiner Gnade; [Er] hat [die] Macht, [euch auf]zuerbauen und das Los[teil] in[mitten] aller zu geben, die geheiligt wurden.

33 [Von] niemandem begehre ich Silber, Gold oder Kleidung.

34 Euch ist bekannt, da[ß] diese Hände mir und denen, [die] bei mir sind, behilflich waren, den Bedarf [zu decken].

35 [In] allem habe ich euch [ein] Beispiel ge[geb]en, da[ß] man sich so mühend der Schwachen annehmen muß, eingedenk der Wort des Herrn Jesus; d[enn] Er hat Selbst gesagt: Glückseliger ist es, zu geben als zu nehmen."

36 Als [er] dies gesagt hatte, kniete er mit ihnen allen nieder [und] betete.

37 Da brachen alle [in] lautes Jammern [aus], fielen Paulus um den Hals und küßten ihn herzlich.

38 Am meisten schmerzte [sie] das Wort, das er gesagt hatte: Sie würden sein Angesicht künftig nicht mehr schauen. Dann [gab]en sie ihm [das] Geleit [bis] zum Schiff.

21

1 * Als wir dann [hin]ausfuhren ([nachdem wir] uns von ihnen losgerissen hatten), kamen wir geradewegs nach Kos, [a]m nächsten [Tag] nach Rhodos und von dort nach Patara.

2 Da [wir ein] Schiff fanden, [das] nach Phönizien hinüberfuhr, bestiegen wir [es und] gingen [in] See.

3 Als Cypern [in] Sicht [kam], ließen wir es [zur] Linken zurück, segelten nach Syrien und landeten in Tyrus; denn dort hatte das Schiff die Fracht aus[zu]laden.

4 Als [wir] die Jünger aufgefunden hatten, bleiben wir [noch] sieben Tage dort. Sie sagten Paulus im Geist, nicht nach Jerusalem hinaufzuziehen.

5 Als die Tage unseres Ausrüstens [abgelaufen] waren, zogen wir [hin]aus [und] gingen, von allen geleitet, mit [den] Frauen und Kindern bis vor die Stadt. Am Strand knieten [wir] nieder und beteten;

6 [dann] rissen wir uns [von]einander los und stiegen in das Schiff. Jene aber kehrten in [ihre] eigenen [Häuser] zurück.

7 Von Tyrus [aus] kamen wir hinab nach Ptolemais, wo wir [unsere] Fahrt beendeten. Wir [be]grüßten die Geschwister und bleiben einen Tag bei ihnen.

8 Tags darauf zogen wir weiter [und] kamen nach Cäsarea, gingen dort in das Haus des Evangelisten Philippus, [der einer] der Sieben war, [und] blieben bei ihm.

9 Dieser hatte vier Töchter, Jungfrauen, [die] prophetisch [rede]ten.

10 Als wir [noch] mehrere Tage blieben, kam ein Prophet namens Agabus von Judäa herab.

11 [Dies]er trat zu uns, nahm den Gürtel des Paulus, band sich Füße und Hände [damit] und sagte: "[So] spricht der Geist, der heilige: Den Mann, dem dieser Gürtel gehört, werden die Juden in Jerusalem so binden und in [die] Hände [der] Nationen überantworten.

12 Als wir d[a]s hörten, sprachen wir wie auch die aus [dem] Ort ihm zu, nicht nach Jerusalem hinaufzuziehen.

13 Dann nahm Paulus [das] Wort und sagte: "Was macht ihr mir [mit eurem] Jammern das Herz so schwer? Denn ich bin bereit, mich in Jerusalem nicht nur binden zu lassen, sondern auch für den Namen des Herrn Jesus zu sterben."

14 Da er [sich] nicht überreden [ließ], wurden wir still [darüber und] sagten: "Des Herrn Wille geschehe!"

15 Nach diesen Tagen [lud]en wir [unser] Gepäck auf [und] zogen nach Jerusalem hinauf.

16 Es gingen aber auch [einige] Jünger aus Cäsarea mit uns [und] führten [uns zu] Mnason [aus] Cypern, einen Jünger [aus der Zeit des] Anfangs, bei dem wir [zu] Gast sein sollten.

17 Nach unserer Ankunft in Jerusalem [hieß]en uns die Brüder hoch erfreut willkommen.

18 [A]m folgenden [Tag gin]g Paulus mit uns zu Jakobus hinein; auch kamen alle Ältesten herzu.

19 Als [er] sie [be]grüßt hatte, schilderte er in je[d]er Einzel[heit, was] Gott unter den Nationen durch seinen Dienst getan hatte.

20 Als [sie das] hörten, verherrlichten sie Gott, sagten jedoch [zu] ihm: "Du schaust, Bruder, wieviele Zehntausende unter den Juden gläubig geworden sind, und sie alle gehören [zu den] Eiferern [für] das Gesetz.

21 Nun wurde ihnen über dich berichtet, da[ß] du alle Juden unter den Nationen [den] Abfall von Mose lehrst, [nämlich] ihre Kinder nicht zu beschneiden, noch [nach] den [überlieferten] Sitten zu wandeln.

22 Was ist nun [zu tun]? Zweifellos dürfte [eine] Menge zusammenkommen; denn man wird hören, da[ß] du gekommen bist.

23 Daher tue d[a]s, [was] wir dir sagen: Es sind vier Männer [unter] uns [die ein] Gelübde auf sich [genommen] haben.

24 Diese nimm mit dir, laß dich mit ihnen läutern und trage [die] Kosten für sie, damit sie sich das Haupt kahlscheren lassen. Dann werden alle [er]kennen, da[ß] nichts [an dem] ist, [was] ihnen über dich berichtet wurde, sondern [daß] auch du [die] Grundregeln befolgst und selbst das Gesetze bewahrst.

25 [Was] aber die Gläubigen [aus den] Nationen betrifft, [so] hatten wir [ihnen in einem] Brief [von unserer] Entscheidung ge[schrieb]en, sich [vo]m Götzenopfer wie auch [vom] Blut, von Ersticktem und [von] Hurerei zu bewahren.

26 Paulus nahm dann [a]m nächsten Tag die Männer mit sich, läuterte sich mit ihnen [und ging] in die Weihe[stät]te hinein, [um] die völlige Erfüllung der Tage der Läuterung kund[zu]machen, bis [nämlich] die Darbringung für einen je[d]en [von] ihnen dargebracht wäre.

27 Als [der] Abschluß der sieben Tage bevorstand, schauten ihn die Juden aus der [Provinz] Asien in der Weihe[stät]te [und brach]ten die gesamte Volksmenge [in] Verwirrung. Sie legten die Hände an ihn und schrien:

28 "Männer, Israeliten, helft! Dies ist der M[an]n, der überall [und vor] allen [Menschen] gegen das Volk, das Gesetz und diese heilige Stätte lehrt. Dazu hat er auch noch Griechen in die Weihe[stät]te geführt und [so] diese heilige Stätte gemein ge[mach]t."

29 Sie hatten nämlich vorher den Epheser Trophimus mit ihm in der Stadt gesehen [und] meinten, da[ß] Paulus [ihn] in die Weihe[stät]te geführt habe.

30 So war die ganze Stadt [in] Beweg[ung], und es entstand [ein] Volksauflauf. Man ergriff Paulus und zerrte ihn [aus] der Weihe[stät]te hinaus, wo sofort die Türen verschlossen wurden.

31 Als [man] ihn zu töten suchte, kam [zu] dem Obersten der Truppe [die] Meldung hinauf, da[ß] ganz Jerusalem [in] Verwirrung sei.

32 [Dieser] nahm unverzüglich Krieger und Hauptleute mit sich [und] lief zu ihnen hinab. Als [sie] den Obersten und die Krieger gewahrten, hörten sie auf, Paulus [zu] schlagen.

33 Dann näherte sich der Oberst, [ließ] ihn ergreifen und befahl, [ihn mit] zwei Ketten zu binden. Darauf erkundigte er sich, wer er sei und was er getan habe.

34 [Einige] aus der Volksmenge riefen [ihm dies] zu, andere etwas anderes. Da er wegen des Tumults nichts Gewisses erfahren konnte, befahl er, ihn in die Burg zu führen.

35 Als er sich auf den Stufen befand, ereignete es sich, [daß] er wegen der Gewalt der [nachdrängenden] Volksmenge von den Kriegern getragen werden [mußte];

36 denn [eine] Menge Volks folgte [ihnen und] schrie: "Hinweg [mit] ihm!"

37 Doch Paulus, im Begriff, sich in die Burg hineinführen zu lassen, fragte den Oberst: "Ist es mir erlaubt, etwas zu dir zu sagen?" [Dies]er entgegnete: "Du [ka]nnst Griechisch?

38 Demnach bist du nicht der Ägypter, der vor diesen Tagen die viertausend Mann der Dolchmänner aufgewiegelt und in die Wildnis hinausgeführt hat?"

39 Paulus antwortete: "Nein, ich bin [ein] jüdischer M[an]n [aus] Tarsus, Bürger [einer] nicht unbedeutenden Stadt Ciliciens. Ich flehe dich daher an, gestatte mit, zu dem Volk zu sprechen!"

40 Als er [es] gestattete, winkte Paulus, auf den Stufen stehend, dem Volk [mit] der Hand [zu]. Nachdem weithin Schweigen [eingetreten] war, rief er [ihnen in] hebräischer Mundart zu:

22

1 * "Männer, Brüder und Väter, hört nun meine Verteidigung vor euch!"

2 Als [sie] hörten, da[ß] er ihnen [in] hebräischer Mundart zurief, gewährten sie ihm [noch] mehr Stille. Dann erklärte er:

3 "Ich bin [ein] jüdischer Mann, geboren in Tarsus [in] Cilicien, aber aufgewachsen in dieser Stadt: Zu den Füßen Gamaliels wurde [ich] in genauer [Ausleg]ung des väterlichen Gesetzes unterwiesen [und] war [ein] Eiferer [für] Gott, so wie ihr alle [es] heute seid.

4 [Als solcher] verfolgte ich Männer wie auch Frauen dieses Weges bis [auf den] Tod, [indem ich sie] binden [ließ] und in [die] Gefängnisse überantwortete,

5 wie [es] mir auch der Hohepriester und die gesamten Ältestenschaft bezeugen [kann]. Von [ihnen] empfing ich auch Briefe an die Brüder [und] zog nach Damaskus, [um] auch die, [die] dort waren, gebunden nach Jerusalem [zu] führen, damit sie bestraft würden.

6 Als [ich] mich [auf] meiner Reise Damaskus näherte, geschah es, daß mich gegen Mittag unversehens [ein] grelles Licht aus dem Himmel umstrahlte.

7 Da fiel ich zu Boden und hörte [eine] Stimme [zu] mir sagen: Saul, Saul, was verfolgst du Mich?

8 Ich antwortete: Wer bist Du, Herr? Er sagte zu Mir: Ich bin Jesus, der Nazarener, den du verfolgst!

9 - Die mit mir waren, schauten zwar das Licht, hörten aber nicht die Stimme dessen, [der mit] mir sprach.

10 Dann fragte ich: Was soll ich tun, Herr? - Da sagte der Herr zu mir: Steh auf, geh nach Damaskus! Und dort wird man [zu] dir über alles sprechen, was dir zu tun verordnet ist.

11 Als ich infolge der Herrlichkeit jenes Lichtes nichts erblickte, wurde ich von denen, [die] mit mir waren, [an der] Hand geleitet [und] kam [so] nach Damaskus.

12 [Ein] gewisser Ananias aber, [ein] ehrfürchtiger Mann nach dem Gesetz, [dem] von allen [dort] wohnenden Juden [Gutes] bezeugt wird, kam zu mir.

13 Und her[zu]tretend sagte er [zu] mir: Saul, Bruder, blicke auf! Und [zu] derselben Stunde blickte ich zu ihm auf.

14 Weiter sagte er: Der Gott unserer Väter hat dich dazu bestimmt, Seinen Willen zu [er]kennen, den Gerechten zu gewahren und [die] Stimme aus Seinem Mund zu hören;

15 d[enn] du sollst Ihm für alle Menschen [ein] Zeuge dessen sein, [was] du gesehen hast und [noch] hörst.

16 Und nun, was zögerst du? Steh auf, laß dich taufen und dir die Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) abwaschen und rufe Seinen Namen an!

17 Als ich nach Jerusalem zurückkehrte und in der Weihe[stät]te betete, geschah es, [daß] ich in Verzückung geriet und Ihn wahrnahm,

18 [der] mir gebot: Eile und geh schnell aus Jerusalem hinaus, weil sie dein Zeugnis für Mich nicht annehmen werden.

19 Da entgegnete Ich: Herr, sie selbst wissen [darüber] Bescheid, da[ß] ich [es] war, [der] die an Dich gläubige Gewordenen einkerkern und überall [in] den Synagogen auspeitschen [ließ].

20 Und als das Blut Deines Zeugen Stephanus vergossen wurde, [da] war ich selbst [es, der] dabeistand und mit [den anderen daran] Wohl[gefallen] hatte Und die Obergewänder derer bewachte, [die] ihn hinrichteten.-

21 Doch Er sagte zu mir: Geh, d[enn] Ich werde dich [in die] Ferne zu den Nationen [hin]ausschicken!"

22 Bis [zu] diesem Wort hörten sie ihn [an], dann aber erhoben sie ihre Stimme [und] riefen: "Hinweg von der Erde [mit einem] solchen; denn zu leben gebührt ihm nicht!"

23 Als sie [so] schrien, [ihre] Obergewänder [weg]schleuderten und Staub in die Luft warfen,

24 befahl der Oberst, ihn in die Burg zu führen, [und] sagte, [man solle] ihn [unter] Geißel[ung] vernehmen, um [zu] erfahren, aus welcher Ursache sie ihm [dies] so [laut] zuriefen.

25 Als man ihn bereits [mit] Riemen ausgestreckt hatte, sagte Paulus zu dem [dabei]stehenden Hauptmann: "Ist es euch erlaubt, [einen] M[an]n, [der] Römer [ist], auch unverurteilt zu geißeln?"

26 Sobald der Hauptmann [das] hörte ging er zu dem Oberst, berichtete [ihm das und] sagte: "Was hast du vor zu tun? Denn dieser M[an]n ist [ein] Römer!"

27 Da trat der Oberst herzu [und] fragte ihn: "Sag mir, bist du [ein] Römer?" Er entgegnete: "Ja!"

28 Darauf antwortete der Oberst: "Ich habe [mir] dieses Bürgerrecht [mit einer] großen Summe erworben." Paulus aber erklärte: "Ich jedoch bin so geboren!"

29 Die im Begriff waren, ihn zu vernehmen, entfernten sich nun sofort von ihm. Und auch der Oberst fürchtete sich, [als er] erfuhr, da[ß] er [ein] Römer sei, weil er ihn hatte binden lassen.

30 [Da er] aber beabsichtigte, Gewisses [darüber] zu erfahren, welchen [Vergehens] er von den Juden angeklagt wurde, löste er ihm tags darauf [die Ketten] und befahl, [daß] die Hohenpriester und das gesamte Synedrium zusammenkommen [sollten]. Dann [ließ] er Paulus hinabführen [und] unter sie treten.

23

1 * Paulus aber sah das Synedrium fest an [und] sagte: "Männer, Brüder! Ich habe [mit] allem Guten Gewissen bis [auf] diesen Tag [als] Bürger [für] Gott [gewandel]t."

2 Darauf gebot der Hohepriester Ananias denen, [die] bei ihm standen, ihn [auf] den Mund zu schlagen.

3 Da sagte Paulus zu ihm: "Gott ist im Begriff, dich zu schlagen, [du] getünchte Wand! Du sitzt hier, [um] mich nach dem Gesetz [zu] richten; doch gesetzwidrig befiehlst du, mich zu schlagen!"

4 Darauf sagten [ihm] die Dabeistehenden: "Du beleidigst den Hohepriester Gottes?"

5 Paulus entgegnete: "Ich wußte nicht, Brüder, da[ß] er [der] Hohepriester ist; denn es steht geschrieben: [Gegen einen] Oberen deines Volkes sollst du nicht übel reden."

6 Da dem Paulus bekannt war, da[ß] der eine Teil Sadduzäer, der andere aber Pharisäer waren, rief er laut im Synedrium aus: "Männer, Brüder! Ich bin [ein] Pharisäer [und ein] Sohn [von] Pharisäern. Wegen [unserer] Erwartung und [der] Auferstehung [der] Toten werde ich [hier] gerichtet!"

7 Als er dies gesagt hatte, entstand [ein] Aufruhr [unter] den Pharisäern und Sadduzäern, und die Menge spaltete sich,

8 weil nämlich [die] Sadduzäer sagen, [es] gäbe keine Auferstehung, auch keine Boten noch Geister. [Die] Pharisäer dagegen bekennen [sich zu] beidem.

9 So entstand [ein] großes Geschrei, einige Schrift[gelehrt]e [von] der Partei der Pharisäer standen auf, zankten heftig [mit]einander [und] sagten: "Wir finden nichts Übles an diesem M[an]n. Wenn aber [ein] Geist oder [ein] Bote [zu] ihm gesprochen hat...?"

10 [Als] nun [der] Aufruhr [immer] größer wurde, [be]fürchtete der Oberst, Paulus möchte von ihnen zerrissen werden. [Daher] befahl er [einer] Abteilung [Krieger], herabzukommen, ihn aus ihrer Mitte [heraus]zureißen und in die Burg zu führen.

11 [In] der darauffolgenden Nacht trat der Herr zu ihm [und] sagte: "Fasse Mut; denn wie du in Jerusalem für Mich Zeug[nis abgeleg]t hast, so mußt du auch in Rom [Mein] Zeuge [sei]n."

12 Als [es] Tag wurde, schmiedeten die Juden [ein] Komplott [und] verschworen sich, weder zu essen noch zu trinken, bis sie Paulus getötet hätten.

13 Es waren aber mehr [als] vierzig, die [an] dieser Verschwörung beteiligt waren.

14 Die[se] gingen zu den Hohenpriestern und Ältesten [und] sagten: "Wir haben uns [mit einem] Bann verschworen, nichts zu essen, bis wir Paulus [ge]tötet [haben].

15 Daher werdet nun ihr zusammen [mit] dem Synedrium [bei] dem Oberst vorstellig, daß er ihn zu euch hinabführe, als hättet [ihr] vor, seine Angelegenheit genauer zu untersuchen. Wir aber halten [uns] bereit, ihn zu ermorden, [be]vor [er] sich [euch] nähert."

16 Der Sohn der Schwester [des] Paulus hörte aber [von] dem Hinterhalt, kam zur Burg, ging hinein und berichtete [es] Paulus.

17 Da ließ Paulus einen der Hauptleute zu sich rufen [und] erklärte [ihm]: "Führt diesen jungen Mann zum Oberst hin; denn er hat ihm etwas zu berichten."

18 Der nahm ihn nun mit sich [und] führte [ihn] zum Oberst, wo er erklärte: "Der Häftling Paulus ließ mich zu sich rufen [und] ersuchte [mich], diesen jungen Mann zu dir zu führen, [weil er] dir etwas zu berichten habe."

19 Da ergriff der Oberst seine Hand und zog sich [mit ihm] zurück. [Als sie] für sich [allein waren], erkundigte er sich: "Was ist es, das du mir zu berichten hast?"

20 Er antwortete: "Die Juden sind übereingekommen, dich zu ersuchen, du mögest Paulus morgen in das Synedrium hinabführen [lassen], als hätte [man] vor, sich [in] seiner Angelegenheit etwas genauer zu erkundigen.

21 Laß du dich d[an]n nicht [von] ihnen überreden; denn auf ihn lauern mehr [als] vierzig Männer von ihnen, die sich verschworen haben, weder zu essen noch zu trinken, bis sie ihn ermordet hätten. Sie sind nun schon bereit [und] schauen nach deiner Zusage aus."

22 D[an]n entließ der Oberst den jungen Mann [und] wies [ihn] an, niemandem auszuplaudern, "da[ß] du mir dies offenbart hast."

23 Danach rief er zwei Hauptleute zu sich und sagte: "[Halt]et zweihundert Krieger bereit, daß sie bis [nach] Cäsarea ziehen, dazu siebzig Reiter und zweihundert Schleuderer, von [der] dritten Stunde der Nacht [an].

24 Auch [sollen] Reittiere bereitgestellt [werden], um Paulus aufsteigen [zu] lassen [und ihn sicher] zum Statthalter Felix [zu] bringen."

25 [Dazu] schreib er [einen] Brief, [der] diese Fassung hatte:

26 "Klaudius Lysias [an] den hochgeehrten Statthalter Felix: Freue dich!

27 Diesen Mann, [der] von den Juden [er]griffen wurde und [dem] bevorstand, von ihnen ermordet zu werden, riß ich, mit [einer] Abteilung [da]zutretend, [aus ihrer Mitte] heraus, [als ich] erfuhr, da[ß] er [ein] Römer sei.

28 [In der] Absicht, nun die Schuld zu erfahren, deren man ihn bezichtigte, [ließ] ich ihn in ihr Synedrium hinabführen.

29 Ich fand, [daß man] ihn [nur] auf [Grund gewisser Streit]fragen [über] ihr Gesetz bezichtigte, [daß man] aber keine Bezichtignung [gegen] ihn hatte, [die den] Tod oder Fesseln verdiene.

30 Da mir eröffnet wurde, [daß ein] Anschlag gegen den Mann [geplant] sei, habe ich [ihn] unverzüglich zu dir gesandt und [auch] die Verkläger angewiesen, vor dir gegen ihn [aus]zusagen. Lebe wohl!"

31 Gemäß der ihnen [erteilten] Anordn[ung] nahmen die Krieger d[an]n Paulus mit [und] führten [ihn] i[m Laufe der] Nacht nach Antipatris.

32 Tags darauf aber ließen sie die Reiter mit ihm gehen [und] kehrten in die Burg zurück.

33 [Als] jene nach Cäsarea kamen und dem Statthalter den Brief übergaben, stellten sie ihm auch Paulus vor.

34 Nachdem [er den Brief] gelesen und [ihn] gefragt hatte, aus welcher Provinz er sei, und erfuhr, da[ß] [er] aus Cilicien [stamme], erklärte er:

35 "Ich werde dich verhören, wenn auch deine Verkläger angekommen sind." [Dann] befahl [er, daß] er im Prätorium des Herodes bewacht werde.

24

1 * Nach fünf Tagen kam der Hohepriester Ananias mit einigen Ältesten und [einem] gewissen Redner Tertullus herab, die [bei] dem Statthalter gegen Paulus vorstellig wurden.

2 Sobald [man] diesen gerufen hatte, begann Tertullus [ihn] anzuklagen [und] sagte: "[Daß wir] durch dich weithin Frieden erlangt [haben] und dieser Nation durch deine Vorbedachte [Fürsorge viele] Verbesserungen [zuteil] werden, allseitig wie auch überall,

3 [heiß]en wir mit allem Dank willkommen, hochgeehrter Felix.

4 Damit ich dich aber nicht noch länger aufhalte, spreche ich dir zu, [nach] deiner Lindigkeit [an]zuhören, [was] wir in [aller] Kürze [zu sagen haben].

5 Denn [wir] haben diesen Mann [als eine] Pest [be]funden und [als einen, der] alle Juden auf der Wohn[er]de [zu] Aufständen bewegt, auch [ist er ein] Rädelsführer der Sekte der Nazarener,

6 der sogar versucht hat, die Weihe[stät]te zu entheiligen; dabei haben wir ihn gefaßt.

7 {Vers nicht in S', A', B'}.

8 [Wenn du ihn] ausforschst, wirst du selbst von ihm von alldem erfahren können [weswegen] wir ihn anklagen."

9 Dem stimmten auch die Juden bei [und] gaben vor, [daß] dies sich so verhalte.

10 Als der Statthalter dem Paulus [einen] Wink [gab] zu reden, nahm [dieser das] Wort: "[Da ich] Bescheid weiß, [daß] du seit vielen Jahren Richter [über] diese Nation bist, verteidige ich meine Angelegenheiten guten Mutes.

11 Du [wirst] erfahren können, da[ß] nicht mehr [als] zwölf Tage [vergangen] sind, seitdem ich hinaufzog, [um] in Jerusalem an[zu]beten.

12 Weder in der Weihe[stät]te hat man mich mit jemandem [im] Wortwechsel oder [bei der] Anstiftung [eines] Volksauflaufs gefunden, noch in den Synagogen, noch irgendwo [in] der Stadt.

13 [Darum] können sie dir auch nichts von [dem] unter [Beweis] stellen, dessen sie mich nun anklagen.

14 D[a]s bekenne ich dir jedoch, da[ß] ich dem Wege [Gottes] gemäß, den sie [als] Sekte bezeichnen, dem väterlichen Gott so Gottesdienst darbringe, [daß ich an] alles glaube, [was] im Gesetz und in den Propheten geschrieben ist,

15 [und] zu Gott [die gleiche] Erwartung habe, [nach] der auch j[en]e ausschauen, [nämlich daß es] künftig [eine] Auferstehung [der] Gerechten wie auch [der] Ungerechten geben wird.

16 In [all]d[e]m bemühe auch ich mich, alle[zeit ein gutes] Gewissen zu haben, unanstößig bei Gott und den Menschen.

17 Nun bin ich nach mehreren Jahren hergekommen, um meiner Nation Almosen [zu übergeben] und Darbringungen [zu] verrichten,

18 [wobei] man mich geläutert in der Weihe[stät]te fand, [aber] weder bei [einem] Volks[auflauf] noch bei [einem] Tumult.

19 [Da waren] aber einige Juden aus der [Provinz] Asien, die [hier] vor dir anwesend sein müßten, um [mich] zu verklagen, wenn sie etwas gegen mich haben sollten.

20 Oder laßt diese selbst sagen, welches Unrecht sie gefunden haben, [als] ich vor dem Synedrium stand,

21 es sei denn wegen dieses einen Ausrufs, den ich, in ihrer [Mitte] stehend ausrief: Wegen [der] Auferstehung [der] Toten werde ich heute von euch gerichtet."

22 Felix aber, [d]er Genaueres über den Weg [Gottes] wußte, hielt sie [mit den] Worten hin: "Wenn Lysias, der Oberst, herabkommt, werde ich eure Angelegenheiten untersuchen."

23 [Dann] gebot [er] dem Hauptmann, ihn, [Paulus, in Gewahrsam] zu halten, milde Haft zu veranlassen und keinem seiner eigenen [Freunde] zu verwehren, ihm beizustehen.

24 Nach einigen Tagen kam Felix mit Drusilla, s[ein]er Frau, [die eine] Jüdin war; er ließ Paulus holen und hörte ihn über den Glauben an Christus Jesus.

25 [Als Paulus] dann [die] Gerechtigkeit, [die] Selbstzucht und das künftige Urteil erörterte, geriet Felix in Furcht [und] antwortete: "[Für] diesmal geh! Ich werde aber [eine spätere] Gelegenheit ausnutzen [und] dich herbeirufen lassen."

26 Zugleich erwartete [er], da[ß] ihm von Paulus Geld gegeben werde; darum ließ er ihn auch häufiger holen [und] unterhielt sich [mit] ihm.

27 [Als] aber zwei Jahre verflossen waren, bekam Felix [den] Porcius Festus [als] Amtsnachfolger. Und [da] Felix den Juden [eine] Gunst [erweis]en wollte, ließ er den Paulus gebunden zurück.

25

1 * [Als] Festus nun die Präfektur angetreten hatte, zog er nach drei Tagen von Cäsarea nach Jerusalem hinauf.

2 Bei ihm wurden die Hohenpriester und die Ersten [unter] den Juden [in der Sache] gegen Paulus vorstellig. Sie sprachen ihm zu

3 und erbaten sich [die] Gunst gegen ihn, daß er ihn nach Jerusalem holen lasse; [denn sie wollten einen] Hinterhalt legen um ihn auf dem Weg zu ermorden.

4 Darauf antwortete Festus nun, Paulus werde in Cäsarea [in Gewahrsam] gehalten und er selbst habe vor, schnell [nach dort] abzureisen.

5 "Daher mögen die unter euch", [so] erklärte er, "[die bevoll]mächtig[t] [sind], mit [mir] hinabziehen. Wenn irgend [etwas] Ungehöriges bei dem Mann vorliegt, [so] laßt sie ihn anklagen."

6 Nachdem [er] sich nicht mehr [als] acht oder zehn Tage unter ihnen aufgehalten hatte, zog [er] nach Cäsarea hinab. Tags darauf setzte er sich auf die [Richter]bühne [und] befahl, Paulus [vor]zuführen.

7 Als er herzutrat, stellten sich die Juden, [die] von Jerusalem herabgezogen waren, um ihn und brachten viele schwere Beschuldigungen vor, die sie nicht zu beweisen vermochten.

8 Paulus verteidigte sich [und sagte]: "Weder gegen das Gesetz der Juden noch gegen die Weihe[stät]te, noch gegen [den] Kaiser habe ich [mich] irgend[wie ver]sündigt (wörtl.: zielverfehlt)."

9 Da Festus den Juden [eine] Gunst [erweis]en wollte, antwortete er Paulus: "Willst du nach Jerusalem hinaufziehen, um dort in dieser [Sache] von mir gerichtet zu werden?"

10 Paulus erwiderte: "Vor der [Richter]bühne [des] Kaisers stehe ich, wo ich gerichtet werden muß. [Den] Juden habe ich kein Unrecht getan, wie auch du [sehr] wohl erkannt [hast].

11 Wenn ich nun Unrecht getan und etwas verübt habe, [das den] Tod verdient, [so] weigere ich mich nicht zu sterben. Wenn aber nichts [an dem] ist, [wessen] diese mich verklagen kann mich niemand ihnen [aus] Gunst [ausliefer]n. An [den] Kaiser [leg]e ich Berufung [ein]!"

12 Festus besprach sich mit dem Rat [und] antwortete [ihm] dann: "An [den] Kaiser hast du Berufung [eingeleg]t, zu[m] Kaiser sollst du gehen!"

13 Nachdem inzwischen einige Tage vergangen waren, gelangten der König Agrippa und [seine Schwester] Bernice nach Cäsarea, [um] Festus [zu be]grüßen.

14 Als sie sich mehrere Tage dort aufgehalten [hatten], unterbreitete Festus dem König die Angelegenheit des Paulus [und] sagte: "[Da] ist ein Mann von Felix [als] Häftling zurückgelassen worden,

15 gegen den die Hohenpriester und die Ältesten der Juden vorstellig wurden [und einen] Schuldspruch gegen [ihn er]baten, [als] ich nach Jerusalem kam.

16 Denen habe ich geantwortet, da[ß] es [bei den] Römern nicht Sitte sei, einen Menschen [aus] Gunst [aus]zu[liefer]n, ehe nicht der Angeklagte die Verkläger von Angesicht [gesehen] und Gelegenheit [zur] Verteidigung gegen die Bezichtigung erhalten habe.

17 [Als] sie d[an]n hier zusammengekommen waren, duldete ich keinen Aufschub, [sondern a]m nächsten [Tag] setzte ich mich auf die [Richter]bühne [und] befahl, den Mann [vor]zuführen.

18 Die Verkläger, [die] gegen [ihn] auftraten, brachten nicht [etwa] Beschuldigungen böser [Taten vor], derer ich [ihn] verdächtigte,

19 sondern sie hatten gegen ihn gewisse [Streit]fragen über [ihre] eigene Religion und über [einen] gewissen Jesus, [der] verstorben ist, [von] dem Paulus vorgab, [er] lebe.

20 [Da] ich aber [bei] der Untersuchung dieses Streitfalls [in] Verlegenheit war, fragte ich [ihn], ob er [die] Absicht [hab]e, nach Jerusalem zu gehen und dort in dieser [Sache] gerichtet zu werden.

21 [Als] Paulus dann Berufung [einleg]te, um für die Untersuchung des Ehrwürdigen verwahrt zu werden, befahl ich, ihn [in Gewahrsam] zu [be]halten, bis ich ihn zu[m] Kaiser hinaufsenden würde."

22 Da [sagte] Agrippa zu Festus: "Ich [hat]te ebenfalls [die] Absicht, den M[an]n zu hören." "Morgen", entgegnete er, "sollst du ihn hören!"

23 [Als] d[an]n tags darauf Agrippa und Bernice mit großem Gepränge kamen und samt [den] Obersten und den hochgestellten Männern der Stadt in den [Ver]hörsaal gingen, wurde auch Paulus [auf] Befehl des Festus [vor]geführt.

24 Dann sagte Festus [mit] Nachdruck: "König Agrippa und alle mit uns anwesenden Männer! Ihr schaut diesen [Mann, dessent]wegen die gesamte Menge der Juden in Jerusalem wie auch hier [bei] mir [mit viel Ge]schrei vorstellig wurde, er dürfe nicht länger leben.

25 Wie ich [die Zusammenhänge] erfaßt habe, hat er nichts verübt, [was den] Tod verdient. Da dieser selbst [an] den Ehrwürdigen Beruf[ung eingeleg]t hat, habe ich entschieden, [ihn hin]zusenden.

26 Ich habe aber [meinem kaiserlichen] Herrn nichts Gewisses über [ihn] zu schreiben; darum habe ich ihn für euch und vor allem für dich, König Agrippa, vorführen [lassen], damit ich [nach] erfolgter Voruntersuchung etwas [zu] schreiben habe;

27 denn es [er]scheint mir widersinnig, [ihm einen] Häftling [zu] senden [und] nicht zugleich die Beschuldigung gegen ihn anzugeben."

26

1 * Agrippa sagte darauf [mit] Nachdruck zu Paulus: "Es ist dir gestattet, über dich selbst [aus]zusagen!" Dann streckte Paulus die Hand aus [und] verteidigte sich:

2 Ich erachte mich [für] glücklich, König Agrippa, [daß ich] mich heute anschicken [darf], mich wegen aller [Taten], derer ich von [den] Juden bezichtigt werde, vor dir zu verteidigen,

3 vor allem, [weil] du [ein] Kenner aller Sitten unter [den] Juden bist wie auch [über] ihre [Streit]fragen Bescheid weißt. Darum flehe ich [dich] an, mich geduldig [an]zuhören.

4 Wie nun meine Lebens[führ]ung von Jugend [auf] in meiner Nation, und [zwar] in Jerusalem, von Anfang [an] verlaufen ist, wissen alle Juden, [die] mich von früher [her] kennen.

5 Wenn sie wollten, [könnten sie] bezeugen, da[ß] ich nach der Sekte, [die es mit] unserem Ritual [am] genausten [nimmt, als] Pharisäer gelebt habe.

6 Und nun stehe ich [hier, um] gerichtet [zu] werden wegen der Erwartung der Verheißung, [die] an unsere Väter von Gott ergangen ist,

7 zu der unser Zwölfstämme[volk, Ihm] Nacht und Tag mit Inbrunst Gottesdienst darbringend, zu gelangen erwartet. Auf [Grund dieser] Erwartung, [o] König, werde ich von [den] Juden bezichtigt.

8 Warum wird es von euch [als] unglaublich [be]urteilt, wenn Gott Tote auferweckt?

9 Ich habe nun zwar selbst gemeint, [in] vielem entgegen dem Namen Jesu, des Nazareners, handeln zu müssen.

10 [Und] das habe ich auch in Jerusalem getan. So [ließ] ich denn viele der Heiligen in Gefängnisse einschließen, [wozu ich] von den Hohenpriestern die Vollmacht erhalten hatte. Wenn sie hingerichtet werden [sollten], gab ich [Wahl]kiesel [dafür] ab.

11 [Der] Reihe [nach durch] alle Synagogen [gehend], nötigte ich sie oftmals [durch] Bestrafen zu[m] Lästern; und [in] übermäßigem Wüten verfolgte ich sie auch bis in die auswärtigen Städte.

12 Als [ich bei dieser Verfolgung] mit Vollmacht und Erlaubnis der Hohenpriester nach Damaskus ging,

13 gewahrte ich, [o] König, mitten [am] Tag auf dem Wege, [wie] mich und die mit mir gingen, vom Himmel [her ein] Licht umstrahlte, heller [als] der Glanz der Sonne.

14 Als wir alle zur Erde niederfielen, hörte ich [eine] Stimme [in] hebräischer Mundart zu mir sagen: Saul, Saul, was verfolgst du Mich? Hart [ist es für] dich, gegen Stacheln auszuschlagen! -

15 Ich fragte nun: Wer bist Du, Herr? Der Herr aber antwortete: Ich bin Jesus, den du verfolgst!

16 Doch steh auf und stelle dich auf deine Füße; denn dazu bin Ich dir erschienen, dich [zum] untergebenen [Gehilfen] und Zeugen dessen zu bestimmen, [was] du wahrgenommen hast, wie auch dessen, [womit] Ich dir [noch] erscheinen werde.

17 [Ich] nehme dich heraus aus dem Volk und aus den Nationen, zu denen Ich dich s[end]e, um ihnen [die] Augen zu öffnen,

18 [damit sie] sich von der Finsternis zu[m] Licht und [von] der Obrigkeit Satans zu Gott umwenden, [so daß] sie Sündenerlaß (wörtl.: Zielverfehlungs-Erlaß) erhalten und [ein] Los[teil] unter denen, [die durch den] Glauben an Mich geheiligt worden sind. -

19 Deswegen war ich, [o] König, Agrippa, [gegen] die himmlische Erscheinung nicht widerspenstig,

20 sondern verkündigte [zu]erst denen in Damaskus und auch in Jerusalem, dann [denen i]m gesamten Land Judäa und den Nationen, [sie sollten] umsinnen, [sich] zu Gott umwenden und Werke verrichten, [die] der Umsinnung würdig [sind].

21 Deswegen [er]griffen die Juden mich, [als ich] in der Weihe[stät]te war, [und] versuchten, [die] Hand [an mich] zu [leg]en.

22 [Da ich] nun von Gott bis [auf] diesen Tag Beistand erlangt habe, stehe ich [da und leg]e vor klein und groß Zeug[nis ab]. Nichts sage [ich] außer dem, [wovon] die Propheten und Mose geredet haben, [daß es] künftig geschehen werde,

23 ob [nämlich] Christus leiden [müsse], ob Er Sich [als] Erst[ling] aus [der] Auferstehung Toter anschickt, dem Volk [Israel] wie auch den Nationen [das] Licht zu verkündigen."

24 Als er sich [mit] diesen [Worten] verteidigte, entgegnete Festus [mit] lauter Stimme: "Du bist von Sinnen, Paulus! Die vielen Schriften zerrütten dich [bis] zur Raserei!"

25 Doch Paulus erklärte: "Ich bin nicht von Sinnen, hochgeehrter Festus, sondern ich spreche W[or]t [der] Wahrheit und [der] gesunden Vernunft aus.

26 Der König weiß doch in diesen [Dingen] Bescheid, zu [ihm] spreche ich auch freimütig; ich bin nämlich nicht überzeugt, [daß] ihm etwas [von all]d[e]m entgangen [ist]; denn dies ist [ja] nicht in [einem] Winkel betrieben worden.

27 Glaubst du, König Agrippa, den Propheten? Ich weiß, daß du [ihnen] glaubst!"

28 Da [sagte] Agrippa zu Paulus: "Mit [so] wenigen [Worten könntest] du mich [fast] überreden, um [aus mir einen] Christen zu machen."

29 Paulus [antwortete]: "Ich wünschte wohl [vor] Gott, ob mit wenigem oder mit großem [Aufwand, daß] nicht allein du, sondern auch alle, die mich heute hören, solch würden, wie auch ich bin, ausgenommen diese Fesseln."

30 Dann stand der König auf, ebenso der Statthalter sowie Bernice und die bei ihnen saßen.

31 Als [sie] sich zurückgezogen hatten, sprachen sie [noch mit]einander [und] sagten: "Dieser M[an]n [hat] nichts verübt, [was den] Tod oder Fesseln verdient."

32 Und Agrippa erklärte dem Festus: "Dieser M[an]n könnte freigelassen werden, wenn er nicht Beruf[ung] an [den] Kaiser [eingeleg]t hätte."

27

1 * Als es dann entschieden war, [daß] wie [uns] nach Italien [ein]schiffen [sollten], übergab man Paulus wie auch einige andere Häftlinge [einem] Hauptmann namens Julius, [von der kaiserlichen] Ehrwürdigen-Truppe.

2 Dann bestiegen wie [ein] adramyttisches Schiff, [das] im Begriff war, nach den Orten längs [der Küste] der [Provinz] Asien zu segeln, [und] gingen [in] See. Mit uns war Aristarchus, [ein] Mazedonier [aus] Thessalonich.

3 [A]m anderen [Tag] landeten wir in Sidon. Julius, [der] den Paulus menschenfreundlich behandelte, gestatte es [ihm], zu [seinen] Freunden [zu] gehen, um [von ihnen] Versorgung [für die Reise] zu erlangen.

4 Von dort gingen wir wieder [in] See und segelten unter [den Schutz] der [Insel] Cypern, weil wir Gegenwind hatten.

5 Dann segelten wir durch das offene Meer bei Cilicien und Pamphylien [und] landeten in Myra [in] Lycien.

6 Als der Hauptmann dort [ein] alexandrinisches Schiff fand, [daß] nach Italien segelte, ließ er uns in [das]selbe einsteigen.

7 Während [einer] beträchtlichen Zahl [von] Tagen segelten [wir] langsam und gelangten [nur] mit Mühe [in die] Nähe [von] Knidus. [Da] uns der Wind [dort] nicht heranließ, segelten wir bei Salmone unter [den Schutz] der [Insel] Kreta.

8 Mit Mühe fuhren wir daran entlang [und] kamen zu [den so]genannten Trefflichen Häfen, einem Ort, [in] dessen Nähe [die] Stadt Lasäa war.

9 Da inzwischen geraume Zeit verstrichen war und die Schiffahrt schon unsicher wurde (weil auch der Fasten[tag] schon vergangen war), sagte Paulus [er]mahnend [zu] ihnen:

10 "Männer, ich schaue [voraus], da[ß] die bevorstehende Fahrt mit Ungemach und großem Verlust nicht allein [für] die Ladung und das Schiff, sondern auch [für] unsere Seelen [verbunden] sein wird."

11 Doch der Hauptmann wurde [durch] den Steuermann und den Verfrachter eher überzeugt als [durch] das von Paulus Gesagte.

12 [Es] fand sich, [daß] der Hafen zu[m] Überwintern ungeeignet [war; so] gab die Mehrzahl [den] Rat, von dort [wieder] auszufahren, ob man etwa [zum] Überwintern nach Phönix gelangen könnte, [einem] Hafen Kretas, [geschützt im Hin]blick auf Südwest- und Nordwest[winde].

13 Da [ein] sanfter Süd[wind] wehte, meinten [sie], sich [an ihren] Vorsatz halten [zu können. Daher] lichteten sie [die Anker und] fuhren dicht [an] der [Südküste] Kretas entlang.

14 Nach nicht langer [Zeit] brach [von] dort herab [ein] Orkan los, der [so]genannte Nordost[wind].

15 Da das Schiff [von ihm] gepackt wurde und [man] nicht [gegen] den Wind ankämpfen konnte, gaben wir [es] auf [und] wurden [von ihm dahin]getragen.

16 Als wir unter [den Schutz] eines Inselchens liefen, [das] Kauda heißt, vermochten wir [nur] mit Mühe, [von] dem [nachgeschleppten] Beiboot Ab[stand] zu halten,

17 [so daß man es] emporwand [und Taue als] Hilfsmittel gebrauchte, [um] das Schiff [damit von] unter[halb zu] gürten. [Man be]fürchtete auch, auf [die Sandbänke] der Syrte verschlagen [zu] werden; [daher] zog man die Segel ein und wurde so [vom Wind dahin]getragen.

18 [Da] wir aber vom Unwetter heftig bedrängt wurden, warf man [a]m nächsten [Tag] Ladung über Bord;

19 und [a]m dritten schleuderte man eigenhändig das Gerät des Schiffes [ins Meer].

20 [Als] aber mehrere Tage hindurch weder Sonne noch Sterne erschienen und [ein] ziemlich [starkes] Unwetter [uns hart] zusetzte, wurde uns hinfort jede Aussicht [auf] Rettung genommen.

21 Da viele ohne Kost [geblieben] waren, trat Paulus dann in ihre Mitte [und] sagte: "O Männer, man [hätte] schon auf mich hören [und] nicht von Kreta ausfahren und sich [so] dies Ungemach und [diesen] Verlust zuziehen sollen.

22 Doch nun [er]mahne ich euch, guten Mutes zu sein; denn nicht eine Seele von euch wird verlorengehen, außer dem Schiff.

23 [In] dieser Nacht trat nämlich [ein] Bote des Gottes zu mir, dessen [Eigentum] ich bin und dem ich Gottesdienst darbringe,

24 [und] sagte: "Fürchte dich nicht, Paulus! Du mußt vor [den] Kaiser treten, und siehe: Gott hat dir alle, die mit dir segeln, [in] Gnaden [gewähr]t!

25 Darum seid guten Mutes, [ihr] Männer; denn ich glaube Gott, da[ß] es so geschehen wird, in der Weise, wie es mir verhießen wurde.

26 Aber auf irgend[eine] Insel müssen wir verschlagen werden."

27 Als dann [die] vierzehnte Nacht hereinbrach, [seit] wir in der Adria trieben, mutmaßten die Seeleute um Mitternacht, [daß] sich ihnen irgend[ein] Land nähere.

28 So warfen sie [das Senkblei aus und] fanden zwanzig Klafter [Wassertiefe]. Als sie [es nach] kurzem Abstand nochmals [aus]warfen, fanden sie fünfzehn Klafter.

29 Da [sie] fürchteten, wir könnten irgendwo auf felsige Stellen verschlagen werden, warfen sie vier Anker [vom] Hinterschiff aus und wünschten, [daß es] Tag werde.

30 Als die Seeleute [nun ver]suchten aus dem Schiff zu fliehen und das Beiboot in Meer senkten ([unter dem] Vorwand, als seien [sie] im Begriff, aus [dem] Vorderschiff Anker auszuwerfen),

31 sagte Paulus [zu] dem Hauptmann und den Kriegern: "Wenn diese nicht im Schiff bleiben, könnt ihr nicht gerettet werden."

32 Dann hieben die Krieger die Seile des Beiboots ab und ließen es [hin]abfallen.

33 Bis es sich nun anschickte Tag zu werden, sprach Paulus allen zu, Nahrung einzunehmen, [und] sagte: "Heute [ist der] vierzehnte Tag, [daß] ihr w[art]end unbeköstigt durchhaltet [und] nichts [weiter] zu euch genommen habt.

34 Darum spreche ich euch zu, Nahrung einzunehmen; denn d[a]s ist zu eurer Rettung [notwendig]; es wird nämlich keiner [von] euch [ein] Haar von [seinem] Haupt verlieren."

35 Als er dies gesagt und Brot genommen hatte, dankte er Gott vor aller Augen, brach [es] und fing an zu essen.

36 Da wurden alle guten Mutes, [und] auch sie nahmen Nahrung zu sich.

37 Wir waren aber [ins]gesamt zweihundertsechs[und]siebzig Seelen auf dem Schiff.

38 Nachdem sie sich [mit] Nahrung reichlich gesättigt hatten, leichterten sie das Schiff, [indem sie] das Getreide ins Meer warfen.

39 Als es nun Tag wurde, erkannten sie das Land nicht, bemerkten aber eine Bucht, [die einen] Strand hatte; [da] beschlossen sie, wenn möglich, das Schiff auf d[ies]en auflaufen zu [lassen].

40 Dann kappten sie die Anker und ließen sie ins Meer [fallen]; zugleich lockerten sie die Taue der Steuerruder, hißten das Vordersegel [vor] den Wind und hielten auf den Strand zu.

41 Sie gerieten aber auf [eine] vo[m] Meer [überspülte] Stelle [und ließen] das Fahrzeug stranden; und zwar blieb das Vorderschiff unbeweglich stecken, das Hinterschiff zerschellte schließlich unter der Gewalt der Wogen.

42 Da faßten die Krieger den Plan, die Häftlinge [zu] töten, damit nicht irgend[einer] schwimmend entkomme.

43 Der Hauptmann jedoch, [der die] Absicht [hat]te, Paulus zu retten, verbot ihnen, [ihr] Vorhaben [auszuführen]. Er befahl denen, [die] schwimmen konnten, [zu]erst hinabzuspringen [und] sich an Land zu begeben,

44 während die übrigen teils auf Planken, teils auf irgend[welchen Gegenständen] aus dem Schiff [folgen sollten]. Und so wurden alle an das Land gerettet.

28

1 * Nachdem [wir durch alles hin]durchgerettet waren, erfuhren wir dann, da[ß] die Insel Melita hieß.

2 Die Eingeborenen gewährten uns ungewöhnliche Menschenfreundlichkeit; denn sie zündeten [ein] Feuer an [und] nahmen uns alle des eingetretenen Regens und der Kälte wegen zu sich.

3 Als Paulus eine Menge Reisig zusammenraffte und auf das Feuer legte, kam durch die Wärme [eine] Otter heraus [und] verbiß sich [in] seine Hand.

4 Als die Eingeborenen das an seiner Hand hängende Wildtier gewahrten, sagten sie zueinander: "Zweifellos ist dieser Mensch [ein] Mörder, den die gerechte [Vergelt]ung nicht leben läßt, [wiewohl er] aus dem Meer gerettet ist."

5 D[an]n schüttelte [er] jedoch das Wildtier ab [in]s Feuer hinein - [und er]litt kein Übel.

6 Sie aber vermuteten, ihm stehe bevor, [seine Hand] werde sich entzünden und [er] plötzlich tot niederfallen. Als [sie] längere [Zeit] so w[art]eten und schauten, [daß] an ihm nichts Absonderliches vorging, schlug [ihre Meinung] um, [und] sie sagten, er sei [ein] Gott.

7 In den [Gebieten] um jene Stätte gehörten [die] Ländereien dem ersten [Beamten] der Insel namens Publius. D[ies]er Empfing uns [und] bewirtete uns drei Tage freundlich.

8 Der Vater des Publius war gerade [von] Fieber und Ruhr befallen [und lag krank] danieder. Zu dem ging Paulus [hin]ein, betete, legte ihm die Hände auf [und] heilte ihn.

9 Als das geschah, kamen auch die übrigen auf der Insel, die Gebrechen hatten, herzu und wurden geheilt.

10 Sie [acht]eten uns vieler Ehren wert und gaben [uns, als wir] ausfuhren, das für [unser] Bedarf [Nötige] mit.

11 So gingen wir nach drei Monaten [wieder in] See, [und zwar] auf [einem] alexandrinischen Schiff [mit dem] Abzeichen [der] Dioskuren, [das] auf der Insel überwintert hatte.

12 Wir landeten dann in Syrakus [und] blieben [hier] drei Tage.

13 Von dort gelangten wir, [im Bogen] herumfahrend, nach Regium. Da nach einem Tag Süd[wind] aufkam, erreichten wir [am] zweiten Tag Puteoli,

14 wo wir Brüder fanden, [die uns] zusprachen, sieben Tage bei ihnen zu bleiben. Und so kamen wir nach Rom.

15 Von dort kamen uns die Brüder, die von uns gehört hatten, bis Forum Appii und Tres Tabernä entgegen. [Sobald] Paulus [sie] gewahrte, dankte er Gott [und] bekam [neuen] Mut.

16 Als wir dann in Rom [an]gekommen waren, wurde es Paulus gestattet, mit dem ihn bewachenden Krieger für sich zu bleiben.

17 Nach drei Tagen ließ er dann die Ersten der Juden zusammenrufen. Als sie zusammengekommen waren, sagte er zu ihnen: "Männer, Brüder, ich, [der] ich nichts getan habe, [was] gegen das Volk oder die väterlichen Sitten [verstößt], wurde [als] Häftling aus Jerusalem in die Hände der Römer überantwortet.

18 Diese forschten mich aus [und] beschlossen, [mich] freizulassen, weil man an mir keine Schuld fand, [die den] Tod [verdient].

19 Da aber die Juden Widerspruch [erhob]en, war ich genötigt, mich auf [den] Kaiser zu berufen, nicht als [ob] ich meine Nation irgend[wie] anzuklagen hätte.

20 Aus diesem Grund nun habe ich euch herbeigerufen, um [euch] zu sehen und zu [euch] zu sprechen; denn wegen der Erwartung Israels umgibt mich diese Kette."

21 Da sagten sie zu ihm: "Wir haben weder [Zu]schriften über dich aus Judäa empfangen, noch hat irgend[einer] der Brüder, [die] hergekommen sind, etwas Böses über dich berichtet oder gesprochen.

22 Wir [wissen es] aber zu würdigen, [wenn wir] von dir hören, [wie] du gesonnen bist; denn von dieser Sekte ist uns schon bekannt, da[ß] sie überall Widerspruch [erfähr]t."

23 An [dem mit] ihm vereinbarten Tag kamen [noch] mehr zu ihm in die Unterkunft, denen er vo[m] Morgen bis [zur] Abenddämmerung das Königreich Gottes auseinandersetzte [und] bezeugte, indem er sie in bezug [auf] Jesus vom Gesetz [des] Mose wie auch [von] den Propheten [her zu] überzeugen [suchte].

24 Die einen wurden [von] dem Gesagten überzeugt, während die anderen nicht glaubten.

25 [Da sie] aber [mit]einander Unstimmig[keiten] hatten, entfernten sie sich, [nachdem] Paulus [noch den] einen Ausspruch getan hatte: "Trefflich spricht der Geist, der heilige, durch den Propheten Jesaia zu euren Vätern:

26 Geh zu diesem Volk und sage: [Mit dem] Gehör werdet ihr hören und doch nicht verstehen. Blickend werdet ihr [er]blicken und doch nicht wahrnehmen;

27 denn das Herz dieses Volkes ist verdickt, [mit ihren] Ohren hören sie schwer, und sie schließen ihre Augen, damit sie nicht [etwa mit] den Augen wahrnehmen, [mit] den Ohren hören, [mit] dem Herzen verstehen und sich umwenden, damit Ich sie heilen würde.

28 Es sei euch aber daher bekannt[gemacht], da[ß] diese Rettung Gottes den Nationen ges[and]t worden ist; sie werden auch hören!"

29 {Vers nicht in S', A', B'}.

30 Er blieb dann zwei ganze Jahre in eigener Miets[wohn]ung und [hieß] alle willkommen, die zu ihm kamen;

31 [er] heroldete das Königreich Gottes und lehrte mit allem Freimut [und] ungehindert, [was] den Herrn Jesus Christus betrifft.