1 * Weil nun einmal viele es [schon in die] Hand ge[nomm]en haben, über die bei uns vollbeglaubigten [Tat]sachen [einen] Bericht zu verfassen,
2 [so] wie [es] uns die überliefert haben, [die] von Anfang [an] Augenzeugen und Gehilfen des Wortes wurden,
3 [und nachdem ich] alles von Anbeginn genau [ver]folgt habe, meine auch ich, hochgeehrter Theophilus, [ich sollte es für] dich der Reihe nach [nieder]schreiben,
4 damit du die Gewißheit [der] Worte erkennst, in denen du unterrichtet wurdest.
5 In den Tagen [des] Herodes, des Königs [von] Judäa, gehörte ein Priester [mit] Namen Zacharias zu[m] Wochendienst [des] Abia. Seine Frau [stammte] aus den Töchtern Aarons, und ihr Name [war] Elisabeth.
6 Beide waren gerecht vor Gott [und] gingen [ihren Weg] untadelig in allen Geboten und Rechts[satzungen] des Herrn.
7 Es war ihnen jedoch kein Kind [beschert], weil Elisabeth unfruchtbar war, und beide waren an Tagen vorgeschritten.
8 Als er einst den Priester[dienst] vor Gott in der Ordnung seines Wochendienstes [versah],
9 fiel ihm nach der Gewohnheit des Priesteramtes [das Los] zu, in den Tempel des Herrn zu gehen, um zu räuchern.
10 Währenddessen betete draußen [zu]r Stunde des Räucheropfers die gesamte Menge des Volkes.
11 Da erschien ihm [ein] Bote [des] Herrn, zur Rechten des Räucheropferaltars stehend.
12 Als Zacharias [ihn] gewahrte, wurde er beunruhigt, und Furcht [be]fiehl ihn.
13 Der Bote sagte zu ihm: "Fürchte dich nicht, Zacharias, dein Flehen ist erhört worden; deine Frau Elisabeth wird dir [einen] Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen 'Johannes' geben.
14 Er wird dir [zur] Freude und Wonne sein, und viele werden sich über seine Geburt freuen.
15 Denn er wird vor [den] Augen des Herrn groß sein und keinesfalls Wein und Rauschtrank trinken; [mit] heiligem Geist wird er noch in seiner Mutter Leib erfüllt werden.
16 Viele der Söhne Israels wird er zu [dem] Herrn, ihrem Gott, zurückführen;
17 und er wird vor Seinen Augen in [dem] Geist der Kraft des Elia vorausgehen, um [die] Herzen [der] Väter umzuwenden zu [den] Kindern, und [die] Widerspenstigen zur Besonnenheit [der] Gerechten, um dem Herrn [ein] Volk zu[zu]richten [und] bereitzumachen."
18 Da sagte Zacharias zu dem Boten: "Woran soll ich dies erkennen? Denn ich bin bejahrt, und meine Frau [ist] an Tagen vorgeschritten."
19 Der Bote antwortete ihm: "Ich bin Gabriel, der vor [den] Augen Gottes steht, und wurde [aus]gesandt, zu dir zu sprechen und dir dieses [als] frohe Botschaft zu [verkündig]en:
20 Siehe, du wirst Stillschweigen und bis [zu] dem Tag, [da sich] dieses erfüllt, darum nicht sprechen können, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die sich zu ihrem [Zeit]punkt erfüllen werden."
21 Währenddessen w[art]ete das Volk [auf] Zacharias und war über sein [langes] Ausbleiben im Tempel erstaunt.
22 Als [er dann] herauskam, konnte er nicht [zu] ihnen sprechen; da erkannten sie, da[ß] er im Tempel [eine] Erscheinung gesehen hat[te]; denn er winkte ihnen zu, blieb aber stumm.
23 Als seine Amtstage [er]füllt waren, ging er [dann] nach Hause.
24 Nach diesen Tagen aber empfing seine Frau Elisabeth; sie [hiel]t sich fünf Monate verborgen und sagte:
25 "So hat der Herr [an] mir getan in [den ]Tagen, die Er [dazu] ersah, die Schmach unter [den] Menschen [von] mir wegzunehmen."
26 Im sechsten Monat wurde der Bote Gabriel von Gott in [eine] Stadt Galiläas namens Nazareth
27 zu [einer] Jungfrau geschickt, [die mit einem] Mann namens Joseph aus [dem] Haus und [der] Familie Davids verlobt war. Der Name der Jungfrau [war] Mirjam.
28 Als der Bote bei ihr eintrat, sagte er: "Freue dich, [du] Begnadete! Der Herr [ist] mit dir!"
29 Sie aber wurde über das Wort sehr beunruhigt und erwog [bei sich], was für [eine Bedeutung] dieser Gruß [wohl] habe.
30 Da sagte der Bote [zu] ihr: "Fürchte dich nicht, Mirjam; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.
31 Und siehe, du wirst empfangen, schwanger [werden] und [einen] Sohn gebären, und du sollst Ihm den Namen 'Jesus' geben.
32 Dieser wird groß sein und 'Sohn des Höchsten' heißen; Gott [der] Herr wird Ihm den Thron Seines Vaters David geben.
33 Über das Haus Jakobs wird Er für die Äonen König sein; und Seine Königsherrrschaft wird keinen Abschluß haben."
34 Da sagte Mirjam zu dem Boten: "Wie soll dies [möglich] sein, weil ich [doch] keinen Mann kenne?"
35 Darauf antwortete ihr der Bote: Heiliger Geist wird auf dich kommen, und [die] Kraft des Höchsten wird dich beschatten; darum wird auch das Heilig-Gezeugte 'Sohn Gottes' heißen.
36 Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, auch sie hat [einen] Sohn in ihrem Greisen[alter] empfangen, und dies ist der sechste Monat [für] sie, die [man] 'unfruchtbar' nennt;
37 d[enn] bei Gott ist kein Ding unmöglich."
38 Darauf sagte Mirjam: "Siehe, [ich bin] die Sklavin [des] Herrn; mir geschehe nach deinem Ausspruch." Dann schied der Bote von ihr.
39 In j[en]en Tagen machte sich Mirjam auf [und] ging in Eile in das Berg[land] nach [einer] Stadt Judas.
40 Dort trat sie in das Haus [des] Zacharias
41 und [be]grüßte Elisabeth. Als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib; Elisabeth wurde [mit] heiligem Geist [er]füllt
42 und rief [mit] lauter Stimme aus: "Gesegnet [bis]t du unter [den] Frauen, und gesegnet [ist] die Frucht deines Leibes!
43 Doch woher [wird] mir dieses [zuteil], daß die Mutter meines Herrn zu mit kommt?
44 Denn siehe, als die Stimme deines Grußes in meine Ohren drang, hüpfte das Kind vor Wonne in meinem Leib.
45 Glückselig [ist sie], die geglaubt hat; d[enn] das vo[m] Herrn [An]gesagte wird ihr vollends [zuteil] werden."
46 Darauf sprach Mirjam: "Hoch erhebt meine Seele den Herrn,
47 und mein Geist frohlockt über Gott, meinem Retter,
48 weil Er auf die Niedrigkeit Seiner Sklavin geblickt hat! Denn siehe, von nun [an] werden mich alle Generationen glückselig [preis]en,
49 weil der Mächtige Großes [an] mir getan hat.
50 Heilig [ist] Sein Name, und Seine Barmherzigkeit [wird] von Generation zu Generation denen [zuteil, die] Ihn fürchten.
51 Gewaltiges wirkt Er mit Seinem Arm; Er zerstreut Stolze [in der] Denkart ihres Herzens.
52 Er stürzt Machthaber von [ihren] Thronen und erhöht Niedrige.
53 Hungernde befriedigt Er [mit] Gutem, und Reiche schickt Er leer fort.
54 Er hat Sich Israels, Seines Knechtes, angenommen, um [der] Barmherzigkeit zu gedenken,
55 so wie Er zu unseren Vätern gesprochen hat, [zu] Abraham und seinem Samen für den Äon."
56 Mirjam blieb etwa drei Monate bei ihr; danach kehrte sie in ihr Haus zurück.
57 [Für] Elisabeth [er]füllte sich dann die Zeit ihrer Entbindung, und sie gebar [einen] Sohn.
58 Sobald die Nachbarn und ihre Verwandten hörten, da[ß] der Herr Seine Barmherzigkeit an ihr groß gemacht hatte, freuten sie sich mit ihr.
59 [Als] sie [dann] am achten Tag kamen, um das Knäblein zu beschneiden, [wollten] sie es nach dem Namen seines Vaters Zacharias nennen.
60 Doch seine Mutter antwortete: "Nein, er soll Johannes heißen!"
61 Da sagten sie zu ihr: "Es ist niemand in deiner Verwandtschaft, der [mit] diesem Namen genannt wird."
62 Und sie winkten seinem Vater zu, wie er ihn nennen Wolle.
63 Der forderte [ein] Täfelchen und [schrieb] darauf: "Johannes ist sein Name!" Da erstaunten sie alle.
64 Und auf [der] Stelle wurde sein Mund aufgetan und seine Zunge [gelöst]; er sprach und segnete Gott.
65 Da ergriff Furcht alle um sie [her] Wohnenden, und im ganzen Berg[land] Judäas besprach man alle diese Dinge.
66 Alle, die [davon] hörten, nahmen [es] sich zu Herzen und sagten: "Was wird wohl [aus] diesem Knäblein werden?" Denn die Hand des Herrn war mit ihm.
67 Und Zacharias, sein Vater, wurde [mit] heiligem Geist [er]füllt und [red]ete prophetisch:
68 "Gesegnet [sei der] Herr, der Gott Israels, weil Er sein Volk aufsucht,
69 [ihm] Erlösung verschafft und uns [ein] Horn [der] Rettung im Hause Davids, Seines Knechtes, aufrichtet,
70 so wie Er durch [den] Mund Seiner heiligen Propheten gesprochen hat, die [vom] Äon [an waren].
71 Rettung von unseren Feinden und [Bergung] aus der Hand aller, die uns hassen;
72 um Barmherzigkeit an unseren Vätern zu erweisen und Seines heiligen Bundes zu gedenken
73 [und des] Eides, den Er Abraham, unserem Vater, geschworen hat; uns zu geben,
74 [daß wir] aus [der] Hand unserer Feinde geborgen werden [und] Ihm furchtlos Gottesdienst darzubringen
75 in huld[voller Heiligkeit] und Gerechtigkeit vor Seinen Augen alle unsere Tage.
76 Du aber, Knäblein, wirst Prophet [des] Höchsten heißen; denn du wirst vor den Augen des Herrn hergehen, um Seine Wege zu bereiten
77 [und] Seinem Volk Erkenntnis [der] Rettung durch [die] Erlassung ihrer Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) zu geben,
78 um [der] innigsten Barmherzigkeit unseres Gottes willen, mit der uns [der] Aufgang aus der Höhe aufsucht,
79 um denen zu erscheinen, [die] in Finsternis und Todesschatten sitzen, [und] unsere Füße auf [den] Weg [des] Friedens zu richten."
80 Das Knäblein aber wuchs [heran] und wurde standhaft [im] Geist. Bis [zum] Tag seines Auftretens vor Israel war [Johannes] in der Wildnis.
1 * In jenen Tagen geschah es, [daß vom] Kaiser Augustus [ein] Erlaß ausging, die gesamte Wohnerde [zur Schätzung] einzutragen.
2 Diese erste Eintragung wurde [vorgenommen, als] Quirinus [als kaiserlicher Legat in] Syrien regierte.
3 Da zogen alle [in ihre Heimat], um sich [dort] eintragen zu lassen, [ein] jeder in seiner Stadt.
4 So zog auch Joseph von Galiläa aus [der] Stadt Nazareth nach Judäa hinauf, in [die] Stadt Davids, die Bethlehem heißt (weil er aus [dem] Haus und [der] Familie Davids war),
5 um sich mit Mirjam, der ihm verlobten Frau, eintragen zu lassen; [sie] war guter Hoffnung.
6 Während sie dort waren, [er]füllten sich dann die Tage ihrer Entbindung,
7 und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen, wickelte Ihn in Windeln und legte Ihn in [eine] Krippe, weil in der Ausspannung [sonst] kein Platz [für] sie war.
8 In derselben Gegend waren Hirten [bei den] Feldhürden und bewachten [in] Nachtwachen ihre Herde.
9 Und siehe, [ein] Bote des Herrn trat zu ihnen, und [die] Herrlichkeit Gottes umstrahlte sie; [da] fürchteten sie sich, und [ihre] Furcht [war] groß.
10 Der Bote sagte [zu] ihnen: "Fürchtet euch nicht; denn siehe, ich [verkündi]ge euch [eine] große:Freudenbotschaft, die [für] das gesamte Volk sein wird:
11 Euch ist heute [der] Retter geboren, welcher Christus [der] Herr ist, in [der] Stadt Davids. 12.
12 Und dieses [sei für] euch das Zeichen: Ihr werdet [ein] Kind finden, [das] in Windeln gewickelt [ist] und in [einer] Krippe liegt." 13.
13 Unversehens befand sich bei dem Boten [eine] Menge [der] himmlischen Heer[schar, die] lobten Gott und sagten:
14 "Verherrlichung [sei] Gott in[mitten der] Höchsten und auf Erden Friede in [den] Menschen [des] Wohlgefallens!"
15 Als die Boten von ihnen [fort und] in den Himmel gegangen waren, sprachen die Hirten zueinander: "[Auf] jeden Fall sollten wir [nach] Bethlehem hinübergehen und sehen, [was dort] geschehen [ist] - diese Dinge, die der Herr und bekanntgemacht hat."
16 So gingen sie eilends [hin] und fanden Mirjam wie auch Joseph mit dem Kind, [das] in der Krippe lag.
17 Als [sie es] gesehen hatten, machten sie den Ausspruch bekannt, den [man zu] ihnen über dieses Knäblein gesagt hatte.
18 Alle, die [es] hörten, waren erstaunt über das, [was] die Hirten zu ihnen sprachen.
19 Mirjam aber bewahrte alle diese Reden [und] durchdachte [sie] in ihrem Herzen.
20 Dann kehrten die Hirten [wieder] zurück [und] verherrlichten und lobten Gott für alles, [was] sie gehört und gewahrt hatten, wie es zu ihnen gesprochen war.
21 Als [die] acht Tage zu seiner Beschneidung [er]füllt waren, gab man Ihm auch den Namen 'Jesus', [wie Er schon] von dem Boten genannt worden war, [be]vor Er im [Mutter]leib empfangen wurde.
22 Als dann die [vierzig] Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz [des] Mose [er]füllt waren, brachten sie Ihn nach Jerusalem hinauf, um [Ihn] dem Herrn darzustellen,
23 [so] wie i[m] Gesetz [des] Herrn geschrieben steht: Jeder Männliche, [der den] Mutter[leib] auftut, soll dem Herrn geheiligt heißen.
24 Auch [wollten sie] das im Gesetz [des] Herrn vorgeschriebene Opfer bringen: [ein] Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
25 Und siehe, es war [ein] Mann namens Simeon in Jerusalem; dieser M[an]n [war] gerecht und ehrfürchtig, er schaute nach [dem] Zuspruch Israels aus, und heiliger Geist war auf ihm.
26 Nun war ihm vom Geist, dem heiligen, Weisung ge[geb]en worden, [er solle den] Tod nicht gewahren, ehe er den Christus [des] Herrn gewahrt habe.
27 Durch den Geist kam er in die Weihe[stät]te; und als die Eltern [ihr] Knäblein Jesus hereinbrachten, um für Ihn nach der gewohnten [Vorschrift] des Gesetzes zu verfahren,
28 nahm auch er es in seine Arme, segnete Gott und sprach:
29 "Nun, [mein] Eigner (Bezeichnung für: Gott, Jesus, oder irdische Herren), entläßt Du Deinen Sklaven Deinem Ausspruch gemäß in Frieden;
30 d[enn] meine Augen gewahren Deine Rettung,
31 die Du vor [dem] Angesicht aller Völker bereitet hast,
32 [ein] Licht zu[r] Enthüllung [für die] Nationen und [zur] Herrlichkeit [für] Dein Volk Israel."
33 Sein Vater und [Seine] Mutter waren [voller] Staunen über das, [was da] von Ihm gesagt [wurde].
34 Simeon aber segnete sie und sagte zu Mirjam, Seiner Mutter: "Siehe, dieser ist gesetzt zu[m] Fall und [zum] Aufstehen vieler in Israel und zu [einem] Zeichen, [dem] widersprochen wird.
35 (Aber auch durch deine Seele wird [eine] Klinge dringen). Damit sollen aus vielen Herzen [die] Erwägungen erfüllt werden."
36 Auch [die] Prophetin Hanna war [da, eine] Tochter Phanuels aus [dem] Stamm Asser. Diese, an Tagen weit vorgeschritten, hatte seit ihrer Jungfrauschaft [nur] sieben Jahre mit [ihrem] Mann gelebt.
37 Sie [war jetzt] eine Witwe [von] etwa vier[und]achtzig Jahren, die sich nicht von der Weihe[stät]te entfernte. Nacht und Tag [unter] Fasten und Flehen Gottesdienst darbringend.
38 [Zur] selben Stunde trat auch sie [her]zu, huldigte Gott und sprach von Ihm [zu] allen, die in Jerusalem nach [der] Erlösung ausschauten.
39 Als sie alles nach dem Gesetz [des] Herrn vollendet hatten, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth zurück.
40 Das Knäblein aber wuchs [heran] und wurde standhaft [im] Geist, [mit] Weisheit erfüllt, und [die] Gnade Gottes war auf Ihm.
41 Seine Eltern gingen nun jährlich [zu]m Passahfest nach Jerusalem.
42 Als Er zwölf Jahre [alt] war, zogen sie wieder nach Jerusalem [zu]m Fest hinauf, wie [es ihre] Gewohnheit [war].
43 Doch [als] sie [sich nach] Abschluß der Tage auf den Rückweg [mach]ten, blieb der Knabe in Jerusalem zurück. Seinen Eltern war [das] aber nicht bekannt.
44 Da sie meinten, Er sei bei der Karawane, zogen sie [eine] Tagesreise [weit mit] und suchten unter den Verwandten und Bekannten nach Ihm.
45 Als [sie] Ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück [und] suchten [dort] nach Ihm.
46 Nach drei Tagen fanden sie Ihn in der Weihe[stät]te; [Er] saß inmitten der Lehrer, hörte ihnen zu und [stellte] Fragen [an] sie.
47 Alle aber, die Ihn hörten, waren über [Sein] Verständnis und Seine Antworten außer sich [vor Staunen].
48 Als [Seine Eltern] Ihn gewahrten, verwunderten sie sich [darüber] und Seine Mutter sagte zu Ihm: "Kind, warum hast Du uns so [etwas an]getan? Siehe, Dein Vater und ich [hab]en Dich [mit] Schmerzen [ge]sucht!"
49 Da sagte Er zu ihnen: "Warum [hab]t ihr Mich d[enn] gesucht? Wußtet ihr nicht, da[ß] Ich in den [Dingen] Meines Vaters [erfahren] sein muß?"
50 Aber sie verstanden [diese] Rede nicht, die Er [zu] ihnen sprach.
51 Dann zog Er mit ihnen hinab, kam nach Nazareth und ordnete Sich ihnen unter. Seine Mutter [aber] bewahrte alle diese Reden sorgfältig und durchdachte [sie] in ihrem Herzen.
52 Und Jesus [mach]te Fortschritte in der Weisheit, bis [Er] voll erwachsen [war], auch [in der] Gnade bei Gott und [den] Menschen.
1 * I[m] fünfzehnten Jahr der Regierung [des] Kaisers Tiberius, [als] Pontius Pilatus [als Prokurator in] Judäa regierte und Herodes Vierfürst [von] Galiläa war (sein Bruder Phililppus Vierfürst der Land[schaft] Ituräa und Trachonitis, und Lysanias Vierfürst [von] Abilene,
2 unter [den] Hohenpriestern Hannas und Kaiphas), [da] erging [der] Ausspruch Gottes an Johannes, den Sohn [des] Zacharias, in der Wildnis.
3 [Daraufhin] zog er durch die gesamte Gegend um den Jordan und heroldete [die] Taufe [der] Umsinnung zu[r] Erlassung [der] Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen),
4 wie in [der] Rolle [der] Worte des Propheten Jesaia geschrieben steht: Stimme [eines] Rufers: In der Wildnis bereitet den Weg des Herrn! Machet Seine Straßen gerade!
5 Jede Schlucht soll ausgefüllt und jeder Berg und Hügel soll erniedrigt werden, die krummen Wege sollen zu geraden und die rauhen zu glatten Wegen werden.
6 Und alles Fleisch wird die Rettung Gottes sehen!
7 Es sagte daher [zu] den Scharen, [die] hinauszogen, um sich von ihm taufen zu lassen: "Otternbrut! Wer hat euch [zu] verstehen [gegeb]en, vor dem zukünftigen Zorn fliehen zu [können]?
8 Bringt daher Frucht, würdig der Umsinnung! Auch fangt nicht an, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham [zum] Vater. - Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken.
9 Die Axt aber liegt schon an der Wurzel der Bäume. Daher wird jeder Baum, [der] nicht edle Frucht trägt, umgehauen und ins Feuer geworfen."
10 Da fragte ihn die Volksmenge:
11 "Was sollen wir nun tun?" Er antwortete ihnen: "[Wer] zwei Untergewänder hat, teile mit dem, [der] keines hat; und [wer] Speisen hat, tue gleicher Weise!"
12 Dann kamen Zöllner, um sich taufen zu lassen; auch sie sagten zu ihm: "Lehrer, was sollen wir tun?"
13 Er antwortete ihnen: "Fordert nicht mehr ein, als euch verordnet [ist]!"
14 Es fragten ihn aber auch [einige] Kriegsknechte: "Und was sollen wir tun?" Da antwortete er ihnen: "Ihr sollt niemand ängstigen noch erpressen, und laßt euch [an] euren Kostrationen genügen!"
15 Als das Volk [sich] über Johannes Hoff[nungen mach]te und alle in ihren Herzen erwogen, ob nicht er der Christus sei,
16 nahm Johannes [das] Wort [und] sagte [ihnen] allen: "Ich zwar taufe euch [in] Wasser; es kommt aber [einer], der [ist] stärker [als] ich; [und] ich bin nicht [würdig] genug; [Ihm] die Riemen Seiner Sandalen zu lösen; Er wird euch in heiligem Geist und Feuer taufen.
17 Er [hat] die Worfschaufel in Seiner Hand und wird Seine Tenne säubern und das Getreide in Seine Scheune sammeln; die Spreu aber wird Er [mit] unauslöschlichem Feuer verbrennen."
18 Auch [in] anderer Weise sprach er nun dem Volk viel[fach] zu [und verkündi]gte [das] Evangelium.
19 Der Vierfürst Herodes aber, [der] von ihm wegen Herodias, der Frau seines Bruders Phililppus, und wegen alles Bösen, das Herodes verübt hatte, überführt worden [war],
20 fügte zu allem noch dies hinzu; er [ließ] Johannes ins Gefängnis einschließen.
21 Als das Volk sämtlich getauft war [und] auch Jesus getauft wurde und betete, geschah es, [daß] sich der Himmel auftat und der Geist,
22 der heilige, körperlich wie [eine] Taube aussehend, auf Ihn herabstieg. Da ertönte [eine] Stimme aus [dem] Himmel: "Du bist Mein geliebter Sohn, an Dir habe Ich Mein Wohlgefallen!"
23 Als Jesus [Sein Wirken] begann, war er Selbst etwa dreißig Jahre [alt und] war nach [dem] Gesetz [der] Sohn [des] Joseph,
24 des Heli, des Matthat, des Levi, des Melchi, des Janna, des Joseph, des Mattathias
25 des Amos, des Nahum, des Elsi,
26 des Naggai, des Maath, des Mattathias, des Semei, des Josech, des Joda,
27 des Johannas, des Resa, des Serubabel,
28 des Salathiel, des Neri, des Melchi, des Addi, des Kosam, des Elmadam, des Er, des Jesus,
29 des Eliezer, des Jorim, des Matthat,
30 des Levi, des Simeon, des Juda, des Joseph, des Jonam, des Eliakim,
31 des Melea, des Menna, des Mattatha, des Nathan,
32 des David, des Isai, des Obed, des Boas, des Salmon,
33 des Nahasson, des Aminadab, des Admein, des Arni, des Esrom, des Phares,
34 des Juda, des Jakob, des Isaak, des Abraham, des Thara, des Nachor,
35 des Seruch, des Regu, des Peleg, des Eber, des Sala, des Kainan, des Arphaxad,
36 des Sem, des Noah, des Lamech,
37 des Methusala, des Henoch, des Jared, des Maleleel, des Kainan, des Enos,
38 des Seth, des Adam, Gottes.
1 * Voll heiligen Geistes kehrte Jesus vom Jordan zurück und wurde vom Geist [für] vierzig Tage in die Wildnis geführt [und] vom Widerwirker versucht.
2 In jenen Tagen aß Er gar nichts, und [bei] deren Abschluß hungerte Ihn zuletzt.
3 Da sagte der Widerwirker [zu] Ihm: "Wenn Du Gottes Sohn bist, sage diesem Stein, daß er Brot werde."
4 Jesus aber antwortete ihm: "Es steht geschrieben: Nicht von Brot allein wird der Mensch leben, sondern von jedem W[or]t Gottes."
5 Danach führte der Widerwirker Ihn auf [einen] hohen Berg hinauf, zeigte Ihm in [der] Zeit [von einer] Sekunde alle Königreiche der Wohn[er]de und sagte [zu] Ihm:
6 "Die Vollmacht [über] dieses alles und ihre Herrlichkeit werde ich Dir geben; d[enn] mir ist sie übergeben, und ich gebe sie, wem ich will.
7 Wenn Du nun vor meinen Augen anbetest, wird alles Dein sein."
8 Da antwortete Jesus ihm: "Geh [fort], hinter Mich, Satan; [denn] es steht geschrieben: [Den] Herrn, Deinen Gott, sollst du anbeteten und Ihm allein Gottesdienst darbringen."
9 Auch führte [der Widerwirker] Ihn nach Jerusalem, stellte Ihn auf den Flügel der Weihe[stät]te und sagte [zu] Ihm: "Wenn Du Gottes Sohn bist, [so] wirf Dich von hier hinab!
10 Denn es steht geschrieben: Seinen Boten wird Er Deinethalben gebieten, Dich zu behüten,
11 und: Auf [ihren] Händen werden sie Dich aufheben, damit Du Deinen Fuß nicht an [einen] Stein stoßest."
12 Jesus antwortete ihm: "Es ist [ausdrücklich] gesagt: Du sollst [den] Herrn, Deinen Gott, nicht [auf die] Probe [stelle]n!"
13 Nach Abschluß all [dieser] Versuchung[en] entfernte sich der Widerwirker von Ihm bis [zu] gelegener [Zeit].
14 Jesus kehrte dann in der Kraft des Geistes nach Galiläa zurück, und [die] Kunde von Ihm ging in die ganze Umgegend aus;
15 Er Selbst lehrte in ihren Synagogen und wurde von allen verherrlicht.
16 Er kam auch nach Nazareth, wo Er aufgewachsen war, und ging nach Seiner Gewohnheit am Tag der Sabbate in die Synagoge.
17 Dort stand Er auf, um [vor]zulesen, und man reichte Ihm [die] Rolle des Propheten Jesaia. Er öffnete die Rolle und fand die Stelle, wo geschrieben war:
18 [Der] Geist [Meines] Herrn ist auf Mir, [wes]wegen Er Mich gesalbt hat, um [den] Armen Evangelium zu [verkündig]en; Er hat Mich [aus]ges[and]t, um zu heilen, die zerbrochenen Herzens [sind], um Gefangenen Erlassung zu herolden und Blinden [das] Augenlicht [zu geben], um Niedergebeugte mit Erlassung
19 [fort]zuschicken [und ein wohl]annehmbares Jahr [des] Herrn zu herolden....
20 [Als Er] die Rolle zusammengerollt und dem untergebenen [Diener] wiedergegeben hatte, setzte Er Sich, und aller Augen in der Synagoge sahen unverwandt [auf] Ihn.
21 Dann begann Er zu ihnen zu sagen: "Dieses Schrift[wort] ist heute in euren Ohren erfüllt!"
22 Und staunend [gab]en Ihm alle Zeug[nis] über die Worte der Gnade, die aus Seinem Mund kamen, und man fragte: "Ist dieser nicht [der] Sohn Josephs?"
23 Da sagte Er zu ihnen: "Zweifellos werdet ihr Mir dieses Gleichnis vorhalten: Arzt, kuriere dich selbst! Alles, was in Kapernaum geschah, [wie] wir hörten, [das] vollbringe auch hier in Deiner Vater[stadt]!"
24 Weiter sagte Er: "Wahrlich, Ich sage euch: Kein Prophet ist [wohl]annehmbar in seiner Vater[stadt].
25 In Wahrheit aber sage Ich euch: In den Tagen [des] Elia, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate [ver]schlossen war [und] als [eine] große Hungersnot über das gesamte Land hereinbrach, gab es viele Witwen in Israel;
26 und [doch] wurde Elia zu keiner [von] ihnen gesandt, außer zu [einer] Frau [in] Sarepta in Sidonien, [die] Witwe [war].
27 Und zur [Zeit] des Propheten Elisa gab es viele Aussätzige in Israel, und [doch] wurde keiner [von] ihnen gereinigt außer dem Syrer Naeman."
28 Als [sie] dieses hörten, wurden alle in der Synagoge [mit] Grimm erfüllt;
29 sie standen auf, trieben Ihn aus der Stadt hinaus und führten Ihn bis [zum] Rand des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um Ihn [den] Abhang hinabzu[stürz]en.
30 Er aber schritt mitten durch sie [hin]durch [und] zog [weiter].
31 Dann kam Er nach Kapernaum hinab, [einer] Stadt Galiläas, und lehrte sie an den Sabbaten.
32 Dort verwunderten sie sich über Seine Lehre, da Sein Wort in Vollmacht war.
33 In der Synagoge war [ein] Mann, [der den] Geist [eines] unreinen Dämons hatte; [d]er schrie [mit] lauter Stimme auf und sagte:
34 "Ha! Was [ist zwichen] uns und Dir, Jesus, Nazarener! Bist Du gekommen, uns umzubringen? Ich weiß [von] Dir, wer Du bist: Der Heilige Gottes!"
35 Jesus schalt ihn: "Verstumme und fahre von ihm aus!" Da schleuderte der Dämon ihn mitten unter [sie und] fuhr von ihm aus, [ohne] ihm irgend etwas [zu] schaden.
36 Heilige Scheu fiel auf alle, [so daß] sie sich [mit]einander besprachen und fragten: "Was [ist] dies [für ein] Wort? D[enn] mit Vollmacht und Kraft gebietet Er den unreinen Geistern, und sie fahren aus."
37 Und [die] Kunde von ihm ging in jeden Ort der Umgegend [hin]aus.
38 Jesus stand dann auf, [verließ] die Synagoge [und] ging in das Haus des Simon. [Die] Schwiegermutter des Simon aber war [von] hohem Fieber befallen, und man ersuchte Ihn, nach ihr [zu sehen].
39 [Her]zutretend [beugte] Er [Sich] über sie und schalt das Fieber. Da verließ das Fieber sie. Auf der Stelle stand sie auf [und be]diente sie.
40 Als die Sonne unterging, führten alle, die Hinfällige [mit] mancherlei Krankheit hatten, [die]selben zu Ihm. Er aber, je[d]em einzelnen [von] ihnen die Hände auflegend, h[ei]lte sie.
41 Und auch Dämonen fuhren von vielen aus; [die] schrien und riefen: "Du bist der Christus, der Sohn Gottes!" [Doch] Er schalt [sie] und ließ sie nicht sprechen weil sie wußten, [daß] Er der Christus war.
42 Als [es] Tag wurde, trat er hinaus [und] ging an [eine] einsame Stätte. Die Scharen jedoch suchten Ihn, kamen bis [zu] Ihm und hielten Ihn auf, [damit Er] nicht von ihnen gehe.
43 Er aber sagte zu ihnen: "Ich muß auch den anderen Städten das Königreich Gottes [als] Evangelium [verkündig]en; d[enn] dazu wurde Ich [aus]ges[and]t."
44 Und [so] heroldete Er in den Synagogen Judäas.
1 * Als Er Selbst dann am See Genezareth stand und die Volksmenge Ihn bedrängte, um das Wort Gottes zu hören,
2 sah Er zwei Schiffe am [Ufer des] Sees liegen. Die Fischer [waren] aus ihnen gestiegen und spülten die Netze ab.
3 Da stieg Er in eines der Schiffe, es war das des Simon, [und] ersuchte ihn, [ein] wenig vom Land [weg hin]auszufahren; dann setzte Er Sich [und] lehrte die Volksmenge vom Schiff [aus].
4 Als Er aufgehört hatte [zu] sprechen, sagte Er zu Simon: "Fahre [hin]aus [bis] auf die Tiefe und senkt eure Netze zu[m] Fang [hinab]."
5 Da antwortete Ihm Simon: "Meister, [die] ganze Nacht [hin]durch haben wir uns gemüht [und doch] nichts bekommen; doch auf Dein W[or]t [hin] will ich die Netze [hinab]senken."
6 Als [sie] dies getan hatten, schlossen ihre Netze [eine] große Menge Fische ein und zerrissen.
7 Da winkten sie [ihren] Gefährten in dem anderen Schiff zu, [herüberzu]kommen [und bei] ihnen mit zuzugreifen. [Die] kamen auch, und sie füllten beide Schiffe, so daß sie überspült wurden.
8 Als Simon Petrus [das] gewahrte, fiel er [vor] den Knien Jesu nieder [und] sagte: "Geh von mir [hin]aus, da ich [ein] sündiger (wörtl.: zielverfehlender) Mann bin, [o] Herr!"
9 Denn heilige Scheu hatte ihn und alle, die bei ihm [waren], umfangen über den Fang der Fische, [bei] dem sie mit zugegriffen hatten,
10 gleicherweise aber auch Jakobus und Johannes, [die] Söhne [des] Zebedäus, die Teilhaber des Simon waren. Doch Jesus sagte zu Simon: "Fürchte dich nicht! Von nun [an] wirst du Menschen lebendig fangen."
11 [Dann] zogen sie die Schiffe ans Land, verließen alles und folgten Ihm.
12 Während Er in einer der Städte war, siehe, [da war dort ein] Mann voller Aussatz. Als [er] Jesus gewahrte, fiel er auf [sein] Angesicht [und] flehte Ihn an: "Herr, wenn Du willst, kannst du mich reinigen."
13 [Da] streckte Er die Hand aus, rührte ihn an und sagte: "Ich will, sei gereinigt!" Und sofort ging der Aussatz von ihm.
14 Dann wies Er ihn an, niemandem [etwas] zu sagen: "Sondern gehe hin, zeige dich dem Priester und bringe für deine Reinigung dar, so wie Mose [es] anordnet, ihnen zum Zeugnis."
15 Doch der Bericht über Ihn verbreitete sich um so mehr, und [eine] große Volksmenge kam zusammen, um [Ihn] zu hören und von ihren Gebrechen geh[ei]lt zu werden.
16 Er aber entwich in die Wildnis und betete [dort].
17 An einem der Tage, als Er lehrte, saßen [dort] auch Pharisäer und Gesetzeslehrer, die aus jedem Dorf Galiläas, aus Judäa und Jerusalem gekommen waren; und [die] Kraft [des] Herrn war [da], um sie zu heilen.
18 Und siehe, [da] brachten Männer auf [einem] Tragbett [einen] Mann, der gelähmt war, und [ver]suchten ihn hineinzubringen und vor Seinen Augen [nieder]zulegen.
19 Als [sie] wegen der Volksmenge keine [Möglichkeit] fanden, [auf] welche [Art] sie ihn hineinbringen könnten, stiegen sie auf das Flachdach [und] ließen ihn samt dem Tragbett durch die Ziegel hinab in die Mitte vor Jesus.
20 Ihren Glauben gewährend, sagte Er [zu] ihm: Mensch[enkind], deine Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) sind dir erlassen!"
21 Nun begannen die Schrift[gelehrt]en und Pharisäer zu folgern: "Wer ist dieser? Der redet [ja] Lästerungen! Wer kann Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) erlassen außer Gott allein?"
22 Da Jesus ihre Erwägungen erkannte, antwortete Er ihnen: "Was folgert ihr in euren Herzen?
23 Was ist leichter zu sagen: Deine Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) sind dir erlassen, oder: Erhebe dich und wandle?
24 Damit ihr aber wißt, da[ß] der Sohn des Menschen Vollmacht hat, auf Erden Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) zu erlassen" (sagte er [zu] dem Gelähmten): "Dir sage Ich: Erhebe dich, nimm dein Tragbett auf und gehe in dein Haus."
25 Auf [der] Stelle stand [er] vor ihren Augen auf, nahm [das Bett], auf dem er gelegen hatte, [und] ging in sein Haus, Gott verherrlichend.
26 Da [er]griff [sie] alle Verwunderung; sie verherrlichten Gott und sagten [mit] Furcht [er]füllt: "Wir haben heute Seltsames gewahrt."
27 Danach ging Er [hin]aus und schaute [einen] Zöllner [mit] Namen Levi am Zollamt sitzen. Er sagte zu ihm: "Folge Mir [nach]!"
28 [Da] verließ er alles, stand auf und folgte Ihm [nach].
29 Dann bereitete Levi Ihm [einen] großen Empfang in seinem Haus. Auch war [dort eine] große Schar [von] Zöllnern und anderen, die sich mit ihnen [zu Tisch] niederlegten.
30 Die Pharisäer aber und ihre Schriftgelehrten murrten gegen Seine Jünger [und] sagten: "Weshalb eßt und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern (wörtl.: Zielverfehlern)?"
31 [Da] antworte Jesus und sagte zu ihnen: "Nicht die Gesunden bedürfen [des] Arztes, sondern die [mit Krankheit] übel daran sind!
32 Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu berufen, sondern Sünder (wörtl.: Zielverfehler) zur Umsinnung."
33 Dann sagten sie zu Ihm: "Die Jünger [des] Johannes fasten häufig mit [vielen] Flehen; gleicherweise auch die der Pharisäer, die Deinen aber essen und trinken!"
34 Jesus antwortete ihnen: "Ihr könnt [doch] nicht die Söhne des Brautgemachs [zum] Fasten anhalten, während der Bräutigam bei ihnen ist.
35 Es werden aber Tage kommen, wenn der Bräutigam von ihnen genommen wird, in jenen Tagen werden sie dann fasten."
36 Er sagte aber [ein] Gleichnis zu ihnen: "Niemand reißt von [einem] neuen Kleid [ein Stück als] Flicken [ab und] flickt [ihn] auf [ein] altes Kleid. Wenn aber doch, würde er das neue nur [zer]reißen, und der Flick[lapp]en vom neuen würde [mit] dem alten [Kleid doch] nicht übereinstimmen.
37 Niemand tut jungen Wein in alte Schläuche. Wenn aber doch, wird der junge Wein die Schläuche bersten [lassen], so [daß] er vergossen wird und die Schläuche umkommen.
38 Sondern jungen Wein soll man in neue Schläuche tun, und beide werden erhalten [bleiben].
39 Niemand [der] alten [Wein] getrunken hat, will sofort [den] jungen; denn er sagt: der alte ist milder."
1 * Als Er an [dem] zweiten Erstsabbat durch die Saaten ging, geschah es, daß Seine Jünger Ähren abrupften, [sie mit] Händen zerrieben und [davon] aßen.
2 Da sagten einige der Pharisäer [zu] ihnen: "Warum tut ihr [etwas], das an Sabbaten nicht zu tun erlaubt ist?"
3 Da antwortete ihnen Jesus: "Habt ihr denn d[a]s nicht gelesen, [was] David damals tat, als er hungrig war, er [selbst] und die bei ihm waren,
4 wie er in das Haus Gottes einging und die Schaubrote nahm, aß, und auch denen gab, [die] bei ihm [waren], die zu essen nicht erlaubt ist außer den Priestern allein?"
5 Weiter sagte Er [zu] ihnen: "Der Sohn des Menschen ist auch Herr [über] den Sabbat."
6 An [einem] anderen Sabbat ging Er in die Synagoge und lehrte. Dort war [ein] Mann, dessen rechte Hand verdorrt war.
7 Die Schrift[gelehrt]en und Pharisäer beobachteten Ihn nun scharf, ob Er am Sabbat heilen [würde], damit sie [eine] Anklage gegen Ihn fänden.
8 Er aber wußte [um] ihre Erwägungen und sagte [zu] dem Mann, der die verdorrte Hand hatte: "Erhebe dich und stelle dich in die Mitte!" Da stand er auf und stellte sich [hin].
9 Und zu ihnen sagte Jesus: "Ich will euch [etwas] fragen: Ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun oder Übles zu tun, [eine] Seele zu retten oder [sie] umzubringen?"
10 [Dann] blickte Er sie alle [rings]umher [an] und sagte [zu] dem Menschen: "Strecke deine Hand aus!" Da tat er [es], und seine Hand war wiederhergestellt, [gesund] wie die andere.
11 Sie aber waren [mit] Unvernunft erfüllt und besprachen [sich mit]einander, was sie Jesus antun könnten.
12 In diesen Tagen geschah es, [daß] Er auf [einen] Berg ging, um zu beten; und Er wachte [die] Nacht hindurch im Gebet [zu] Gott.
13 Als es Tag wurde, rief Er Seine Jünger herbei und wählte aus ihnen zwölf, die Er auch Apostel nannte:
14 Simon, den Er Petrus nannte, und Andreas, seinen Bruder, Jakobus und Johannes, Phililppus und Bartholomäus,
15 Matthäus und Thomas, Jakobus den [Sohn] des Alphäus, und Simon der [auch] 'Eiferer' heißt,
16 Judas, [den Sohn des] Jakobus und Judas Iskariot, der dann [zum] Verräter wurde.
17 Als [Er] mit ihnen [wieder] herabgestiegen war, stellte Er Sich auf [einen] ebenen Platz und [mit Ihm eine] große Schar Seiner Jünger sowie eine zahlreiche Volksmenge aus dem gesamten Judäa, aus Jerusalem, aus Tyrus und Sidon am Salzmeer.
18 Die waren gekommen, um Ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. Auch die von unreinen Geistern sehr Belästigten wurden geheilt.
19 Und jeder [in] der Volksmenge suchte Ihn anzurühren, da [eine] Kraft von Ihm ausging und Er alle heilte.
20 Da hob Er Seine Augen auf [zu] Seinen Jüngern hin [und] sagte: "Glückselig [im Geist seid ihr] Armen; d[enn] euer ist das Königreich Gottes.
21 Glückselig, die [ihr] nun hungrig seid; d[enn] ihr sollt gesättigt werden. Glückselig, die [ihr] nun jammert; d[enn] ihr werdet lachen.
22 Glückselig seid ihr wenn die Menschen euch hassen, wenn sie euch absondern, schmähen und euren Namen wegen des Sohnes des Menschen als böse [ver]werfen sollten.
23 Freut euch an jenem Tag und hüpft [vor Wonne]; denn siehe, euer Lohn im Himmel [ist] groß; denn in derselben [Weise] handelten ihre Väter [an] den Propheten.
24 Indessen, wehe euch Reichen; d[enn] ihr habt euren Zuspruch vorweg[genommen]!
25 Wehe euch, die [ihr] nun befriedigt [seid]; d[enn] ihr werdet hungern! Wehe euch, die [ihr] nun lacht; d[enn] ihr werdet trauern und jammern!
26 Wehe, wenn alle Menschen schön [von] euch reden; denn in derselben [Weise] handelten ihre Väter [an] den falschen Propheten!
27 Euch jedoch, die [Mich] hören, sage Ich: Liebet eure Feinde, handelt edel [an] denen, [die] euch hassen!
28 Segnet, die euch verfluchen, betet für die, [die] euch verunglimpfen!
29 [Wer] dich auf die [eine] Wange schlägt, dem biete auch die andere [dar]; und dem, [der] dein Obergewand nimmt, verwehre auch dein Untergewand nicht!
30 Jedem der dich bittet, gib; und von dem, [der] dir das Deine nimmt, fordere [es] nicht [zurück]!
31 Und so wie ihr wollt, daß euch die Menschen tun sollen, gleicherweise tut auch ihr ihnen!
32 Wenn ihr [nur] die liebt, [die] euch lieben, welchen Dank habt ihr [zu erwarten]? Denn auch die Sünder (wörtl.: Zielverfehler) lieben die, [welche] ihnen Liebe [erweise]n.
33 Wenn ihr [nur] denen Gutes tut, [die] euch Gutes tun, welchen Dank habt ihr [zu erwarten]? Denn das gleiche tun auch die Sünder (wörtl.: Zielverfehler).
34 Wenn ihr [denen] leiht, von denen ihr erwartet, [es] wiederzuerhalten, welchen Dank habt ihr [zu erwarten]? Denn auch Sünder (wörtl.: Zielverfehler) leihen [den] Sündern (wörtl.: Zielverfehlern), damit sie ebensoviel wiederhalten.
35 Indessen, liebet eure Feinde, tut Gutes und leiht [aus, ohne] irgend etwas davon [zurückzu]erwarten! Euer Lohn in den Himmeln wird groß sein, und ihr werdet Söhne [des] Höchsten sein; d[enn] Er ist gütig [auch] gegen die Undankbaren und Bösen.
36 Werdet daher mitleidig, so wie auch eurer Vater mitleidig ist!
37 Richtet nicht, und [auch] ihr werdet keinesfalls gerichtet werden! Sprecht nicht schuldig, und [auch] ihr werdet keinesfalls schuldig gesprochen werden! Laßt frei, und [auch] ihr werdet freigelassen werden!
38 Gebt, und [auch] euch wird gegeben werden! [Ein] trefflich vollgedrücktes, ja [ein] gerütteltes und überlaufendes Maß wird man euch in den Schoß geben; denn [mit] demselben Maß, [mit] dem ihr meßt, wird man euch wiedermessen."
39 Er sagte ihnen aber auch [ein] Gleichnis: "Kann etwa [ein] Blinder [einen] Blinden leiten? Werden sie nicht beide in [die] Grube fallen?
40 [Ein] Jünger steht nicht über Seinem Lehrer; [recht] zubereitet, wird jeder nur wie sein Lehrer sein.
41 Wieso [er]blickst du denn das Spänlein in deines Bruders Auge, bedenkst aber nicht den Balken im eigenen Auge?
42 Wie kannst du [zu] deinem Bruder sagen: Bruder, laß mich das Spänlein in deinem Auge herausholen - [während du] selbst den Balken in deinem Auge nicht [er]blickst? [Du] Heuchler! Hole [zu]erst den Balken aus deinem Auge heraus, dann wirst du scharf [genug] blicken, um das Spänlein in deines Bruders Auge herauszuholen.
43 Denn es ist kein edler Baum, [der] faule Früchte trägt; wieder[um] trägt auch [ein] fauler Baum keine edle Frucht.
44 Denn je[d]en Baum [er]kennt man an [seiner] eigenen Frucht; denn man liest keine Feigen von Dornen, noch pflückt man Weinbeeren vo[m] Dornbusch.
45 Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens Gutes hervor, während der böse Mensch aus dem bösen Schatz seines Herzens Böses hervorbringt; denn aus [der] Überfülle [des] Herzens spricht sein Mund.
46 Was nennt ihr Mich 'Herr, Herr' und tut nicht, [was] Ich [euch] sage?
47 .Jeder der zu Mir kommt und Meine Worte hört und sie tut - Ich will euch [ein] Beispiel [geben, mit] wem er [zu ver]gleichen ist:
48 Er gleicht [einem] M[an]n, der [ein] Haus bauen [will] und [aus]schachtet, vertieft und [die] Grund[mauer] auf den Felsen legt. Wenn Hochwasser kommt, stößt [zwar] der Strom gegen jenes Haus, vermag es jedoch nicht zu erschüttern, weil es trefflich gebaut worden ist.
49 [Wer] aber [Meine Worte] hört und nicht [danach] tut, gleicht [einem] M[an]n, [der ein] Haus ohne Grund[mauer] auf [ebener] Erde baut. [Wenn] der Strom [da]gegen stößt, fällt es sogleich zusammen, und groß wird der Einsturz jenes Hauses sein."
1 * Als Er nun alle Seine Reden vor den Ohren des Volkes beendet hatte, kam Er nach Kapernaum hinein.
2 Dort war [der] schwerkranke Sklave [eines] gewissen Hauptmanns (der [von] ihm wert[geacht]et war) im Begriff zu verscheiden.
3 Da [der Hauptmann] von Jesus gehört hatte, schickte er Älteste der Juden zu Ihm, [um] Ihn [zu] ersuchen, damit Er komme, seinen Sklaven [zu] retten.
4 Als sie zu Jesus kamen, sprachen sie Ihm eindringlich zu [und] sagten [zu] Ihm: "Er ist [es] wert, [daß] Du [ihm] dies gewährst;
5 denn er liebt unsere Nation, und er hat uns die Synagoge gebaut."
6 Da ging Jesus mit ihnen. Bereits als er nicht [mehr] weit von dem Haus [ent]fernt war, sandte der Hauptmann Freunde zu Ihm [und ließ] Ihm sagen: "Herr, bemühe Dich nicht; denn ich bin nicht [würdig] genug, daß Du hereinkommst - unter mein Dach.
7 Darum habe ich mich auch nicht [für] würdig ge[ach]tet, selbst zu dir zu kommen; sondern sprich [nur ein] Wort, und mein Knabe wird geheilt sein.
8 Denn ich bin [ein meiner] Obrigkeit untergeordneter Mensch, [ich] habe selbst Krieger unter mir, und [wenn] ich [zu] diesem sage: Geh!, so geht er, und [zu dem] anderen: Komm!, so kommt er, und [zu] meinem Sklaven: Tu dies!, so tut er [es]."
9 Als Jesus dies hörte, erstaunte Er [über] ihn. Und Sich [zu] der Volksmenge wendend, [die] ihm [nach]folgte sagte Er: "Ich sage euch: Nicht einmal in Israel fand Ich so viel Glauben."
10 Als die [Ab]gesandten in das Haus zurückkehrten, fanden sie den hinfälligen Sklaven gesund.
11 Am nächsten Tag ging Er in [eine] Stadt, [die] Nain heißt; und mit Ihm zog [eine] beträchtliche [Zahl] Seiner Jünger und [eine] große Volksmenge.
12 Und siehe, als Er sich dem Stadttor näherte, wurde [ein] Verstorbener, [der] einzige Sohn seiner Mutter, herausgetragen. Sie war Witwe, und [eine] beträchtliche Volksmenge [aus] der Stadt war bei ihr.
13 Als der Herr sie gewahrte, jammerte sie Ihn, und Er sagte [zu] ihr: "Schluchze nicht!"
14 [Dann] trat Er [hin]zu und rührte die Bahre an; die Träger standen [still], und Er sprach: "Jüngling, Ich sage dir: Erhebe dich!"
15 Da setzte sich der Tote auf und fing an zu sprechen; und Er gab ihn seiner Mutter wieder.
16 Furcht [er]griff sie alle, und sie verherrlichten Gott und sagten: "[Ein] großer Prophet ist unter uns erweckt worden!" und: "Gott hat Sein Volk aufgesucht!"
17 Dieser Bericht über Ihn ging in ganz Judäa und in der gesamten Umgegend aus.
18 Auch [dem] Johannes berichteten dessen Jünger über dies alles.
19 Und gewisse zwei Seiner Jünger herzurufend, sandte Johannes [sie] zu Jesus [und ließ Ihn] fragen: "Bist Du der Kommende, oder sollen wir [auf einen] anderen hoffen?"
20 Als die Männer zu Ihm kamen, sagten sie: "Johannes der Täufer schickt uns zu Dir [und läßt] fragen: Bist Du der Kommende, oder sollen wir [auf einen] anderen hoffen?"
21 In jener Stunde h[ei]lte Er viele von Krankheiten, Geißeln und bösen Geistern, und viele Blinden [gewähr]te Er [in] Gnaden das S[ehvermög]en.
22 Daher antwortete Jesus ihnen: "Geht [hin und] berichtet Johannes, [was] ihr gewahrt und hört: Blinde werden s[eh]end, Lahme wandeln, Aussätzige werden gereinigt, Taube hören, Tote erwachen, und Armen wird Evangelium [verkündig]t.
23 Glückselig ist, [wer] keinen Anstoß an Mir [nimm]t."
24 Als die Boten [des] Johannes gegangen waren, begann Er zu der Volksmenge über Johannes zu sprechen: "Wozu zogt ihr [damals] in die Wildnis hinaus? Um [ein] vo[m] Wind gerütteltes Rohr [an]zuschauen?
25 Nein! Wozu zogt ihr hinaus? Um [einen] Menschen, angetan mit weichen Kleidern, zu gewahren? Siehe, die in herrlicher Kleidung Schwelgereien nachgehen, sind in den Königspalästen.
26 Sondern wozu zogt ihr hinaus? Um [einen] Propheten zu gewahren? Ja, Ich sage euch: [Er war] weit mehr [als ein] Prophet!
27 Dieser ist es, von dem geschrieben steht: Siehe, Ich schicke Meinen Boten vor Deinem Angesicht [her], der Deinen Weg vor Dir herrichten wird.
28 Denn wahrlich, Ich sage euch: Unter [den von] Frauen Geborenen ist kein größerer Prophet [als] Johannes der Täufer. [Wer] aber kleiner [ist] - im Königreich Gottes ist er größer [als] er.
29 Das gesamte Volk und die Zöllner, [die ihn] hörten, rechtfertigten Gott, [indem sie] sich [mit] der Taufe [des] Johannes taufen ließen.
30 die Pharisäer und Gesetz[eskundig]en aber lehnten den Rat[schluß] Gottes für sich selbst ab, [indem sie] sich nicht von ihm taufen ließen.
31 [Mit] wem soll Ich nun die Menschen dieser Generation vergleichen? Wem sind sie gleich?
32 Sie sind gleich kleinen Kindern, die [am] Markt sitzen und einander [zu]rufen: Wir flöten euch, doch ihr tanzt nicht! Wir singen euch Totenlieder, doch ihr jammert nicht! -
33 Denn [als] Johannes der Täufer kam [und] weder Brot aß noch Wein trank, da sagt[et] ihr: Er hat [einen] Dämon!
34 [Nun] ist der Sohn des Menschen gekommen; [Er] ißt und trinkt, da sagt ihr: Siehe, [dieser] Mensch [ist ein] Fresser und Weinsäufer, [ein] Freund [der] Zöllner und Sünder (wörtl.: Zielverfehler)!
35 - Und [doch] ist die Weisheit durch all ihre Kinder gerechtfertigt worden."
36 Aber einer der Pharisäer ersuchte Ihn, mit ihm [zu] essen; [da] ging Er in das Haus des Pharisäers und legte sich [zu Tisch].
37 Und siehe, [da war eine] Frau in der Stadt, die [eine] Sünderin (wörtl.: Zielverfehlerin) war. Als [sie] erfuhr, da[ß] Er Sich im Haus des Pharisäers niedergelegt [hatte], holte [sie ein] Alabaster[fläschchen mit] Würzöl
38 und trat schluchzend [von] hinten an Jesu Füße [heran. Dann] fing sie an, Seine Füße [mit] Tränen zu benetzen, wischte [sie mit] ihrem Haupthaar [wieder] ab, küßte Seine Füße zärtlich und rieb [sie mit] dem Würzöl ein.
39 Als der Pharisäer, der Ihn [ein]geladen hatte, [dies] gewahrte, sagte er bei sich: Wenn dieser ein Prophet wäre, hätte Er erkannt, wer und was für [eine] Frau [sie ist], die Ihn anrührt; d[enn] sie ist [eine] Sünderin (wörtl.: Zielverfehlerin).
40 [Da] nahm Jesus [das] Wort und sagte zu Ihm: "Simon, Ich habe dir etwas zu sagen!" Der entgegnete: "Lehrer sprich!"
41 "Ein [Geld]ausleiher hatte zwei Schuldner. Der eine schuldete fünfhundert Denare, der andere fünfzig.
42 [Weil] sie aber nichts hatten, um zu bezahlen, begnadigte er beide. Wer [von] ihnen wird ihn nun mehr lieben?"
43 Simon antwortete: "Ich nehme an, [derjenige], dem er mehr Gnade [erwies]." Da sagte Er [zu] ihm: "Du hast richtig geurteilt."
44 Und zu der Frau gewandt, erklärte Er dem Simon: "[Sieh]st du diese Frau [hier]? Ich kam in dein Haus, [und] du gabst [Mir] kein Wasser für Meine Füße, sie dagegen hat Meine Füße [mit] Tränen benetzt und [sie mit] ihrem Haar [wieder] abgewischt.
45 Du gabst Mir keinen Kuß, sie aber [hat], seitdem Ich [hier] hereinkam, nicht abgelassen, Mir zärtlich die Füße zu küssen.
46 Du riebst Mein Haupt nicht [mit] Öl ein, sie dagegen hat Mir die Füße [mit] Würzöl eingerieben.
47 Mithin sage Ich dir: Ihre vielen Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) sind [ihr] erlassen; d[enn] sie hat [Mir] viel Liebe [erwiese]n. [Wem] aber wenig erlassen wird, der [hat nur] wenig Liebe [erwiese]n."
48 Dann sagte Er [zu] ihr: "Deine Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) sind [dir] erlassen!"
49 Da fingen die mit [zu Tisch] liegenden an, bei sich zu sagen: "Wer ist dieser, der auch Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) erläßt?"
50 Er aber sagte zu der Frau: "Dein Glaube hat dich gerettet, geh [hin] in Frieden!"
1 * In der Folge durchwanderte Er [Stadt] um Stadt und [Dorf um] Dorf, heroldete das Königreich Gottes und [verkündig]te [es als] Evangelium. Mit Ihm [waren] die Zwölf,
2 sowie einige Frauen, die von bösen Geistern und Gebrechen geh[ei]lt worden waren: Maria, die Magdalenerin genannt wird, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren,
3 Johanna, [die] Frau [des] Chusa, [eines] Verwalters [des] Herodes, sowie Susanna und viele andere, die Ihm mit ihrem Besitz dienten.
4 Als [eine] große Volksmenge beisammen war (samt denen, [die] zu Ihm aus [jeder] Stadt herbeigekommen waren), sprach Er in [einem] Gleichnis;
5 "Der Sä[mann] ging aus um sein Saatkorn zu säen. Und beim Säen fiel [etwas] an den Weg und wurde niedergetreten; und die Flügler des Himmels fraßen es.
6 Anderes fiel auf den Felsen nieder; als [es] sproßte, verdorrte es, weil [es] keine Feuchtigkeit hatte.
7 Wieder anderes fiel mitten unter die Dornen, und mit [empor]sprossend, erstickten es die Dornen.
8 Anderes aber fiel auf gutes Land, sproßte und trug hundertfältig Frucht." [Nachdem Er] dies gesagt hatte, rief Er [aus: "Wer] Ohren hat zu hören, [d]er höre!"
9 Da fragten Ihn Seine Jünger, was [die Bedeutung] dieses Gleichnisses sei.
10 Er antwortete: "Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Königreichs Gottes zu [er]kennen, den übrigen aber [wird es] in Gleichnissen [gesagt], damit sie [seh]end nicht s[eh]en und hörend nicht verstehen.
11 Dies nun ist das Gleichnis: Das Saat[korn] ist das Wort Gottes.
12 Die am Weg sind, hören [es]; aber danach kommt der Widerwirker und nimmt das Wort aus ihrem Herzen, damit sie nicht glauben [und] gerettet werden.
13 Die nun auf dem Felsen [sind solche], die das Wort [sogleich] mit Freuden annehmen, wenn sie [es] hören. Doch haben diese keine Wurzel; für [kurze] Frist glauben sie, und zu[m Zeit]punkt [der] Versuchung fallen sie ab.
14 [Was] aber in die Dornen fällt, sind diese: sie hören [es], gehen [hin] und werden von Sorgen, Reichtum und Genüssen des Lebens erstickt und bringen nichts [zur] Reife.
15 Das auf dem ausgezeichneten Land aber sind die, welche das Wort mit [einem] edlen und guten Herzen hören, [es] festhalten und mit Beharrlichkeit Frucht bringen.
16 Niemand zündet [eine] Leuchte an [und] bedeckt sie [mit einem] Gefäß oder setzt [sie] unter [eine] Liege, sondern setzt [sie] auf [einen] Leuchter, damit die Hereinkommenden das Licht erblicken.
17 Denn nichts ist verborgen, [was] nicht offenbar werden wird, noch [ist etwas] verhohlen, [was] nicht doch bekannt werden und an [die] Öffentlich[keit] kommen wird.
18 Daher gebt Obacht, wie ihr hört! Denn [wer] hat, dem wird gegeben werden, und [wer] nichts hat, von ihm wird auch [das, was] er zu haben meint, genommen werden."
19 Als Seine Mutter und Seine Geschwister zu Ihm kommen [wollten], konnten sie wegen der Volksmenge nicht [mit] Ihm zusammentreffen.
20 Da berichtete man Ihm: "Deine Mutter und Deine Geschwister stehen draußen [und] wollen Dich sehen."
21 Darauf antwortete Er ihnen: "Meine Mutter und Meine Geschwister sind die, die das Wort Gottes hören und tun!"
22 Eines Tages geschah es, daß Er mit Seinen Jüngern in [ein] Schiff stieg und zu ihnen sagte: "Laßt uns zum jenseitigen [Ufer] des Sees hinüberfahren!" Und sie fuhren [hin]aus.
23 Während sie segelten, schlief Er ein. Da fuhr [ein] Wirbelwind auf den See hernieder, [das Schiff] füllte sich mit [Wasser], und sie waren [in] Gefahr.
24 Da traten sie herzu, weckten Ihn [und] sagten: "Meister, Meister, wir kommen um!" Und aufgewacht, schalt Er den Wind und die Brandung des Wassers. Da hörte [beides] auf, und es trat [große] Stille [ein].
25 Doch [zu] ihnen sagte Er: "Wo [ist] euer Glaube?" Sie aber fürchteten sich [und] sagten erstaunt zueinander: "Wer ist wohl dieser, weil Er auch den Winden und dem Wasser gebietet, und sie gehorchen Ihm."
26 Dann fuhren sie weiter [bis] in die Gegend von Gergesa, die Galiläa gegenüber ist.
27 Dort stieg Er an Land; [da kam] Ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der Dämonen hatte; seit geraumer Zeit hatte er keine Kleidung angezogen und [war] in keinem Haus geblieben, sondern [hatte sich] in den Gräbern [aufgehalten].
28 Als [er] Jesus gewahrte, fiel er aufschreiend [vor] Ihm nieder und rief [mit] lauter Stimme: "Was [ist zwischen] mir und Dir, Jesus, [Du] Sohn Gottes, des Höchsten? Ich flehe Dich an: quäle mich nicht!"
29 Denn Er [hatte] dem unreinen Geist geboten, aus dem Mann auszufahren; denn [seit] längerer Zeit hatte [jen]er ihn gepackt. [Mit] Ketten und Fußschellen war er gebunden und verwahrt worden; doch die Fesseln zerreißend, wurde er von dem Dämon in die Wildnis getrieben.
30 Jesus fragte ihn: "Was ist dein Name?" Da antwortete er: "Legion;" d[enn] es waren viele Dämonen in ihn gefahren.
31 [Die] flehten Ihn an, damit Er ihnen nicht Gebiete, in den Abgrund zu gehen.
32 Nun war dort an dem Berg [ein] beträchtlicher Auftrieb weidender Schweine. Und [die Dämonen] flehten Ihn an, daß Er ihnen gestatten möge, in dieselben zu fahren. Er gestattete [es] ihnen sofort.
33 Da fuhren die Dämonen aus dem Menschen, fuhren in die Schweine, und der [gesamte] Auftrieb stürmte den Abhang hinab in den See und ertrank.
34 Als [jene], die [sie] geweidet hatten, das Geschehen gewahrten, flohen sie und berichteten [es] in der Stadt und auf den Gehöften.
35 Da gingen [die Leute hin]aus, um zu sehen, [was] geschehen war. Als sie zu Jesus kamen, fanden sie den Menschen, von dem die Dämonen ausgefahren waren, bekleidet und [ganz] vernünftig zu Jesu Füßen sitzen, und sie fürchteten sich.
36 Die [es] ges[e]hen hatten, berichteten ihnen, wie der dämonisch Besessene gerettet worden war.
37 Da ersuchte Ihn die gesamte [Volks]menge der Umgegend [von] Gergesa, von ihnen [fort]zugehen, weil sie [von] großer Furcht [be]drängt wurden. Als Er ins Schiff stieg, [um] um[zu]kehren,
38 flehte der Mann, von dem die Dämonen ausgefahren waren, Ihn an, bei Ihm sein [zu dürfen]; Jesus entließ ihn jedoch [und] sagte:
39 "Kehre in dein Haus zurück und erzähle all[es], was Gott [an] dir getan hat!" [Da] ging er hin und heroldete in der ganzen Stadt all[es], was Jesus [an] ihm getan hatte.
40 Als Jesus zurückkehrte, [hieß] die Volksmenge Ihn willkommen; denn alle [wart]eten [auf] Ihn.
41 Und siehe, [da] kam [ein] Mann namens Jairus, der war Synagogenvorsteher; [dieser] fiel Jesus zu Füßen und sprach Ihm zu, in sein Haus zu kommen;
42 d[enn] er hatte [eine] einzige Tochter [von] etwa zwölf Jahren, die [im] Sterben [lag]. Während Er nun hinging, erstickte Ihn die Volksmenge [fast].
43 [Dort] war auch [eine] Frau, die seit zwölf Jahren an Blutfluß [gelitten hatte]. Derer ganzer Lebens[unterhalt] war [an] Ärzte verausgabt worden, [doch] keiner hatte sie zu heilen vermocht.
44 Von hinten herzukommend, rührte sie die Quaste Seines Obergewandes an, und auf [der] Stelle [kam] ihr Blutfluß [zum] Stehen.
45 Da fragte Jesus: "Wer hat Mich angerührt?" Als alle [es] leugneten, sagte Petrus und die bei Ihm [waren]: "Meister, die Volksmenge [um]drängt und drückt Dich, und Du fragst: Wer hat Mich angerührt?"
46 Jesus antwortete: "Jemand hat Mich angerührt; denn Ich spürte [die] von Mir ausgegangene Kraft."
47 Als die Frau gewahrte, da[ß] sie nicht unbemerkt [geblieben] war, trat sie zitternd [hervor. Vor] Ihm niederfallend, berichtete sie angesichts der gesamte Volkes, aus welchem Grund sie Ihn angerührt hatte und wie sie auf der Stelle geheilt worden war.
48 Da sagte Er [zu] Ihr: "Fasse Mut, Tochter, dein Glaube hat dich gerettet; gehe [hin] in Frieden!"
49 [Während] Er noch sprach, kam jemand aus [dem Haus] des Synagogenvorstehers [und] berichtete ihm: "Deine Tochter ist gestorben; bemühe den Lehrer nicht mehr!"
50 Als Jesus [das] hörte, antwortete Er ihm: "Fürchte dich nicht, glaube nur, und sie wird gerettet werden."
51 Als [Er] in das Haus kam, ließ Er niemand mit Sich eintreten außer Petrus, Jakobus und Johannes, sowie den Vater des Mädchens und die Mutter.
52 Alle aber jammerten und wehklagten [um] sie. Er jedoch sagte: "Jammert nicht; denn sie ist nicht gestorben, sondern schlummert."
53 Da verlachten sie Ihn, [weil] sie wußten da[ß] sie gestorben war.
54 Er aber trieb alle hinaus, faßte ihre Hand und rief:
55 "Mädchen erwache!" Und ihr Geist kehrte zurück, und sie stand auf [der] Stelle auf. Er ordnete nun an, [man möge] ihr zu essen geben.
56 Ihre Eltern aber waren [vor Verwunderung] außer sich. Er wies sie jedoch an, niemandem zu sagen, [was] geschehen war.
1 * Dann rief Er die zwölf Apostel zusammen [und] gab ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen, sowie Krankheiten zu h[ei]len.
2 Dann beauftragte Er sie, das Königreich Gottes zu herolden und Hinfällige zu heilen.
3 Er sagte zu ihnen: "Nehmt nichts auf den Weg [mit], weder Stab noch Bettelsack, weder Brot noch Silber, auch [sollt ihr] nicht zwei Untergewänder haben.
4 Und in welches Haus ihr auch einkehrt, bleibt dort, bis ihr von dort [wieder hin]auszieht.
5 Wo immer man euch nicht aufnimmt [da] geht aus jener Stadt [hin]aus [und] schüttelt auch den Staub von euren Füßen ab zu[m] Zeugnis gegen sie."
6 So zogen sie aus [und] gingen von [Dorf] zu Dorf, [verkünde]ten [das] Evangelium und h[ei]lten überall.
7 Alles, [was] durch Ihn geschah, hörte auch der Vierfürst Herodes und war betroffen [darüber], weil von etlichen behauptet wurde: Johannes ist von [den] Toten erwacht,
8 von einigen aber: Elia ist erschienen, und [von] anderen: Irgendein Prophet der Altvordern ist auferstanden.
9 Herodes aber sagte: "Johannes [ließ] ich [doch] enthaupten; wer ist nun der, von dem ich solches höre?" Und er suchte Ihn [zu] Gesicht zu [bekomm]en.
10 Als die Apostel zurückkehrten, erzählten sie Ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. [Da] nahm er sie beiseite und entwich in [eine] Stadt, [die] Bethsaida heißt, [um] für sich [allein zu sein].
11 Als die Volksmenge [das] erfuhr, folgte sie Ihm. Er [hieß] sie willkommen, sprach [zu] ihnen vom Königreich Gottes und heilte, die [der] Heilung bedurften.
12 Als der Tag sich zu neigen begann, traten die Zwölf herzu und sagten [zu] Ihm: "Entlasse die Volksmenge damit sie in die Dörfer und Gehöfte ringsum[her] gehen, [dort] übernachten und Verpflegung finden; d[enn] wir sind hier an [einer] öden Stätte."
13 Er aber sagte zu ihnen: "Gebt ihr ihnen zu essen!" Darauf berichteten sie [Ihm]: "Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische, außer wir gehen [und] kaufen Speise für dieses gesamte Volk."
14 Denn es waren etwa fünftausend Männer. Dann sagte Er zu Seinen Jüngern: "Laßt sie sich [in] Gruppen [von] etwa je fünfzig lagern."
15 So ordneten sie [es an], und alle lagerten sich.
16 Dann nahm Er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, segnete und brach sie in Stücke und gab [sie] den Jüngern, [damit diese sie] der Volksmenge vorsetzen.
17 Da aßen sie alle und wurden satt; [was] ihnen [an] Brocken übrigblieb, hob man aber auf: zwölf Tragkörbe [voll].
18 Als Er allein war [und] betete, waren [nur] die Jünger bei Ihm. Da fragte Jesus sie: "[Was] sagt die Volksmenge, wer Ich sei?"
19 Sie antworteten: "[Die einen meinen], Johannes der Täufer, andere Elia, wieder andere ein Prophet der Altvordern sei auferstanden."
20 Weiter frage Er sie: "Ihr aber, [was] sagt ihr, wer Ich sei?" Petrus antwortete:
21 "Der Christus Gottes." Da warnte Er sie, wies [sie] an, [mit] niemandem d[arübe]r zu sprechen, [und] sagte:
22 "Der Sohn des Menschen müsse viel leiden und von den Ältesten, Hohenpriestern und Schrift[gelehrt]en verworfen werden, und [Er müsse] getötet und [a]m dritten Tag auferweckt werden,
23 Zu allen aber sagte Er: "Wenn jemand Mir nachfolgen will, [so] verleugne er sich selbst und nehme täglich sein Kreuz (wörtl.: Pfahl) auf und folge Mir.
24 Denn [wer] seine Seele retten will, wird sie verlieren; [wer] aber seine Seele Meinetwegen verliert, der wird sie retten.
25 Denn was nützt es [dem] Menschen, die ganze Welt [zu] gewinnen, wenn [er] sich selbst [dabei] umbringt oder [seine Seele] verwirkt?
26 Denn [wer] sich Meiner und Meiner Worte schämt, d[ess]en wird sich [auch] der Sohn des Menschen schämen, wenn Er in Seiner Herrlichkeit und [der] des Vaters und der heiligen Boten kommt.
27 Ich sage euch wahrhaftig: [Unter denen], die hier stehen, sind einige, die keinesfalls [den] Tod schmecken werden, bis sie das Königreich Gottes gewahren."
28 Etwa acht Tage nach diesen Worten geschah es, [daß] Er Petrus, Johannes und Jakobus beiseite nahm und auf [einen] Berg stieg, um zu beten.
29 Während Er betete, wurde das Aussehen seines Angesichts [ganz] anders und seine Kleidung blitzend weiß.
30 Und siehe, zwei Männer besprachen sich [mit] Ihm, das waren Mose und Elia.
31 Die erschienen in Herrlichkeit [und] sprachen [mit Ihm über] den Ausgang Seines [Lebens, wie] es sich demnächst in Jerusalem erfüllen [sollte].
32 Petrus aber und die mit ihm waren [vom] Schlaf beschwert. Als sie voll wach wurden, gewahrten sie Seine Herrlichkeit und die zwei Männer, die bei Ihm standen.
33 Als [die]selben von Ihm schieden, sagte Petrus zu Jesus: "Meister, schön ist es [für] uns, hier zu sein! Wir sollten [hier] drei Zelte bauen, eins Dir, eins Mose und eins Elia." [Er] wußte [aber] nicht [was] er redete.
34 Während er dies sagte, kam [eine] Wolke und beschattete sie. Sie fürchteten sich aber, als sie in die Wolke hineinkamen.
35 Und [eine] Stimme ertönte aus der Wolke: "Dies ist Mein auserwählter Sohn, hört [auf] Ihn!"
36 Während die Stimme erscholl, fand es sich, [daß] Jesus allein [war]. Sie aber schwiegen und berichteten in jenen Tagen niemandem irgend etwas [von dem, was] sie gesehen ha[tt]en.
37 [Als] sie am nächsten Tag vom Berg hinabsteigen, geschah es, daß Ihm [eine] große Volksmenge entgegen[kam].
38 Und siehe, [ein] Mann aus der Volksmenge schrie auf [und] sagte: "Lehrer ich flehe Dich an: blicke auf meinen Sohn, d[enn] er ist mein einziges Kind!
39 Und siehe, [ein] Geist [er]greift ihn, so [daß] er unversehens schreit; dann reißt er ihn [nieder], schüttelt ihn in Krämpfen unter Schäum[en] und weicht [nur] schwerlich von ihm; [dabei] reibt er ihn ganz auf.
40 Da flehte ich Deine Jünger an, daß sie ihn austreiben möchten, doch sie konnten [es] nicht."
41 Jesus antwortete: "O [du] ungläubige und verdrehte Generation! Wie lange soll Ich [noch] bei euch sein und euch ertragen? Führe deinen Sohn her zu Mir!"
42 Aber noch [während] er herzukam, riß der Dämon ihn [nieder] und schüttelte [ihn heftig] in Krämpfen. Jesus aber schalt den unreinen Geist, heilte den Knaben und gab ihn seinem Vater wieder.
43 Da verwunderten sich alle über Gottes Erhabenheit. [Während] nun alle erstaunt waren über alles, [was] Jesus tat, sagte Er zu Seinen Jüngern:
44 "Ihr [nun] laßt euch diese Worte in eure Ohren tun: denn demnächst wird der Sohn des Menschen in [der] Menschen Hände überantwortet werden."
45 Doch sie begriffen diesen Ausspruch nicht; denn er war vor ihnen verhüllt, damit sie sich dessen nicht innewürden; sie fürchteten sich aber, Ihn wegen dieses Ausspruchs zu fragen.
46 Unter sich stellen [sie] Erwägungen [darüber] an, wer [von] ihnen [wohl der] Größte sei.
47 Als Jesus die Erwägungen ihres Herzens gewahrte faßte [Er ein] kleines Kind an, stellte es neben Sich
48 und sagte [zu] ihnen: "[Wer] dieses kleine Kind in Meinem Namen aufnimmt, [d]er nimmt Mich auf, und [wer] Mich aufnimmt, [d]er nimmt den auf, [der] Mich [aus]ges[and]t hat; denn [wer] der Kleinste von euch allen ist, der ist [der] Größ[te]."
49 Dann nahm Johannes [das] Wort [und] sagte: "Meister, wir gewahrten jemand in Deinem Namen Dämonen austreiben, und wir verboten [es] ihm, weil er uns nicht [nach]folgt."
50 Jesus sagte zu ihm: "Verbietet [es] nicht; denn [wer] nicht gegen euch ist, ist für euch."
51 Als sich die Tage Seiner Hinaufnahme erfüllten, geschah es, daß Er Sein Angesicht fest [darauf richt]ete, nach Jerusalem zu ziehen;
52 und Er schickte Boten vor Seinem Angesicht [her. Die] gingen [hin] und kamen in [ein] Dorf [der] Samatriter, um [Unterkunft für] Ihn bereitzumachen.
53 Doch man nahm Ihn nicht auf, weil Sein Angesicht [darauf gerichtet] war, nach Jerusalem [zu] ziehen.
54 Als Seine Jünger Jakobus und Johannes [das] gewahrten, fragten sie: "Herr, willst Du, wir sollten gebieten, [daß] Feuer vom Himmel herabfalle, wie [es] auch Elia tat, um sie zu verzehren?"
55 Er aber wandte Sich [um und] schalt sie.
56 Dann gingen sie in [ein] anderes Dorf.
57 Auf dem Weg, [den] sie gingen, sagte jemand zu Ihm: "Ich werde Dir folgen, wohin Du auch gehst Herr!"
58 Jesus antwortete Ihm: "Die Schakale haben Baue, und die Flügler des Himmels [haben] Unterschlupf; aber der Sohn des Menschen hat keine [Stätte], wo Er das Haupt hinlege."
59 Zu [einem] anderen sprach Er: "Folge Mir!" Der jedoch sagte: "Herr, gestatte mir, [zu]erst hin[zu]gehen, um meinen Vater zu begraben."
60 Darauf erwiderte Er ihm: "Laß die Toten ihre Toten begraben. Du aber gehe hin und verkündige das Königreich Gottes!"
61 Noch [ein] anderer sagte: "Ich werde Dir folgen Herr! Aber gestatte mir [zu]erst, [mich von] denen in meinem Haus zu verabschieden."
62 Da sagte Jesus zu ihm: "Niemand [der] seine Hand an [den] Pflug legt und [dabei] nach hinten blickt, ist für das Königreich Gottes geeignet."
1 * Danach ernannte der Herr noch zwei[und]siebzig andere [Jünger] und schickte sie [zu] je zwei [und] zwei vor Seinem Angesicht [her] in jede Stadt und [jeden] Ort, wo[hin] Er im Begriff war zu gehen.
2 Dann sagte Er zu ihnen: "Die Ernte [ist] zwar groß, doch Arbeiter [sind es] wenige. Fleht daher [zu]m Herrn der Ernte, damit Er Arbeiter in Seine Ernte hinaustreibe.
3 Geht hin! Siehe, Ich schicke euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe.
4 Tragt keinen Beutel, keinen Bettelsack [und] keine Sandalen! Grüßt niemand auf dem Weg!
5 In welches Haus ihr auch einkehrt, [da] sagt [zu]erst: Friede [sei] diesem Haus!
6 Und wenn dort [ein] Sohn [des] Friedens ist, wird euer Friede auf ihm ruhen; andernfalls aber wird er auf euch zurückkehren.
7 Bleibt in demselben Haus, eßt und trinkt, [was es] bei ihnen [gibt]; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Geht nicht von [einem] Haus weiter in [ein anderes] Haus!
8 In welche Stadt ihr auch kommt und man nimmt euch auf, [da] eßt, [was] euch vorgesetzt wird.
9 H[ei]lt die [Kranken und] Schwachen darin und sagt ihnen: das Königreich Gottes hat sich zu euch genaht!
10 In welcher Stadt ihr auch kommt und man nimmt euch nicht auf, [da] geht auf ihre Plätze und sagt:
11 Sogar den Staub aus eurer Stadt, der uns an den Füßen haftet, wischen wir [vor] euch ab. Indessen [er]kennt dies, da[ß] sich das Königreich Gottes genaht hat.
12 Ich sage euch aber: An jenem Tage wird es Sodom erträglicher ergehen als jener Stadt.
13 Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Wenn in Tyrus und Sidon die Macht[tat]en geschehen wären, die bei euch geschehen sind, [so] hätten sie, in Sacktuch und Asche sitzend längst umgesinnt.
14 Indessen wird es Tyrus und Sidon im Gericht erträglicher ergehen als euch.
15 Und du Kapernaum! Du wirst nicht bis [zu]m Himmel erhöht werden! [Nei]n, bis [ins] Ungewahrte (nicht Wahrgenommene) wirst du hinabgestoßen werden.
16 [Wer] euch hört, hört Mich; und [wer] euch ablehnt, lehnt Mich ab. [Wer] aber Mich ablehnt, lehnt den ab, [der] Mich [aus]ges[and]t hat."
17 Als die Zwei[und]siebzig zurückkehrten, berichteten sie voller Freude: "Herr, kraft Deines Namens ordnen sich uns auch die Dämonen unter!"
18 Da sagte Er ihnen: "Ich schaute den Satan wie [einen] Blitz aus dem Himmlel fallen.
19 Siehe, Ich habe euch Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und [Vollmacht] über die gesamte Macht des Feindes, und keinesfalls wird euch irgend etwas schaden.
20 Indessen freut euch nicht d[arübe]r, da[ß]die Geister sich euch unterordnen. Freut euch aber, da[ß] eure Namen in den Himmeln aufgeschrieben sind."
21 In dieser Stadt frohlockte Er im heiligen Geist und sagte: "Ich huldige Dir, Vater, Herr des Himmels und der Erde, da[ß] Du dieses vor Weisen und Verständigen verbirgst, aber es Unmündigen enthüllst. Ja, Vater, d[enn] so war es [Dein] Wohlgefallen vor Dir.
22 Alles ist Mir von Meinem Vater übergeben worden; und niemand [er]kennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater - und wer der Vater ist, als nur der Sohn und [wem] der Sohn beschließt, [es] zu enthüllen."
23 Und zu den Jüngern gewandt, sagte Er, [als sie] für sich [allein waren]: Glückselig, [sind] die Augen, die [er]blicken, [was] ihr [er]blickt!
24 Denn Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten gewahren, [was] ihr [er]blickt, und haben [es] nicht gewahrt, und von Mir hören, [was] ihr hört, und haben [es] nicht gehört."
25 Und siehe, ein Gesetz[eskundig]er stand auf, [um] Ihn [auf die] Probe [zu stelle]n, und fragte: "Lehrer was [muß ich] tun, [damit] mir äonisches Leben zugelost werde?
26 Er aber sagte zu ihm: "Was steht im Gesetz geschrieben? Wie liest du [da]?"
27 Da antwortete er: "Lieben sollst du [den] Herrn deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele, aus deinem ganzen Vermögen und mit deiner ganzen Denkart sowie deinen Nächsten wie dich selbst."
28 Darauf entgegnete Er ihm: "Du hast richtig geantwortet, tue dies, so wirst du leben."
29 Der aber wollte sich rechtfertigen [und] sagte zu Jesus: "Und wer ist mein Nächster?"
30 Jesus nahm [es mit ihm] auf [und] erwiderte: "Ein M[an]n zog von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel unter Wegelagerer; die zogen ihn aus, [ver]setzen [ihm] Schläge, gingen davon und ließen [ihn] halbtot [liegen].
31 [Es] traf sich aber von ungefähr, [daß] ein Priester auf jenem Weg hinabzog. Als [der] ihn gewahrte, ging er [auf der] anderen Seite vorüber.
32 Gleicherweise kam auch [ein] Levit an die Stelle. Als [der] ihn gewahrte, ging [auch] er [auf der] anderen Seite vorüber.
33 Dann kam ein Samariter, [der unter]wegs war, in seine [Nähe]. Als [der] ihn gewahrte, jammerte [er] ihn.
34 [Da] trat er herzu, verband seine Wunden und goß Öl und Wein darauf. Dann ließ er ihn auf [sein] eigenes Reittier steigen, führte ihn in [eine] Herberge und versorgte ihn.
35 Bevor [er] am Morgen weiterzog, holte er zwei Denare hervor, gab [sie] dem Herbergswirt und sagte [zu] ihm: Versorge ihn, und was du [mehr] ausgeben solltest, werde ich dir bezahlen, wenn ich wiederkomme.
36 Wer [von] diesen dreien scheint dir nun [der] Nächste dessen geworden zu sein, [der] unter die Wegelagerer gefallen war?"
37 Darauf antwortete [jen]er: "Der ihm Barmherzigkeit erwiesen hat." Da sagte Jesus [zu] ihm: "Geh und handle du [in] gleicher Weise!"
38 Als sie [weiter]zogen, kam Er in ein Dorf, wo Ihn eine Frau [mit] Namen Martha in ihrem Haus beherbergte.
39 Auch [ihre] Schwester, [die] Maria hieß, war dort; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte Sein[en] Wort[en] zu.
40 Martha aber wurde durch vieles [Be]dienen abgelenkt; und [her]zutretend sagte sie: "Herr, kümmert es Dich nicht, da[ß] meine Schwester mich allein [be]dienen läßt? Sage ihr nun, daß sie mit mir zugreifen möge!"
41 Der Herr aber antwortete ihr: "Martha, Martha, du sorgst [dich] und bist um vieles [in] Unruhe;
42 doch weniges braucht man - oder [nur] eins. Maria hat nämlich das gute Teil erwählt, das ihr nicht genommen werden soll."
1 * [Einst] war Er an einem Ort im Gebet. Als Er aufgehört hatte sagte einer Seiner Jünger zu Ihm: "Herr, lehre uns beten, so wie auch Johannes Seine Jünger lehrte!"
2 Da sagte Er [zu] ihnen: "Wenn ihr betet, [so] sprecht: Unser Vater in den Himmeln, geheiligt werde Dein Name! Dein Königreich komme! Dein Wille geschehe, wie i[m] Himmel, [so] auch auf Erden!
3 Unser auskömmliches Brot gib uns täglich!
4 Erlaß uns unsere Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen); denn auch wir selbst erlassen jedem, [der] uns [etwas] schuldet. Bring uns nicht in Versuchung hinein, sondern birg uns vor dem Bösen!"
5 Weiter sagte Er zu ihnen: "Wer von euch würde [einen] Freund haben und [nicht um] Mitternacht zu ihm gehen und ihn bitten: Freund, borge mir drei Brote,
6 weil nun [ein] Freund [von] mir von [der] Reise bei mir angekommen ist und ich nichts habe, [was] ich ihm vorsetzen sollte.
7 Jener aber würde von innen antworten: Verursache mir keine Mühe, die Tür ist schon verschlossen, und meine Kinder sind mit mir zu Bett [gegangen]; ich kann nicht aufstehen, um dir [Brot] zu geben! -
8 Ich sage euch: Wenn er auch nicht aufstehen [und es] ihm geben wird, weil er sein Freund ist, [so] wird er sich doch um seiner Unverschämtheit willen erheben [und] ihm geben, soviel er bedarf.
9 Darum sage Ich euch: Bittet, und euch wird gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden, klopft [an], und euch wird geöffnet werden.
10 Denn jeder, der bittet, erhält; und [wer] sucht, [der] findet; und dem, [der an]klopft, wird geöffnet werden.
11 Welcher Vater [ist] unter euch, [den sein] Sohn [um] Brot bitten sollte - er wird ihm [doch] keinen Stein reichen! Oder auch [um einen] Fisch, er wird ihm anstatt [des] Fisches keine Schlange reichen!
12 Und sollte er [um ein] Ei bitten, [so] wird er ihm [doch] keinen Skorpion reichen!
13 Wenn ihr nun, [die] ihr [doch] böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wißt, wieviel mehr wird [euer] Vater i[m] Himmel denen heiligen Geist geben, [die] Ihn bitten!"
14 Einst trieb Er [einen] Dämonen aus, [d]er stumm war. Als der Dämon ausgefahren war, geschah es, [daß] der Stumme sprach; und die Volksmenge staunte.
15 Einige von ihnen aber sagte: "Durch Beezeboul, den obersten der Dämonen, treibt Er die Dämonen aus." Da antwortete Er: "Wie kann Satan [den] Satan austreiben?"
16 Andere wieder [stell]ten I[hn auf die] Probe [und] suchten durch Ihn [ein] Zeichen vo[m] Himmel [zu erhalten].
17 [Da] Er aber ihre Gedanken gewahrte, sagte Er [zu] ihnen: "Jedes Königreich, [das] mit sich selbst uneins ist, wird veröden, und Haus fällt auf Haus.
18 Wenn auch Satan mit sich selbst uneins ist, wie wird sein Königreich [be]stehen [können] - weil ihr behauptet, [daß] Ich die Dämonen durch Beezeboul austreibe!
19 Wenn Ich die Dämonen durch Beezeboul austriebe, durch wen treiben eure Söhne [sie] aus? Deshalb werden sie eure Richter sein.
20 Wenn ich aber durch [den] Finger Gottes die Dämonen austreibe, [so komm]t demnach das Königreich Gottes [schon im] voraus auf euch.
21 Wenn der Starke bewaffnet seinen Hof bewacht, läßt [man] seinen Besitz in Frieden.
22 Falls aber [ein] Stärkerer [als] er ihn überfällt [und] überwindet, nimmt er seine gesamte Waffenrüstung [mit], auf die er vertraute, und verteilt seinen Raub.
23 [Wer] nicht mit Mir ist, [d]er ist gegen Mich, und [wer] nicht mit Mir sammelt, [d]er zerstreut.
24 Wenn der unreine Geist von [einem] Menschen ausgefahren ist, durchzieht er wasserlose Stätten, sucht [dort] Ruhe und findet [sie] nicht. Dann sagt er: Ich werde in mein Haus zurückkehren, von wo ich ausfuhr!
25 Und [wenn er] kommt, findet er [es] unbesetzt, gefegt und geputzt.
26 Dann geht er [hin] und nimmt sieben andere Geister mit sich, ärger [als er] selbst; sie ziehen ein und hausen dort, so [daß] es jenem Menschen zuletzt ärger [ergehen] wird [als] zuvor."
27 In[dem] Er d[a]s sagte, geschah es, daß eine Frau aus der Volksmenge [ihre] Stimme erhob [und] Ihm zurief: Glückselig [ist] der Leib, der Dich getragen hat, und [die] Brüste, die Du gesogen hast."
28 Er aber erwiderte: "Glückselig [sind] vielmehr die, [welche] das Wort Gottes hören und bewahren!"
29 Da sich [nun weitere] Scharen ansammelten, begann Er, [zu ihnen] zu sprechen: "Diese Generation ist [eine] böse Generation; sie sucht [ein] Zeichen; doch man wird ihr kein Zeichen geben außer dem Zeichen des Propheten Jona.
30 Denn so wie Jona den Ninivitern [zum] Zeichen wurde, [eben]so wird es auch der Sohn des Menschen [für] diese Generation sein.
31 [Die] Königin [des] Südens wird mit den Männern dieser Generation zum Gericht auferweckt werden und wird sie verurteilen; d[enn] sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören; und siehe, hier [ist] mehr [als] Salomo!
32 Männer, Niniviter, werden mit dieser Generation zum Gericht auferstehen und sie verurteilen; d[enn] auf den Heroldsruf [des] Jona [hin] sinnten sie um; und siehe, hier [ist] mehr [als] Jona!
33 Niemand zündet [eine] Leuchte an [und] setzt [sie weder] in[s] Verborgene noch unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit die Hereinkommenden das Licht erblicken.
34 Dein Auge ist die Leuchte des Körpers. Folglich, wenn dein Auge klar ist, ist auch dein ganzer Körper licht. Falls es aber böse ist, [wird] auch dein Körper finster [sein].
35 Daher achtet [darauf daß] nicht das Licht in dir Finsternis ist.
36 Wenn nun dein ganzer Körper licht [und] kein Teil davon finster ist, wird er ganz licht sein, wie wenn die Leuchte dir durch [ihre] Strahlen Licht [spend]et."
37 Während Er noch sprach, ersuchte Ihn ein Pharisäer, [das Früh]mahl bei ihm [einzunehm]en. Da ging Er in [dessen Haus und] ließ Sich [zu Tisch] nieder.
38 Als der Pharisäer [das] gewahrte, staunte er, da[ß] Er Sich vor der Mahlzeit nicht [zu]erst gewaschen hatte.
39 Da sagte der Herr zu ihm: "Nun, ihr Pharisäer, ihr reinigt den Becher und die [Eß]platte von außen, euer inneres ist jedoch angefüllt [mit] Raub und Bosheit!
40 [Ihr] Unbesonnenen! Der das Äußere geschaffen hat, hat Er nicht auch das Innere geschaffen?
41 Indessen gebt das, [was da]rin ist, [als] Almosen, und siehe, [dann] ist euch alles rein.
42 Doch wehe euch, [ihr] Pharisäer! Ihr verzehntet die Minze, die Raute und jedes Gemüse; doch [a]m [gerechten] Richten und der Liebe Gottes geht ihr vorüber. Dies muß man beachten und jenes nicht unterlassen.
43 Wehe euch, [ihr] Pharisäer! Ihr liebt [es], den Vordersitz in den Synagogen [zu haben] und [euch] auf den Märkten begrüßen [zu lassen].
44 Wehe euch, Schrift[gelehrt]e und Pharisäer, [ihr] Heuchler! Ihr seid wie unkenntlich [gewordene] Gräber, und die Menschen, die darauf wandeln, wissen [es] nicht."
45 Da antwortete Ihm einer der Gesetz[eskundig]en: "Lehrer, [wenn Du] d[a]s sagst, beschimpfst Du auch uns!"
46 Er aber entgegnete: "Wehe auch euch, [ihr] Gesetz[eskundig]en! Ihr beladet die Menschen [mit] unerträglichen Lasten, ihr selbst aber [wollt] die Lasten nicht [mit] einem eurer Finger anrühren. Wehe euch!
47 Ihr baut die Grab[mäl]er der Propheten [auf], wiewohl eure Väter sie getötet haben.
48 Demnach seid ihr Zeugen und pflichtet den Werken eurer Väter bei; d[enn] sie haben jene getötet, ihr aber baut ihnen Grab[mäl]er [auf].
49 Deshalb sagt auch die Weisheit Gottes: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen schicken, und von ihnen werden sie [einige] töten und verjagen,
50 damit das Blut aller Propheten, das vo[m] Niederwurf [der] Welt [an] vergossen worden ist, von dieser Generation gefordert werde,
51 vom Blut Abels bis [auf das] Blut [des] Zacharias, der zwischen Altar und Haus umkam. Ja, Ich sage euch: Es wird von dieser Generation gefordert werden.
52 Wehe euch [ihr] Gesetz[eskundig]en! Ihr habt den Schlüssel der [Er]kenntnis [weg]genommen. Ihr selbst geht nicht [hin]ein, und den [Hin]eingehenden verwehrt ihr [es]."
53 Als Er von dort herauskam, begannen die Schrift[gelehrt]en und Pharisäer, Ihm unsagbar zuzusetzen und [Ihn] über mehr Dinge auszufragen,
54 [um] Ihm auf[zu]lauern [um] etwas aus Seinem Mund zu erjagen, damit sie Ihn anklagen könnten.
1 * Unter[dessen] hatte sich [eine] Volksmenge [von] Zehntausend versammelt, so daß [sie] einander traten. [Da] begann Er [zu]erst zu Seinen Jüngern zu sagen: "[Nehm]t euch [in] acht vor dem Sauerteig der Pharisäer, [und] das ist [die] Heuchelei!
2 Nichts ist verhüllt [was] nicht enthüllt werden wird, und [nichts ist] verborgen, [was] nicht bekannt werden wird.
3 Darum wird man alles, was ihr im Finstern redet, im Licht hören, und [was] ihr in den Kammern [flüsternd] ins Ohr sprecht, wird man auf den Flachdächern herolden.
4 Ich sage euch, Meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, [die] den Körper töten, danach aber nichts [mehr] darüber hinaus zu tun vermögen.
5 Ich werde euch nun anzeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, [der] Vollmacht hat, nach dem Töten [auch] in die Gehenna zu werfen. Ja, Ich sage euch: Diesen fürchtet!
6 Verkauft man nicht fünf Spätzlein [für] zwei Groschen? Doch nicht eines von ihnen ist vor [den] Augen Gottes vergessen.
7 [Bei] euch jedoch sind sogar die Haare [auf] dem Haupt alle gezählt! Daher fürchtet euch nicht! Ihr überragt [die] vielen Spätzlein!
8 Weiter sage Ich euch: Jeder, der sich vor den Menschen zu Mir bekennen wird, zu dem wird sich auch der Sohn des Menschen vor den Boten Gottes bekennen.
9 [Wer] Mich aber vor [den] Augen der Menschen verleugnen wird, [d]er wird [auch] vor [den] Augen der Boten Gottes verleugnet werden.
10 Jedem, der [ein] Wort gegen den Sohn des Menschen reden wird, dem wird es erlassen werden; [wer] aber gegen den heiligen Geist lästert, [dem] wird es nicht erlassen werden.
11 Wenn man euch in die Synagogen und vor Fürstlichkeiten und Obrigkeiten bringt, [so] sorgt euch nicht, wie oder womit ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt;
12 denn zur selben Stunde wird euch der heilige Geist lehren, [was] ihr sagen müßt."
13 Da sagte jemand aus der Volksmenge [zu] Ihm: "Lehrer, gebiete meinem Bruder, das Los[land] mit mir zu teilen!"
14 Er aber antwortete Ihm: "[O] Mensch, wer hat Mich [als] Richter oder Schiedsmann über euch eingesetzt?"
15 Weiter sagte Er zu ihm: "Seht [zu] und bewahrt euch vor jeder Habgier; d[enn] wenn jemand [auch] Überfluß [ha]t, [so] besteht sein Leben [doch] nicht aus seinem Besitz."
16 Dann redete Er [in einem] Gleichnis zu ihnen: "Der Acker eines reichen M[an]nes hatte gut getragen;
17 so erwog er bei sich: Was soll ich tun, da ich keinen [Platz] habe, wohin ich meine Früchte sammeln soll?
18 Da sagte er [sich]: Dies will ich tun: Ich werde meine Scheunen einreißen, größere bauen und dort all mein Getreide und meine Güter sammeln.
19 Und [zu] meiner Seele werde ich sagen: Seele, du hast für viele Jahre zahlreiche Güter [da]liegen, ruhe [dich aus], iß, trink [und] sei fröhlich!
20 Gott aber sagt [zu] ihm: [Du] Unbesonnener, [in] dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und [was] du [dir] bereitet hast, wem wird es zufallen? -
21 So [geht es jedem], der [für] sich selbst [Schätze auf]speichert und nicht für Gott reich ist."
22 Zu Seinen Jüngern aber sagte Er: "Deshalb sage Ich euch: [Seid] nicht [be]sorgt [für eure] Seele ([also] was ihr essen möget) noch [für] euren Körper (was ihr anziehen sollt).
23 Denn die Seele ist mehr [als] die Nahrung und der Körper [mehr als] die Kleidung.
24 Betrachtet die Raben: sie säen nicht, noch ernten sie, sie haben keine Kammer und keine Scheune, und Gott nährt sie [doch. Um] wieviel mehr überragt ihr [nun] die Flügler!
25 Wer von euch kann [mit] Sorgen seinem Vollwuchs eine Elle hinzufügen?
26 Folglich, wenn ihr doch nicht [das] geringste könnt, was sorgt ihr euch um das übrige?
27 Betrachtet die Anemonen, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht, noch spinnen sie. Ich sage euch: Nicht einmal Salomo in all Seiner Herrlichkeit war [so] umhüllt wie eine [von] diesen.
28 Wenn aber Gott das Gras auf [dem] Feld, [das] heute [da] ist und morgen in [den] Ofen geworfen wird, so kleidet, wieviel eher [wird Er] euch [kleiden, ihr] Kleingläubigen?
29 [Daher] sucht auch ihr nicht, was ihr essen und was ihr trinken sollt, und seid nicht ängstlich besorgt;
30 denn nach all diesem trachtet [man bei] den Nationen der Welt. Euer Vater weiß doch, da[ß] ihr dieser [Dinge] bedürft.
31 Suchet indessen das Königreich Gottes, und man wird euch dies alles hinzufügen.
32 Fürchte dich nicht, [du] kleines Herdlein, da es eurem Vater wohl[er]scheint, euch das Königreich zu geben.
33 Verkauft euren Besitz und gebt [davon] Almosen! Macht euch selbst Beutel, [die] nicht alt werden, [einen] unerschöpflichen Schatz in den Himmeln, wo sich kein Dieb naht und keine Motte [etwas] verdirbt;
34 denn wo euer Schatz ist, dort wird auch euer Herz sein.
35 Laßt eure Lenden umgürtet sein und [eure] Leuchten brennen,
36 so [daß] ihr [den] Menschen gleich [seid, die nach] ihrem Herrn ausschauen, wann er [wohl] von der Hochzeitsfeier aufbrechen würde, damit sie ihm, [wenn] er kommt und [an]klopft, sofort öffnen können.
37 Glückselig [sind] jene Sklaven, die der Herr [bei seinem] Kommen wachend finden wird! Wahrlich, Ich sage euch: Er wird sich umgürten, sie [zu Tisch] lagern [lassen] und herzutreten, [um] sie [zu be]dienen.
38 Wenn er in der zweiten [Nacht]wache oder auch [erst] in der dritten [Nacht]wache kommen sollte und [sie] so [bereit] findet - glückselig sind jene Sklaven!
39 Dies aber [er]kennt ihr: Wenn der Hausherr wüßte, [in] welcher Stunde der Dieb kommt, würde er wachen und nicht [die Wand] seines Hauses durchgraben lassen.
40 Daher seid auch ihr bereit, weil der Sohn des Menschen [zu einer] Stunde kommt, [da] ihr [es] nicht meint."
41 Da fragte Ihn Petrus: "Herr, sagst Du dieses Gleichnis zu uns oder auch zu allen [anderen]?"
42 Der Herr antwortete: "Wer ist wohl der treue und besonnene Verwalter, den der Herr über Sein Gesinde einsetzen wird, um [ihnen] zu[r] rechten [Zeit] das Maß [an] Getreide zu geben?
43 Glückselig [ist] jener Sklave, den Sein Herr, [wenn] er kommt, so tätig finden wird.
44 Wahrhaftig, Ich sage euch: Er wird ihn über all seinen Besitz einsetzen.
45 Wenn aber jener Sklave in seinem Herzen sagt: Mein Herr bleibt [mit seinem] Kommen aus - und fängt an, Knechte und Mägde zu schlagen und [beginnt] zu essen, zu trinken und sich zu berauschen,
46 [dann] wird der Herr jenes Sklaven an [einem] Tag eintreffen, [da] er [es] nicht vermutet, und zu [einer] Stunde, die er nicht kennt, und wird ihn zweiteilen [lassen] und [ihm] sein Teil bei den Ungetreuen geben.
47 Derjenige Sklave aber, der den Willen seines Herr kennt und nichts bereitet oder nach dessen Willen getan hat, wird viel geprügelt werden.
48 [Wer ihn] jedoch nicht kennt, aber [etwas] getan hat, [was] Schläge verdient, wird wenig geprügelt werden. Bei jedem, dem viel gegeben wurde, wird man viel suchen, und [wem] viel anvertraut ist, [von] dem wird man weit mehr fordern.
49 Um Feuer auf die Erde zu werfen bin Ich gekommen; und was wollte Ich [lieber, als daß] es schon entzündet wäre!
50 Doch [mit einer] Taufe habe Ich Mich [noch] taufen zu lassen, und wie drängt es mich, bis sie vollendet ist!
51 Meint ihr, daß Ich gekommen bin, um der Erde Frieden zu geben? Nein, sage Ich euch, sondern vielmehr Zwietracht.
52 Denn von nun [an] werden fünf aus einem Haus uneins sein, drei gegen zwei und zwei gegen drei.
53 [Der] Vater wird mit [dem] Sohn und [der] Sohn mit [dem] Vater uneins sein, [die] Mutter mit [der] Tochter und [die] Tochter mit der Mutter, [die] Schwiegermutter mit ihrer Schwiegertochter und [die] Schwiegertochter mir ihrer Schwiegermutter."
54 Dann sagte Er noch [zu] der Volksmenge: "Wenn ihr im Westen [eine] Wolke aufgehen seht, sagt ihr sofort: Es kommt Regenwetter! Und so geschieht es.
55 Und wenn [der] Südwind weht, sagt ihr: Es wird Glut[hitze] geben! Und [so] geschieht es.
56 [Ihr] Heuchler! Ihr wißt das Angesicht des Himmels und der Erde zu prüfen; wie [kommt es] aber, [daß] ihr diese Frist nicht zu prüfen wißt?
57 Wie[so könnt] ihr dann nicht auch von euch selbst [aus] beurteilen, [was] gerecht [ist]?
58 Denn wenn du mit deinem Prozeßgegner zur Obrig[keit] gehst, gib dir auf dem Weg Mühe, ihn zu beschwichtigen, damit er dich nicht zum Richter schleppt und der Richter dich dem [Straf]vollstrecker übergibt und der [Straf]vollstrecker dich ins Gefängnis wirft.
59 Ich sage dir: Du wirst von dort keinesfalls herauskommen, bis du auch das letzte Scherflein bezahlt hast!"
1 * Zur selben Frist waren einige anwesend, [die] Ihm von den Galiläern berichteten, deren Blut Pilatus mit [dem] ihrer Opfer[tiere] vermischt hatte.
2 Ihnen antwortete Jesus: "Meint ihr, daß diese Galiläer [größere] Sünder (wörtl.: Zielverfehler) waren als alle [anderen] Galiläer, weil sie dies [er]litten haben?
3 Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht umsinnt, werdet ihr alle gleicherweise umkommen.
4 Oder jene achtzehn, auf die der Turm in Siloa fiel und sie tötete, meint ihr, da[ß] sie Schuldige waren, [mehr] als alle [anderen] Menschen, die in Jerusalem wohnen?
5 Nein, sage Ich euch; sondern wenn ihr nicht umsinnt, werdet ihr alle in derselben Weise umkommen."
6 Dann erzählte Er dieses Gleichnis: "Jemand hatte [einen] Feigenbaum in seinem Weinberg gepflanzt. [Als] er kam und Frucht an ihm suchte, fand er jedoch keine.
7 Da sagte er zu dem Weingärtner: Siehe, seit drei Jahren komme ich [und] suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine; hau ihn daher um! Warum [soll] das Land, auf [dem] er [steht], auch [noch] brach[lieg]en?
8 Er aber antwortete ihm: Herr, laß ihn noch dieses Jahr [stehen], bis ich um ihn [herum] gegraben und Dünger geworfen habe.
9 Wenn er in Zukunft doch noch Frucht tragen sollte, [gut]; andernfalls aber soll[te]st du ihn umhauen."
10 Einst lehrte Er an den Sabbaten in einer der Synagogen;
11 und siehe, [dort] war [eine] Frau, [die seit] achtzehn Jahren [einen] Geist [der] Hinfälligkeit hatte; [die] war zusammengekrümmt und konnte sich nicht völlig emporrichten.
12 Als Jesus sie gewahrte, rief Er sie zu [Sich] und sagte: "Frau, du bist von deiner Hinfälligkeit frei!"
13 Dann legte Er ihr die Hände auf, und auf [der] Stelle wurde sie wieder aufgerichtet, und sie verherrlichte Gott.
14 Da Jesus [a]m Sabbat geheilt hatte, wandte sich nun der Synagogenvorsteher entrüstet an die Volksmenge [und] sagte: "Sechs Tage sind es, an denen man arbeiten muß; daher kommt an diesen [und] laßt euch h[ei]len, aber nicht [a]m Tag des Sabbats!"
15 Da antwortete ihm der Herr: "[Ihr] Heuchler, [bind]et nicht je[d]er [von] euch am Sabbat sein Rind oder [seinen] Esel von der Krippe los und führt [ihn] hin [und] tränkt [ihn]?
16 Diese [Frau] aber, [eine] Tochter Abrahams, die der Satan, siehe, achtzehn Jahre gebunden hatte, mußte [sie] nicht [a]m Tag des Sabbats von dieser Fessel losge[bund]en werden?"
17 Als Er dies sagte, schämten sich alle, die Ihm widerstrebten, und die gesamte Volksmenge freute sich über all die herrlichen [Taten], die durch Ihn geschahen.
18 Er sagte nun: "Wem ist das Königreich Gottes gleich, und [mit] wem soll ich es vergleichen?
19 Es ist [einem] Senfkorn gleich, das [ein] Mensch nahm [und] in seinen Garten warf. Dort wuchs es und wurde zu [einem] großen Baum, und die Flügler des Himmels [fand]en in seinen Zweigen Unterschlupf."
20 Wiederum sagte Er: "[Mit] wem soll Ich das Königreich Gottes vergleichen?
21 Es ist [dem] Sauerteig gleich, den [eine] Frau nahm [und] in drei Maß Mehl verbarg, bis es ganz [durch]säuert war."
22 Lehrend durchzog Er so [Stadt] um Stadt und [Dorf um] Dorf und richtete [Seinen] Gang nach Jerusalem.
23 Da fragte Ihn jemand: "Herr, [sind es nur] wenige, die gerettet werden?" Er aber sagte zu ihnen:
24 "Ringt [danach], durch die enge Tür einzugehen, d[enn] viele, sage Ich euch, werden hineinzukommen suchen und [es] nicht vermögen.
25 [Wenn] ihr erst [dann, nachdem] der Hausherr sich erhoben und die Tür abgeschlossen hat, draußen steht und [an] die Tür zu klopfen beginnt und ruft: Herr, Herr, öffne uns!, so wird er euch antworten: Ich weiß nichts [von] euch! Woher seid ihr? -
26 Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben [doch] vor deinen Augen gegessen und getrunken, und du hast auf unseren Plätzen gelehrt.
27 Er aber wird erwidern: Ich sage euch: Ich weiß nichts [von] euch! Woher seid ihr? Entfernt euch von mir alle, [ihr] Werker der Ungerechtigkeit!
28 Dort wird [dann] Jammern und Zähneknirschen sein, wenn ihr Abraham, Isaak, Jakob und alle Propheten im Königreich Gottes sehen werdet, euch [selbst] aber draußen [als Ver]worfene.
29 Vo[m] Osten und Westen, vo[m] Norden und Süden werden sie eintreffen und sich im Königreich Gottes [zu Tisch] lagern.
30 Und siehe, es sind Letzte, die Erste sein werden, und es sind Erste, die Letzte sein werden."
31 Zur selben Stunde traten einige Pharisäer herzu [und] sagten [zu] Ihm: "Geh [hin]aus und zieh [fort] von hier, d[enn] Herodes will Dich töten!"
32 Doch Er entgegnete ihnen: "Geht [und] sagt diesem Schakal: Siehe, Ich treibe Dämonen aus und vollführe Heilungen, heute und morgen, und am dritten Tag werde ich vollendet.
33 Indessen, heute, morgen und [a]m kommenden [Tag] muß Ich [weiter]ziehen; d[enn] es geht nicht an, [daß ein] Prophet außerhalb Jerusalems umkommt.
34 Jerusalem, Jerusalem, das die Propheten tötet und die steinigt, [die] zu ihm geschickt werden! Wie oft wollte Ich deine Kinder versammeln, [in] der[selben] Weise, [wie eine] Henne ihre Nestbrut unter den Flügeln [versammelt]; doch ihr habt nicht gewollt.
35 Siehe, euer Haus wird euch [öde] gelassen [werden], denn Ich sage euch: Ihr werdet Mich keinesfalls gewahren, bis [die Zeit] eintrifft, da[ß] ihr sagt: Gesgegnet [sei], der [da] kommt i[m] Namen [des] Herrn!"
1 * Als Er [an einem] Sabbat in das Haus eines der obersten der Pharisäer gegangen war, um [dort] Brot zu essen, beobachteten sie Ihn scharf.
2 Und siehe, ein Mann [trat] vor Ihn, [d]er wassersüchtig war.
3 [Da] wandte Sich Jesus an die Gesetz[eskundig]en und Pharisäer und sagte zu [ihnen]: "Ist es erlaubt, [a]m Sabbat zu h[ei]len oder nicht?"
4 Sie aber waren still. [Darauf] faßte Er [ihn] an und heilte ihn;
5 dann entließ Er [ihn] und sagte zu ihnen: " [Wenn] einem [von] euch der Sohn oder [das] Rind in [den] Brunnen fallen soll[t]e, wird er ihn nicht sofort emporziehen, auch am Tag des Sabbats?"
6 Und dazu vermochten sie Ihn nichts [da]gegen zu antworten.
7 Den geladenen [Gästen] aber erzählte Er [ein] Gleichnis, [weil Er auf sie] acht[gegeben] hatte, wie sie sich die ersten Liegeplätze erwählten; zu ihnen sagte [Er]:
8 "Wenn du von jemandem zu [einer] Hochzeits[feier ein]geladen wirst, [so] lagere dich nicht auf den ersten Liegeplatz, sonst [könnte ein] mehr Wert[geacht]eter [als] du von ihm [ein]geladen worden sein,
9 und er, der dich und ihn [ein]geladen hat, [könnte] kommen [und] dich ersuchen: Gib diesem [den] Platz! Dann würdest du mit Schande anfangen, den letzten Platz innezuhaben.
10 Nein, wenn du [ein]geladen wirst, [so] geh [und] laß dich auf dem letzten Platz nieder. Wenn [dann] der, [der] dich [ein]geladen hat, kommt [und] dich ersucht: Freund, rücke höher!, da wird dir vor [den] Augen aller, die mit dir [zu Tisch] liegen, Verherrlichung [zuteil] werden.
11 D[enn] jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und [wer] sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden."
12 Er sagte dann noch [zu] dem, [der] Ihn [ein]geladen hatte: "Wenn du [eine Früh]mahl[zei]t oder [ein] Mahl hältst, [dann] rufe weder deine Freunde noch deine Brüder noch deine Verwandten noch reiche Nachbarn [herbei], damit nicht auch sie dich wieder [ein]laden und dir Vergeltung werde.
13 Sondern wenn du [einen] Empfang gibst, [dann] lade Arme [und] Krüppel, Lahme [und] Blinde [dazu ein],
14 und du wirst glückselig sein, weil sie nichts haben, um [es] dir vergelten zu [können]; denn es wird dir bei der Auferstehung der Gerechten vergolten werden."
15 Als dies einer [von] denen, [die] mit [zu Tisch] lagen, hörte, sagte er [zu] Ihm: "Glückselig [ist], wer im Königreich Gottes Brot essen wird."
16 Er aber antwortete Ihm: "Ein Mann gab [ein] großes Mahl und lud viele [dazu ein].
17 Dann schickte er zur Stunde des Mahls seinen Sklaven [aus], um den Geladenen sagen zu [lassen]: Kommt, d[enn alles] ist schon bereit.
18 Aber aus einer [Gesinnung heraus] begannen sie alle sich zu entschuldigen. Der erste [ließ] ihm sagen: Ich [will ein] Feld kaufen und bin genötigt [hin]aus[zu]gehen, um es zu besichtigen. Ich ersuche dich: Halte mich [für] entschuldigt.
19 [Ein] anderer sagte: Ich [will] fünf Joch Rinder kaufen und gehe [gerade], sie zu prüfen, ich ersuche dich: Halte mich [für] entschuldigt.
20 Noch [ein] anderer sagte: Ich [will eine] Frau heiraten und kann deshalb nicht kommen.
21 Der Sklave kam zurück und berichtete dies seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig [und] sagte zu seinem Sklaven: Geh schnell [hin]aus auf die Plätze und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel, [die] Blinden und Lahmen hier [her]ein.
22 Alsdann berichtete ihm der Sklave: Herr, es ist geschehen, [wie] du angeordnet hast; doch es ist noch Platz.
23 Da sagte der Herr zu dem Sklaven: Geh [hin]aus auf die Wege und Steinwälle und nötige [sie] hereinzukommen, damit mein Haus voll werde!
24 Denn ich sage euch: [Von] jenen Männern, die [zuerst] geladen waren, wird keiner mein Mahl schmecken!"
25 Als [einst] große Scharen mit Ihm zogen, wandte Er Sich [um] und sagte zu ihnen:
26 "Wenn jemand zu Mir kommt und nicht seinen Vater und [seine] Mutter, [seine] Frau und [seine] Kinder, [seine] Brüder und [seine] Schwestern, dazu auch noch seine [eigene] Seele haßt, [der] kann nicht Mein Jünger sein;
27 und wer nicht sein Kreuz (wörtl.: Pfahl) trägt und Mir nachfolgt, kann nicht Mein Jünger sein.
28 Denn wer von euch, [der einen] Turm bauen will, setzt sich nicht zuerst [hin, um] die Kosten [zu] berechnen, ob er [auch] die [Mittel] zur Ausführung habe?
29 Sonst [hat] er [den] Grund gelegt, vermag aber nicht, [den Bau] zu vollenden, [und] alle, die [zu]schauen, fangen an ihn zu verhöhnen [und] sagen:
30 Dieser Mensch fängt zu bauen an und vermag nicht, [es] zu vollenden!
31 Oder welcher König geht in [die] Schlacht, um mit [einem] anderen König zusammenzutreffen, [und] setzt sich nicht zuerst [hin, um darüber zu] beraten, ob er imstande ist, mit zehntausend dem zu begegnen [der] mit zwanzigtausend gegen ihn zieht?
32 Anderfalls [muß er], wenn er noch weit [von] ihm [entfernt] ist, [eine] Gesandtschaft schicken [und ihn] um Friedens[verhandlungen] ersuchen.
33 So kann nun keiner von euch Mein Jünger sein, der sich nicht [von] all seinem Besitz trennt.
34 Salz [ist] nun [etwas] ausgezeichnetes; wenn aber auch das Salz fade wird, womit soll man es [wieder] würzen?
35 Es ist weder für [das] Land noch für [den] Dünger verwertbar, [und] man wirft es hinaus. [Wer] Ohren hat zu hören, [d]er höre!"
1 * Es waren gerade all die Zöllner und Sünder (wörtl.: Zielverfehler), [die] sich Ihn nahten, um Ihn zu hören.
2 Doch die Pharisäer wie auch Schrift[gelehrt]en murrten laut [und] sagten: "Dieser nimmt [die] Sünder (wörtl.: Zielverfehler) an und ißt mit ihnen."
3 Da erzählte Er ihnen dieses Gleichnis:
4 "Welcher Mann unter euch, [der] hundert Schafe hat und eines von ihnen verliert, läßt nicht die neun[und]neunzig in der Wildnis zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?
5 Wenn [er es] gefunden hat, legt er [es voller] Freude auf seine Schultern, geht nach Hause,
6 ruft [seine] Freunde und Nachbarn herbei und sagt [zu] ihnen: Freut euch mit mir; d[enn] ich habe mein Schaf gefunden, das verloren [war].
7 Ich sage euch: So wird im Himmel [mehr] Freude sein über einen Sünder (wörtl.: Zielverfehler), [der] umsinnt, als über neun[und]neunzig Gerechte, die [der] Umsinnung nicht bedürfen.
8 Oder welche Frau, [die] zehn Drachmen hat, [wird] nicht, wenn sie eine Drachme verliert, [eine] Leuchte anzünden, das Haus fegen und fürsorglich suchen, bis sie [sie] findet?
9 Wenn [sie sie] gefunden hat, ruft sie die Freundinnen und Nachbarinnen herbei [und] sagt: Freut euch mit mir; d[enn] ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte!
10 So, sage Ich euch, wird vor [den] Augen der Boten Gottes Freude sein über einen Sünder (wörtl.: Zielverfehler), [der] umsinnt."
11 Weiter sprach Er: "Ein Mann hatte zwei Söhne.
12 Der jüngere von ihnen sagte [zu]m Vater: Vater, gib mir den Teil [deines] Vermögens, [der mir] zufällt. Da teilte er ihnen den Lebens[unterhalt] zu.
13 Nach nicht vielen Tagen sammelte der jüngere Sohn all [sein Habe], verreiste in [ein] fernes Land und vergeudete dort sein Vermögen, [indem er] liederlich lebte.
14 Als er alles verbraucht hatte, kam [eine] schwere Hungersnot über jenes Land, und er selbst begann Mangel zu [leid]en.
15 [So] ging er [hin] und schloß sich einem der Bürger jenen Landes an, [d]er ihn auf seine Felder schickte, um [die] Schweine zu weiden.
16 Da begehrte er [nur], sich an den Johannisschoten zu sättigen, [von] denen die Schweine aßen; doch niemand gab [sie] ihm.
17 Nun ging er in sich [und] fragte [sich mit] Nachdruck: Wie viele Tagelöhner meines Vaters [hab]en Brot [im] Überfluß, während ich hier [vor] Hunger umkomme!
18 Ich will mich aufmachen [und] zu meinem Vater gehen und [zu] ihm sagen: Vater, ich habe gegen den Himmel und vor deinen Augen gesündigt (wörtl.: zielverfehlt);
19 ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen; halte mich wie einen deiner Tagelöhner.
20 Dann machte er sich auf und ging zu seinem Vater. Als er noch weit [ent]fernt war, gewahrte ihn sein Vater; da jammerte [er] ihn, und er lief [ihm entgegen], fiel ihm um den Hals und küßte ihn zärtlich.
21 Da sagte der Sohn [zu] ihm: Vater, ich habe gegen den Himmel und vor deinen Augen gesündigt (wörtl.: Zielverfehlt); ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen; halte mich wie einen deiner Tagelöhner.
22 Doch der Vater gebot seinen Sklaven: Schnell, bringt das beste Gewand heraus und zieht es ihm an; gebt [ihm] auch [einen] Ring an seine Hand und Sandalen an die Füße;
23 bringt das gemästete Kalb und schächtet [es]; laßt uns essen und fröhlich sein!
24 D[enn] dieser mein Sohn war tot und lebt [wieder] auf, er war verloren und ist gefunden worden! Und sie fingen an, fröhlich zu [feiern].
25 Sein älterer Sohn aber war auf [dem] Feld. Als er kam und sich dem Haus näherte, hörte er Musik und Reigen[chöre].
26 Da rief er einen der Knechte herzu und erkundigte sich, was dies bedeuten solle.
27 Der antwortete ihm: Dein Bruder ist eingetroffen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschächtet, weil er ihn gesund wiederhalten hat.
28 Da wurde er zornig und wollte nicht [hin]eingehen, doch sein Vater kam heraus [und] sprach ihm zu.
29 Er aber antwortete seinem Vater: Siehe, so viele Jahre sklave ich dir und habe niemals dein Gebot übergangen; doch mir hast du noch nie [ein] Zicklein gegeben, damit ich mit meinen Freunden fröhlich sei.
30 [Nun] aber, als dieser dein Sohn kam, der den [von] dir [erhaltenen] Lebens[unterhalt] mit Huren verzehrte, hast du ihm das gemästete Kalb geschächtet.
31 Doch er erwiderte ihm: Kind, du bist immer bei mir, und all das Meine ist dein.
32 [Wir] sollten nun fröhlich sein und [uns] freuen; d[enn] dieser dein Bruder war tot und lebt [wieder] auf, er war verloren und ist gefunden worden."
1 * Zu Seinen Jüngern sagte Er dann noch: "[Da] war ein reicher Mann, der [einen] Verwalter hatte. Dieser wurde [bei] ihm [von einem] Widersacher [beschuldi]gt als [einer, der] dessen Besitz vergeude.
2 Da [ließ] er ihn rufen und sagte [zu] ihm: Was [ist] das, [was] ich von dir hören [muß]? Erstatte Rechenschaft [über] deine Verwaltung; denn du kannst nicht mehr Verwalter sein.
3 Nun sprach der Verwalter bei sich: Was soll ich tun, da mein Herr mir die Verwaltung wegnimmt? Um zu graben bin ich nicht stark [genug, und] zu betteln schäme ich mich.
4 Ich [er]kenne [jetzt], was ich tun werde, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich aus der Verwaltung abgesetzt werde.
5 Dann rief er je[d]en Schuldner seines Herrn einzeln zu sich; den ersten fragte er: Wieviel schuldest du meinem Herrn?
6 Der antwortete: Huntert Bath Öl. Da sagte er [zu] ihm: Nimm deine [Schuld]schrift, setzte dich und schreibe schnell fünfzig!
7 Darauf fragte er [einen] anderen: Wieviel schuldest du denn? Der antwortete: Hundert Kor Weizen. Da sagte er [zu] ihm: Nimm deine [Schuld]schrift und schreibe achtzig!
8 Jener Herr lobte den ungerechten Verwalter, da[ß] er klug gehandelt habe; d[enn] die Söhne dieses Äons sind [im Umgang] mit ihrer Generation klüger als die Söhne des Lichts.
9 Sage ich euch etwa: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er euch ausgegangen ist, man euch in die äonischen Zelte aufnehme?
10 [Wer im] Geringsten treu [ist], der ist auch in vielem treu, und [wer] im Geringsten ungerecht [ist, d]er ist auch in vielem ungerecht.
11 Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu wart, wer wird euch das wahrhafte [Gut] anvertrauen?
12 Und wenn ihr mit fremdem [Gut] nicht treu wart, wer wird euch das Eure geben?
13 Kein Haussklave kann zwei Herrn sklaven; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird [für den] einen einstehen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott sklaven und [dem] Mammon."
14 D[a]s alles hörten aber auch die Pharisäer, [die zu den] Geldgierigen gehörten, und sie verspotteten Ihn.
15 Da sagte Er [zu] ihnen: "Ihr seid [es], die sich vor [den] Augen der Menschen selbst rechtfertigen. Gott aber kennt eure Herzen; d[enn was] vor [den] Menschen hoch [dasteht, ist ein] Greuel vor [den] Augen Gottes.
16 Das Gesetz und die Propheten [reichen] bis [auf] Johannes. Von da [an] wird das Königreich Gottes [als] Evangelium [verkündi]gt; jeder drängt sich [mit] Gewalt hinein, und Gewalttätige reißen es [an] sich.
17 Es ist aber leichter, [daß] Himmel und Erde vergehen, als [daß] ein Hörnlein [vom] Gesetz falle.
18 Jeder, der seine Frau entläßt und [eine] andere heiratet, bricht [die] Ehe; und jeder, [der] die vo[m] Mann Entlassene heiratet, bricht [auch die] Ehe.
19 Da war ein gewisser reicher Mann, [d]er sich in Purpur und Batist kleidete und prunkvoll [Tag] für Tag in Fröhlichkeit [dahinlebte].
20 [Und] da war [ein] gewisser Armer [mit] Namen Lazarus, der [mit] Eiter[beule]n vor dessen Tor[halle danieder]lag
21 und [nur] begehrte, sich von den Abfällen zu sättigen, die vom Tisch des Reichen fielen. [Es] kamen jedoch die streuenden Hunde und leckten seine Eiter[beulen].
22 Dann geschah es, [daß] der Arme starb und von Boten fortgebracht wurde - in Abrahams Schoß. Aber auch der Reiche starb und wurde begraben.
23 [Als er] im Ungewahrten (Unwahrnehmbaren) in Qualen war und seine Augen aufhob, sah er Abraham von ferne und Lazarus in dessen Schoß.
24 Da rief er: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers [in] Wasser tauche und mir die Zunge kühle; d[enn] ich [leide] Schmerz[en] in dieser Flamme.
25 Aber Abraham antwortete: Kind, erinnere dich [daran], da[ß] du dein Gutes während deines Lebens erhieltest, und Lazarus gleicherweise das Üble; nun aber wird ihm hier zugesprochen, während du Schmerzen [leid]est.
26 Zu diesem allen ist zwischen uns und euch [eine] große Kluft festge[leg]t, damit die, [die] von hier zu euch hinüberschreiten wollen, [es] nicht können, auch nicht die, [die] von dort zu uns herüberfahren möchten.
27 Da rief er: D[an]n ersuche ich dich, Vater, ihn in das Haus meines Vaters [zu] senden
28 (denn ich habe fünf Brüder), damit er ihnen davon Zeug[nis geb]e, auf daß sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen.
29 Abraham antwortete ihm: Sie haben Mose und die Propheten, [auf] die sollen sie hören!
30 Da rief er: Nein, Vater Abraham, doch wenn jemand von [den] Toten zu ihnen ginge, werden sie umsinnen.
31 Er aber antwortete ihm: Wenn sie nicht [auf] Mose und die Propheten hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand aus [den] Toten aufersteht."
1 * Weiter sagte Er zu Seinen Jüngern: "Es ist undenkbar, [daß] keine Fallstricke kommen; indessen wehe [jenem Menschen], durch den sie kommen!
2 Zuträglicher wäre es [für] ihn, wenn [ihm ein] Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geschleudert [würde], als daß er einem dieser Kleinen Anstoß [gib]t.
3 [Geb]t [auf] euch selbst acht! Wenn nun dein Bruder sündigt (wörtl.: zielverfehlt), [so ver]warne ihn; und wenn er umsinnt, vergib ihm!
4 Selbst wenn er [a]m Tag siebenmal an dir sündigt (wörtl.: zielverfehlt) und siebenmal zu dir zurückkehrt [und] sagt: Ich sinne um, - so sollst du ihm vergeben."
5 Da sagten die Apostel zum Herrn:
6 "Verleihe uns [mehr] Glauben!" Der Herr aber antwortete: "Wenn ihr Glauben habt wie [ein] Senfkorn, würdet ihr diesem Schwarzmaulbeerbaum gebieten: Entwurzle dich und [ver]pflanze dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen."
7 Wer von euch, [der einen] Sklaven [beim] Pflügen oder Hirten hat, wird ihm, [wenn er] vom Felde hereinkommt, gebieten: Komm sofort herbei [und] laß dich [zu Tisch] nieder! -
8 Sondern wird er ihm nicht gebieten: Bereite mir [zu], was ich [als] Mahl[zeit hab]en soll! Umgürte dich und [be]diene mich, bis ich gegessen und getrunken habe; danach kannst auch du essen und trinken.
9 Hat er etwa Dank [für] den Sklaven, da[ß] er die Anordn[ung]en ausgeführt hat? Ich meine nicht!
10 So auch ihr, wenn ihr alles getan habt, [was] euch angeordnet war, [dann] sagt: Wir sind unbrauchbare Sklaven, wir haben [nur] getan, [was] wir zu tun schuldig waren."
11 Auf Seinem Gang nach Jerusalem, zog Er auch mitten durch [das Gebiet zwischen] Samaria und Galiläa.
12 Als Er [dort] in ein Dorf hineinkam, begegneten Ihm zehn aussätzige Männer, die weit von [Ihm entfernt] stehen[blieben].
13 Sie [er]hoben [ihre] Stimme und riefen: "Jesus, Meister, erbarme Dich unser!"
14 Als [Er sie] gewahrte, gebot Er ihnen: "Geht [hin und] zeigt euch den Priestern!" Während sie [dann] hingingen, wurden sie gereinigt.
15 Einer von ihnen aber kehrte um, [als er] gewahrte, da[ß] er geheilt war; er verherrlichte Gott mit lauter Stimme, fiel auf [sein] Angesicht
16 Ihm zu Füßen und dankte Ihm. Und er war [ein] Samariter.
17 Als Antwort sagte Jesus: "Sind nicht [alle] zehn gereinigt worden?
18 Wo [sind] denn die neun? Hat sich [sonst] keiner gefunden, [der] umgekehrt ist, um Gott Verherrlichung zu geben, außer diesem Ausländer?"
19 Dann sagte Er [zu] ihm:" Steh auf [und] geh [hin]! Dein Glaube hat dich gerettet."
20 Als Er von den Pharisäern gefragt wurde: "Wann kommt das Königreich Gottes?" Antwortete Er ihnen: "Das Königreich Gottes kommt nicht, [so daß man es] durch Aufpassen [wahrnehmen könnte],
21 noch wird man [es] ansagen: Siehe hier! oder: Siehe dort! - Denn siehe, das Königreich Gottes ist [in] eurem Innern."
22 Zu Seinen Jüngern aber sagte Er: "Es werden Tage kommen, wenn ihr begehren werdet, einen der Tage des Sohnes des Menschen zu gewahren,
23 doch ihr werdet [ihn] nicht sehen. Man wird euch ansagen: Siehe dort! oder: Siehe hier! - Geht nicht hin, auch lauft [ihnen] nicht nach!
24 Denn so wie der Blitz von [hier] unter dem Himmel [auf]blitzt [und bis] nach [dort] unter [dem] Himmel [auf]leuchtet, so wird es [auch mit] dem Sohn des Menschen an Seinem Tag sein.
25 Zuerst aber muß Er viel leiden und von dieser Generation verworfen werden.
26 Wie es in den Tagen Noahs war, so wird es auch in den Tagen des Sohnes des Menschen sein.
27 Sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet bis zu [dem] Tag, [an] dem Noah in die Arche [hin]einging und die [Übe]rflut[ung] kam und [sie] alle umbrachte.
28 Es geschah [in] gleicher Weise wie in den Tagen Lots: Sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten.
29 Aber [an] dem Tag, [als] Lot aus Sodom [hin]ausging, regnete es Feuer und Schwefel vo[m] Himmel und brachte [sie] alle um.
30 In derselben [Weise] wird es [an] dem Tag geschehen, [wenn] der Sohn des Menschen enthüllt wird.
31 [Wer] an jenem Tag auf dem Flachdach sein wird und seine Geräte im Haus [hat], der steige nicht [erst] hinab, um sie [mit]zunehmen; gleicherweise, [wer] auf dem Feld [ist], wende sich nicht nach dem um, [was] hinten [ist].
32 Denkt an Lots Frau!
33 [Wer] sich seine Seele anzueignen sucht, wird sie verlieren; [wer sie] aber verliert, wird sie [zum] Leben zeugen. {Vers nicht in A' und B'}.
34 Ich sage euch: [In] j[en]er Nacht werden zwei auf einem Lager sein, der eine wird mitgenommen und der andere [zurück]gelassen werden.
35 [Von] zwei am selben [Mühlstein] Mahlenden wird die eine mitgenommen, die andere aber [zurück]gelassen werden."
36 {Vers nicht in S*, A', B'}.
37 Als Antwort sag[t]en sie zu Ihm: "Wo Herr?" Er aber erwiderte ihnen: "Wo [ein] Körper [ist], dort werden sich auch die Geier versammeln."
1 * Dann erzählte Er ihnen [ein] Gleichnis dafür, [daß] sie allezeit beten müßten und nicht entmutigt sein.
2 [Er] sagte: "In einer Stadt war ein Richter, [der] Gott nicht fürchtete und sich [vor] keinem Menschen scheute.
3 Da war [auch eine] Witwe in jener Stadt, [die] zu ihm kam und bat: [Verschaff]e mir [doch] Recht vor meinem Prozeßgegner!
4 Eine Zeit[lang] wollte er nicht; danach aber dachte er bei sich: Wenn ich auch Gott nicht fürchte und mich [vor] keinem Menschen scheue,
5 [so] werde ich dieser Witwe doch Recht [verschaff]en, weil sie mir Mühe verursacht, damit sie nicht zu[m] Abschluß kommt [und] mich [ins] Gesicht schlägt."
6 Weiter sagte der Herr: "Hört, was der ungerechte Richter sagt!
7 Sollte nun Gott nicht auch Seinen Auserwähleten Recht verschaffen, die Ihn Tag und Nacht [um] Hilfe [an]rufen?
8 Und Er [hat] Geduld mit Ihnen. Ich sage euch: In Schnelligkeit wird Er ihnen Recht verschaffen. Indessen, wird wohl der Sohn des Menschen [bei Seinem] Kommen den Glauben auf Erden finden?"
9 Einigen, die von sich selbst überzeugt waren, da[ß] sie gerecht seien, und [die alle] übrigen [für] nichts hielten, erzählt Er dieses Gleichnis:
10 "Zwei M[än]ner gingen zur Weihe[stät]te hinauf, um zu beten. Der eine [war ein] Pharisäer und der andere [ein] Zöllner.
11 Der Pharisäer stand [da und] betete dies zu sich selbst: Gott, ich danke Dir, da[ß] ich nicht so wie die übrigen Menschen bin, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner.
12 Ich faste zweimal [a]m Sabbat [und] verzehnte alles, was ich erwerbe.
13 Der Zöllner aber stand von ferne und wollte nicht einmal [seine] Augen zum Himmel erheben, sondern schlug [an] seine Brust [und] sagte: Gott, sei mir Sünder (wörtl.: Zielverfehler) versühnt!
14 Ich sage euch: Dieser ging vor jenem gerechtfertigt in sein Haus hinab; d[enn] jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und [wer] sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden."
15 Dann brachte man auch die [neugeborenen] Kinder zu Ihm, damit Er sie anrühre. Als die Jünger [das] gewahrten, schalten sie die [Leute].
16 Jesus aber rief sie zu Sich [und] sagte: "Laßt die kleinen Kinder zu Mir kommen und verwehrt [es] ihnen nicht; denn [für] solche ist das Königreich Gottes [da].
17 Wahrlich, Ich sage euch: [Wer] das Königreich Gottes nicht annimmt wie [ein] kleines Kind, kann keinesfalls in [das]selbe eingehen."
18 Dann fragte Ihn ein Oberer: "Guter Lehrer, was [soll] ich tun, [damit] mir äonisches Leben zugelost werde?
19 Jesus aber antwortete ihm: "Was nennst du Mich gut? Niemand [ist] gut außer [dem] Einen: Gott.
20 Du weißt die Gebote: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht morden, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch zeugen, ehre deinen Vater und deine Mutter!"
21 Da entgegnete er: "Dies alles habe ich von meiner Jugend [an] bewahrt."
22 Als Jesus d[a]s hörte, sagte Er [zu] ihm: "Eins fehlt dir noch: Verkaufe alles, was du [erworben] hast, verteile [den Erlös an die] Armen, und du wirst [einen] Schatz in den Himmeln haben; [dann komm] herzu und folge Mir!"
23 Der aber wurde tief betrübt, [als er] dies hörte; denn er war überaus reich.
24 Als Jesus gewahrte, [wie] er tief betrübt wurde, sagte Er: "Die Geld haben - wie angewidert [davon] werden sie in das Königreich Gottes eingehen!
25 Denn es ist leichter [für ein] Kamel, durch [das] Öhr [einer] Ahle zu gehen, als [für einen] Reichen, in das Königreich Gottes einzugehen."
26 Dann sagten die Zuhörer: "Wer kann dann gerettet werden?"
27 Er antwortete: "Das bei Menschen Unmögliche ist bei Gott möglich."
28 Dann sagte Petrus: "Siehe, wir haben [unser] Eigentum verlassen und sind Dir gefolgt."
29 Er aber entgegnete ihnen: "Wahrlich, Ich sage euch: Da ist niemand, der [sein] Haus, Frau oder Geschwister, Eltern oder Kinder wegen des Königreichs Gottes verlassen hat,
30 der [es] nicht auf jeden Fall in dieser Frist vielfältig wiedererhält - und im kommenden Äon äonisches Leben."
31 Er nahm dann die Zwölf beiseite [und] sagte zu ihnen: "Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, dort wird alles, [was über] den Sohn des Menschen von den Propheten geschrieben ist, vollendet werden.
32 Denn Er wird den Nationen übergeben, verhöhnt, mißhandelt und [an]gespien werden.
33 [Die] werden Ihn geißeln und töten; und [a]m dritten Tag wird Er auferstehen."
34 Doch sie verstanden nichts [von all] diesem; denn [der Sinn] dieser Rede war vor ihnen verborgen und sie [er]kannten das Gesagte nicht.
35 Als Er dann in die Nähe vor Jericho [kam], saß [da] ein Blinder bettelnd am Weg.
36 [Der] hörte die Volksmenge vorüberziehen [und] erkundigte sich, was dies bedeute.
37 Man berichtete ihm: "Jesus der Nazarener geht vorüber."
38 Da schrie er: Jesus, Sohn Davids, erbarme Dich meiner!"
39 Obwohl die Vorangehenden ihn schalten, damit er stillschweige, schrie er noch viel mehr: "Jesus Sohn Davids, erbarme Dich meiner!"
40 Nun [blieb] Jesus stehen, [und] befahl, ihn zu Ihm zu führen. Als er nahe [herangekomm]en war, fragte Er ihn:
41 "Was willst du, [daß] Ich dir tun soll?" Er antwortete: "Herr, daß ich s[eh]end werde!"
42 Darauf sagte Jesus [zu] ihm: "Werde s[eh]end, dein Glaube hat dich gerettet."
43 Auf [der] Stelle wurde er s[eh]end, und er folgte Ihm und verherrlichte Gott. Auch das gesamte Volk gab Gott Lob, [als es das] gewahrte.
1 * [So] kam Er [nach] Jericho hinein und [wollte hin]durchziehen.
2 Und siehe, [da stand ein] Mann mit Namen Zachäus genannt; er war [ein] Oberzöllner, auch [war] er reich.
3 [Der] suchte Jesus zu sehen, [um zu erfahren], wer Er sei, konnte [es] aber wegen der Volksmenge nicht, weil er [von] kleinem Wuchs war.
4 [Darum] lief er voraus und stieg auf [einen] Maulbeerfeigen[baum], um Ihn [zu] sehen; d[enn] Er war im Begriff, [auf] jenem [Weg hin]durchzuziehen.
5 Als Er [nun] an die Stelle kam, blickte Jesus auf [und] sagte zu ihm: "Zachäus, steige eilends herab; denn heute muß Ich in deinem Hause bleiben."
6 Da stieg er eilends herab, und er beherbergte Ihn [mit] Freuden.
7 Alle, [die das] gewahrten, murrten laut und sagten: "Der geht zu [einem] Mann, [der als] Sünder (wörtl.: Zielverfehler) [bekannt ist], um zu übernachten."
8 Zachäus aber trat zum Herrn [und] gelobte: "Siehe, Herr, die Hälfte meines [erworbenen] Besitzes gebe ich den Armen, und wenn ich [von] jemandem etwas erpreßt habe, [will] ich es vierfältig wiedergeben."
9 Da sagte Jesus zu ihm: "Heute ist diesem Haus Rettung [zuteil] geworden, weil auch er [ein] Sohn Abrahams ist.
10 Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu retten, [was] verloren ist."
11 Als sie dies hörten, fügte Er [noch ein] Gleichnis hinzu, weil er nahe [bei] Jerusalem war und sie meinten, da[ß] das Königreich Gottes im Begriff sei, auf [der] Stelle zu erscheinen.
12 Daher sagte Er: "Ein vornehmer Mann ging in [ein] fernes Land, um [für] sich [die] Königswürde [an]zunehmen und [dann] zurückzukehren.
13 Zuvor rief er zehn seiner Sklaven, gab ihnen zehn Minas und sagte zu ihnen: [Betreibt] Geschäfte, bis ich [wiede]rkomme!
14 Seine Bürger aber haßten ihn und schickten [eine] Gesandtschaft hinter ihm [her und ließen] sagen: Wir wollen nicht, [daß] dieser über uns [als] König [herrsch]e.
15 Als er [nach] erhalt der Königswürde wieder [zurück]kam, ließ er diese Sklaven, denen er das Geld gegeben hatte, [zu] sich rufen, um [zu] erfahren, was [für] Geschäfte sie [gemach]t hätten.
16 Da kam der erste herzu [und] berichtete: Herr, deine Mina hat zehn Minas eingebracht.
17 [Der] erwiderte ihm: Sehr wohl, guter Sklave! Da du i[m] Geringsten treu warst, sollst du über zehn Städte Vollmacht haben.
18 [Dann] kam der zweite und berichtete: Deine Mina, Herr, hat fünf Minas eingebracht.
19 Da sagte er auch [zu] diesem: Und du sollst über fünf Städte [eingesetzt] werden.
20 [Dann] kam [ein] anderer und berichtete: Herr, siehe [hier ist] deine Mina, die ich i[m] Schweißtuch aufbewahrt hatte.
21 Denn ich fürchtete dich, weil du [ein] strenger Mensch bist: Du nimmst, [was] du nicht [an]gelegt, und erntest, [was] du nicht gesät hast.
22 [Dies]er erwiderte ihm: Nach [der Aussage] deines [eigenen] Mundes werde ich dich richten, böser Sklave! Du wußtest, daß ich [ein] strenger Mensch bin [und] nehme, [was] ich nicht [an]gelegt, und ernte, [was] ich nicht gesät habe.
23 Weshalb gabst du mein Geld nicht auf [eine] Bank? Dann hätte ich es, [als] ich kam, mit Zinsen einfordern [können].
24 Und [zu] den Dabeistehenden sagte er: Nehmt ihm die Mina ab und gebt [sie] dem, [der] die zehn Minas hat.
25 Da erwiderten sie ihm: Herr, [d]er hat [schon] zehn Minas!
26 Ich sage euch: Jedem der [da] hat, wird gegeben werden; von dem aber, [der] nichts hat, wird auch [noch das] genommen werden, [was] er [zu] haben [meint].
27 Indessen, diese meine Feinde, die nicht wollen, [daß] ich über sie [als] König [herrsch]e, führt her und schlachtet sie vor mir ab!"
28 Nach diesen Worten ging Er voraus, [um] nach Jerusalem hinauf[zu]ziehen.
29 Als Er Sich Bethphage und Bethanien näherte (zu dem Berg [hin], der Öl[berg] heißt), schickte Er zwei Seine Jünger [aus und] sagte:
30 "Geht in das Dorf [euch] gegenüber! [Wenn ihr] hineinkommt, werdet ihr dort [ein] Füllen [an]gebunden finden, auf dem kein Mensch jemals gesessen hat.
31 [Bind]et [es] los und führt es [her]! Wenn euch jemand fragt: Weshalb [bind]et ihr [es] los?, so sollt ihr ihm erwidern: Der Herr braucht es."
32 Da gingen die [Abgesand]ten hin [und] fanden [es] so, wie Er ihnen gesagt hatte.
33 Als sie das Füllen los[band]en, sagten dessen Herren zu ihnen: "Warum [bind]et ihr das Füllen los?
34 Sie antworteten: "Der Herr, braucht es."
35 Dann führten sie es zu Jesus, warfen ihre Kleider auf das Füllen und ließen Jesus aufsteigen.
36 Während Er [weiter]zog, breiteten sie ihre Kleider auf dem Weg aus.
37 Als Er schon nahe an den Abstieg des Ölbergs [kam], begann die gesamte Menge der Jünger, Gott [mit] lauter Stimme freudevoll zu loben wegen all [der] Machttaten, die sie gewahrt hatten, [und] riefen:
38 "Gesegnet [sei] der König, der [da] kommt im Namen [des] Herrn! Friede [sei] i[m] Himmel und Verherrlichung in[mitten der] Höchsten!"
39 Da sagten einige Pharisäer aus der Volksmenge zu Ihm: "Lehrer, schilt deine Jünger!"
40 Er antwortete ihnen jedoch: "Ich sage euch: Wenn diese stillschweigen, werden die Steine schreien!"
41 Als Er [dann] näher[gekomm]en war und die Stadt s[a]h, schluchzte Er über sie [und] sagte:
42 "Wenn doch auch du, und [zwar] an diesem Tag [er]kennen würdest, [was] zu deinem Frieden [dient]! Nun aber wurde es vor deinen Augen verborgen.
43 D[enn] es werden Tage über dich hereinbrechen, wenn deine Feinde [einen] Wall um dich [auf]werfen werden, dich umzingeln und dich von überallher [be]drängen.
44 Sie werden dich schleifen und deine Kinder in dir [zu Boden schmettern] und nicht Stein auf Stein in dir lassen, darum, weil du die Frist deiner [gnadenreichen] Heimsuchung nicht erkannt hast."
45 Als [Er] in die Weihe[stät]te ging, begann Er, [alle] hinauszutreiben, die darin verkauften und kauften,
46 [und] sage [zu] ihnen: "Es steht geschrieben: Mein Haus wird [ein] Haus [des] Gebets sein! Ihr aber macht es [zu einer] Höhle [für] Wegelagerer."
47 Dann lehrte Er täglich in der Weihe[stät]te. Die Hohenpriester, die Schrift[gelehrt]en und die Ersten des Volkes aber suchten Ihn umzubringen,
48 doch fanden sie keine [Gelegenheit es] zu tun; denn das gesamte Volk, [das] Ihn hörte, hing [Ihm] an.
1 * An einem jener Tage, [als] Er das Volk in der Weihe[stät]te lehrte und [das] Evangelium [verkündig]te, traten die Hohenpriester und Schrift[gelehrt]en samt den Ältesten [her]zu
2 und fragten Ihn: "Sage uns, mit welcher Vollmacht tust Du dies? Wer ist es der Dir diese Vollmacht gibt?"
3 Er antwortete ihnen: "Auch Ich werde euch ein Wort fragen, beantwortet Mir dies:
4 Die Taufe des Johannes, war sie vom Himmel oder von Menschen?"
5 Sie überlegten nun bei sich: Wenn wir sagen: vom Himmel, er wird erwidern: Warum nun glaubtet ihr ihm nicht?
6 Wenn wir aber sagen: von Menschen, wird uns das gesamte Volk steinigen; denn es ist überzeugt, [daß] Johannes [ein] Prophet war.
7 So antworteten sie: "[Man] weiß nicht, woher."
8 Da entgegnete ihnen Jesus: "[Dann] sage auch Ich euch nicht, mit welcher Vollmacht Ich dies tue."
9 Dann begann Er, dem Volk dieses Gleichnis zu erzählen: "Ein M[an]n pflanzte [einen] Weinberg, verpachtete ihn [an] Winzer und verreiste geraume Zeit.
10 Zur rechten Zeit schickte er [einen] Sklaven zu den Winzern, damit sie ihm [seinen Anteil] an der Frucht des Weinbergs gäben. Die Winzer aber prügelten [ihn] und schickten ihn leer weg.
11 [Doch] er fuhr fort und sandte [einen] anderen Sklaven. Sie aber prügelten und entehrten auch jenen [und] schickten ihn leer weg.
12 [Doch] er fuhr fort und sandte [noch einen] dritten. Aber auch diesen verwundeten sie [und] warfen [ihn] hinaus.
13 Da sagte der Herr des Weinbergs: Was soll ich tun? Ich werde meinen geliebten Sohn senden, [vor] diesem werden sie sich [wohl] ebenso wie [vor mir] scheuen.
14 Als die Winzer ihn gewahrten, folgerten sie [unter]einander: Dieser ist der Losteilinhaber; herzu, wir wollen ihn töten, damit das Los[land] unser werde!
15 [So] warfen sie ihn zum Weinberg hinaus und töteten [ihn]. Was wird nun der Herr des Weinbergs [mit] ihnen tun?
16 Er wird kommen und diese Winzer umbringen und den Weinberg anderen geben." Da sagten die Zuhörer: "Möge [das] nicht geschehen!"
17 Er aber blickte sie an [und] sagte: "Was bedeutet d[en]n dieses Wort, das geschrieben ist: [Der] Stein, den die Bau[leute] verworfen haben, d[e]r wurde zu[m] Haupt[stein der] Ecke? -
18 Jeder, der auf jenen Stein fällt, wird zerschellen; auf [wen] er aber fällt, den wird er wie Spreu zerstäuben."
19 Da suchten die Schrift[gelehrt]en und Hohenpriester zu dieser Stunde die Hände an ihn zu legen; sie fürchteten sich jedoch [vor] dem Volk; denn sie [er]kannten, da[ß] Er dieses Gleichnis auf sie bezog.
20 [So ließen] sie [Ihn] scharf beobachten und schickten Horcher [aus, die] heuchelten, selbst gerecht zu sein, damit sie [von] Ihm [ein] Wort aufgreifen könnten, um Ihn [dann] der Oberherrschaft und Vollmacht des Statthalters zu überantworten.
21 Da fragten sie Ihn: "Lehrer, wir wissen, da[ß] du recht redest und lehrst; denn Du hältst nichts [von dem] äußeren [Ansehen der Menschen], sondern lehrst den Weg Gottes in Wahrheit.
22 Ist es uns erlaubt, [dem] Kaiser Steuern zu geben oder nicht?"
23 [Da er] aber ihre List bemerkte, sagte Er zu ihnen: "Was versucht ihr Mich? Zeigt Mir [einen] Denar?"
24 Als sie Ihm [einen] zeigten, fragte Er [sie]: "Wessen Bild und Aufschrift hat er?" Sie antworteten: "[Des] Kaisers."
25 Dann sagte Er zu ihnen: "So bezahlt nun [dem] Kaiser, [was des] Kaisers [ist], und Gott, [was] Gottes [ist]."
26 Und sie vermochten nicht, [einen] Ausspruch [von] Ihm in Gegenwart des Volkes aufzugreifen; sie staunten [nur] über Seine Antwort und schwiegen.
27 Dann traten einige der Sadduzäer herzu, die behaupteten, [es] gebe keine Auferstehung;
28 sie fragten Ihn: "Lehrer, Mose schreibt uns [vor]: Wenn jemandes Bruder, [der eine] Frau hat, stirbt und dieser kinderlos war, [dann] soll sein Bruder die Frau nehmen und seinem Bruder Samen erwecken.
29 Es waren nun sieben Brüder; der erste nahm [eine] Frau und starb kinderlos.
30 Da nahm der zweite die Frau; auch dieser starb kinderlos.
31 Dann nahm sie der dritte und in derselben Weise die sieben; sie [alle] hinterließen keine Kinder und starben.
32 Als letzte [von] allen starb auch die Frau.
33 In der Auferstehung nun, wem [von] ihnen wird sie [als] Frau [angehören]? Denn [alle] sieben haben sie [zur] Frau gehabt."
34 Jesus antwortete ihnen: Die Söhne dieses Äons heiraten und werden verheiratet.
35 Die aber [für] würdig ge[acht]et werden, jenes Äons und der Auferstehung aus [den] Toten teilhaftig zu werden, heiraten [dann] weder, noch werden sie verheiratet.
36 Sie können doch auch nicht mehr sterben; denn sie sind wie die Boten und sind Söhne Gottes, [weil sie] Söhne der Auferstehung sind.
37 Da[ß] aber die Toten erwachen, hat schon Mose [im Bericht] über den Dornbusch eröffnet, als er [den] Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt.
38 Doch ist Er kein Gott [der] Toten, sondern [der Gott der] Lebendigen; denn Ihm leben alle."
39 Da antworteten einige der Schrift[gelehrt]en: "Lehrer, Du hast trefflich geredet."
40 Denn sie wagten nicht mehr, Ihn irgend etwas zu fragen.
41 Da sage Er zu ihnen: "Wie [können] einige behaupten, Christus sei Davids Sohn?
42 Denn er, David, sagte in [der] Rolle [der] Psalmen: Es sprach der Herr [zu] meinem Herrn: Setze Dich zu Meiner Rechten,
43 bis Ich Deine Feinde [zum] Schemel Deiner Füße lege. -
44 David nun nennt Ihn Herr; wie [kann] Er [dann] sein Sohn sein?"
45 Als das gesamte Volk zuhörte, sagte Er [zu] Seinen Jüngern:
46 "[Nehm]t euch [in] acht vor den Schrift[gelehrt]en, die in [prächtigen] Gewändern umhergehen wollen, auf den Märkten sich gern begrüßen lassen, Vordersitze in den Synagogen und erste Liegeplätze bei [Gast]mählern [beanspruchen],
47 die Häuser der Witwen verzehren und [zum] Vorwand weitschweifig beten. Diese werden [ein] überaus [strengeres] Urteil erhalten."
1 * Als [Er dann] aufblickte s[a]h Er die Reichen ihre Nahegaben in den Schatzkasten werfen.
2 Dort gewahrte Er auch eine unbemittelte Witwe, [die] warf zwei Schärflein [ein].
3 Da sagte Er: "Wahrhaftig, Ich sage euch: Diese arme Witwe warf mehr [ein als sie] alle.
4 Denn sie alle warfen von ihrem Überfluß in die Nahegaben Gottes [ein]; diese aber warf aus ihrem Mangel alles [ein, was] sie [als] Lebens[unterhalt] hatte."
5 Als einige von der Weihe[stät]te sagten, da[ß] sie [mit] schönen Steinen und Widmungen geschmückt sei, entgegnete Er:
6 "D[a]s, [was] ihr schaut - es werden Tage kommen, an denen hier nicht Stein auf Stein gelassen wird, den man nicht abbrechen wird."
7 Da fragten sie Ihn: "Lehrer, wann wird d[a]s nun sein, und welches [ist] das Zeichen, wenn dieses Geschehen bevorsteht?"
8 Er aber antwortete: "Hütet euch, [damit] ihr nicht irrege[führ]t werdet! Denn viele werden in Meinem Namen kommen [und] sagen: Ich bin [es] - und: Der [Zeit]punkt hat sich genaht! - Geht ihnen nicht nach!
9 Wenn ihr aber [von] Schlachten und Aufruhr hört, erschreckt nicht; denn das muß zuerst geschehen, jedoch [ist es] nicht sofort die Vollendung."
10 Dann sagte Er ihnen: "Es wird Nation gegen Nation und Königreich gegen Königreich erweckt werden;
11 auch werden große [Erd]beben und stellenweise Hungersnöte und Seuchen sein; furchtbare [Dinge] und auch große Zeichen vo[m] Himmel werden sein.
12 Schon vor diesem allen werden sie ihre Hände an euch legen, [euch] verfolgen und an die Synagogen und Gefängnisse überantworten, und [ihr werdet] abgeführt werden vor Könige und Regierende wegen Meines Namens.
13 [Das] wird euch aber [Gelegenheit] zu[m] Zeugnis bieten.
14 Daher nehmt [es] euch in euren Herzen [vor], nicht [für eure] Verteidigung vorzusorgen;
15 denn Ich werde euch [Worte in den] Mund und Weisheit geben, denen alle die euch widerstreben, nicht werden widerstehen oder widersprechen können.
16 Ihr werdet aber auch von Eltern und Brüdern, Verwandten und Freunden überantwortet werden, und man wird [einige] von euch [zu] Tode [bring]en.
17 Ja, ihr werdet um Meines Namens willen von allen gehaßt werden.
18 Aber keinesfalls soll [ein] Haar von eurem Haupt verloren[gehen].
19 Durch euer Ausharren werdet ihr eure Seelen erwerben.
20 Wenn ihr Jerusalem von Heerlagern umzingelt s[e]ht, dann [er]kennt, da[ß] sich seine Verödung genaht hat.
21 Dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen, die mitten in [der Stadt] sollen aus ihr weichen, und die auf dem Land sollen nicht in sie hineingehen;
22 d[enn] dies sind Tage [der] Rache, [damit] alles, [was] geschrieben ist, [er]füllt werde.
23 Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen! Denn im Land wird große Not sein und Zorn [über] diesem Volk.
24 Sie werden [durch des] Schwertes Schneide fallen und unter alle Nationen gefangen [weg]ge[führ]t werden. Und Jerusalem wird von [den] Nationen getreten werden, bis [die] Fristen [der] Nationen erfüllt sind.
25 Dann werden Zeichen an Sonne, Mond und [den] Gestirnen sein, und auf der Erde [wird] Beklemmung [der] Nationen vor Ratlosigkeit [beim] Brausen [des] Meeres und [bei der] Erschütterung [sein],
26 [wobei die] Menschen in Furcht und Vorahnung [vor] dem erstarren, [was] über die Wohn[er]de kommt; denn die Mächte der Himmel werden erschüttert werden.
27 Dann wird man den Sohn des Menschen in [einer] Wolke mit Macht und großer Herrlichkeit kommen sehen.
28 [Wenn] aber dies zu geschehen beginnt, [dann] richtet euch empor und erhebt eure Häupter, weil eure Freilösung naht!"
29 Weiter erzählte Er ihnen [ein] Gleichnis: "Seht den Feigenbaum und all die [anderen] Bäume [an]:
30 Wenn sie bereits knospen [und] ihr [dies er]blickt, [dann er]kennt ihr von selbst da[ß] der Sommer schon nah ist.
31 So auch ihr: Wenn ihr dies [alles] eintreffen s[e]ht, [dann er]kennt [daran], daß das Königreich Gottes nahe ist.
32 Wahrlich, Ich sage euch: Keinesfalls sollte diese Generation vergehen, bis [dies] alles geschehen ist.
33 Der Himmel und die Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden keinesfalls vergehen.
34 [Gebt auf] euch selbst acht, damit eure Herzen nicht [etwa] durch [trunkenen] Taumel und Rausch oder [durch] Sorgen [um] die Lebensbedürfnisse beschwert werden und jener Tag unvermutet wie [eine] Falle vor euch stehe;
35 denn er wird über alle hereinbrechen, die auf [dem] Angesicht der gesamten Erde [ihren Wohnsitz haben].
36 Daher wachet, bei jeder Gelegenheit flehend, damit ihr imstande seid, diesem allen, [was] zukünftig geschehen [soll], zu entrinnen und vor den Sohn des Menschen gestellt zu werden."
37 So lehrte Er die Tage [über] in der Weihe[stät]te, doch des Nachts ging Er [hin]aus [und] nächtigte auf dem Berg, der Öl[berg] heißt.
38 Früh[morgens] aber kam das gesamte Volk zu Ihm in die Weihe[stät]te, um Ihn zu hören.
1 * Nun nahte das Fest der ungesäuerten [Brote], das Passah genannt wird.
2 Da suchten die Hohenpriester und Schrift[gelehrt]en, wie sie Ihn hinrichten [lassen] könnten; denn sie fürchteten das Volk.
3 Es fuhr aber Satan in Judas, der 'Iskariot' heißt [und] aus der Zahl der Zwölf war.
4 [Der] ging hin und besprach [mit] den Hohenpriestern und [ihren] Hauptleuten, wie er Ihn ihnen verraten sollte.
5 Hierüber freuten sie sich und kamen [mit ihm] überein, ihm Geld zu geben.
6 Er stimmte zu und suchte [eine] günstige Gelegenheit, um Ihn ihnen ohne [Wissen der] Volksmenge zu verraten.
7 Als der Tag der ungesäuerten [Brote] gekommen war, [an] dem man das Passah opfern mußte,
8 schickte Er Petrus und Johannes [aus] und sagte: "Geht [hin und] bereitet uns das Passah, damit wir [es] essen."
9 Sie fragten Ihn: "Wo willst Du das Passah essen? [Wo] sollen wir es bereiten?"
10 .Da antwortete Er ihnen: "Siehe, [wenn] ihr in die Stadt hineinkommt, wird euch [ein] Mann begegnen, [der einen] Topf Wasser trägt; folgt ihm in das Haus, in das er hineingeht,
11 redet [mit] dem Hausherrn [jenes] Hauses und sagt: Der Lehrer [läßt] dich fragen: Wo ist Mein Gastzimmer, wo Ich das Passah mit Meinen Jüngern essen kann?
12 Dann wird jener euch [einen] großen Söller [mit aus]gebreiteten [Polstern] zeigen; dort bereitet [das Mahl]."
13 Da gingen sie hin [und] fanden [alles] so, wie Er [es] ihnen angesagt hatte, und bereiteten das Passah.
14 Als die Stunde gekommen war, ließ Er Sich nieder und die zwölf Apostel mit Ihm.
15 Dann sagte Er zu ihnen: "Sehnlich, verlangt [es] Mich, dieses Passah vor Meinem Leiden mit euch zu essen;
16 denn Ich sage euch: Ich werde keinesfalls davon essen, bis es im Königreich Gottes erfüllt werde."
17 [Dann] ließ Er sich den Becher reichen, dankte und sagte: "Nehmt diesen und teilt [ihn] unter euch;
18 denn Ich sage euch: Ich werde von nun [an] keinesfalls vom Ertrag des Weinstocks trinken, bis das Königreich Gottes kommt."
19 Darauf nahm Er Brot, dankte, brach [es], gab [es] ihnen und sagte: "Nehmt! Dieses ist Mein Körper, der für euch gegeben wird; dies tut zu Meinem Gedächtnis!"
20 In derselben Weise [nahm Er] auch den Becher nach dem Mahl [und] sagte: "Dieser Becher [ist] der neue Bund in Meinem Blut, das für euch vergossen wird.
21 Indessen, siehe, die Hand Meines Verräters [ist] mit Mir auf dem Tisch:
22 Der Sohn des Menschen geht zwar [dahin, so] wie [es] festgesetzt ist; indessen, wehe jenem Menschen, durch den Er verraten wird!"!
23 Da begannen sie, sich untereinander zu befragen, [wer] von ihnen es wohl sei, der vorhabe, dies zu verüben.
24 Dann entstand unter ihnen noch [ein] ehrsüchtiges Streiten [darüber], wer [von] ihnen [dafür]gelte, [der] Größte zu sein.
25 Er aber sagte ihnen: "[Bei] den Nationen haben die Könige [die] Herrschaft [über] sie, und die [über] sie Vollmacht [hab]en, werden 'Wohltäter' genannt.
26 Doch [bei] euch [sollte es] nicht so [sein], sondern der Größte unter euch sei wie der Jüngste und der Führende wie [ein] Dienender.
27 Denn wer [ist der] Größere, der [zu] Tisch liegt oder der [be]dient? Ist nicht [er es], der [zu] Tisch liegt? Ich aber bin in eurer Mitte wie [ein] Dienender.
28 Ihr nun seid [es], die mit Mir in Meinen Anfechtungen ausgeharrt haben.
29 Und so, wie Mir Mein Vater [das] Königreich [durch einen] Bund [bestimm]t hat, [mach]e Ich [einen] Bund [mit] euch,
30 damit ihr in Meinem Königreich an Meinem Tisch essen und trinken sollt. Auch werdet ihr auf Thronen sitzen [und] die zwölf Stämme Israels richten."
31 Dann sagte der Herr: "Simon, Simon, siehe, Satan fordert euch für sich, um [euch] wie das Getreide zu sieben.
32 Ich aber habe für dich gefleht, damit [dir] dein Glaube nicht ausgehe; und [wenn] du [dich] einst umwendest [dann] festige deine Brüder."
33 Da antwortete er Ihm: "Herr, ich bin bereit, mit Dir auch in [das] Gefängnis und in [den] Tod zu gehen!"
34 Er aber entgegnete: "Ich sage dir, Petrus, [der] Hahn wird heute nicht krähen, bis du dreimal verleugnen wirst, [von] Mir zu wissen."
35 Dann fragte Er sie: "Als Ich euch ohne Beutel, Bettelsack und Sandalen [aussand]te, habt ihr [da] etwa Mangel [an] irgend [etwas gelit]ten?" Da antworteten sie: "[An] nichts!"
36 Darauf sagte Er ihnen: "Jedoch [von] nun [an - wer einen] Beutel hat, [d]er nehme [ihn mit sich], gleicherweise auch [einen] Bettelsack, und [wer] nichts hat, [d]er verkaufe sein Obergewand und kaufe [ein] Schwert.
37 Denn Ich sage euch: Dieses Schrift[wort] muß an Mir vollendet werden, [nämlich]: Unter [die] Gesetzlosen ist Er gerechnet worden. so hat denn das, [was] Mich betrifft, [seine] Vollendung."
38 Da sagten sie: "Herr, siehe, hier [sind] zwei Schwerter." Er antwortete ihnen: "Es ist genug."
39 [Dann] trat Er [hin]aus und ging nach [Seiner] Gewohnheit auf den Ölberg; dorthin folgten Ihm auch die Jünger.
40 Als [Er] Sich an [diesem] Ort befand, sagte Er [zu] ihnen: "Betet, [daß ihr] nicht in Anfechtung hineinkommt!"
41 Dann riß Er Sich von ihnen los; etwa [einen] Steinwurf [entfernt] kniete nieder und betete:
42 "Vater, wenn [es] Dein Beschluß ist, trage diesen Becher von Mir weg! Indessen nicht Mein Wille, sondern der Deine geschehe!"
43 Da erschien Ihm [ein] Bote vo[m] Himmel [und] stärkte Ihn.
44 [So] geriet Er in [ein] Ringen und betete [noch] insbrünstiger, und Sein Schweiß wurde wie Blutgerinnsel, [das] auf die Erde herabfiel.
45 [Als Er] vom Gebet aufstsand und zu den Jüngern kam, fand Er sie vor Betrübnis schlafend
46 und sagte [zu] ihnen: "Was schlummert ihr? Steht auf [und] betet, damit ihr nicht in Anfechtung hineinkommt."
47 [Während] Er noch sprach, siehe [da kam eine] Schar, und einer der Zwölf, der Judas hieß, ging ihnen voraus und näherte sich Jesus, um Ihn zu küssen.
48 Jesus aber sagte [zu] ihm: "Judas, [mit einem] Kuß verrätst du den Sohn des Menschen?"
49 Als die um Ihn gewahrten, [was] bevorstand, fragten sie Ihn: "Herr sollen wir mit [dem] Schwert [dr]einschlagen?"
50 Und [schon] schlug jemand (einer von ihnen) [auf] den Sklaven des Hohenpriesters ein und hieb ihm das rechte Ohr ab.
51 Jesus aber antwortete: "Laßt [es zu]! Bis [auf] dieses. -" [Dann] rührte Er die Ohr[muschel] an und heilte ihn.
52 Zu [den] Hohepriestern, Hauptleuten der Weihe[stät]te und Ältesten, die gegen Ihn hergekommen waren, sagte Jesus: "Wie gegen [einen] Wegelagerer seid ihr mit Schwertern und Knütteln ausgezogen.
53 [Als] Ich täglich bei euch in der Weihe[stät]te war, habt ihr keine Hand gegen Mich ausgestreckt. Dies ist jedoch eure Stunde und Vollmacht der Finsternis."
54 Da [er]griffen sie Ihn, führten [Ihn ab] und brachten [Ihn] in das Haus des Hohenpriesters.
55 Petrus jedoch folgte [ihnen] von ferne. Als [sie] in [der] Mitte des Hofes [ein] Feuer angezündet hatten und zusammensaßen, setzte sich Petrus in ihre Mitte.
56 Da gewahrte ihn eine Magd an der Lohe sitzen; und ihn unverwandt [an]sehend, sagte sie: "Dieser war auch bei Ihm!"
57 Er aber leugnete [und] sagte: "Ich weiß nichts [von] Ihm, Frau!"
58 Nach kurzer [Zeit] gewahrte ihn [ein] anderer und behauptete: "Auch du bist [einer] von ihnen!" Petrus aber entgegnete: "Mensch, ich bin [es] nicht!"
59 Nach Verlauf [von] etwa einer Stunde [behaupt]ete ein anderer [mit] Bestimmtheit: "In Wahrheit, auch dieser war mit Ihm; denn auch er ist [ein] Galiläar."
60 Da antwortete Petrus: "Mensch, ich weiß nicht, [was] du sagst." Und auf der Stelle, [während] er noch sprach, krähte [ein] Hahn.
61 [Darauf] wandte sich der Herr [um] und blickte Petrus an; nun erinnerte sich Petrus des Ausspruchs des Herrn, wie Er [zu] Ihm gesagt hatte: Ehe [der] Hahn heute kräht, wirst du Mich dreimal verleugnen.
62 Und Petrus ging [hin]aus [und] schluchzte bitterlich.
63 Die Männer, die Jesus verhaftet hielten, verhöhnten und schlugen Ihn.
64 Dann bedeckten sei Sein Angesicht, schlugen Ihn und fragten Ihn: "Prophezeie! Wer ist es, der Dich geschlagen hat?"
65 Und [noch] vieles andere sagten sie lästernd gegen Ihn.
66 Als es Tag geworden war, [ver]sammelte sich die Ältestenschaft des Volkes, Hohepriester und auch Schrift[gelehrt]e. [Die ließen] Ihn in ihr Synedrium abführen und sagten:
67 "Wenn Du der Christus bist, [dann] sage [es] uns!" Er aber antwortete ihnen: "Wenn Ich [es] euch sage, werdet ihr keinesfalls glauben.
68 Wenn Ich [euch] frage, werdet ihr Mir keinesfalls antworten oder [Mich] freilassen.
69 Jedoch von nun [an] wird der Sohn des Menschen zur Rechten der Macht Gottes sitzen!"
70 Da sagten sie alle: "[So] bist Du nun der Sohn Gottes?" Er entgegnete ihnen: "Ihr sagt [es]: Ich bin [es]."
71 Darauf riefen sie: "Was brauchen wir noch Zeugnise? Denn wir haben [es] selbst aus Seinem Mund gehört!"
1 * [Dann] stand die gesamte Menge auf, und man führte Ihn zu Pilatus [ab].
2 Dort begann man Ihn zu verklagen [und] sagte: "Wir haben [be]funden, [daß] dieser unsere Nation abwendig [mach]t und verbietet [dem] Kaiser Steuern zu geben, und sagt, Er Selbst sei Christus, [ein] König."
3 Pilatus fragte Ihn: "Bist Du der König der Juden?" Er antwortete ihm [und] entgegnete : "Du sagst [es]!"
4 Da rief Pilatus den Hohenpriestern und der Volksmenge zu: "Ich finde keine Schuld an diesem Menschen."
5 Sie aber waren hartnäckig [und] entgegneten: "Er hetzt das Volk auf, [indem Er] durch ganz Judäa [hin] lehrt, angefangen von Galiläa bis hier[her]."
6 Als Pilatus 'Galiläa' hörte, fragte er, ob der M[an]n Galiläer sei.
7 Und [als er] erfuhr, da[ß] Er aus dem Vollmachts[gebiet des] Herodes sei, sandte er Ihn zu Herodes, [d]er in diesen Tagen ebenfalls in Jerusalem war.
8 Herodes aber freute sich sehr, Jesus [zu] sehen; denn seit geraumer Zeit [schon] wollte er Ihn zu Gesicht [bekomm]en, weil er viel über Ihn gehört hatte und erwartete, irgend[ein] von Ihm bewirktes Zeichen zu gewahren.
9 So fragte er Ihn mit vielen Worten, Er jedoch antwortete Ihm nichts.
10 Die Hohenpriester und Schrift[gelehrt]en aber standen unnachgiebig [dabei und] verklagten Ihn.
11 Daher hielt Herodes samt seinem Heer[esgefolge] nichts [von] Ihm; höhnend [ließ] er Ihn [mit] glänzender Kleid[ung] umhüllen und sandte Ihn wieder [zu] Pilatus.
12 An demselben Tag wurden auch Herodes und Pilatus miteinander [be]freundet; denn vorher hatten sie in Feindschaft [gegen]einander gestanden.
13 Dann [ließ] Pilatus die Hohenpriester, die Oberen und das Volk zusammenrufen [und] sagte zu ihnen:
14 "Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht als [einen, der] das Volk abwendig [mach]t; und siehe, ich habe [Ihn] vor euren Augen ausgeforscht [und] nicht eine Schuld an diesem Menschen gefunden, derer ihr Ihn anklagt.
15 Sogar nicht einmal Herodes, denn er hat Ihn wieder zu uns gesandt. Und siehe, nichts ist [von] Ihm verübt worden, [was den] Tod verdient.
16 Ich werde Ihn daher züchtigen [und] freilassen."
17 Er war nämlich verpflichtet, ihnen zu[m] Fest einen [Gefangen] freizulassen.
18 [Die] gesamte Menge schrie jedoch auf [und] rief: "Hinweg [mit] diesem! Laß und den Barabbas frei!"
19 Der war wegen eines Aufstands, [der] in der Stadt geschehen war, und [wegen] Mordes ins Gefängnis geworfen worden.
20 Pilatus aber rief ihnen nochmals zu, [weil er] Jesus freilassen wollte.
21 Sie jedoch riefen zu[rück]: "Kreuzige, kreuzige (wörtl.: pfahle) Ihn!"
22 Dann fragte er sie [zum] dritten [Mal]: "Was hat dieser denn Übles getan? Ich finden keine Schuld an Ihm, [die den] Tod [verdient]! Ich werde Ihn daher züchtigen [und] freilassen!"
23 Sie aber setzten [ihm mit] lautem Geschrei zu, forderten, [daß] Er gekreuzigt (wörtl.: angepfahlt) werde; und ihre und der Hohenpriester Stimmen behielten [die] Oberhand.
24 So [fäll]te Pilatus [das] Urteil, ihre Forderung [solle] erfüllt werden.
25 Dann ließ er den wegen Aufstands und Mordes ins Gefängnis Geworfenen frei, den sie forderten; Jesus aber überantwortete er ihrem Willen.
26 Als sie Ihn abführten, ergriffen [sie einen] gewissen Simon, [einen] Kyrenäer, [der] vo[m] Felde kam. Dem legten sie das Kreuz (wörtl.: Pfahl) auf, [damit er es] hinter Jesus her trage.
27 Es folgte Ihm [eine] große Volksmenge, auch [viele] Frauen,die wehklagten und Ihn beweinten.
28 Jesus aber wandte Sich zu ihnen [um] und sagte: "[Ihr] Töchter Jerusalems, jammert nicht über Mich, jammert indessen [vielmehr] über euch selbst und über eure Kinder!
29 D[enn] siehe, es kommen Tage, an denen man sagen wird: Glückselig [sind] die Unfruchtbaren, Leiber, die nicht geboren, und Brüste, die nicht genährt haben!
30 Dann wird man anfangen, den Bergen [zu]zurufen: Fallt auf uns!, und den Hügeln: Bedeckt uns!
31 D[enn] wenn man das am saftigen Holz tut, was wird [dann] am dürren geschehen?"
32 Es wurden aber auch andere [ab]geführt, zwei Verbrecher, um mit Ihm hingerichtet zu werden.
33 Als sie an die Stätte kamen, die 'Schädelstätte' heißt, kreuzigten (wörtl.: pfahlten) sie dort Ihn und die Verbrecher, den einen zu [Seiner] Rechten, den anderen zu [Seiner] Linken.
34 Jesus aber sagte: "Vater, vergib ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun." Dann verteilten [sie] Seine Kleider, [indem] sie [das] Los [darüber] warfen,
35 und das Volk stand [dabei und] schaute [zu]. Mit ihnen verspotteten [Ihn] auch die Oberen [und] sagten: "Andere hat Er gerettet, Er rette Sich Selbst, wenn Er der Christus Gottes ist, der Auserwählte!"
36 Auch die Krieger verhöhnten Ihn; [sie] traten [hin]zu, reichten Ihm Essig und sagten:
37 "Wenn Du der König der Juden bist, [so] rette Dich Selbst!"
38 Über Ihm war auch [eine] Inschrift [in] griechischen, lateinischen und hebräischen Buchstaben: "Dies [ist] der König der Juden."
39 Einer der gehängten Verbrecher lästerte Ihn [und] sagte: "Bist Du nicht der Christus? Rette Dich Selbst, und uns!"
40 Da antwortete [ihm] der andere [und ver]warnte ihn, [indem] er [mit] Nachdruck sagte: "Nicht einmal du fürchtest Gott, da du [doch] unter demselben Urteil[sspruch] stehst?
41 Wir zwar gerechterweise; denn wir erhalten, [was unsere Taten] verdienen, [die] wir verübt haben. Dieser aber hat nichts Ungehöriges verübt!"
42 Dann sagte er [zu] Jesus: "Gedenke meiner, Herr, wenn Du in Deinem Königreich kommst!"
43 Jesus antwortete ihm: "Wahrlich, dir sage Ich heute: Mit Mir wirst du im Paradiese sein!"
44 Es war schon etwa [die] sechste Stunde, als [eine] Finsternis über das ganze Land kam bis [zur] neunten Stunde, [weil] die Sonne ausblieb.
45 Auch riß der Vorhang des Tempels mitten [eintzwei].
46 Und Jesus rief [mit] lauter Stimme: "Vater, in Deine Hände befehle Ich Meinen Geist!" Nach diesen Worten hauchte Er aus.
47 Als der Hauptmann das Geschehen gewahrte, verherrlichte er Gott [und] sagte: "Wirklich, dieser Mensch war gerecht!"
48 Die gesamte zu diesem Anblick zusammengekommene Volksmenge schaute [auf] das, [was da] geschah, schlug [sich an] die Brust [und] kehrte um.
49 Alle Seine Bekannten standen von ferne, auch die Frauen, die Ihm aus Galiläa gefolgt waren [und] dies sahen.
50 Und siehe, [ein] Mann [mit] Namen Joseph, [der zu den] Ratsherren gehörte, [ein] guter und gerechter Mann
51 ([der mit] ihrem Rat[schluß] und Handeln nicht einverstanden war) aus Arimathia, [einer] Stadt der Juden, der auch selbst nach dem Königreich Gottes ausschaute -
52 dieser ging zu Pilatus, bat [um] den Körper Jesu,
53 nahm ihn [vom Kreuz] (wörtl.: Pfahl) herab, wickelte ihn in Leinwand und legte ihn in [ein in] Gestein gehauenes Grab, wo bisher noch niemand gelegen hatte.
54 Es war der Vorbereitungstag, und [der Abend zum] Sabbat dämmerte [schon].
55 Die Frauen aber, die mit Ihm aus Galiläa gekommen waren, folgten nach, schauten sich das Grab [an], wie sein Körper [bei]gesetzt wurde.
56 Dann kehrten sie zurück [und] bereiteten Gewürze und Würzöle; doch den Sabbat über [blieb]en sie nach dem Gebot [in der] Stille.
1 * [An] einem der Sabbat[tage] gingen sie [in] aller Frühe zum Grab [und] brachten [die] Gewürze [mit], die sie bereitet hatten, [sie] und einige mit ihnen.
2 Sie fanden aber den Stein vom Grab fortgewälzt,
3 und als [sie hin]eingingen, fanden sie den Körper des Herrn Jesus nicht.
4 Während sie hierüber [noch] ratlos waren, da traten zwei Männer in strahlender Kleidung zu ihnen.
5 Als sie in Furcht gerieten und [ihre] Angesichter zur Erde neigten, sagten [diese] zu ihnen: "Wassucht ihr den Lebendigen bei den Toten?
6 Er ist nicht hier, sondern ist auferweckt worden. Erinnert euch [daran], wie Er [zu] euch sprach, [alsEr] noch in Galiläa war [und] sagte:
7 Der Sohn des Menschen muß in [die] Hände [der] Menschen, [der] Sünder (wörtl.: Zielverfehler), überantwortet und gekreuzigt (wörtl.: angepfahlt) werden und [a]m dritten Tag auferstehen."
8 Da erinnerten sie sich Seiner Worte.
9 Als [sie] vom Grab zurückgekehrt waren, verkündigten sie dies alles den Elf und den übrigen.
10 Es waren Maria, die Magdalenerin, Johanna und Maria, die [Mutter des] Jakobus, und die übrigen[Frauen] mit ihnen, die dies den Aposteln berichteten.
11 Doch in deren Augen erschienen diese Reden wie Unsinn, und sie glaubten ihnen nicht.
12 Petrus aber stand auf [und] lief zum Grab [hin]; als [er] sich vorbeugte, erblickte er nur die Leinentücher. So ging er [wieder fort], voller Staunen [über] das, [was] geschehen war.
13 Und siehe, zwei von ihnen gingen am selben Tag in [ein] Dorf namens Emmaus, sechzig Stadien weit von Jerusalem [entfernt].
14 Die unterhielten sich [mit]einander über all diese Ereignisse.
15 Während sie sich unterhielten und [gegenseitig] befragten, näherte Sich Jesus Selbst und ging mit ihnen.
16 Aber ihre Augen waren [wie] gehalten, [so daß sie] Ihn nicht erkannten.
17 Er fragte sie nun: "Was [sind] dies [für] Worte, die ihr [beim] Gehen [mit]einander austauscht?" Da [blieben] sie [mit] kummervoller Miene stehen.
18 Der eine, [mit] Namen Kleopas, antwortete Ihm: "Du weilst [in] Jerusalem und hast [als] einziger nicht erfahren, [was] dort in diesen Tagen geschehen ist?"
19 Da fragte Er sie: "Was denn?" Sie antworteten Ihm: "Das, [was] Jesus, den Nazarener, betrifft, [einen] Mann, der [ein] Prophet wurde, mächtig i[m] Werk und i[m] Wort vor Gott und dem gesamten Volk,
20 wie Ihn unsere Hohenpriester wie auch die Oberen zu[m] Todesurteil überantwortet und Ihn gekreuzigt (wörtl.: angepfahlt) haben
21 Wir aber erwarteten, da[ß] Er [es] ist, der Sich anschickt, Israel zu erlösen. Bei dem allen führt es [je]doch schon [zu] diesem dritten Tag, seitdem d[a]s geschehen ist.
22 Und einige Frauen von [den] Uns[eren] haben uns sogar Entsetzen [bereite]t; sie hatten sich [heute] früh zum Grab begeben.
23 [Als sie] Seinen Körper nicht fanden, kamen sie [zurück] und berichteten, [sie] hätten auch [eine] Erscheinung [von] Boten gesehen, die sag[t]en, Er lebe.
24 Darauf sind einige, die [mit] uns zusammen [sind], zum Grab gegangen und haben [es] so gefunden, wie die Frauen [es] auch gesagt hatten; Ihn [Selbst] aber gewahrten sie nicht."
25 Da sagte Er zu ihnen: "O [wie seid ihr doch] ohne Verständnis und [so] säumig [i]m Herzen, um an alles zu glauben, [was] die Propheten [aus]gesprochen haben!
26 Mußte Christus dies nicht leiden und [dann erst] in Seine Herrlichkeit eingehen?"
27 Und mit Mose anfangend, [ging] Er alle Propheten durch und legte ihnen aus allen Schriften das über Ihn Selbst [Gesagte] aus.
28 So näherten sie sich dem Dorf, wo[hin] sie gingen; doch Er tat, als ob [Er] weitergehen [wollte].
29 [Da] drangen sie in Ihn und sagten: "Bleibe bei uns, d[enn] es geht auf [die] Abenddämmerung [zu], und der Tag hat sich schon geneigt." Da trat Er ein, um bei ihnen zu bleiben.
30 Als Er mit ihnen [zu Tisch] lag, geschah es, daß Er das Brot nahm [und] segnete, [es] brach und ihnen reichte.
31 Nun wurden ihnen die Augen aufgetan, und sie erkannten Ihn; doch Er wurde unsichtbar [und entschwand] aus ihrer Mitte.
32 Da sagten sie zueinander: "Brannte nicht unser Herz in uns, als Er auf dem Weg [zu] uns sprach und als Er uns die Schriften auftat?"
33 [Zu]r selben Stunde machten sie sich auf, kehrten nach Jerusalem zurück und fanden die Elf und die mit ihnen [waren], beisammen, [welche] sagten:
34 "Der Herr ist wirklich auferweckt worden und ist dem Simon erschienen!"
35 [Da] schilderten auch sie das auf dem Weg [Erlebte], und wie Er [von] ihnen am Brechen des Brotes [er]kannt worden war.
36 Während sie [noch] d[avo]n sprachen, trat Jesus Selbst in ihre Mitte und sagte [zu] ihnen: "Friede [sei mit] euch!"
37 Da erschraken sie, gerieten in Furcht und meinten, [einen] Geist zu schauen.
38 Doch Er sagte [zu] ihnen: "Was seid ihr [so] erregt, und warum steigen [solche] Erwägungen in euren Herzen auf?
39 Gewahrt Meine Hände und Meine Füße: Ich bin [es] Selbst! [Be]tastet und gewahrt Mich; d[enn ein] Geist hat kein Fleisch und Gebein, so wie ihr [es an] Mir schaut."
40 Als [Er] dies gesagt hatte, zeigte Er ihnen [Seine] Hände und Füße.
41 [Als] sie [es] vor Freude immer noch nicht glauben [wollten] und erstaunt waren, fragte Er sie: "Habt ihr etwas Eßbares hier?"
42 Da reichten sie Ihm ein Stück gerösteten Fisch;
43 [das] nahm Er und aß [es] vor ihren Augen.
44 Auch sagte Er zu ihnen: "Dies [sind] Meine Worte, die Ich zu euch sprach, [als Ich] noch bei euch war: Alles muß erfüllt werden, [was] im Gesetz [des] Mose, [in] den Propheten und Psalmen von Mir geschrieben ist."
45 Dann tat Er ihren Sinn auf, die Schriften zu verstehen, und sagte zu ihnen:
46 "So steht es geschrieben, und so mußte Christus leiden und [a]m dritten Tag aus [den] Toten auferstehen.
47 In Seinem Namen [ist] Umsinnung zu[r] Erlassung [der] Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) unter allen Nationen zu herolden.
48 Angefangen in Jerusalem, werdet ihr Zeugen d[afü]r sein.
49 Und siehe, Ich schicke das Verheißungs[gut] Meines Vaters aus auf euch; bleibt ihr aber in der Stadt Jerusalem, bis ihr [mit] Kraft aus [der] Höhe angetan werdet."
50 Danach führte Er sie hinaus bis [nahe] an Bethanien; und Seine Hände aufhebend, segnete Er sie.
51 Während Er sie segnete, entfernte Er Sich von ihnen und wurde in den Himmel hinaufgetragen;
52 und sie fielen [vor] Ihm nieder. [Dann] kehrten sie mit großer Freude nach Jerusalem zurück.
53 Dort waren sie alle[zeit] in der Weihe[stät]te, lobten und segneten Gott. Amen!