1

1 * Anfang des Evangeliums Jesu Christi, [des] Sohnes Gottes.

2 So wie in Jesaia, dem Propheten, geschrieben steht (Siehe, Ich schicke Meinen Boten vor Deinem Angesicht [her], der deinen Weg vor Dir herrichten wird):

3 Stimme [eines] Rufers: In der Wildnis bereitet den Weg [des] Herrn! Macht Seine Straßen gerade!

4 Johannes der Täufer befand sich in der Wildnis und heroldete [die] Taufe [der] Umsinnung zur Erlassung [der] Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen).

5 Und das gesamte Land Judäa und alle Jerusalemiten gingen zu ihm hinaus und ließen sich von ihm im Jordanfluß taufen, ihre Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) offen bekennend.

6 Johannes war [in] Kamelhaar gekleidet, mit [einem] ledernen Gürtel um seine Lenden, und aß Heuschrecken und wilden Honig.

7 Er heroldete [und] sagte: "[Einer] kommt nach mir, der [ist] stärker [als] ich, [und] ich bin nicht [würdig] genug, Ihm gebückt den Riemen Seiner Sandalen zu lösen.

8 Ich zwar taufe euch in Wasser, Er aber wird euch in heiligem Geist taufen."

9 In jenen Tagen geschah es, [daß] Jesus von Nazareth [in] Galiläa kam und von Johannes im Jordan getauft wurde.

10 Sogleich aus dem Wasser aufsteigend, gewahrte er die Himmel gespalten und den Geist wie [eine] Taube herabsteigen und auf Ihm bleiben.

11 Da ertönte [eine] Stimme aus den Himmeln: "Du bist Mein geliebter Sohn, an Dir habe Ich [Mein] Wohl[gefallen]."

12 Sogleich trieb der Geist Ihn in die Wildnis hinaus;

13 Er war vierzig Tage in der Wildnis und [wurde] vom Satan versucht. Er war bei dem Wildgetier, und die Boten dienten Ihm.

14 Nach der Überantwortung des Johannes kam Jesus nach Galiläa. [Dort] heroldete [Er] das Evangelium des Königreichs Gottes [und] sagte:

15 "Erfüllt ist die Frist, und genaht hat sich das Königreich Gottes. Sinnt um und glaubt an das Evangelium!"

16 Am See Galiläas entlanggehend, gewahrte Er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, [ein] Beutelnetz ins Meer werfen; denn sie waren Fischer.

17 Jesus sagte [zu] ihnen: "Herzu, hinter Mir [her]! Ich werde euch [zu] Menschenfischer machen."

18 Und sofort verließen sie ihre Netze [und] folgten Ihm.

19 [Ein] wenig weiterschreitend, gewahrte Er Jakobus, den [Sohn] des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, [wie] sie, auch im Schiff, die Netze zurechtlegten.

20 Und sogleich berief Er sie. Da ließen sie ihren Vater Zebedäus mit den Mietlingen im Schiff [und] gingen hin, hinter Ihm [her].

21 Sie kamen dann nach Kapernaum. Als [Er dort an] den Sabbaten in die Synagoge ging, lehrte Er sofort;

22 und man verwunderte sich über Seine Lehre, denn Er lehrte sie wie [einer, der] Vollmacht hat, und nicht wie die Schrift[gelehrt]en.

23 Sogleich war in ihrer Synagoge [ein] Mann mit [einem] unreinen Geist; der schrie auf und sagte:

24 "Ha! Was [ist zwischen] uns und Dir, Jesus, Nazarener! [Bist] Du gekommen, uns umzubringen? Ich weiß [von] Dir, wer Du bist: der Heilige Gottes!"

25 Jesus schalt ihn: "Verstumme und fahre von ihm aus!"

26 Und ihn [in] Krämpfen schüttelnd und [mit] lauter Stimme rufend, fuhr der unreine Geist von ihm aus.

27 Da erschauerten sie alle, so daß [sie] sich untereinander befragten: "Was ist das? Eine neue Lehre?" Mit Vollmacht gebietet Er auch den unreinen Geistern,

28 und sie gehorschen Ihm." Sogleich ging die Kunde [von] Ihm überall [hin]aus in die ganze Umgegend Galiläas.

29 Sogleich aus der Synagoge heraustretend, kamen sie mit Jakobus und Johannes in das Haus [des] Simon und Andreas. Simons Schwiegermutter aber lag fiebernd danieder.

30 Sogleich berichtete man Ihm von ihr;

31 [da] trat Er [hin]zu, faßte sie [bei] der Hand und richtete sie auf. Das Fieber verließ sie sofort, und sie [be]diente sie.

32 Als [es] Abend wurde [und] die Sonne unterging, brachte man alle zu Ihm, die [mit Krankheit] übel daran waren,

33 und [auch] die dämonisch Besessenen. Die ganze Stadt war an der Tür versammelt.

34 Er heilte viele, [die mit] mancherlei Krankheit übel daran waren, und trieb viele Dämon aus. Er ließ die Dämon nicht sprechen, weil sie wußten, [daß] Er der Christus war.

35 Sehr [früh am] Morgen, [als es noch] Nacht [war], stand Er auf, trat [hin]aus, ging an [eine] einsame Stätte und betete dort.

36 Simon und die mit ihm [waren], eilten Ihm nach.

37 Sie fanden Ihn und sagten [zu] Ihm: "Alle suchen Dich!"

38 Da erwiderte Er ihnen: "Gehen wir [irgend]wo anders hin, in die benachbarten Landstädte, damit Ich auch dort herolde; denn dazu bin Ich ausgegangen."

39 So kam Er in ihre Synagogen in ganz Galiläa, [wo Er] heroldete und die Dämonen austrieb.

40 Da kam [ein] Aussätziger zu Ihm, sprach Ihm zu, und [vor] Ihm [auf die] Knie fallend, sagte [er zu] Ihm: "Herr: Wenn Du willst, kannst Du Mich reinigen!"

41 Da [Ihn der Mann] jammerte, streckte Jesus Seine Hand aus, rührte [ihn] an und sagte [zu] ihm: "Ich will! Sei gereinigt!"

42 Sogleich ging der Aussatz von ihm, und er war gereinigt.

43 Ihm drohend, wies er ihn sogleich hinaus

44 und gebot ihm : "Siehe [zu], sage niemandem etwas, sondern gehe hin, zeige dich dem Priester und bringe für deine Reinigung dar, [was] Mose anordnete, ihnen zu[m] Zeugnis."

45 [Als jener] aber herauskam, begann er das Wort zu herolden und [es] weithin wohlbekannt zu [mach]en, so daß [Jesus] nicht länger öffentlich in [eine] Stadt gehen konnte, sondern draußen an einsamen Stätten war. Doch kamen sie zu Ihm von überallher.

2

1 * Nach [etlichen] Tagen kehrte [Er] wieder nach Kapernaum zurück. [Als] man hörte, da[ß] Er zu Hause war,

2 [ver]sammelten sich sofort so viele, so daß [sie] nicht mehr Raum [hatt]en, nicht einmal an der Tür. Und Er sprach das Wort [zu] ihnen.

3 [Da] kamen sie und brachten [einen] Gelähmten zu Ihm, von vieren [empor]gehoben.

4 Da [sie ihn] der Volksmenge wegen nicht zu Ihm bringen konnten, deckten sie [da], wo Er war, das Dach ab. Als [sie es] aufgegraben hatten, senkten sie die Matte, wo[rauf] der Gelähmte lag, [hinab].

5 Ihren Glauben gewahrend, sagte Jesus [zu] dem Gelähmten: "Kind, deine Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) sind dir erlassen!"

6 Auch einige der Schrift[gelehrt]en waren dort; [die] saßen [dabei] und folgerten in ihrem Herzen:

7 "Was redet dieser so? [D]er lästert! Wer kann Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) erlassen außer [dem] Einen - Gott?"

8 Sogleich erkannte Jesus [in] Seinem Geist, da[ß] sie so bei sich folgerten, und sagte [zu] ihnen: "Was folgert ihr dieses in euren Herzen?

9 Was ist leichter, [zu] dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) sind [dir] erlassen - oder zu sagen: Erhebe dich, nimm deine Matte auf und wandle?

10 Damit ihr aber wißt, da[ß] der Sohn des Menschen Vollmacht hat, auf Erden Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) zu erlassen (sagte Er [zu] dem Gelähmten):

11 Dir sage Ich, erhebe dich, nimm deine Matte auf und gehe hin in dein Haus!"

12 Da erhob er sich, und sogleich die Matte aufnehmend, ging er vor aller [Augen hin]aus, so daß [sie] alle [vor Verwunderung] außer sich waren. [Sie] verherrlichten Gott und sagten: "So [etwas] haben wir noch nie gesehen!"

13 Dann ging Er wieder an den See [hin]aus, und die gesamte Schar kam zu Ihm, und Er lehrte sie.

14 I[m] Vorübergehen gewahrte Er Levi, den [Sohn] des Alphäus, am Zollamt sitzen und sagte [zu] ihm: "Folge Mir!" [Da] stand er auf und folgte Ihm [nach].

15 Als er in dessen Haus [zu Tisch] lag, geschah es, [daß] auch viele Zöllner und Sünder (wörtl.: Zielverfehler) mit Jesus und Seine Jüngern [zu Tisch] lagen; denn es waren viele, [die] Ihm [nach]folgten.

16 Auch die Schrift[gelehrt]en der Pharisäer gewahrten Ihn [dort], wie Er mit den Zöllnern und Sündern (wörtl.: Zielverfehlern) aß, und sagten [zu] Seinen Jüngern: "Warum ißt und trinkt d[enn] euer Lehrer mit den Zöllnern und Sündern (wörtl.: Zielverfehlern)?"

17 Jesus hörte [es] und erwiderte ihnen: "Nicht die Starken bedürfen [des] Arztes, sondern die [mit Krankheit] übel daran sind. Ich kam nicht, um Gerechte zu berufen, sondern Sünder (wörtl.: Zielverfehler)."

18 Da die Jünger des Johannes und die Pharisäer [zu] fasten pflegten, kamen [etliche] und sag[t]en [zu] Ihm: "Warum fasten die Jünger [des] Johannes und der Pharisäer, aber

19 Deine Jünger fasten nicht?" Jesus antwortete ihnen: "Die Söhne des Brautgemachs können [doch] nicht fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist! Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten.

20 [Es] werden aber Tage kommen, wenn der Bräutigam von ihnen genommen wird, und an jenem Tag werden sie dann fasten.

21 Niemand näht [einen] ungewalkten Flicklappen auf [ein] altes Kleid. Sonst reißt das Füll[stück da]von ab, das Neue [von] dem Alten, und [der] Riß wird ärger.

22 Niemand tut jungen Wein in alte Schläuche. Sonst wird der junge Wein die Schläuche bersten [lassen], so [daß] der Wein vergossen wird und die Schläuche umkommen. Sondern [man tut] jungen Wein in neue Schläuche."

23 Als Er an den Sabbaten durch die Saaten ging, geschah es, daß Seine Jünger begannen, [auf dem] Wege Ähren ab[zu]zupfen.

24 Da sagten die Pharisäer [zu] Ihm: "Siehe, warum tun sie [an] den Sabbaten, [was] nicht erlaubt ist?"

25 Er antwortete ihnen: "Habt ihr noch nie gelesen, was David tat, als er Bedarf hatte und hungrig war, er [selbst] und die bei ihm [waren],

26 wie er unter Abiathar, dem Hohepriester, in das Haus Gottes einging, und die Schaubrote aß, die zu essen nicht erlaubt ist außer den Priestern [allein], und [wie] er auch denen [davon] gab, [die] mit ihm waren?"

27 Weiter sagte Er [zu] ihnen: "Der Sabbat wurde um des Menschen willen [eingesetzt] und nicht der Mensch um des Sabbats willen,

28 so daß der Sohn des Menschen auch Herr [über] den Sabbat ist."

3

1 * Als Er wieder in die Synagoge kam, war dort [ein] Mensch, [der eine] verdorrte Hand hatte.

2 Und sie beobachteten Ihn scharf, ob Er ihn an den Sabbaten h[ei]len würde, damit sie Ihn anklagen könnten.

3 Da sagte Er [zu] dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: "Erhebe dich [und stell dich] in die Mitte!"

4 Und [zu] ihnen sagte Er. "Ist es erlaubt, an den Sabbaten Gutes zu tun oder Übles zu tun, [eine] Seele zu retten oder [sie] zu töten?" Sie aber schwiegen still.

5 [Dann] blickte Er sie [rings]umher mit Zorn [an], betrübt über die Verstockung ihres Herzens, und sagte [zu] dem Menschen: "Strecke deine Hand aus!" Da streckte er [sie] aus, und seine Hand war wiederhergestellt.

6 Die Pharisäer aber gingen [hin]aus [und] hielten sogleich mit den Herodianern [eine] Beratung über Ihn [ab], wie sie Ihn umbrächten.

7 Jesus zog Sich mit Seinen Jüngern an den See zurück, und [eine] zahlreiche Menge aus Galiläa folgte Ihm.

8 Auch aus Judäa, aus Jerusalem, Idumäa und von jenseits des Jordan und [aus der Gegend] um Tyrus und Sidon kam [eine] zahlreiche Menge zu Ihm, [als man] hörte, wieviel Er tat.

9 Da gebot Er Seinen Jüngern, um der Schar[en] willen [ein] Boot [für] Ihn bereit[zu]halten, damit sie Ihn nicht bedrängten.

10 Denn viele h[ei]lte Er, so daß alle, die [von] Geiseln [geplagt] waren, [sich] auf Ihn stürzten, [um] Ihn an[zu]rühren.

11 Und wenn die unreinen Geister Ihn schauten, fielen sie [vor] Ihm nieder, schrien und sagten: "Du bist der Sohn Gottes!"

12 Doch Er warnte sie sehr, Ihn nicht öffentlich [bekannt zu] machen.

13 Dann stieg Er auf den Berg hinauf und rief [die] herzu, die Er [um] Sich [haben] wollte, und sie gingen zu Ihm.

14 Er bestimmte zwölf, die Er auch Apostel nannte, damit sie mit Ihm seien und Er sie [aussend]e, um zu herolden.

15 Auch [sollten sie] Vollmacht haben, Krankheiten zu heilen und Dämonen auszutreiben.

16 Dazu bestimmte Er die Zwölf, nämlich Simon, dem Er [den] Namen Petrus [bei]legte;

17 ferner Jakobus, den [Sohn] des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, denen Er [den] Namen 'Boanerges' [bei]legte, das heißt: Söhne des Donners;

18 ferner Andreas, Phililppus und Bartholomäus, Matthäus und Thomas, Jakobus den [Sohn] des Alphäus, und Thaddäus, Simon, den Kanaanäer, und Judas Iskariot,

19 der Ihn dann verriet.

20 Sie traten nun in [ein] Haus, und wieder kam die Volksmenge zusammen, so daß man nicht einmal Brot essen konnte.

21 Die bei Ihm [waren] und [es] hörten, kamen heraus, um sie zu halten; denn man sagte, da[ß] sie außer sich sei.

22 Die Schrift[gelehrt]en aber, die von Jerusalem herabgezogen waren, erklärten: "Er hat [den] Beezeboul, und: Durch den obersten der Dämonen treibt Er die Dämonen aus."

23 [Da] rief Er sie herzu und sprach in Gleichnissen [zu] ihnen: "Wie kann Satan [den] Satan austreiben?

24 Wenn [ein] Königreich mit sich selbst uneins ist, kann jenes Königreich nicht [be]stehen.

25 Wenn [ein] Haus mit sich selbst uneins ist, kann jenes Haus nicht [be]stehen.

26 Wenn der Satan gegen sich selbst aufsteht und uneins ist, kann er nicht [be]stehen, sondern hat [seinen] Abschluß [gefunden].

27 Niemand kann jedoch in das Haus des Starken eindringen, um dessen Hausrat zu plündern, wenn er nicht [zu]erst den Starken bindet; erst dann wird er dessen Haus plündern.

28 Wahrlich, Ich sage euch: Alle Versündigungen (wörtl.: Zielverfehlungen) und Lästerungen, soviel sie auch lästern mögen, werden den Söhnen der Menschen erlassen werden:

29 [wer] aber gegen den Geist, den heiligen, lästert, hat für den Äon keine Erlassung, sondern ist [der] äonischen Folge [der] Sünden (wörtl.: Zielverfehlungen) verfallen."

30 [So sprach Er], weil sie sagten: "[Einen] unreinen Geist hat Er!"

31 Als Seine Mutter und Seine Geschwister kamen, [blieben] sie draußen stehen, schickten zu Ihm und [ließen] Ihn rufen.

32 Doch [eine] Schar saß um Ihm [her]. Da sagte man [zu] Ihm: "Siehe, Deine Mutter, Deine Brüder und Deine Schwestern draußen suchen Dich!"

33 Als Antwort sagte Er [zu] ihnen: "Wer sind Meine Mutter und Meine Geschwister?"

34 Und [auf] die umherblickend, [die] Rings um Ihn saßen, sagte Er: "Siehe, Meine Mutter und Meine Geschwister!

35 Denn [wer] den Willen Gottes tut, d[e]r ist Mein Bruder und [Meine] Schwester und [Meine] Mutter."

4

1 * Als Er wieder begann, am See zu lehren, [ver]sammelte sich [eine] sehr zahlreiche Schar um Ihn, so daß Er in [ein] Schiff stieg [und] Sich [darin] auf dem See setzte. Doch die gesamte Schar war auf dem Land, dem See zu[gewandt].

2 Er lehrte sie vieles in Gleichnissen und sagte [zu] ihnen in Seiner Belehrung:

3 "Hört zu! Siehe, der Sä[mann] ging aus, um zu säen.

4 Und es geschah beim Säen, [daß etwas] an den Weg fiel, und die Flügler kamen und fraßen es.

5 Anderes fiel auf das Felsige, wo es nicht viel Erde hatte; und es schoß sogleich auf, weil [es] keine tiefe Erde hatte.

6 Als die Sonne aufging, wurde es versengt; da es keine Wurzel hatte, verdorrte es.

7 Wieder anderes fiel in die Dornen, und die Dornen kamen hoch und erstickten es, und es gab keine Frucht.

8 Anderes aber fiel auf ausgezeichnetes Land, [wo] es hochkam, wuchs und Frucht gab; eines trug dreißig-, eines sechzig- und eines hundert[fältig]."

9 Weiter sagte Er: "[Wer] Ohren hat zu hören, der höre!"

10 Als Er allein war, [be]fragten Ihn die, [die] mit den Zwölf um Ihn [wa]ren, [wegen] der Gleichnisse.

11 Da sagte Er [zu] ihnen: "Euch ist das Geheimnis des Königreichs Gottes gegeben, jenen draußen aber wird alles in Gleichnissen [gesagt],

12 damit sie [seh]end [seh]en und [doch] nicht wahrnehmen, und hörend hören und [doch] nicht verstehen, damit sie sich nicht umwenden und ihnen die Versündigungen (wörtl.: Zielverfehlungen) erlassen werden."

13 Dann sagte Er [zu] ihnen: "Gewahrt ihr [den Sinn] dieses Gleichnisses nicht? Wie werdet ihr denn den [Sinn] aller [anderen] Gleichnise [er]kennen?

14 Der Sä[mann] sät das Wort.

15 Diese sind die an dem Weg, wo das Wort gesät wird: wenn sie [es] hören, kommt sogleich der Satan und nimmt [ihnen] das Wort, das in sie gesät [ist].

16 Gleicherweise sind diese, die auf das Felsige gesät werden: wenn sie das Wort hören, nehmen sie es sogleich mit Freuden [an].

17 Doch haben sie keine Wurzel in sich, sondern sind wetterwendisch. [Wenn] sich danach Drangsal oder Verfolgung um des Wortes willen erhebt, straucheln sie sogleich.

18 Da sind andere, die in die Dornen gesät werden. Diese sind [es], die das Wort hören;

19 doch die Sorgen dieses Äons, die Verführung des Reichtums und die Begierden um das übrige ziehen ein [und] ersticken das Wort, so [daß] es unfruchtbar wird.

20 Aber jene, die auf ausgezeichnetes Land gesät werden, sind [solche], die das Wort hören, [es] annehmen und Frucht bringen, einer dreißig-, einer sechzig- und einer hundert[fältig]."

21 Weiter sagte Er zu ihnen: "Die Leuchte kommt doch nicht [herein], damit man sie unter den Scheffel oder unter die Liege setzt? Nein, [vielmehr] damit man sie auf den Leuchter setze.

22 Denn nichts ist verborgen, es sei denn, damit es offenbar werde; noch geschieht [etwas] verhohlen, außer damit es an die Öffentlichkeit komme.

23 Wenn jemand Ohren hat zu hören, der höre!"

24 Dann sagte Er [zu] ihnen: "Gebt Obacht [auf das, was] ihr hört! Mit welchem Maß ihr meßt, wird man euch messen, und man wird euch [noch etwas] hinzufügen.

25 Denn [wer] hat, dem wird gegeben werden; und [wer] nicht hat, von ihm wird auch [das, was] er [zu] haben [meint], genommen werden."

26 Er fügte noch [hinzu]: "Mit dem Königreich Gottes ist es so, wie wenn [ein] Mensch das Saat[korn] auf das Land wirft und schlummert

27 und sich [wieder] erhebt [bei] Nacht und Tag, und das Saat[korn] keimt und wird länger, [doch] er weiß nicht wie.

28 Das Land bringt von selbst Frucht, [zu]erst [den] Halm, danach die Ähre, danach [das] volle Getreide in der Ähre.

29 Wenn sich aber die Frucht darbietet, schickt er sogleich die Sichel, da die Ernte bevorsteht."

30 Dann sagte Er: "Womit sollen wir das Königreich Gottes vergleichen, oder in was [für einem] Gleichnis sollen wir es [dar]legen?

31 [Es ist] wie [ein] Senfkorn, das, wenn man es auf das Land sät, kleiner ist [als] alle [anderen] Samen auf der Erde;

32 doch wenn es gesät ist, kommt es hoch und wird größer [als] alle Gemüse und bringt große Zweige [hervor], so daß die Flügler des Himmels unter seinem Schatten Unterschlupf [find]en können."

33 [In] vielen Gleichnissen sprach Er das Wort [zu] ihnen so, wie sie zu hören befähigt waren.

34 Doch ohne Gleichnis sprach Er nicht [zu] ihnen. Aber für Sich [allein, mit Seinen] eigenen Jüngern, erläuterte Er [ihnen] alles.

35 Als [es] an jenem Tag Abend wurde, sagte Er [zu] ihnen: "Laßt uns zum jenseitigen [Ufer] hinüberfahren!"

36 Und die Schar verlassend, nahmen sie Ihn mit, wie Er im Schiff war; und [noch] andere Schiffe waren bei Ihm.

37 Da entstand [ein] großer Wirbelwind, und die Wogen schlugen ins Schiff, so daß das Schiff sich schon [mit Wasser] anfüllte.

38 Er war im Hinterschiff [und] schlummerte auf dem Kopfkissen. Da weckten sie Ihn und sagten [zu] Ihm: "Lehrer, kümmert es Dich nicht, da[ß] wir umkommen?"

39 Und aufgewacht, schalt Er den Wind und sagte [zu] dem See: "Schweig still! Verstumme!" Da flaute der Wind ab, und es trat große Stille [ein].

40 Doch [zu] ihnen sagte Er: "Was seid ihr so verzagt? Wie - habt ihr keinen Glauben?"

41 Sie fürchteten sich aber [mit] großer Furcht und sagten zueinander: "Wer ist wohl dieser, da auch der Wind und der See Ihm gehorchen"?"

5

1 * Dann kamen sie an das jenseitige [Ufer] des Sees in die Gegend [von] Gergesa.

2 Als Er aus dem Schiff gestiegen [war, kam] Ihm von den Gräbern [her] sogleich [ein] M[an]n mit [einem] unreinen Geist entgegen.

3 Der hatte [seine] Wohnung in den Gräbern, und niemand konnte ihn mehr binden, auch nicht [mit] Ketten;

4 denn er [war] oftmals [mit] Fußschellen und Ketten gebunden worden, doch wurden die Ketten von ihm zerrissen und die Fußschellen zerbrochen, und niemand vermochte ihn zu bändigen.

5 Alle[zeit, bei] Nacht und [bei] Tag, war er in den Gräbern und in den Bergen, [wo er] schrie und sich [mit] Steinen zerschlug.

6 Als [er] Jesus von ferne gewahrte, lief er [herzu], fiel [vor] ihm nieder und schrie [mit] lauter Stimme:

7 "Was [ist zwischen] mir und Dir, Jesus, [Du] Sohn Gottes, des Höchsten? Ich beschwöre Dich [bei] Gott, quäle mich nicht!"

8 Denn Er sagte [zu] ihm: "Fahre aus dem Mann aus, [du] unreiner Geist!!"

9 Dann fragte Er ihn: "Was [ist] dein Name?" Und er antwortete Ihm: "Mein Name ist Legion, da wir [so] viele sind."

10 Und er flehte Ihn sehr an, damit Er ihn nicht [aus] der Gegend hinausschicke.

11 Nun war dort an dem Berg ein großer Auftrieb weidender Schweine.

12 Da flehten ihn alle Dämonen an [und] baten: "Sende uns in die Schweine, damit wir in sie fahren!" Jesus gestattete [es] ihnen sofort.

13 Da fuhren die unreinen Geister aus; als sie in die Schweine fuhren, stürmte der [gesamte] Auftrieb den Abhang hinab in den See. Es waren etwa zweitausend und sie ertranken im See.

14 Die sie weideten, flohen dann und berichteten [es] in der Stadt und auf den Gehöften. Da gingen [die Leute hinaus], um zu [se]hen, was geschehen war.

15 Als sie zu Jesus kamen, schau[t]en sie den dämonisch Besessenen [an], der die Legion gehabt hatte, wie [er] bekleidet und [ganz] vernünftig, [dort] saß, und sie fürchteten sich.

16 Die [es] ges[e]hen hatten, erzählten ihnen, wie [das] mit dem dämonisch Besessenen und den Schweinen [vor sich] gegangen war.

17 Da begannen sie Ihm zuzusprechen, von ihrem Grenzgebiet [fort]zugehen.

18 Als Er in das Schiff stieg, sprach der [zuvor] dämonisch Besessene Ihm zu, um bei Ihm sein [zu] dürfen;

19 doch Er ließ ihn nicht, sondern sagte zu ihm: "Geh in dein Haus zu den Deinen und verkünde ihnen all[es], was der Herr [an] dir getan und [wie] Er Sich deiner erbarmt hat."

20 Da ging er hin und begann in dem [Gebiet der] Zehn Städte all[es] zu herolden, was Jesus [an] ihm getan hatte, und alle waren erstaunt.

21 Nachdem Jesus im Schiff wieder an das jenseitige [Ufer] hinübergefahren war, [ver]sammelte sich [eine] große Volksmenge bei Ihm, während Er [noch] am See war.

22 Und siehe, [da] kam einer der Synagogenvorsteher [mit] Namen Jairus; Ihn gewahrend, fiel er Ihm zu Füßen,

23 sprach Ihm sehr zu und sagte: "Mein Töchterlein befindet sich [in den] letzten [Zügen]. Komm [und] lege ihr die Hände auf, damit sie gerettet werde und lebe!"

24 Da ging Er mit ihm hin; und es folgte Ihm [eine] große Volksmenge, [die] Ihn umdrängte.

25 [Dort] war auch [eine] Frau, [die seit] zwölf Jahren in[folge] Blutfluß

26 bei vielen Ärzten viel gelitten und all ihre Habe [dabei] verbraucht hatte. Doch nichts [hatte ihr] genützt, sondern es wurde vielmehr ärger.

27 [Als sie] von Jesus hörte, kam sie in der Volksmenge von hinten [herzu und] rührte Sein Obergewand an;

28 denn sie sagte [sich]: Wenn ich auch nur Seine Kleidung anrühre, werde ich gerettet.

29 Da vertrocknete sogleich die Quelle ihrer Blut[ung], und sie [er]kannte [an ihrem] Körper, da[ß] sie von der Geisel geheilt war.

30 Auch Jesus erkannte sogleich an Sich Selbst die von Ihm ausgegangene Kraft, wandte sich in der Volksmenge um und fragte: "Wer hat Meine Kleidung angerührt?"

31 Da sagten Seine Jünger zu Ihm: "Du [siehst, daß] die Volksmenge Dich umdrängt und fragst: Wer hat Mich angerührt?"

32 Er aber blickte [rings]umher, um die zu gewahren, [die] das getan hatte.

33 Weil die Frau wußte, [was] an ihr geschehen war, kam sie, sich fürchtend und zitternd, [herbei], fiel [vor] Ihm nieder und bekannte Ihm die gesamte Wahrheit.

34 Er aber sagte [zu] ihr: "Tochter, dein Glaube hat dich gerettet; geh hin in Frieden, und sei gesund von deiner Geisel."

35 [Während] Er noch sprach, kamen [einige] aus [dem Haus] des Synagogenvorstehers [und] berichteten: "Deine Tochter ist gestorben; was bemühst du den Lehrer noch?"

36 Jesus jedoch überhörte den Bericht, der gesprochen wurde, und sagte [zu] dem Synagogenvorsteher: "Fürchte dich nicht, glaube nur!"

37 Dann ließ Er ihm niemand außer Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder [des] Jakobus, folgen.

38 So kamen sie zum Haus des Synagogenvorstehers, wo Er auf den Tumult schaute, wie [sie] sehr jammerten und laut wehklagten.

39 Er ging [nun] hinein und sagte zu ihnen: "Was [mach]t ihr [für einen] Tumult und jammert? Das Mädchen ist nicht gestorben, sondern schlummert."

40 Da verlachten sie Ihn. Er aber trieb alle hinaus, nahm [nur] den Vater und die Mutter des Mädchens sowie die bei Ihm [waren] mit Sich und ging in [den Raum], wo das Mädchen aufgebahrt war.

41 Dann faßte Er das Mädchen [bei] der Hand [und] sagte [zu] ihm: "Talitha, kumi!" Das ist verdolmetscht: "Mädchen, Ich sage dir, erwache!"

42 Sogleich stand das Mädchen auf und wandelte; es war nämlich etwa zwölf Jahre [alt]. Und sogleich waren sie [vor] großer Verwunderung außer sich.

43 Doch Er verwarnte sie sehr, damit dies niemand erfahre, und gebot, ihr zu essen zu geben.

6

1 * Darauf zog Er von dort weiter und kam in Seine Vater[stadt], und Seine Jünger folgten Ihm.

2 Als [es] Sabbat geworden [war], fing Er an, in der Synagoge zu lehren; und die vielen, [die] zuhörten, verwunderten sich [und] sagten: "Woher [hat] dieser d[a]s alles? Und welche Weisheit [ist] diesem gegeben? Und solche Machttaten geschehen durch Seine Hand?

3 Ist dieser nicht der Handwerker, der Sohn der Maria und der Bruder [des] Jakobus, Joses, Judas und [des] Simon? Sind nicht Seine Schwestern hier bei uns?" So [nahm]en sie Anstoß an Ihm.

4 Jesus aber sagte zu ihnen: "[Ein] Prophet ist nicht ungeehrt, außer in seiner eigenen Vater[stadt], bei seinen Verwandten und in seinem Haus."

5 Er konnte dort auch keine Macht[tat] vollbringen, außer [daß] Er wenigen Siechen die Hände auflegte [und sie] h[ei]lte.

6 Und Er staunte über ihren Unglauben.

7 Jesus zog darauf durch die Dörfer ringsum[her und] lehrte.

8 Dann rief Er die Zwölf zu Sich und begann, sie [je] zwei [und] zwei [aus]zuschicken; dazu gab Er ihnen Vollmacht [über] unreine Geister und wies sie an, daß sie nichts [mit] auf [den] Weg nehmen sollten als nur [einen] Stab, kein Brot, keinen Bettelsack, kein Kupfer[geld] im Gürtel:

9 jedoch Sohlen [sollten sie] sich unterbinden, aber nicht zwei Untergewänder anziehen.

10 Weiter sagte Er ihnen: "Wo auch [immer] ihr in [ein] Haus einkehrt, dort bleibt, bis ihr von dort [wieder hin]auszieht.

11 Welcher Ort euch nicht aufnimmt noch [auf] euch hört - geht von dort hinaus [und] schüttelt auch den Staub ab, der unter euren Füßen [ist], ihnen zu[m] Zeugnis. {Wahrlich, Ich sage euch: [Am] Tag [des] Gerichts wird es Sodom oder Gomorra erträglicher gehen als jener Stadt!}"

12 So zogen sie aus [und] heroldeten, damit man umsinne;

13 auch trieben sie viele Dämonen aus und rieben viele Sieche [mit] Öl ein und h[ei]lten sie.

14 [Das] hörte auch der König Herodes (denn Sein Name war öffentlich [bekannt] geworden) und sagte: "Johannes der Täufer ist von [den] Toten erwacht, und deshalb wirken die Kräfte in Ihm!"

15 Andere aber sagten: "Es ist Elia!" Wieder andere sagten: "Er ist [ein] Prophet wie einer der [alten] Propheten!"

16 Als Herodes [davon] hörte, sagte er: "Johannes, den ich enthaupten [ließ], der wurde von den Toten erweckt."

17 Denn er, Herodes, hatte [hin]geschickt, sich des Johannes bemächtigt und ihn gebunden in[s] Gefängnis [geworfen] wegen Herodias, der Frau seines Bruders Phililppus, weil er sie geheiratet hatte.

18 Johannes [hatte] nämlich dem Herodes gesagt: "Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben!"

19 Herodias trug ihm [das] nach und wollte ihn töten [lassen], konnte es aber nicht;

20 denn Herodes fürchtete Johannes, [weil er] wußte, [daß] er ein gerechter und heiliger Mann [war]. Daher hielt er ihn [in Gewahrsam], und [oft, wenn er] ihn gehört hatte, war er [in] großer Verlegenheit, doch hörte er ihn gern.

21 Da kam [ein] gelegener Tag, als Herodes seinen Geburtstag [feierte und] seinen Würdenträgern, Obersten und den Ersten Galiläas [ein] Mal veranstaltete.

22 Als ihre, der Herodias, Tochter hereinkam und tanzte, gefiel sie Herodes und denen, [die] mit [ihm zu Tisch] lagen. Da sagte der König [zu] dem Mädchen: "[Er]bitte [von] mir was du willst; ich werde [es] dir geben!"

23 Und er schwur ihr: "Was auch [immer] du [von] mir [er]bittest, [das] werde ich dir geben bis [zur] Hälfte meines Königreichs."

24 Da ging sie [hin]aus [und] fragte ihre Mutter: "Was soll ich erbitten?" Sie aber antwortete: "Das Haupt Johannes des Täufers!"

25 Sogleich ging sie in Eile zum König [hin]ein und bat [ihn]: "Ich will, daß du mir unverzüglich auf [einer] Platte das Haupt Johannes des Täufers gebest."

26 Obwohl der König tief betrübt wurde, wollte er sie um der Eide und der mit [ihm zu Tisch] Liegenden willen nicht abweisen.

27 So schickte der König sogleich [einen] Leibwächter [aus mit der] Anordnung, sein Haupt zu bringen. Der ging hin, enthauptete ihn im Gefängnis,

28 brachte sein Haupt auf [einer] Platte und gab es dem Mädchen, und das Mädchen gab es ihrer Mutter.

29 Als seine Jünger [dies] hörten, kamen sie, nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.

30 Die Apostel [ver]sammelten sich dann [wieder] bei Jesus und berichteten Ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten.

31 Da sagte Er [zu] ihnen: "Herzu, ihr [allein] für euch! [Kommt] an [eine] einsame Stätte und ruht [ein] wenig!" Denn es waren viele, die kamen und gingen, und nicht einmal zu[m] Essen hatten sie Gelegenheit.

32 So fuhren sie im Schiff an [eine] einsame Stätte, für sich [allein].

33 Doch viele [hatten] sie wegfahren sehen und sie erkannt. Daher liefen sie zu Fuß aus allen Städten dort zusammen und kamen ihnen [zu]vor.

34 Bei[m] Aussteigen gewahrte sie Jesus [eine] große Volksmenge, und sie jammerte Ihn; d[enn] sie waren wie Schafe, [die] keinen Hirten hatten; und Er begann, sie vieles zu lehren.

35 Als [die] Stunde schon vorgerückt war, traten Seine Jünger zu Ihm [und] sagten: "Die Stätte ist öde und [die] Stunde schon vorgeückt;

36 entlasse sie, damit sie in die Gehöfte und Dörfer ringsum[her] gehen und sich Brot kaufen; denn sie haben nichts, was sie essen könnten."

37 Er aber antwortete ihnen: "Gebt ihr ihnen zu essen!" Darauf erwiderten sie Ihm: "Sollen wir hingehen [und für] zweihundert Denare Brot kaufen, um ihnen zu Essen [zu] geben?"

38 Er fragte sie nun: "Wie viele Brote habt ihr? Geht hin und seht nach!" Als [sie es]erfahren hatten, berichteten sie Ihm: "Fünf [Brote] und zwei Fische."

39 Da ordnete Er an, sie [sollten] sich alle auf dem grünen Gras lagern, [Tisch]gesellschaft [neben Tisch]gesellschaft.

40 So ließen sie sich gruppenweise zu hundert und zu fünfzig nieder.

41 Dann nahm Er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, segnete und brach die Brote in Stücke und gab [sie] Seinen Jüngern, damit [sie] ihnen vorsetzen; auch teilte Er allen die zwei Fische [aus].

42 Da aßen sie alle und wurden satt.

43 [Die] Brocken aber hoben sie auf ([was] zwölf Tragkörbe füllte), [dazu] auch von den Fischen.

44 Und die [von] den Broten gegessen hatten, waren fünftausend Männer.

45 Sogleich nötigte Er Seine Jünger, in das Schiff zu steigen und an das jenseitige [Ufer] nach Bethsaida vorauszufahren, während Er die Volksmenge entlassen [wollte].

46 Nachdem [Er] sie verabschiedet hatte, ging Er auf den Berg, um zu beten.

47 Als [es] Abend wurde, war das Schiff in [der] Mitte des Sees und Er allein auf dem Land.

48 Da [Er] gewahrte, d[a]ß sie sich beim Rudern quälten (denn der Wind war ihnen entgegen), kam Er, auf dem See wandelnd, um [die] vierte Nachtwache zu ihnen und wollte [an] ihnen vorübergehen.

49 Als [sie] Ihn auf dem See wandeln sahen, meinten sie, es sei [ein] Gespenst, und schrien auf;

50 denn alle sahen Ihn und waren [sehr] erregt. Doch sogleich sprach Er sie an und sagte [zu] ihnen: "Faßt Mut! Ich bin [es], fürchtet euch nicht!"

51 Dann stieg Er zu ihnen ins Schiff, und der Wind flaute ab. Da waren sie unter sich über [alle] Maßen entsetzt und sehr erstaunt;

52 denn sie hatten [das Wunder] mit dem Brot nicht verstanden, da ihr Herz [weiterhin] verstockt war.

53 Nachdem [sie] hinübergefahren waren, kamen sie bei Genezareth ans Land und legten [dort] an.

54 Als sie aus dem Schiff gestiegen waren, erkannten ihn die Männer jenes Ortes sogleich,

55 liefen [in] jener ganzen Gegend umher und begannen, die [mit Krankheit] übel dran waren, auf [ihren] Matten dort[hin] zu tragen, wo sie hörten, da[ß] Er [gerade] war.

56 Wo auch [immer] Er in Dörfer, in Städte oder Gehöfte ging, legten sie die [Kranken und] Schwachen auf den Märkten [nieder] und sprachen Ihm zu, daß sie auch nur die Quaste Seines Obergewandes anrühren dürften; und so viele sie auch anrührten, wurden gerettet.

7

1 * Dann [ver]sammelten sich Pharisäer und einige Schrift[gelehrt]e, [die] von Jerusalem gekommen [waren], bei Ihm.

2 Sie gewahrten aber, da[ß] einige Seine Jünger [mit] gemeinen (das heißt ungewaschenen) Händen Brot aßen;

3 denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, es sei denn, sie hätten sich [mit einer] Handvoll Wasser die Hände gewaschen, [weil sie] die Überlieferung der Ältesten halten.

4 Auch [vom] Markt [kommend], essen sie nicht, es sei denn, sie hätten sich besprengt. Und [noch] vieles andere gibt es, [was] sie zu halten angenommen haben, [so das] Eintauchen [von] Bechern, Kannen, Kupfer[geschirr] [und Liegen].

5 Die Pharisäer und Schrift[gelehrt]en fragten Ihn nun: "Warum wandeln Deine Jünger nicht nach den Überlieferung der Ältesten, sondern essen das Brot [mit] ungewaschenen Händen?"

6 Er antwortete Ihnen: "Trefflich hat Jesaia von euch Heuchlern prophezeit, wie geschrieben steht: Dieses Volk ehrt Mich [mit] den Lippen, ihr Herz aber ist weit von Mir entfernt;

7 [in] eitler [Weise] verehren sie Mich [und] lehren [die] Vorschriften [der] Menschen [als] Lehre.

8 Denn ihr verlaßt das Gebot Gottes [und] haltet die Überlieferung der Menschen [durch] Eintauchen [von] Kannen und Bechern. Solche [Dinge] und dergleichen [mehr] tut ihr viel."

9 Weiter sagte Er [zu] ihnen: "Trefflich [versteht] ihr [es, ein] Gebot Gottes ab[zu]lehnen, um eure Überlieferung [zu] halten.

10 Denn Mose hat gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter, und [wer von] Vater oder Mutter Übles redet, soll [im] Tod verscheiden.

11 - Ihr aber sagt: Wenn [ein] Mensch [zu] Vater oder Mutter sagen würde: Korban (das heißt [eine] Nahegabe) [soll das sein, was] auch [immer] dir von mir zugute [gekomm]en wäre,

12 [so] laßt ihr ihn nichts mehr [für] seinen Vater oder seine Mutter tun.

13 [Damit macht ihr] das Wort Gottes [durch] eure Überlieferung, die ihr überliefert habt, ungültig. Solche [Dinge] und dergleichen [mehr] tut ihr viel."

14 Nachdem [Er] die Volksmenge wieder herzugerufen hatte, sagte Er [zu] ihnen: "Hört Mich alle und versteht!

15 Von außen [her] gibt es nichts [für] den Menschen, daß in ihn hineingehen [und] ihn gemein [mach]en könnte; sondern [was] aus dem Menschen herausgeht, [das] ist es, [was] den Menschen gemein [mach]t.

16 Wenn jemand Ohren hat zu hören, [der] höre!"

17 Als Er von der Volksmenge [weg] in das Haus gekommen [war], fragten Ihn Seine Jünger wegen des Gleichnisses.

18 Da sagte Er [zu] ihnen: "Seid auch ihr so unverständig? Begreift ihr noch nicht, da[ß] alles, [was] von außen [her] in den Menschen hineingeht, ihn nicht gemein [mach]en kann,

19 weil es ihm nicht ins Herz eingeht, sondern in den Leib und, alle Speisen reinigend, in den Abort [ab]geht?"

20 Weiter sagte Er: "[Was] aus dem Menschen herausgeht, dasselbe [mach]t den Menschen gemein.

21 Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, gehen üble Erwägungen hervor, Hurerei, Diebstahl, Mord,

22 Ehebruch, Habgier, Bosheit, Betrug, Ausschweifung, neidisches Auge, Lästerung, Stolz, Unbesonnenheit.

23 All dies Böse geht von innen aus und [mach]t den Menschen gemein."

24 Dann stand Er auf [und] ging von dort in die Grenzgebiete [von] Tyrus und Sidon. Als [Er] in [ein] Haus [hin]einging, wollte Er, [daß es] niemand erfahre; doch konnte Er nicht unbemerkt [bleiben],

25 sondern sogleich hörte [eine] Frau von Ihm, deren Töchterlein [einen] unreinen Geist hatte. Sie ging [zu Ihm hin]ein [und] fiel zu Seinen Füßen nieder.

26 Die Frau war aber [eine] Griechin [von] syrophöniz[ischer] Herkunft. Sie ersuchte Ihn, daß Er den Dämon aus ihrer Tochter austreibe.

27 Jesus entgegnete ihr: "Laß zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht schön, den Kindern das Brot zu nehmen und den Hündlein [hin]zuwerfen."

28 Doch sie antwortete Ihm: "Ja, Herr! Denn auch die Hündlein unter dem Tisch essen vom Abfall der kleinen Kinder."

29 Da sagte Er [zu] ihr: "Um dieses Wortes willen gehe [heim]; der Dämon ist aus deiner Tochter ausgefahren."

30 Als [sie] in ihr Haus kam, fand sie das Mädchen auf [seinem] Lager liegen, und der Dämon [war] ausgefahren.

31 Nachdem [Er] aus den Grenz[gebiet]en [von] Tyrus und Sidon wieder [hin]ausgezogen [war], kam Er an den See Galiläas, mitten in den Grenzen [der] zehn Städte.

32 Da brachte man Ihm [einen] Tauben und Stammelnden und sprach Ihm zu, daß Er ihm die Hand auflege.

33 Er nahm ihn von der Volksmenge hinweg, [so daß sie] für sich [allein waren], legte Seine Finger in seine Ohren, benetzte [sei mit Speichel] und rührte seine Zunge an.

34 Zum Himmel aufblickend, seufzte Er und sagte [zu] ihm: "Ephphatha" das heißt: "Tue dich auf!"

35 Sofort tat sich sein Gehör auf, sogleich löste sich das Band seiner Zunge, und er sprach richtig.

36 Dann verwarnte Er sie, daß sie [es] niemandem erzählten; doch soviel Er sie [auch] verwarnte, um so mehr, [ja] weit mehr heroldeten sie [es].

37 Und ganz über [alle] Maßen verwunderten sie sich und sagten: "Ausgezeichnet hat Er alles gemacht, sogar die Tauben macht Er hören und die Sprachlosen sprechen."

8

1 * [Als] in jenen Tagen wieder [eine] große Volksmenge [zusammengekommen] war und sie nichts zu essen hatten, rief Er Seine Jünger herzu [und] sagte zu ihnen:

2 "Mich jammert die Volksmenge; d[enn] sie verharren schon drei Tage [bei] Mir und haben nichts zu essen;

3 und wenn ich sie fastend in ihre Häuser entlasse, werden sie auf dem Weg ermatten; denn etliche [von] ihnen sind von fern[her] eingetroffen."

4 Seine Jünger antworteten Ihm: "Woher soll jemand diese hier in [der] Wildnis [mit] Brot sättigen können?"

5 Da fragte Er sie: "Wie viele Brote habt ihr?" Sie sagten: "Sieben."

6 Da wies Er die Volksmenge an, sich auf der Erde niederzulassen; dann nahm Er die sieben Brote, dankte, brach [sie in Stücke] und gab [sie] Seinen Jüngern, damit sie [sie ihnen] vorsetzen; und [sie] setzten sie der Volksmenge vor.

7 Auch hatten sie [nur] wenige Fischlein; die segnete Er und gebot diese ebenfalls vorzusetzen.

8 Da aßen alle und wurden satt. Die Überfülle [der] Brocken aber hoben sie auf: sieben Körbe [voll].

9 Es waren etwa viertausend, die gegessen hatten. Danach entließ Er sie.

10 Sogleich stieg Er mit Seinen Jüngern in [ein] Schiff und kam in das Gebiet [von] Dalmanutha.

11 Da gingen die Pharisäer [zu ihm hin]aus, begannen [mit] Ihm Streit[gespräche] zu [führ]en und suchten von Ihm [ein] Zeichen vom Himmel [zu erlangen, um] Ihn [auf die] Probe [zu stelle]n.

12 In Seinem Geist aufseufzend, sagte Er: "Wieso trachtet diese Generation nach [einem] Zeichen? Wahrlich, Ich sage euch: Wenn dieser Generation [ein] Zeichen gegeben werden wird -"

13 Damit [ver]ließ Er sie, stieg wieder in [das] Schiff [und] fuhr an das jenseitige [Ufer] hinüber.

14 Sie vergaßen aber, Brot [mit]zunehmen, und im Schiff hatten sie außer einem Brot nichts bei sich.

15 Da warnte Er sie [und] sagte: "Sehet [zu], hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteig [des] Herodes!"

16 Sie [aber] folgerten [daraus] und sagten zueinander: "[Er meint], da[ß] wir keine Brote haben!"

17 Als Jesus [das e]rkannte, fragte Er sie: "Was folgert ihr, weil ihr keine Brote habt? Begreift ihr [immer] noch nicht? Versteht ihr [es] auch nicht? Habt ihr [jetzt] noch euer Herz verstockt?

18 Ihr habt Augen [und seh]t nicht, habt Ohren und hört nicht! Erinnert ihr euch denn nicht,

19 als ich die fünf Brote für die fünftausend brach, wieviele Tragkörbe voll Brocken ihr aufhobt?" Sie antworteten Ihm: "Zwölf."

20 "Und als [Ich] die sieben Brote für die Viertausend [brach], wieviele Korbfüllungen [mit] Brocken habt ihr [da] aufgehoben?" sie antworteten Ihm: "Sieben."

21 Da sagte Er [zu] ihnen: "Wie [kommt es, daß] ihr [es] noch nicht versteht?"

22 Dann kamen sie nach Bethsaida. Dort brachten man Ihm [einen] Blinden und sprach Ihm zu, daß Er ihn anrühre.

23 Die Hand des Blinden ergreifend, brachte Er ihn vor das Dorf hinaus und benetzte seine Augen mit [Speichel], legte ihm die Hände auf [und] fragte ihn:

24 "[Er]blickst du etwas?" Und aufblickend antwortete er: "Ich [er]blicke Menschen, ich sehe [sie] wie wandelnde Bäume."

25 Danach legte Er wieder die Hände auf seine Augen; da blickte er scharf [hin] und war wiederhergestellt und [konnte] alles klar erblicken.

26 Dann schickte Er ihn in sein Haus [und] sagte: "Gehe weder in das Dorf [hin]ein, noch sage [es] jemandem im Dorf."

27 Jesus und Seine Jünger zogen nun weiter in die Dörfer [um] Cäsarea Philippi. Auf dem Weg fragte Er Seine Jünger; [Er] sagte [zu] ihnen: "[Was] sagen die Menschen, wer Ich sei?"

28 Sie antworteten Ihm: "[Die einen meinen] Johannes der Täufer, andere Elia, wieder andere einer der Propheten."

29 Weiter fragte Er sie: "Ihr aber, [was] sagt ihr, wer Ich sei?" Petrus antwortete Ihm: "Du bist der Christus, der Sohn Gottes."

30 Da warnte Er sie, daß sie [mit] niemandem über Ihn sprächen.

31 Von [da an] begann Er sie zu lehren. Der Sohn des Menschen müsse viel leiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schrift[gelehrt]en verworfen und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen;

32 und Er sprach das Wort [mit] Freimut. Da nahm Petrus Ihn beiseite [und] begann Ihn zu warnen.

33 Jesus aber wandte Sich um, [sa]h Seine Jünger [an, ver]warnte Petrus und sagte: "Geh hinter Mich, Satan!" D[enn] du [ha]st nicht das [im] Sinn, [was] Gott [will], sondern [was] mensch[lich] ist."

34 Dann rief Er die Volksmenge samt Seinen Jüngern zu Sich [und] sagte [zu] ihnen: "Wenn jemand Mir nachfolgen will, [so] verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz (wörtl.: Pfahl) auf und folge Mir.

35 Denn [wer] seine Seele retten will, wird sei verlieren; [wer] aber seine Seele Meinetwegen und [um] des Evangeliums [willen] verliert, wird sie retten.

36 Doch was nützt es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, wenn [er dabei] seine Seele verwirkt?

37 Was könnte denn der Mensch [als] Eintausch [für] seine Seele geben?

38 Doch [wer] sich Meiner und Meiner Worte unter dieser ehebrecherischen und sündigen (wörtl.: zielverfehlenden) Generation schämt, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn Er in der Herrlichkeit Seines Vaters mit den heiligen Boten kommt."

9

1 * Dann sprach Er zu ihnen: "Wahrlich, Ich sage euch: Unter denen, die hier stehen, sind einige, die keinesfalls den Tod schmecken werden, bis sie das Königreich Gottes gewahren, wenn es mit Macht gekommen ist."

2 Und nach sechs Tagen nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und brachte sie auf [einen] hohen Berg, [wo si]e für sich allein [waren]. Da wurde Er vor ihnen umgestaltet,

3 und Seine Kleidung wurde glitzernd, ganz weiß wie Schnee, derart wie kein Walker auf der Erde [sie] so weiß [mach]en kann.

4 Und es erschien ihnen Elia mit Mose, und sie besprachen [sich mit] Jesus.

5 Da nahm Petrus [das] Wort [und] sagte [zu] Jesus: "Rabbi, schön ist es [für] uns, hier zu sein! Wir sollten [hier] drei Zelte bauen, Dir eins, Mose eins und Elia eins."

6 Er wußte nämlich nicht, was er antworten sollte; denn sie waren [in] große Furcht [geraten].

7 Da kam [eine] Wolke, [die] sie beschattete, und [eine] Stimme ertönte aus der Wolke: "Dies ist Mein geliebter Sohn; höret [auf] Ihn!"

8 Und auf einmal, [als sie] umherblickten, gewahrten sie niemand mehr bei sich als nur Jesus allein.

9 Als sie vom Berg hinabstiegen, warnte Er sie, daß sie niemandem erzählen sollten, [was] sie wahrgenommen [hatten], außer wenn der Sohn des Menschen aus den Toten auferstanden wäre.

10 Das Wort hielten sie [fest], sich unter[einander] befragend, was das Auferstehen aus den Toten [wohl] sei.

11 Dann fragten sie Ihn: "[Wieso] sagen die Pharisäer und die Schrift[gelehrt]en, da[ß] Elia [zu]erst kommen müsse?"

12 Er entgegnete ihnen: "Elia kommt zwar [zu]erst [und] stellt alles wieder her. Und wie steht über den Sohn des Menschen geschrieben - daß Er viel leiden und für nichts gehalten werden müsse!

13 Aber Ich sage euch: Elia war auch gekommen, und sie taten ihm [an], was immer sie wollten, so wie über ihn geschrieben steht."

14 Als sie zu den [anderen] Jüngern kamen, gewahrten sie eine große Volksmenge um sie [herum] und Schrift[gelehrt]e, [die] mit ihnen Streit[gespräche führt]en.

15 Sogleich über[kam] die gesamte Volksmenge heilige Scheu, [als man] Ihn gewahrte; [und] sie liefen herzu und [be]grüßten Ihn.

16 Da fragte Er die Schrift[gelehrt]en: "Was [führ]t ihr [für] Streit[gespräche] mit ihnen?"

17 Da antwortete Ihm einer aus der Volksmenge: "Lehrer, ich habe meinen Sohn zu Dir gebracht, [denn er] hat [einen] sprachlosen Geist;

18 und wo er ihn auch ergreift, reißt er ihn [nieder]; dann schäumt er und knirscht [mit] seinen Zähnen und fällt zusammen. Da bat ich Deine Jünger, daß sie ihn austreiben mögen, doch sie vermochten [es] nicht."

19 Er antwortete ihnen: "O [du] ungläubige Generation! Wie lange soll Ich [noch] bei euch sein, wie lange soll ich euch [noch] ertragen? Bringt ihn zu Mir!"

20 Und sie brachten ihn zu Ihm. Als der Geist Ihn gewahrte, schüttelte er ihn sogleich [heftig] in Krämpfen, und er fiel auf die Erde, wälzte sich [und] schäumte.

21 Da fragte Er seinen Vater: "Wie lange ist es [her], seit ihm dies widerfährt?" Der antwortete:

22 "Von Kind an; oftmals hat er ihn auch ins Feuer und ins Wasser geworfen, um ihn um[zu]bringen. Wenn Du jedoch irgend kannst, [so] hilf uns [und] laß uns Erbarmung [widerfahr]en!"

23 Jesus aber sagte ihm: "[Warum] das Wenn? Du kannst [doch] glauben! Alles [ist] dem möglich [der] glaubt."

24 Sogleich rief der Vater des Knäbleins laut unter Tränen [aus] "Ich glaube! Hilf meinem Unglauben!"

25 Als Jesus gewahrte, da[ß] die Volksmenge zusammenlief, schalt Er den unreinen Geist [und] sagte [zu] ihm: "[Du] sprachloser und tauber Geist, Ich gebiete dir, fahre von ihm aus und fahre nicht mehr in ihn!"

26 Schreiend und ihn sehr [in] Krämpfen schüttelnd, fuhr er aus, und [der Knabe] lag wie tot [da], so daß die meisten sagten: "Er ist gestorben."

27 Jesus aber, seine Hand fassend, richtete ihn auf, und er stand auf.

28 Als er in ein Haus [hin]eingegangen war, [wo sie] für sich [waren], fragten Ihn Seine Jünger: "Weshalb konnten wir ihn nicht austreiben?"

29 Er antwortete ihnen: "Diese Art kann [man] durch nichts ausfahren [lassen], außer durch Gebet."

30 Von dort gingen sie [dann] weiter und zogen durch Galiläa; Er aber wollte nicht, daß [es] jemand erfahre; denn Er lehrte Seine Jünger

31 und sagte [zu] ihnen: "Der Sohn des Menschen wird in [der] Menschen Hände überantwortet werden, und sie werden Ihn töten; aber [wenn Er] getötet ist, wird Er nach drei Tagen auferstehen."

32 Doch sie begriffen die Rede nicht, fürchteten sich aber Ihn zu fragen.

33 So kamen sie nach Kapernaum, und [als Er sich] zu Hause befand, fragte Er sie: "Was [habt] ihr auf dem Weg unter euch erwogen?"

34 Sie aber schwiegen still; den auf dem Weg [hat]ten sie [mit]einander [eine] Unterredung ge[hab]t, wer [wohl der] Größte sei.

35 Da setzte Er Sich, rief die Zwölf [herbei] und sagte ihnen: "Wenn jemand [der] Erste sein will, [so] soll er [der] Letzte [von] allen und aller Diener sein."

36 Dann nahm Er [ein] kleines Kind, stellte es in ihre Mitte, schloß es in die Arme und sagte [zu] ihnen:

37 "[Wer] eines solcher kleinen Kinder in Meinem Namen aufnimmt, [d]er nimmt Mich auf; und [wer] Mich aufnimmt, [d]er nimmt nicht Mich auf, sondern den, der Mich [aus]ges[and]t hat."

38 [Darauf] erklärte Ihm Johannes: "Lehrer, wir gewahrten jemand, der uns nicht [nach]folgt, in Deinem Namen Dämonen austreiben; und da er uns nicht [nach]folgt, verboten wir es ihm."

39 Jesus aber erwiderte: "Verbietet [es] ihm nicht; denn keiner wird in Meinem Namen [eine] Macht[tat] vollbringen und schnell übel [gegen] Mich reden können.

40 [Wer] nämlich nicht gegen uns ist, ist für uns.

41 Denn [wer] euch, weil ihr Christi [eigen] seid, in [Meinem] Namen [einen] Becher Wasser [zu] trinken [gib]t - wahrlich, Ich sage euch: Keinesfalls wird er seinen Lohn verlieren.

42 [Wer] aber einem dieser Kleinen, die an Mich glauben, Anstoß [gib]t, [für] den wäre es besser, wenn vielmehr [ein] Eselsmühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde.

43 Wenn nun deine Hand dich straucheln [läßt, so] haue sie ab! Bes[ser] ist es [für] dich, verstümmelt in das Leben einzugehen, anstatt zwei Hände [zu] haben [und] in die Gehenna, in da unauslöschliche Feuer, zu gehen,

44 wo ihr Wurm nicht verendet und das Feuer nicht [ver]lischt.

45 Wenn dein Fuß dich straucheln [läßt, so] haue ihn ab! Denn bes[ser] ist es [für] dich, verstümmelt oder lahm in das Leben einzugehen, anstatt zwei Füße [zu] haben [und] in die Gehenna, in das unauslöschliche Feuer, geworfen zu werden,

46 wo ihr Wurm nicht verendet und das Feuer nicht [ver]lischt.

47 Wenn dein Auge dich straucheln [läßt, so] wirf es fort! Bes[ser] ist es [für] dich, einäugig in das Königreich Gottes einzugehen, anstatt zwei Augen [zu] haben [und] in die Gehenna des Feuers geworfen zu werden,

48 wo ihr Wurm nicht verendet und das Feuer nicht [ver]lischt.

49 Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden, und jedes Opfer wird [mit] Salz gesalzen werden.

50 Salz ist [etwas] Ausgezeichnet[es]; wenn aber das Salz nicht [mehr] salzig ist, womit werdet ihr es [wieder] würzen? Habt Salz in euch und [halt]et Frieden [unter]einander!"

10

1 * [Dann] stand Er auf und ging von dort in die Grenz[gebiet]e Judäas, jenseits des Jordans; wieder strömte [das Volk in] Scharen bei Ihm zusammen und wieder lehrte Er sie nach Seiner Gewohnheit.

2 Da traten Pharisäer herzu, [um] Ihn [zu] versuchen, [und] fragten Ihn, ob es [einem] Mann erlaubt sei, [seine] Frau zu entlassen.

3 Er aber antwortete ihnen:

4 "Was gebietet Mose euch?" Sie sagten: "Mose gestattet, [eine] Scheidungsurkunde zu schreiben und [sie] zu entlassen."

5 Darauf antwortete Jesus ihnen: "Wegen eurer Hartherzigkeit schreibt er euch dieses Gebot;

6 aber von Anfang [der] Schöpfung [an] schuf Gott sie männlich und weiblich.

7 Deswegen wird [der] M[an]n seinen Vater und [seine] Mutter verlassen und sich seiner Frau anschließen,

8 und die zwei werden e i n Fleisch sein. Daher sind sie nicht mehr zwei, sondern e i n Fleisch.

9 [Was] nun Gott zusammengejocht hat, soll [der] Mensch nicht scheiden."

10 Zu Hause fragten Seine Jünger Ihn nochmals betreffs dieser [Sache], und Er erklärte ihnen:

11 "[Wer] auch [immer] seine Frau entläßt und [eine] andere heiratet, bricht [die] Ehe mit ihr.

12 Und wenn sie ihren Mann entläßt [und einen] anderen heiratet, [so] bricht sie [die] Ehe."

13 Dann brachte man kleine Kinder zu Ihm damit Er sie anrühre; die Jünger aber schalten sie.

14 Als Jesus [das] gewahrte, war Er entrüstet und sagte [zu] ihnen: "Laßt die kleinen Kinder zu Mir kommen und verwehrt [es] ihnen nicht; denn [für] solche ist das Königreich Gottes [da].

15 Wahrlich, Ich sage euch: [Wer] das Königreich Gottes nicht annimmt wie [ein] kleines Kind, kann keinesfalls in [das]selbe eingehen."

16 [Darauf] schloß [Er] sie in [die] Arme, und ihnen die Hände auflegend, segnete Er [sie].

17 Als Er [wieder] auf [den] Weg hinausging, siehe, [da] lief einer, ein Reicher, herzu, fiel [vor] Ihm [auf die] Knie und fragte Ihn: "Guter Lehrer, was soll ich tun, damit mir äonisches Leben zugelost werde?"

18 Jesus aber antwortete Ihm: "Was nennst du Mich gut? Niemand [ist] gut außer [dem] Einen: Gott.

19 Du weißt die Gebote: Du sollst nicht morden, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch zeugen, du sollst nicht benachteiligen, ehre deinen Vater und [deine] Mutter!"

20 Da entgegnete er Ihm: "Lehrer, dies alles hab ich von meiner Jugend [an] bewahrt."

21 Jesus blickte ihn an, liebte ihn und sagte zu ihm: "Eins mangelt dir noch: Geh hin, verkaufe all[es], was du [erworben] hast, gib [den Erlös] den Armen, und du wirst [einen] Schatz im Himmel haben; [dann komm] herzu, nimm [dein] Kreuz (wörtl.: Pfahl) auf und folge Mir!"

22 Der aber [war] über das Wort verdüstert [und] ging betrübt davon; denn er hatte viele erworbene [Güter].

23 Um Sich blickend, sagte Jesus [zu] Seinen Jüngern: "Die Geld haben - wie angewidert [davon] werden sie in das Königreich Gottes eingehen!"

24 Die Jünger aber waren [voll] heiliger Scheu über Seine Worte. Da nahm Jesus nochmals [das] Wort und sagte zu ihnen: "O Kinder - die auf Geld vertrauen - wie widrig ist es [für sie beim] Eingehen in das Königreich Gottes!

25 Es ist leichter [für ein] Kamel, durch das Nadelöhr zu gehen, als für [einen] Reichen, in das Königreich Gottes einzugehen."

26 Sie aber über [alle] Maßen verwundert, sagten zu Ihm: "Wer kann dann gerettet werden?"

27 Da blickte Jesus sie an [und] sagte: "Bei [den] Menschen [ist dies] unmöglich, jedoch nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle [Dinge] möglich."

28 [Dann] begann Petrus Ihn zu fragen: "Siehe, wir haben alles verlassen und sind Dir gefolgt: was wird wohl unser [Teil] sein?"

29 Jesus entgegnete ihm: "Wahrlich, Ich sage euch: Da ist niemand, der [sein] Haus, Brüder oder Schwestern, Vater oder Mutter, Frau oder Kinder oder Felder Meinetwegen und wegen des Evangeliums verlassen hat,

30 [d]er [dies] nicht hundertfältig wiedererhält: nun, in dieser Frist, Häuser, Brüder und Schwestern, Mutter und Vater, Kinder und Felder - unter Verfolgungen - und im kommenden Äon äonisches Leben.

31 Viele Erste aber werden Letzte sein, und Letzte [werden] Erste [sein]."

32 Als sie auf dem Weg waren, [um] nach Jerusalem hinauf[zu]ziehen, ging Jesus ihnen voran, und sie waren [voll] heiliger Scheu; die [Ihm Nach]folgenden aber fürchteten sich. [Da] nahm Er die zwölf nochmals beiseite und begann ihnen zu sagen, [was] Ihm demnächst widerfahren [würde]:

33 "Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem; dort wird der Sohn des Menschen den Hohepriestern und Schrift[gelehrt]en überantwortet werden; und sie werden Ihn [zum] Tode verurteilen und Ihn [denen aus] den Nationen übergeben.

34 [Die] werden Ihn verhöhnen, Ihn [an]speien, Ihn Geiseln und töten; und nach drei Tagen wird Er auferstehen."

35 Dann traten Jakobus und Johannes, die zwei Söhne [des] Zebedäus, zu Ihm [und] baten Ihn: "Lehrer, wir wollen, daß Du uns gewährst, [was] auch [immer] wir [von] Dir [er]bitten."

36 Da fragte Er sie: "Was wollt ihr, [daß] Ich euch gewähren soll?"

37 Sie antworteten Ihm: "Gib uns, daß wir in Deiner Herrlichkeit einer Dir zur Rechten und einer Dir zur Linken sitzen mögen."

38 Jesus aber antwortete ihnen: "Ihr wißt nicht, was ihr euch [er]bittet. Könnt ihr den Becher trinken, den Ich trinke, oder [mit] der Taufe getauft werden, [mit] der Ich Mich taufen lasse?"

39 Sie sagten zu Ihm: "[Das] können wir!" Jesus aber entgegnete ihnen: "Den Becher, den Ich trinke, werdet ihr zwar trinken, und [mit] der Taufe, [mit] der Ich Mich taufen lasse, werdet ihr getauft werden;

40 aber Mir zu[r] Rechten oder zu[r] Linken zu sitzen - [das] ist nicht [an] Mir zu [ver]geben, sondern [wird jenen zuteil, für] die es von Meinem Vater bereitet ist."

41 Als die zehn [das] hörten, begannen sie, [sich] über Jakobus und Johannes zu entrüsten.

42 Jesus aber rief sie zu Sich [und] sagte ihnen: "Ihr wißt, da[ß] die, [die] meinen, Fürsten [unter] den Nationen zu sein, sie beherrschen und [daß] ihre Großen sie vergewaltigen.

43 Doch bei euch [sollte es] nicht so sein; sondern [wer] unter euch groß werden will, soll euer Diener sein,

44 und [wer] unter euch [der] Erste sein will, soll [der] Sklave aller sein.

45 Denn auch der Sohn des Menschen kam nicht, um [be]dient zu werden, sondern um zu dienen, und Seine Seele [als] Löse[geld] für viele zu geben."

46 Sie kamen dann [nach] Jericho hinein, und [als] Er mit Seinen Jüngern und [einer] beträchtlichen Schar aus Jericho hinausging, saß [da] der blinde Bettler Bartimäus, der Sohn [des] Timäus, am Weg.

47 Als [er] hörte, da[ß] es Jesus der Nazarener sei, begann er laut zu rufen: "Sohn Davids! Jesus! Erbarme Dich meiner!"

48 Obwohl viele ihn schalten, damit er stillschweige,schrie er noch vielmehr: "Sohn Davids, erbarme Dich meiner!"

49 Jesus [blieb] stehen und sagte: "Ruft ihn [herbei!" So] riefen sie den Blinden und sagten [zu] ihm: "Fasse Mut, erhebe dich! Er ruft dich!"

50 Der aber warf sein Obergewand ab, sprang auf [und] kam zu Jesus.

51 [Da] wandte Sich Jesus an ihn und fragte: "Was willst du, [daß] Ich dir tun soll?" Der Blinde antwortete Ihm: "Rabbuni, daß ich s[eh]end werde!"

52 Darauf sagte Jesus [zu] ihm: "Geh hin, dein Glaube hat dich gerettet." Sogleich wurde er s[eh]end und folgte Ihm auf dem Wege.

11

1 * Als sie sich nun Jerusalem näher[te]n und nach Bethphage und Bethanien an den Ölberg [kamen],

2 schickte Er zwei Seiner Jünger [aus] und sagte [zu] ihnen: "Geht in das Dorf euch gegenüber! Sogleich, wenn [ihr] in dasselbe kommt, werdet ihr [ein] Füllen [an]gebunden finden, auf dem bisher noch kein Mensch gesessen hat.

3 [Bind]et es Los und bringt [es her]! Wenn jemand [zu] euch sagt: Was macht ihr [da? So] antwortet: Der Herr braucht es und schickt es sogleich wieder her."

4 Da gingen sie hin und fanden das Füllen an [eine] Tür gebunden, an dem Weg, [der] draußen herum[führt]; und sie [band]en es Los.

5 Einige der dort Stehenden sagten [zu] ihnen: "Was macht ihr [da, daß ihr] das Füllen los[bind]et?

6 "Sie antworteten ihnen, so wie [es] Jesus geboten hatte; da ließ man sie [gewähren].

7 Dann brachten sie das Füllen zu Jesus und warfen ihm ihre Kleider über, und Er setzte Sich darauf.

8 Viele breiteten sodann ihre Kleider auf dem Weg, andere aber hieben Laubzweige von [den Bäumen] der Felder und streuten [sie] auf den Weg.

9 Die [Ich]m vorangingen und folgten, riefen laut: "Hosianna! Gesegnet [sei] der [da] kommt i[m] Namen [des] Herrn!

10 Gesegnet [sei] das kommende Königreich unseres Vaters David i[m] Namen [des] Herrn! Hosianna in[mitten] der Höchsten!"

11 So zog Jesus in Jerusalem ein und [ging] in die Weihe[stät]te. Nachdem [Er] Sich [nach] allen umgeblickt hatte [und es] schon die Abendstunde war, ging Er mit den Zwölf nach Bethanien [hin]aus.

12 Am Morgen [als] sie von Bethanien weiterzogen, war Er hungrig;

13 und [als Er] von ferne einen Feigenbaum gewahrte, [der schon] Blätter hatte, ging Er [hin, um zu sehen], ob Er wohl [noch] einige [Frühfeigen] an ihm finden werde. Doch [als Er] darauf [zu]kam, fand Er nichts als nur Blätter; es war nämlich nicht die eigentliche Feigen[zeit].

14 [Da] wandte Er Sich an ihn und sagte: "Nie mehr soll jemand für den Äon Frucht von dir essen!" [Das] hörten auch Seine Jünger.

15 Als sie nach Jerusalem kamen und Jesus in die Weihe[stät]te ging, begann Er, [alle] hinauszutreiben, die in der Weihe[stät]te verkauften und kauften. Die Tische der Makler und die Stühle der Taubenverkäufer stürzte Er um und ließ nicht [zu],

16 daß jemand [dergleichen] Gerät durch die Weihe[stät]te trug.

17 Er [be]lehrte [sie] darüber und sagte [zu] ihnen: "Steht nicht geschrieben: Mein Haus wird [ein] Haus [des] Gebets [für] alle Nationen heißen? Ihr aber macht es [zu einer] Höhle [für] Wegelagerer."

18 Die Hohenpriester und Schrift[gelehrt]en hörten [davon] und suchten, wie sie ihn umbrächten; denn sie fürchteten Ihn, weil die gesamte Volksmenge sich über Seine Lehre verwunderte.

19 Als es Abend wurde, gingen sie aus der Stadt hinaus.

20 [Am] Morgen gingen sie [wieder an] dem Feigenbaum vorüber und gewahrten, [daß er] von der Wurzel [an] verdorrt war.

21 Petrus erinnerte sich [daran] und sagte [zu] Ihm: "Rabbi, siehe der Feigenbaum, den Du verflucht hast, ist verdorrt!"

22 Da antwortete Jesus ihnen: "Habt Glauben [an] Gott! Wahrlich, Ich sage euch:

23 [Wer] auch [immer zu] diesem Berg sagen sollte: Hebe dich [empor] und wirf dich ins Meer - und in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, da[ß das, was] er spricht, [auch] geschieht, dem wird [zuteil] werden, [was] auch [immer] er sagen sollte.

24 Deshalb sage Ich euch: Alles, was ihr [auch] betet und bittet - glaubt, daß ihr [es] erhalten habt, und es wird euer sein.

25 Wenn ihr steht und betet, [so] vergebt, wenn ihr etwas gegen jemand habt, damit auch euer Vater in den Himmeln euch eure Kränkungen (wörtl.: Danebenfälle) vergebe.

26 Wenn ihr aber nicht vergebt, wird euer Vater in den Himmeln eure Kränkungen (wörtl.: Danebenfälle) auch nicht vergeben."

27 Als sie wieder nach Jerusalem kamen und Er in der Weihe[stät]te wandelte, kamen die Hohenpriester, die Schrift[gelehrt]en und die Ältesten zu Ihm und fragten Ihn:

28 "Mit welcher Vollmacht tust Du dies, und wer gibt Dir diese Vollmacht, um das [zu] tun?"

29 Jesus antwortete ihnen: "Auch Ich werde euch ein Wort fragen; antwortet Mir, so werde Ich euch sagen, mit welcher Vollmacht Ich dies tue.

30 Die Taufe [des] Johannes, woher war sie? War sie vo[m] Himmel oder von Menschen? Antwortet Mir?"

31 Sie folgerten nun bei sich: Wenn wir sagen: vo[m] Himmel, wird Er erwidern: Warum nun glaubtet ihr ihm nicht?

32 Sollten wir jedoch sagen: von Menschen? Sie fürchteten [nämlich] das Volk; denn alle hielten [dafür], da[ß] Johannes wirklich [ein] Prophet war.

33 So antworteten sie Jesus: "Wir wissen [es] nicht." Da antwortete Jesus ihnen: "[Dann] sage auch Ich euch nicht, mit welcher Vollmacht Ich dies tue!"

12

1 * Dann begann Er [zu] ihnen in Gleichnissen zu sprechen. "[Ein] Mann pflanzte [einen] Weinberg, legte um [ihn einen] Steinwall [an], grub [einen] Keltertrog, baute [einen] Turm, verpachtete ihn [an] Winzer und verreiste.

2 [Zu]r rechten [Zeit] schickte er [einen] Sklaven zu den Winzern, um [seinen Anteil] an der Frucht des Weinbergs von den Winzern [zu] erhalten.

3 Sie aber nahmen ihn, prügelten [ihn] und schickten [ihn] leer [zurück].

4 Dann schickte er wieder [einen] anderen Sklaven zu ihnen, [auf] jenen warfen sie Steine, verwundeten [ihn am] Kopf und schickten [ihn] entehrt [zurück].

5 Nun schickte er nochmals [einen] anderen, doch jenen töteten sie, desgleichen viele andere; [sie] prügelten die einen [und] töteten die anderen.

6 [Nun] hatte er noch seinen ein[zigen] geliebten Sohn; ihn schickte er [als] letzten zu ihnen [und] sagte [sich: Vor] meinem Sohn werden sie sich scheuen!

7 Jene Winzer aber sprachen unter sich: Dieser ist der Losteilinhaber; herzu, wir wollen ihn töten,

8 und das Los[land] wird unser sein! So nahmen sie [ihn], töteten ihn und warfen ihn zum Weinberg hinaus.

9 Was wird nun der Herr des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Winzer umbringen und den Weinberg anderen geben.

10 Habt ihr nicht auch diese Schrift[stelle] gelesen: [Der] Stein, den die Bau[leute] verworfen haben, der wurde zu[m] Haupt[stein der] Ecke.

11 Durch [den] Herrn ist er d[a]s geworden und er ist erstaunlich vor unseren Augen."

12 Da suchten sie sich Seiner zu bemächtigen; sie fürchteten sich jedoch [vor] der Volksmenge; denn sie [er]kannten, da[ß] Er das Gleichnis auf sie bezog. [So] ließen sie [von] Ihm [ab] und gingen davon.

13 Dann schickten sie einige der Pharisäer und Herodianer zu Ihm, um Ihn [in Seinen] Worten fangen [zu] können.

14 Die kamen und sagten zu Ihm: "Lehrer, wir wissen, da[ß] Du wahr [im] Wort bist. Auch kümmert Dich [die Meinung anderer] nicht; denn du blickst nicht auf [das] Äußere [der] Menschen, sondern lehrst den Weg Gottes in Wahrheit. Ist es erlaubt, [dem] Kaiser Kopfsteuer zu geben oder nicht? Sollen wir [sie] geben oder nicht geben?"

15 Da [Er] ihre Heuchelei gewahrte, sagte Er [zu] ihnen: "Was versucht ihr Mich? Reicht Mir [einen] Denar, damit Ich [ihn Mir an]s[e]he."

16 Als sie [Ihm einen] reichten, fragte Er sie: "Wessen Bild und Aufschrift [ist] dies?" Sie antworteten Ihrm: "[Des] Kaisers."

17 Daraufhin sagte Jesus [zu] ihnen: "[Folglich] bezahlt [dem] Kaiser, [was des] Kaisers [ist], und Gott, [was] Gottes [ist]." Da waren sie außer sich vor Staunen über ihn.

18 Dann traten die Sadduzäer zu Ihm, die behaupteten, [es] gebe keine Auferstehung; sie fragten Ihn:

19 "Lehrer, Mose schreibt uns [vor]: Wenn jemandes Bruder stirbt und hinterläßt [eine] Frau, aber läßt kein Kind [zurück, dann] soll sein Bruder seine Frau nehmen und seinem Bruder Samen erwecken.

20 Es waren [nun] sieben Brüder; der erste nahm [eine] Frau und [hinter]ließ keinen Samen, [als er] starb.

21 Da nahm sie der zweite; auch er starb [und] hinterließ keinen Samen. In derselben Weise [erging es] auch dem dritten.

22 So nahmen sie die sieben und [hinter]ließen keinen Samen. [Als] letzte [von] allen starb auch die Frau.

23 In der Auferstehung nun, wenn sie auferstehen, wem [von] ihnen wird sie [als] Frau angehören? Denn [alle] sieben haben sie [zur] Frau gehabt."

24 Jesus entgegnete ihnen: "Irrt ihr nicht deshalb, [weil ihr] weder [mit] den Schriften vertraut seid, noch die Kraft Gottes [kennt]?

25 Denn wenn sie aus [den] Toten auferstehen, heiraten sie weder, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie die Boten in den Himmeln.

26 [Was] die Toten betrifft, da[ß] sie erwachen: Habt ihr nicht in der Rolle [des] Mose über den Dornbusch gelesen, wie Gott [mit] ihm redete: Ich [bin] der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs -?

27 Er ist kein Gott [der] Toten, sondern [der Gott der] Lebendigen. Ihr irrt euch sehr."

28 Da trat einer der Schrift[gelehrt]en herzu; [er] hatte sie Streit[gespräche führen] hören [und] wußte [daher], da[ß] Er ihnen trefflich geantwortet hat[te. D]er fragte Ihn: "Welches ist [das] erste Gebot [von] allen?"

29 Jesus antwortete ihm: "[Das] erste Gebot [von] allen ist: Höre, Israel! [Der] Herr, unser Gott, ist e i n Herr.

30 Lieben sollst du [den] Herrn, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Denkart und aus deinem ganzen Vermögen.

31 Dies [ist das] erste Gebot. [Das] zweite aber ist ihm gleich: Lieben sollst du deinen Nächsten wie dich selbst! - Kein anderes Gebot ist größer [als] diese."

32 Da sagte der Schrift[gelehrt]e [zu] Ihm: "Trefflich, Lehrer, hast Du in Wahrheit gesagt, da[ß] Er e i n e r ist und kein anderer außer Ihm ist;

33 und Ihn zu lieben mit deinem ganzen Herzen, mit dem ganzen Verstand, mit ganzer Seele und aus ganzem Vermögen, sowie den Nächsten zu lieben wie dich selbst, [das] ist weit mehr [als] alle Ganzbrand[opfer] und [Schlacht]opfer."

34 Als Jesus gewahrte, da[ß] er antwortete [wie einer, der] Einsicht hat, sagte Er [zu] ihm: "Du bist nicht fern vom Königreich Gottes." Dann wagte niemand mehr, Ihn [etwas] zu fragen.

35 In der Weihe[stät]te nahm Jesus [wieder das] Wort und lehrte; Er fragte: "Wie [können] die Schrift[gelehrt]en sagen, da[ß] Christus Davids Sohn sei?

36 Denn er David, sagte in heiligem Geist: Es sprach der Herr [zu] Meinem Herrn: Setze Dich zu Meiner Rechten, bis Ich Deine Feinde [zum] Schemel Deiner Füße lege.

37 Er nun, David, nennt ihn Herr; woher ist der [dann] Sein Sohn?"

38 Die große Volksmenge hörte Ihn jedoch gern. In Seiner Belehrung sagte Er weiter [zu] ihnen: "Hütet euch vor den Schrift[gelehrt]en, die in [prächtigen] Gewändern umhergehen wollen, auf den Märkten [sich] begrüßen [lassen],

39 Vordersitze in den Synagogen und erste Liegeplätze bei [Gast]mählern [beanspruchen],

40 die Häuser der Witwen verzehren und [zum] Vorwand weitschweifig beten. Diese werden [ein] überaus [strengeres] Urteil erhalten."

41 Jesus setzte sich [dann] dem Schatzkasten gegenüber und schaute [zu], wie die Volksmenge Kupfer[geld] in den Schatzkasten warf; viele Reiche warfen viel [ein].

42 Auch kam eine Frau, [eine] arme Witwe, [die] warf zwei Scherflein [ein, was ein] Heller ist.

43 Seine Jünger herzurufend, sagte Er [zu] ihnen: "Wahrlich, Ich sage euch: Diese arme Witwe warf mehr [ein als sie] alle, die [etwas] in den Schatzkasten geworfen [haben].

44 Denn sie alle warfen von ihrem Überfluß [ein]; diese aber warf aus ihrem Mangel alles [ein], was sie hatte, ihren ganzen Lebens[unterhalt]."

13

1 * Als Er aus der Weihe[stät]te hinausging, sagte einer Seiner Jünger [zu] Ihm: "Lehrer, siehe, was für Steine und was für Gebäude!"

2 Jesus antwortete ihm: "[Sieh]st du diese großen Gebäude? Keinesfalls wird hier Stein auf Stein gelassen [werden], den man nicht auf jeden Fall abbrechen wird."

3 Als Er sich gegenüber der Weihe[stät]te auf den Ölberg gesetzt [hatte und sie] für sich [alleine waren], fragte Ihn Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas:

4 "Sage uns, wann wird d[a]s sein, und welches [ist] das Zeichen, wenn [von] dem allen [der] Abschluß bevorsteht?"

5 Da begann Jesus ihnen [zu] antworten: "Hütet euch, [damit] niemand euch irre[führe]!

6 Denn viele werden in Meinem Namen kommen [und] sagen: Ich bin [es]! - und werden viele irre[führe]n.

7 Wenn ihr aber Schlachten[lärm] und Kunde [von] Schlachten hört, seht [zu], seid nicht bestürzt; denn [so] muß es geschehen, jedoch [ist es] noch nicht die Vollendung.

8 Denn es wird Nation gegen Nation und Königreich gegen Königreich erweckt werden; auch werden stellenweise [Erd]beben sein, und Hungersnöte und Unruhen werden sein; [alles] dies [ist erst der] Anfang [der] Wehen.

9 Ihr aber hütet euch! Denn man wird euch an [die] Synedrien überantworten und euch in [den] Synagogen auspeitschen. Sowohl vor Regierende wie auch [vor] Könige wird man euch um Meinetwillen stellen, ihnen zu[m] Zeugnis.

10 Doch zuerst muß das Evangelium unter allen Nationen geheroldet werden.

11 Wenn man euch [ab]führt und überantwortet, [so] sorget euch nicht vorher, was ihr sagen sollt, noch kümmert euch [darum], sondern [was] euch in jener Stunde gegeben wird, das redet; denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Geist, der heilige.

12 Es wird aber [der] Bruder [den] Bruder zu[m] Tode überantworten, und [der] Vater [das] Kind, und Kinder werden gegen [die] Eltern aufstehen und sie [zu] Tode [bring]en.

13 Ja ihr werdet um Meines Namens willen von allen gehaßt werden. [Wer] aber [bis] zu[r] Vollendung ausharrt, d[e]r wird gerettet werden.

14 Wenn ihr den vom Propheten Daniel angesagten Greuel der Verödung [dort] stehen s[e]ht, wo er nicht [sein] dürfte - möge der Leser [es] begreifen - dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen!

15 [Wer] auf dem Flachdach [ist], steige nicht [erst] ins Haus hinab, noch gehe er [hin]ein, um etwas aus seinem Haus [mit]zunehmen;

16 und [wer] auf dem Feld ist, kehre nicht zurück, um [noch] sein Obergewand aufzunehmen.

17 Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen!

18 Betet jedoch, daß eure Flucht nicht [im] Winter geschehe!

19 Denn jene Tage werden [eine] derartige Drangsal sein, wie seit Anfang [der] Schöpfung, die Gott erschuf, bis nun [noch] keine solche gewesen ist und keinesfalls [mehr] sein wird.

20 Und wenn [der] Herr die Tage nicht verkürzte, [so] würde keinerlei Fleisch gerettet werden; jedoch um der Auserwählten willen, die Er auserwählt hat, verkürzt Er [jene] Tage.

21 Wenn dann jemand [zu] euch sagt: Siehe, hier [ist] der Christus! oder: Siehe, dort!, [so] glaubt [es] nicht.

22 Denn es werden sich falsche Christi und falsche Propheten erheben, [die] werden Zeichen geben und Wunder [tun], um wenn möglich auch die Auserwählten irrezu[führe]n.

23 Ihr aber hütet euch! Siehe, Ich habe euch alles vorher angesagt.

24 In jenen Tagen jedoch, nach jener Drangsal, wird die Sonne sich verfinstern, und der Mond wird seinen Schein nicht geben;

25 die Sterne werden vom Himmel fallen und die Mächte in den Himmeln erschüttert werden.

26 Dann wird man den Sohn des Menschen in Wolken mit großer Macht und Herrlichkeit kommen sehen.

27 Und dann wird Er Seine Boten [aussenden] und Seine Auserwählten von den vier Winden [her] versammeln, [vom] äußersten [Ende der] Erde [an] bis [zum] äußersten Ende [des] Himmels.

28 Vom Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn seine Zweige schon weich werden und Blätter hervorsprossen, [dann] erkennt ihr [daran], da[ß] der Sommer nahe ist.

29 So auch ihr: wenn ihr dies [alles] eintreffen s[e]ht, [dann] erkennt [daran], da[ß] Er nahe ist - an [den] Türen.

30 Wahrlich, Ich sage euch: Keinesfalls sollte diese Generation vergehen, bis dies alles geschehen ist.

31 Der Himmel und die Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden keinesfalls vergehen.

32 Um jenen Tag oder [jene] Stunde aber weiß niemand, weder die Boten i[m] Himmel noch der Sohn, außer der Vater [allein].

33 Hütet euch, wacht und betet; denn ihr wißt nicht, wann der [Zeit]punkt [da] ist.

34 [Es] wird [sein] wie [bei einem] M[an]n, d[e]r verreisen w[i]ll, bei[m] Verlassen seines Hauses gibt [er] seinen Sklaven Vollmacht und je[d]em seine Arbeit; und dem Türhüter gebietet er, daß er wachen soll.

35 [So] wacht nun; denn ihr wißt nicht, wenn der Herr des Hauses kommt, ob [am] Abend oder [um] Mitternacht, ob [beim] Hahnenschrei oder [am] Morgen -

36 [damit] er euch nicht schlummernd finde, [wenn er] unversehens kommt.

37 [Was] Ich aber euch sagt, [das] sage Ich allen: Wacht!"

14

1 * In zwei Tagen war nun das Passah und das [Fest der] ungesäuerten [Brote]. Da suchten die Hohenpriester und Schrift[gelehrt]en, wie sie sich Seiner mit Betrug bemächtigen [und Ihn] töten könnten;

2 denn sie sagten: "Nicht während des Festes, damit kein Tumult [unter] dem Volk entstehe."

3 Als Er in Bethanien war [und] im Hause Simons, des Aussätzigen, [zu Tisch] lag, kam [eine] Frau, [die ein] Alabaster[fläschchen mit] Würzöl [von] echter, teurer Narde hatte; sie zerbrach [nun] das Alabaster[fläschchen] und goß es Ihm auf das Haupt.

4 Einige aber waren entrüstet und sagten zueinander: "Wozu diese Verschwendung des Würzöls?

5 Man [hät]te doch dieses Würzöl [für] über dreihundert Denare veräußern und [das Geld] den Armen geben können." Und sie drohten ihr.

6 Jesus aber sagte: "Laßt sie! Was verursacht ihr ihr Mühe? Sie hat doch [ein] edles Werk an Mir getan!

7 Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen wohltun; Mich aber habt ihr nicht allezeit.

8 Sie hat getan, [was] sie vermochte: Sie hat Meinen Körper im voraus zur Bestattung [mit] Würzöl ge[salb]t.

9 Wahrlich, Ich sage euch: Wo auch [immer] man dieses Evangelium in der ganzen Welt herolden mag, wird man zu ihrem Gedenken auch von [dem] sprechen, [was] sie getan hat."

10 Dann ging Judas Iskariot, einer der Zwölf, zu den Hohenpriestern, um Ihn [an] sie zu verraten.

11 Als sie [das] hörten, freuten sie sich und versprachen, ihm Geld zu geben. Dann suchte er, wie er Ihn [bei] günstiger Gelegenheit verriete.

12 Am ersten Tag der ungesäuerten [Brote], als man das Passah [zu] opfern [pflegte], sagten seine Jünger [zu] Ihm: "Wo willst Du das Passah essen? [Wo]hin [sollen wir] gehen, um [es] zu bereiten?"

13 Da schickte Er zwei Seiner Jünger [aus] und gebot ihnen: "Geht in die Stadt, und es wird euch [ein] M[an]n begegnen, [der einen] Topf Wasser trägt;

14 folgt ihm, und wo er [hin]eingeht, [da] sagt [zu] dem Hausherrn: Der Lehrer [läßt] fragen: Wo ist Mein Gastzimmer, wo Ich das Passah mit Meinen Jüngern essen kann? -

15 Dann wird er euch [einen] großen Söller zeigen, [schon] bereit [mit aus]gebreiteten [Polstern]; dort bereitet [das Mahl für] uns."

16 Seine Jünger gingen hin und kamen in die Stadt; sie fanden [alles] so, wie Er [es] ihnen gesagt [hatte], und bereiteten das Passah.

17 Als [es] Abend geworden [war], kam Er mit den Zwölf;

18 und [während] sie [zu Tisch] lagen und aßen, sagte Jesus: Wahrlich, Ich sage euch: Einer von euch, der mit Mir ißt, wird Mich verraten."

19 Da wurden sie betrübt und fingen an, Ihn zu fragen, einer nach [dem] anderen: "Ich bin [es] doch nicht [etwa] Rabbi?" Und [ein] anderer [sagte]: "Doch nicht ich!"

20 Er aber antwortete ihnen: "Einer von [euch] Zwölf, der mit Mir die Hand in die Schüssel eintaucht:

21 Der Sohn des Menschen geht zwar [da]hin, so wie es von Ihm geschrieben steht; doch wehe jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen verraten wird! Schön wäre es [für] Ihn, wenn jener Mensch nicht geboren wäre!"

22 Als sie aßen, nahm Jesus Brot, segnete und brach [es], gab [es] ihnen und sagte: "Nehmt! Dieses ist Mein Körper."

23 [Dann] nahm Er den Becher, dankte und gab ihnen [den], und alle tranken [dar]aus;

24 weiter sagte Er [zu] ihnen: "Dieses ist Mein Blut des neuen Bundes, das für viele vergossen wird.

25 Wahrlich, Ich sage euch: Ich werde keinesfalls mehr vom Ertrag des Weinstocks trinken bis [zu] jenem Tag, wenn Ich ihn im Königreich Gottes neu trinken werde."

26 Nach [dem] Lobgesang zogen sie [hin]aus auf den Ölberg.

27 Dann sagte Jesus [zu] ihnen: "Ihr alle werdet in dieser Nacht an Mir Anstoß [nehm]en; d[enn] es steht geschrieben: Ich werde den Hirten erschlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen.

28 Jedoch nach Meiner Auferweckung werde Ich euch nach Galiläa vorangehen."

29 Petrus aber erklärte Ihm: "Wenn sie auch alle [an Dir] Anstoß [nehmen], ich jedoch nicht!"

30 Jesus entgegnete ihm: "Wahrlich, Ich sage dir: Du wirst Mich heute, in dieser Nacht, ehe [der] Hahn zweimal kräht, dreimal verleugnen."

31 Petrus aber redete [im] Überschwang: "Vielmehr, wenn ich mit Dir sterben müßte, [so] werde ich Dich keinesfalls verleugnen." In derselben Weise sprachen auch alle [anderen].

32 Dann kamen sie zu [einem] Freiacker, dessen Name Gethsemane [ist]; und Er sagte [zu] Seinen Jüngern: "Setzt euch hier [nieder], bis Ich gebetet [habe]."

33 Hierauf nahm Er Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und begann zu erschauern und niedergedrückt zu werden.

34 Dann sagte Er [zu] ihnen: "Tief betrübt ist Meine Seele bis [zum] Tode; bleibt hier und wacht!"

35 Und [ein] klein [wenig] vorausgehend, fiel Er auf die Erde [nieder] und betete, damit, wenn es möglich sei, die Stunde an Ihm vorübergehe; und Er sagte:

36 "Abba, Vater, alles [ist] Dir möglich; trage diesen Becher von Mir weg! Jedoch nicht, was Ich will, sondern was Du willst!"

37 Darauf kam Er [zu den Jüngern] und fand sie schlummernd. Da sagte Er [zu] Petrus: "Simon, schlummerst du? Vermagst du nicht eine Stunde zu wachen?

38 Wacht und betet, damit ihr nicht in Anfechtung kommt! Der Geist zwar [hat das] Verlangen, das Fleisch aber [ist] schwach."

39 Da ging Er nochmals hin und betete [mit] denselben Worten.

40 Darauf kam Er [zurück und] fand sie wieder schlummernd; denn die Augen waren ihnen schwer geworden, und sie wußten nicht, was sie Ihm antworten sollten.

41 Dann kam Er [zu]m dritten[mal] und sagt[e zu] ihnen: " Schlummert und ruht [ein] andermal; es ist genug, die Stunde ist gekommen! Siehe, der Sohn des Menschen wird in die Hände der Sünder (wörtl.: Zielverfehler) überantwortet!

42 Erhebt euch wir gehen! Siehe, Mein Verräter hat sich genaht!"

43 Sogleich während Er noch sprach, kam Judas Iskariot, einer der Zwölf herzu, und mit ihm [eine] große Schar mit Schwertern und Knütteln von den Hohenpriestern, Schrift[gelehrt]en und Ältesten [her].

44 Sein Verräter aber hatte ihnen [als] verabredetes Zeichen gegeben: "Welchen ich küssen werde, [d]er ist [es], bemächtigt euch Seiner und führt [Ihn] sicher ab."

45 [Als er] kam, trat er sogleich zu Ihm und sagte: "Rabbi, Rabbi!" und küßte ihn herzlich.

46 Dann legten sie die Hände an Ihn und bemächtigten sich Seiner.

47 Aber einer der Dabeistehenden riß das Schwert [heraus], schlug [auf] den Sklaven des Hohenpriesters [ein] und Hieb ihm die Ohrmuschel ab.

48 [Da] wandte Sich Jesus an sie und sagte: "Wie gegen [einen] Wegelagerer seid ihr mit Schwertern und Knütteln ausgezogen, um Mich zu [er]greifen.

49 Täglich war Ich bei euch in der Weihe[stät]te [und] lehrte, und ihr habt euch Meiner nicht bemächtigt. Doch [muß] die Schrift erfüllt werden."

50 [Dann] verließen Ihn alle und flohen.

51 Aber einer, ein Jüngling, folgte Ihm ([er war nur mit einer] Leinwand auf [der] bloßen [Haut] umhüllt), und dessen [wollte] man sich bemächtigen;

52 doch er ließ die Leinwand zurück [und ent]floh unbekleidet.

53 Dann führte am Jesus zu dem Hohenpriester Kaiphas ab, und alle Hohenprieste sowie Ältesten und Schrift[gelehrt]en kamen [bei] ihm zusammen,

54 Petrus jedoch war ihm von ferne bis hinein in den Hof des Hohenpriesters gefolgt; dort saß er zusammen mit den Gerichtsdienern und wärmte sich an der Lohe.

55 Die Hohenpriester aber und das ganze Synedrium suchten falsches Zeugnis gegen Jesus, um Ihn [zu] Tode zu [bring]en, doch fanden sie keines;

56 denn viele zeugten [zwar] fälschlich gegen Ihn, aber die Zeugnisse waren nicht überein[stimmend].

57 Einige standen auch auf, zeugten fälschlich gegen Ihn [und] sagten:

58 "Wir haben Ihn sagen hören: Ich werde diesen [mit] Händen gemachten Tempel abbrechen und in drei Tagen [einen] anderen, nicht [mit] Händen gemachten, [auf]bauen."

59 Doch nicht einmal [in] dies[em Punkt] war ihr Zeugnis überein[stimmend].

60 Da stand der Hohenpriester auf [trat] in [die] Mitte [und] fragte Jesus: "Antwortest Du überhaupt nichts [auf das], was diese gegen Dich zeugen?"

61 Jesus aber schwieg still und antwortete überhaupt nichts. Der Hohepriester fragte nochmals und sagte [zu] Ihm: "Bist Du der Christus, der Sohn Gottes, des Gesegneten?"

62 Jesus erwiderte daraufhin: "Ich bin [es], und ihr werdet den Sohn des Menschen zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen."

63 Da zerriß der Hohenpriester seine Gewänder [und] rief: "Was brauchen wir noch Zeugen?

64 Siehe, nun habt ihr die Lästerung gehört! Wie erscheint euch [das]?" Darauf verurteilten sie Ihn alle:

65 [Er] sei [dem] Tode verfallen! Dann begannen einige Ihn [an]zuspeien, Sein Angesicht zu bedecken, Ihn [mit] Fäusten zu [schlag]en und [zu] Ihm zu sagen: "Prophezeie! Auch die Gerichtsdiener nahmen Ihn [mit] Ohrfeigen [in Empfang].

66 Während Petrus unten im Hof war, kam eine der Mägde des Hohenpriesters;

67 als [sie] Petrus sich wärmen sah, blickte sie ihn an [und] sagte: "Du warst auch mit dem Nazarener Jesus!"

68 Er aber leugnete und sagte: "Ich weiß nicht und verstehe auch nicht, was du sagst." Dann ging er in den vorderen Hof hinaus, und es krähte ein Hahn.

69 Als die Magd ihn dort gewahrte, fing sie wieder an, zu den Dabeistehenden zu sagen: "Dieser ist auch einer von ihnen!"

70 Er aber leugnete nochmals. Nach einer kleinen Weile sagten wieder die Dabeistehenden zu Petrus: "Wahrhaftig, du bist einer von ihnen, denn auch du bist ein Galiläer, deine Aussprache ist die gleiche."

71 Da fing er an, sich zu verbannen und zu schwören: "Ich weiß nichts von diesem Menschen, von dem ihr da redet!"

72 Und sogleich krähte ein Hahn zum zweitenmal. Nun erinnerte sich Petrus des Ausspruchs, wie Jesus ihm gesagt hatte: "Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen." Als ihm das einfiel, schluchzte er bitterlich.

15

1 * Sogleich am Morgen hielten die Hohenpriester mit den Ältesten, Schrift[gelehrt]en und dem ganzen Synedrium [eine] Beratung [ab, worauf] sie Jesus binden und [zu] Pilatus bringen [ließen, dem] sie [Ihn] überantworteten.

2 Pilatus fragte Ihn: "Bist Du der König der Juden?"

3 Er antwortete ihm: "Du sagst [es]."

4 Dann klagten die Hohenpriester Ihn vieler [Dinge] an. Da fragte Pilatus Ihn nochmals: "Antwortest Du überhaupt nichts? Siehe, [um] wie vieler [Dinge] sie Dich anklagen!"

5 Jesus aber antwortete überhaupt nichts mehr, so daß Pilatus erstaunte.

6 Nun [pflegte] er ihnen zu[m] Fest einen Häftling, den sie sich ausbaten, frei[zu]lassen.

7 Es war damals [einer mit] Namen Barabbas, [der] mit [seinen] Mitaufrührern gebunden war, die im Aufstand einen Mord begannen hatten.

8 [So zog nun] die Volksmenge hinauf und begann zu fordern, [daß er tue], so wie er [es] ihnen stehts gewährt [hatte].

9 Pilatus antwortete ihnen: "Wollt ihr, [daß] ich euch den König der Juden freilasse?

10 Denn er [hatte er]kannt, da[ß] die Hohenpriester Ihn aus Neid überantwortet hatten.

11 Doch die Hohenpriester hetzten die Volksmenge auf, damit er ihnen vielmehr Barabbas freilasse.

12 Pilatus wandte sich nochmals an sie: "Was wollt ihr nun, [daß] ich [mit dem] mache, den ihr König der Juden nennt?"

13 Da schrien sie wieder [zurück]: "Kreuzige (wörtl.: Pfahle) Ihn!"

14 Pilatus aber fragte sie: "Was hat Er denn Übles getan?" Doch sie schrien übermäßig [laut]: "Kreuzige (wörtl.: Pfahle) Ihn!"

15 Pilatus nun, [in der] Absicht, der Volksmenge Genüge zu tun, ließ ihnen Barabbas frei, Jesus [aber ließ] er peitschen und übergab [Ihn], damit Er gekreuzigt (wörtl.: angepfahlt) würde.

16 Dann führten Ihn die Krieger [in das] Innere des Hofes ab (das ist das Prätorium) und riefen die ganze Truppe zusammen.

17 Sie zogen Ihm [einen] Purpur[mantel] an, flochten [einen] Dornenkranz, [den] sie Ihm aufsetzten,

18 fingen an, Ihn zu grüßen und sagten: "Freue Dich, König der Juden!"

19 Dann schlugen sie ihn [mit einem] Rohr [auf]s Haupt, spien Ihn [an], und niederkniend beteten sie Ihn an.

20 Als sie Ihn [so] verhöhnt hatten, zogen sie Ihm den Purpur[mantel] aus, zogen Ihm Seine eigene Kleidung [wieder] an und führten Ihn hinaus, um Ihn [zu] kreuzigen (wörtl.: anzupfahlen).

21 Dann zwangen sie einen Vorübergehenden ([den] Kyrenäer Simon, den Vater [des] Alexander und [des] Rufus, der [vom] Feld kam), Sein Kreuz (wörtl.: Pfahl) aufzunehmen.

22 So brachten sie Ihn zu der Stätte 'Golgatha', das ist verdolmetscht 'Schädelstätte'.

23 Dort gaben sie Ihm Wein [mit] Myrrhe zu trinken, [den] Er aber nicht nahm.

24 Nachdem [sie] Ihn gekreuzigt (wörtl.: angepfahlt) hatten, verteil[t]en sie Seine Kleider, [indem sie das] Los darüber warfen, was ein [jeder] nehmen sollte.

25 Es war die dritte Stunde, als sie Ihn kreuzigten (wörtl.: anpfahlten).

26 Und Seine Schuld war [als] Inschrift [an]geschrieben: Der König der Juden.

27 Mit Ihm kreuzigten (wörtl.: pfahlten) sie zwei Wegelagerer, einen zu [Seiner] Rechten und einen zu Seiner Linken.

28 {Vers nicht in S', A', B'}.

29 Die Vorübergehenden lästerten Ihn, schüttelten ihre Häupter und sagten: "Ha, [Du], der den Tempel abbricht und in drei Tagen [wieder auf]baut,

30 rette Dich Selbst, [indem Du] vom Kreuz (wörtl.: Pfahl) herabsteigst!"

31 Auch die Hohenpriester und die Schrift[gelehrt]en höhnten [in] gleicher Weise [unter]einander [und] riefen: "Andere hat Er gerettet, Sich Selbst kann Er nicht retten!

32 Der Christus, der König Israels, steige nun vom Kreuz (wörtl.: Pfahl) herab, damit wir [es] gewahren und glauben." Auch die zusammen mit Ihm gekreuzigt (wörtl.: angepfahlt) waren, schmähten Ihn.

33 Als [die] sechste Stunde gekommen [war], breitete sich Finsternis über das ganze Land [aus] bis [zur] neunten Stunde.

34 [Um] die neunte Stunde aber schrie Jesus [mit] lauter Stimme [auf und] rief: "Eloi, Eloi, lema sabachthani!", das ist verdolmetscht: "Mein Gott, Mein Gott, wozu Du Mich verlassen hast!"

35 Als einige der Dabeistehenden [das] hörten, sagten sie: "Siehe, Er ruft [den] Elia!"

36 Sogleich lief jemand [hin], füllte [einen] Schwamm [mit] Essig an, steckte [ihn] auf [ein] Rohr, tränkte ihn [und] sagte: "Laßt [nur]! Wir wollen [se]hen, ob Elia kommt, um Ihn herabzunehmen!

37 Jesus aber ließ [Seine] Stimme laut [erschallen und] haucht aus.

38 Da [zer]riß der Vorhang des Tempels in zwei [Teile], von oben bis unten.

39 Als der Hauptmann, der Ihm gegenüber dabeistand, gewahrte, daß Er so aushauchte, sagte er: "Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn."

40 Es waren aber auch von ferne [zu]schauende Frauen [dort], unter [ihnen] Maria, die Magdalenerin, und Maria, die Mutter des kleinen Jakobus und [des] Joses, und Salome

41 (die Ihm gefolgt [war]en, als Er [noch] in Galiläa war, und Ihm gedient [hatt]en) und viele andere, die mit Ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren.

42 Als [es] schon Abend wurde und weil es [der] Vorbereitungs[tag] war -

43 [nämlich] der vor [dem] Sabbat - kam Joseph von Arimathia, [ein] angesehener Ratsherr, der auch selbst [nach] dem Königreich Gottes ausschaute; er wagte [es], ging zu Pilatus und bat [um] den Körper Jesu.

44 Pilatus aber war erstaunt, [daß] Er schon verstorben sein [sollte]; er [ließ] den Hauptmann zu sich rufen und fragte ihn, ob er [schon] lange tot sei.

45 Als [er es] von dem Hauptmann erfuhr, schenkte er Joseph den Leichnam.

46 [Dieser] kaufte Leinwand und nahm Ihn [vom Kreuz] (wörtl.: Pfahlt) herab, wickelte [Ihn] in die Leinwand und legte Ihn in [ein] Grab, daß aus [dem] Felsen gehauen war; dann wälzte er [einen] großen Stein vor den Eingang des Grabes.

47 Maria aber, die Magdalenerin, und Maria, die [Mutter des] Joses, schauten [sich an], wohin Er gelegt worden war.

16

1 * Da [es] inzwischen Sabbat wurde, kauften Maria, die Magdalenerin, und Maria, die [Mutter] des Jakobus, und Salome Gewürze, damit sie [später] gehen und Ihn [mit Würzölen] einreiben könnten.

2 So kamen sie [an] einem der Sabbat[tage] sehr [früh am] Morgen, [bei] Sonnenaufgang, zum Grab.

3 Da sagten sie zueinander: "Wer wird uns den Stein vom Eingang des Grabes fortwälzen?"

4 Doch [beim] Aufblicken schauten sie, da[ß] der Stein [schon] zurückgewälzt war; er war nämlich überaus groß.

5 Als [sie] in das Grab hineingingen, gewahrten sie [einen] Jüngling, [mit einem] weißen Gewand umhüllt, zur Rechten sitzen; da waren sei fassungslos.

6 Der aber sagte [zu] ihnen: "Seid nicht fassungslos! Ihr sucht Jesus den Nazarener, den Gekreuzigten (wörtl.: Angepfahlten): Er wurde auferweckt, Er ist nicht hier; siehe, [da ist] die Stätte, wohin man Ihn gelegt hatte.

7 Geht jedoch hin, sagt Seinen Jüngern und Petrus, da[ß] Er euch nach Galiläa vorangeht; dort werdet ihr Ihn sehen, so wie Er euch gesagt hat."

8 [Da] gingen sie [hin]aus und flohen vom Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie [ergriffen]. Und sie sagten niemandem etwas, denn sie fürchteten sich.

9 Als [Er] morgens [am] ersten Sabbat auferstanden war, erschien Er [zu]erst Maria, der Magdalenerin, aus der Er sieben Dämonen ausgetrieben hatte.

10 Jene ging [hin und] verkündete [es] denen, [die] mit Ihm [zusammen] gewesen [waren und jetzt] trauer[te]n und jammer[t]en.

11 Doch [als] jene hörten, da[ß] Er lebe und von ihr geschaut worden war, glaubten sie [es] nicht.

12 Danach wurde Er zweien von ihnen, [die] über Land gingen, [beim] Gehen in [einer] anderen Gestalt offenbart.

13 Auch jene gingen hin [und] verkündigten [es] den übrigen, [doch] auch jenen glaubten sie nicht.

14 Zuletzt wurde Er den Elf offenbart, [als] sie [zu Tisch] lagen, und Er [mach]te ihnen Vorwürfe [wegen] ihres Unglaubens und [ihrer] Hartherzigkeit, weil sie denen nicht glaubten, [die] Ihn [als] Auferweckten aus [den] Toten geschaut hatten.

15 Dann sagte Er [zu] ihnen: "Geht [hin] in alle Welt [und] heroldet das Evangelium aller Schöpfung!

16 [Wer] glaubt und getauft wird, wird gerettet werden; [wer] aber nicht glaubt, wird verurteilt werden.

17 [Nebenher] aber werden den Glaubenden diese Zeichen folgen: In Meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, [in] neuen Zungen reden

18 [und] Schlangen aufheben; wenn sie etwas Tödliches trinken, soll es ihnen überhaupt nicht schaden; Siechen werden sie [die] Hände auflegen, und sie werden [danach bei] ausgezeichneter [Gesundheit] sein."

19 Nach[dem] der Herr nun [mit] ihnen gesprochen hatte, wurde Er in den Himmel [hin]aufgenommen und setzte Sich zur Rechten Gottes.

20 Jene aber zogen aus [und] heroldeten überall, [wobei] der Herr mitwirkte und das Wort durch darauf folgende Zeichen bestätigte.