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1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.

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2 Dieses war im Anfang bei Gott.

3 Alles durch es ist geworden, und ohne es ist geworden auch nicht eines. Was geworden ist,

4 in dem Leben war es, und das Leben war das Licht der Menschen;

5 und das Licht in der Finsternis scheint, und die Finsternis es nicht hat ergriffen.

6 Trat auf ein Mensch, gesandt von Gott; Name ihm Johannes;

7 dieser kam zum Zeugnis, damit er zeuge von dem Licht, damit alle glaubten durch ihn.

8 Nicht war er das Licht, sondern, damit er zeuge von dem Licht.

9 Es war das Licht wahrhaftige, das erleuchtet jeden Menschen, kommend in die Welt.

10 In der Welt war er, und die Welt durch ihn ist geworden, und die Welt ihn nicht hat erkannt.

11 In das Eigene kam er, und die Eigenen ihn nicht haben aufgenommen.

12 Alle, die aber aufgenommen haben ihn, hat er gegeben denen Macht, Kinder Gottes zu werden, den Glaubenden an seinen Namen,

13 die nicht aus Geblüt und nicht aus Willen Fleisches und nicht aus Willen Mannes, sondern aus Gott gezeugt sind.

14 Und das Wort Fleisch wurde und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als Einziggeborenen vom Vater, voll von Gnade und Wahrheit.

15 Johannes zeugt von ihm und hat gerufen, sagend: Dieser war, den ich mit meiner Rede gemeint habe: Der nach mir Kommende vor mir ist gewesen, weil eher als ich er war.

16 Denn aus seiner Fülle wir alle haben empfangen, und Gnade über Gnade;

17 denn das Gesetz durch Mose wurde gegeben, die Gnade und die Wahrheit durch Jesus Christus ist geworden.

18 Gott niemand hat gesehen jemals; einziggeborene Gott, der Seiende im Schoß des Vaters, der hat Kunde gebracht.

19 Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als sandten zu ihm die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten, damit sie fragten ihn: Du, wer bist du?

20 Und er bekannte, und nicht leugnete er, und bekannte er: Ich nicht bin der Gesalbte.

21 Und sie fragten ihn: Was denn? Du Elija bist? Und er sagt: Nicht bin ich. Der Prophet bist du? Und er antwortete: Nein.

22 Da sagten sie zu ihm: Wer bist du? Damit Antwort wir geben den geschickt Habenden uns; was sagst du über dich selbst?

23 Er sagte: Ich Stimme eines Rufenden in der Wüste: Gerade richtet den Weg Herrn!, wie gesagt hat Jesaja, der Prophet.

24 Und gesandt waren sie von den Pharisäern.

25 Und sie fragten ihn und sagten zu ihm: Warum denn taufst du, wenn du nicht bist der Gesalbte und nicht Elija und nicht der Prophet?

26 Antwortete ihnen Johannes, sagend: Ich taufe mit Wasser; mitten unter euch steht, den ihr nicht kennt,

27 der nach mir Kommende, von dem nicht bin ich würdig, daß ich löse seinen Riemen der Sandale.

28 Dies in Betanien geschah, jenseits des Jordans, wo war Johannes taufend.

29 Am folgenden sieht er Jesus kommend zu sich und sagt: Siehe, das Lamm Gottes, wegnehmend die Sünde der Welt!

30 Dieser ist, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, weil eher als ich er war.

31 Und ich nicht kannte ihn, aber damit er offenbart werde Israel, deswegen bin gekommen ich, mit Wasser taufend.

32 Und bezeugte Johannes, sagend: Ich habe gesehen den Geist herabkommend wie eine Taube vom Himmel, und er blieb auf ihm;

33 und ich nicht kannte ihn, aber der geschickt Habende mich, zu taufen mit Wasser, der mir hat gesagt: Auf wen du siehst den Geist herabkommend und bleibend auf ihm, der ist der Taufende mit heiligem Geist.

34 Und ich habe gesehen, und ich habe bezeugt, daß dieser ist der Sohn Gottes.

35 Am folgenden wieder stand Johannes und von seinen Jüngern zwei,

36 und hingesehen habend auf den vorübergehenden Jesus, sagt er: Siehe, das Lamm Gottes!

37 Und hörten die zwei Jünger ihn redend und folgten Jesus.

38 Sich umgewandt habend aber Jesus und gesehen habend sie nachfolgend, sagt zu ihnen: Was sucht ihr? Sie aber sagten zu ihm: Rabbi, was heißt übersetzt werdend: Meister, wo wohnst du?

39 Er sagt zu ihnen: Kommt, und ihr werdet sehen. Sie kamen also und sahen, wo er wohnt, und bei ihm blieben sie jenen Tag; Stunde war etwa zehnte.

40 War Andreas, der Bruder Simon Petrus, einer von den zwei gehört Habenden von Johannes und Nachgefolgten ihm;

41 findet dieser zuerst den Bruder eigenen Simon und sagt zu ihm: Wir haben gefunden den Messias, was ist übersetzt werdend: Gesalbter.

42 Er führte ihn zu Jesus. Angeblickt habend ihn, Jesus sagte: Du bist Simon, der Sohn Johannes; du wirst genannt werden Kephas, was übersetzt wird: Fels.

43 Am folgenden wollte er fortgehen nach Galiläa und findet Philippus. Und sagt zu ihm Jesus: Folge mir!

44 War aber Philippus von Betsaida, aus der Stadt Andreas und Petrus.

45 Findet Philippus Natanael und sagt zu ihm: Von dem geschrieben hat Mose im Gesetz und die Propheten, haben wir gefunden, Jesus, Sohn Josefs, aus Nazaret.

46 Und sagte zu ihm Natanael: Aus Nazaret kann etwas Gutes sein? Sagt zu ihm Philippus: Komm und sieh!

47 sah Jesus Natanael kommend zu sich und sagt über ihn: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem Arglist nicht ist.

48 Sagt zu ihm Natanael: Woher mich kennst du? Antwortete Jesus und sagte zu ihm: Bevor dich Philippus gerufen hat, seiend unter dem Feigenbaum sah ich dich.

49 Antwortete ihm Natanael: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du König bist Israels.

50 Antwortete Jesus und sagte zu ihm: Weil ich gesagt habe zu dir, daß ich gesehen habe dich unter dem Feigenbaum, glaubst du? Größeres als dieses wirst du sehen.

51 Und er sagt zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet sehen den Himmel geöffnet und die Engel Gottes hinaufsteigend und herabsteigend auf den Sohn des Menschen.

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1 Und am Tag dritten eine Hochzeit war in Kana in Galiläa, und war die Mutter Jesu dort;

2 eingeladen wurde aber auch Jesus und seine Jünger zur Hochzeit.

3 Und ausgegangen war Wein, sagt die Mutter Jesu zu ihm: Wein nicht haben sie.

4 Und sagt zu ihr Jesus: Was mir und dir, Frau? Noch nicht ist gekommen meine Stunde.

5 Sagt seine Mutter zu den Dienern: Was er sagt euch, tut!

6 Waren aber dort steinerne Wasserkrüge, sechs, gemäß der Reinigung der Juden lagernd, fassend je zwei oder drei Metreten.

7 Sagt zu ihnen Jesus: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis oben.

8 Und er sagt zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt dem Festordner! Sie aber brachten.

9 Als aber gekostet hatte der Festordner das Wasser Wein gewordene, und nicht wußte er, woher er ist, aber die Diener wußten, die geschöpft habenden das Wasser, ruft den Bräutigam der Festordner

10 und sagt zu ihm: Jeder Mensch zuerst den guten Wein setzt vor, und wenn sie betrunken sind, den geringeren; du hast aufbewahrt den guten Wein bis jetzt.

11 Dieses tat als Anfang der Zeichen Jesus in Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit,. und glaubten an ihn seine Jünger.

12 Danach ging er hinab nach Kafarnaum, er und seine Mutter und seine Brüder und seine Jünger,. und dort blieben sie nicht viele Tage.

13 Und nahe war das Passafest der Juden, und hinauf ging nach Jerusalem Jesus.

14 Und er fand im Tempel die Verkaufenden Rinder und Schafe und Tauben und die Geldwechsler sitzend,

15 und gemacht habend eine Peitsche aus Binsenstricken, alle trieb er hinaus aus dem Tempel, sowohl die Schafe als auch die Rinder, und der Geldwechsler schüttete er aus das Wechselgeld, und die Tische warf er um,

16 und zu den die Tauben Verkaufenden sagte er: Schafft weg dies von hier! Nicht macht das Haus meines Vaters zu einem Haus Handels!

17 Erinnerten sich seine Jünger, daß geschrieben ist: Der Eifer um dein Haus wird verzehren mich.

18 Da begannen zu reden die Juden und sagten zu ihm: Was für ein Zeichen zeigst du uns, daß dieses du tust?

19 Antwortete Jesus und sagte zu ihnen: Brecht ab diesen Tempel, und in drei Tagen werde ich errichten ihn.

20 Da sagten die Juden: In sechsundvierzig Jahren wurde erbaut dieser Tempel, und du in drei Tagen willst errichten ihn?

21 Er aber sprach von dem Tempel seines Leibes.

22 Als nun er auferstanden war von Toten, erinnerten sich seine Jünger, daß dies er sagte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das gesagt hatte Jesus.

23 Als aber er war in Jerusalem am Passa am Fest, viele kamen zum Glauben an seinen Namen, sehend seine Zeichen, die er tat:

24 Er selbst aber, Jesus, nicht vertraute an sich ihnen, deswegen, weil er kannte alle

25 und weil nicht Bedarf er hatte, daß jemand Zeugnis ablege über den Menschen; denn er wußte, was war im Menschen.

3

1 War aber ein Mann aus den Pharisäern, Nikodemus Name ihm, ein Oberer der Juden;

2 dieser kam zu ihm nachts und sagte zu ihm: Rabbi, wir wissen, daß von Gott du gekommen bist als Lehrer; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, wenn nicht ist Gott mit ihm.

3 Antwortete Jesus und, sagte zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn nicht jemand geboren wird von neuem, nicht kann er sehen das Reich Gottes.

4 Sagt zu ihm Nikodemus: Wie kann ein Mensch geboren werden, ein Greis seiend? Etwa kann er in den Leib seiner Mutter zum zweitenmal hineingehen und geboren werden?

5 Antwortete Jesus: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn nicht jemand geboren wird aus Wasser und Geist, nicht kann er hineingehen in das Reich Gottes.

6 Das Geborene aus dem Fleisch Fleisch ist, und das Geborene aus dem Geist Geist ist.

7 Nicht wundere dich, daß ich gesagt habe zu dir: Es ist nötig, ihr geboren werdet von oben.

8 Der Wind, wo er will, weht, und seine Stimme hörst du, aber nicht weißt du, woher er kommt und wohin er geht; so ist jeder Geborene aus dem Geist.

9 Antwortete Nikodemus und sagte zu ihm: Wie kann dieses geschehen?

10 Antwortete Jesus und sagte zu ihm: Du bist der Lehrer Israels und dieses nicht verstehst?

11 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Was wir wissen, reden wir, und was wir gesehen haben, bezeugen wir, und unser Zeugnis nicht nehmt ihr an.

12 Wenn die irdischen ich gesagt habe euch und nicht ihr glaubt, wie, wenn ich sage euch die himmlischen, werdet ihr glauben?

13 Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, wenn nicht der aus dem Himmel Herabgestiegene, der Sohn des Menschen.

14 Und wie Mose erhöht hat die Schlange in der Wüste, so erhöht wird, ist nötig, der Sohn des Menschen,

15 damit jeder Glaubende in ihm hat ewiges Leben.

16 So ja hat geliebt Gott die Welt, daß den Sohn einziggeborenen er gab, damit jeder Glaubende an ihn nicht verloren geht, sondern hat ewiges Leben.

17 Denn nicht sandte Gott den Sohn in die Welt, damit er richtet die Welt, sondern damit gerettet wird die Welt durch ihn.

18 Der Glaubende an ihn nicht wird gerichtet; aber der nicht Glaubende schon ist gerichtet, weil nicht er geglaubt hat an den Namen des einziggeborenen Sohnes Gottes.

19 Dies aber ist das Gericht, daß das Licht gekommen ist in die Welt und liebten die Menschen mehr die Finsternis als das Licht; denn waren ihre Werke böse.

20 Denn jeder Böses Tuende haßt das Licht, und nicht kommt er zum Licht, damit nicht aufgedeckt werden seine Werke;

21 aber der Tuende die Wahrheit kommt zum Licht, damit offenbar werden seine Werke, daß in Gott sie sind getan.

22 Danach kam Jesus und seine Jünger in das judäische Land, und dort verweilte er mit ihnen und taufte.

23 War aber auch Johannes taufend in Änon nahe Salim, weil viele Gewässer waren dort, und sie kamen dahin und ließen sich taufen.

24 Denn noch nicht war geworfen ins Gefängnis Johannes.

25 Da entstand eine Auseinandersetzung von seiten der Jünger Johannes mit einem Juden über Reinigung.

26 Und sie kamen zu Johannes und sagten zu ihm: Rabbi, der war bei dir jenseits des Jordans, für den du Zeugnis abgelegt hast, siehe, dieser tauft, und alle kommen zu ihm.

27 Antwortete Johannes und sagte: Nicht kann ein Mensch nehmen auch nicht eines, wenn nicht es ist gegeben ihm vom Himmel.

28 Selbst ihr mir bezeugt, daß ich gesagt habe: Nicht bin ich der Gesalbte, sondern: Gesandt bin ich her vor jenem.

29 Der Habende die Braut Bräutigam ist; aber der Freund des Bräutigams, stehend und hörend ihn, mit Freude freut sich wegen der Stimme des Bräutigams. Nun diese meine Freude ist erfüllt.

30 Jener, es ist nötig, wächst, ich aber abnehme.

31 Der von oben Kommende über allen ist; der Seiende von der Erde von der Erde ist und her von der Erde spricht. Der aus dem Himmel Kommende über allen ist;

32 was er gesehen hat und hörte, dies bezeugt er, und sein Zeugnis niemand nimmt an.

33 Der angenommen Habende sein Zeugnis hat besiegelt, daß Gott wahrhaftig ist.

34 Denn, den gesandt hat Gott, die Worte Gottes spricht; denn nicht aus einem Maß heraus gibt er den Geist.

35 Der Vater liebt den Sohn, und alles hat er gegeben in seine Hand.

36 Der Glaubende an den Sohn hat ewiges Leben; aber der Nicht Gehorchende dem Sohn nicht wird sehen Leben, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.

4

1 Als nun erkannt hatte Jesus, daß gehört hatten die Pharisäer, daß Jesus mehr Jünger mache und taufe als Johannes

2 freilich Jesus selbst nicht taufte, sondern seine Jünger

3 verließ er Judäa und ging weg wieder nach Galiläa.

4 Es war nötig aber, er durchzog durch Samarien.

5 Da kommt er zu einer Stadt Samariens, genannt Sychar, nahe dem Grundstück, das gegeben hatte Jakob dem Josef, seinem Sohn.

6 War aber dort Quelle Jakobs. Jesus nun, müde geworden von der Reise, setzte sich so am Brunnen; Stunde war etwa sechste.

7 Kommt eine Frau aus Samarien, zu schöpfen Wasser. Sagt zu ihr Jesus: Gib mir zu trinken!

8 Denn seine Jünger waren weggegangen in die Stadt, damit Nahrungsmittel sie kauften.

9 Da sagt zu ihm die Frau samaritanische: Wieso du, ein Jude seiend, von mir zu trinken bittest, eine samaritanische Frau seienden? Denn nicht verkehren Juden mit Samaritanern.

10 Antwortete Jesus und sagte zu ihr: Wenn du kenntest die Gabe Gottes und wer ist der Sagende zu dir: Gib mir zu trinken, du hättest gebeten ihn, und er hätte gegeben dir lebendiges Wasser.

11 Sagt zu ihm die Frau: Herr, einerseits nicht ein Schöpfgefäß hast du, andererseits der Brunnen ist tief; woher denn hast du das Wasser lebendige?

12 Etwa du größer bist als unser Vater Jakob, der gegeben hat uns den Brunnen und selbst aus ihm getrunken hat und seine Söhne und seine Viehherden?

13 Antwortete Jesus und sagte zu ihr: Jeder Trinkende von diesem Wasser wird dürsten wieder;

14 wer aber trinkt von dem Wasser, das ich geben werde ihm, keinesfalls wird dürsten in Ewigkeit, sondern das Wasser, das ich geben werde ihm, wird werden in ihm eine Quelle Wassers, sprudelnden zum ewigen Leben.

15 Sagt zu ihm die Frau: Herr, gib mir dieses Wasser, damit nicht ich dürste und nicht komme hierher zu schöpfen!

16 Er sagt zu ihr: Geh hin! Rufe deinen Mann und komme hierher!

17 Antwortete die Frau und sagte zu ihm: Nicht habe ich einen Mann. Sagt zu ihr Jesus: Richtig hast du gesagt: Einen Mann nicht habe ich.

18 Denn fünf Männer hast du gehabt, und jetzt, den du hast, nicht ist dein Mann; dies als Wahres hast du gesagt.

19 Sagt zu ihm die Frau: Herr, ich sehe, daß ein Prophet bist du.

20 Unsere Väter auf diesem Berg haben angebetet; und ihr sagt, daß in Jerusalem ist der Ort, wo anbeten man muß.

21 Sagt zu ihr Jesus: Glaube mir, Frau, daß kommt Stunde, wo weder auf diesem Berg noch in Jerusalem ihr anbeten werdet den Vater!

22 Ihr betet an, was nicht ihr kennt; wir beten an, was wir kennen, weil das Heil von den Juden ist.

23 Aber kommt Stunde, und jetzt ist sie, wo die wahren Anbeter anbeten werden ö den Vater in Geist und Wahrheit; denn der Vater solche sucht als die Anbetenden ihn.

24 Geist Gott, und die Anbetenden ihn in Geist und Wahrheit, es ist nötig, anbeten.

25 Sagt zu ihm die Frau: Ich weiß, daß Messias kommt, genannt Gesalbter; wenn kommt er, wird er verkünden uns alles.

26 Sagt zu ihr Jesus: Ich bin, der Sprechende zu dir.

27 Und währenddessen waren gekommen seine Jünger, und sie wunderten sich, daß mit einer Frau er sprach; niemand jedoch sagte: Was suchst du? Oder: Was sprichst du mit ihr?

28 Zurück ließ nun ihren Wasserkrug die Frau und ging weg in die Stadt und sagt zu den Leuten:

29 Kommt her! Seht einen Mann, der gesagt hat mir alles, was ich getan habe; vielleicht dieser ist der Gesalbte?

30 Sie gingen hinaus aus der Stadt und kamen zu ihm.

31 In dem Zwischen baten ihn die Jünger, sagend: Rabbi, iß!

32 Er aber sagte zu ihnen: Ich eine Speise habe zu essen, die ihr nicht kennt.

33 Da sagten die Jünger zu einander: Etwa jemand brachte ihm zu essen?

34 Sagt zu ihnen Jesus: Meine Speise ist, daß ich tue den Willen des geschickt Habenden mich und vollende sein Werk.

35 Nicht ihr sagt: Noch eine viermonatige ist, und die Ernte kommt? Siehe, ich sage euch: Erhebt eure Augen und betrachtet die Felder, daß weiß sie sind zur Ernte! Schon

36 der Erntende Lohn empfängt und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit der Säende zugleich sich freut und der Erntende.

37 Denn darin das Wort ist wahr: Ein anderer ist der Säende und ein anderer der Erntende.

38 Ich habe gesandt euch, zu ernten, was nicht ihr mühevoll erarbeitet habt; andere haben mühevoll gearbeitet, und ihr in ihre Arbeit seid eingetreten.

39 Aber aus jener Stadt viele kamen zum Glauben an ihn der Samaritaner wegen des Wortes der Frau bezeugenden: Er hat gesagt mir alles, was ich getan habe.

40 Als nun kamen zu ihm die Samaritaner, baten sie ihn, zu bleiben bei ihnen; und er blieb dort zwei Tage.

41 Und viel mehr kamen zum Glauben wegen seines Wortes,

42 und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr wegen deiner Aussage glauben wir; selbst ja haben wir gehört und wissen, daß dieser ist wahrhaftig der Retter der Welt.

43 Aber nach den zwei Tagen ging er weg von dort nach Galiläa;

44 denn er selbst, Jesus, bezeugte, daß. ein Prophet im eigenen Vaterland Ehre nicht hat.

45 Als nun er gekommen war nach Galiläa, nahmen auf ihn die Galiläer, alles gesehen habend, was er getan hatte in Jerusalem am Fest; denn auch sie waren gekommen zum Fest.

46 Er kam also wieder nach Kana in Galiläa, wo er gemacht hatte das Wasser zu Wein. Und war ein königlicher, dessen Sohn krank war, in Kafarnaum.

47 Dieser, gehört habend, daß Jesus gekommen sei aus Judäa nach Galiläa, ging hin zu ihm und bat, daß er herabkomme und heile seinen Sohn; denn er war im Begriff zu sterben.

48 Da sagte Jesus zu ihm: Wenn nicht Zeichen und Wunder ihr seht, keinesfalls werdet ihr glauben.

49 Sagt zu ihm der königliche: Herr, komm herab, bevor stirbt mein Kind!

50 Sagt zu ihm Jesus: Geh! Dein Sohn lebt. Glaubte der Mann dem Wort, das gesagt hatte zu ihm Jesus, und ging.

51 Schon aber, er hinabging, seine Knechte kamen entgegen ihm, sagend, daß sein Sohn lebe.

52 Er erfragte nun die Stunde von ihnen, in der in einem besseren Zustand er sich zu befinden begann; da sagten sie zu ihm: Gestern siebte Stunde verließ ihn das Fieber.

53 Da erkannte der Vater, daß in jener Stunde, in der gesagt hatte zu ihm Jesus: Dein Sohn lebt, und gläubig wurde er und sein ganzes Haus.

54 Dies aber wieder als zweites Zeichen tat Jesus, gekommen aus Judäa nach Galiläa.

5

1 Danach war ein Fest der Juden, und hinauf ging Jesus nach Jerusalem.

2 Ist aber in Jerusalem am Schaftor ein Teich, zubenannt auf hebräisch Betesda, fünf Hallen habend.

3 In diesen lag darnieder eine Menge der krank Seienden, Blinden, Lahmen, Ausgezehrten.

5 War aber ein Mann dort, achtunddreißig Jahre habend in seiner Krankheit;

6 diesen gesehen habend Jesus darniederliegend und erfahren habend, daß schon lange Zeit er hat, sagt zu ihm: Willst du gesund werden?

7 Antwortete ihm der krank Seiende: Herr, einen Menschen nicht habe ich, daß, wenn sich bewegt das Wasser, er trägt mich in den Teich; während aber gehe ich, ein anderer vor mir steigt hinab.

8 Sagt zu ihm Jesus: Stehe auf, nimm dein Bett und geh umher!

9 Und sofort wurde gesund der Mann, und er nahm sein Bett und ging umher. War aber Sabbat an jenem Tag.

10 Da sagten die Juden zu dem Geheilten: Sabbat ist, und nicht ist es erlaubt dir, zu nehmen dein Bett.

11 Er aber antwortete ihnen: Der gemacht Habende mich gesund, der zu mir hat gesagt: Nimm dein Bett und geh umher!

12 Sie fragten ihn: Wer ist der Mann gesagt habende zu dir: Nimm und gehe umher?

13 Aber der Geheilte nicht wußte, wer es ist; denn Jesus war ausgewichen, eine Volksmenge war an dem Ort.

14 Danach findet ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Siehe, gesund bist du geworden, nicht mehr sündige, damit nicht Schlimmeres dir etwas zustößt!

15 Weg ging der Mann und berichtete den Juden, daß Jesus ist der gemacht Habende ihn gesund.

16 Und deswegen verfolgten die Juden Jesus, weil dies er tat an einem Sabbat.

17 Aber Jesus antwortete ihnen: Mein Vater bis jetzt wirkt, und ich wirke.

18 Deswegen nun mehr suchten ihn die Juden zu töten, weil nicht nur er abschaffte den Sabbat, sondern auch eigenen Vater nannte Gott, gleich sich machend Gott.

19 Da antwortete Jesus und sagte zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht kann der Sohn tun von sich selbst nichts, wenn nicht etwas er sieht den Vater tuend; denn was jener tut, das auch der Sohn gleichermaßen tut.

20 Denn der Vater liebt den Sohn, und alles zeigt er ihm, was er selbst tut, und größere als diese wird er zeigen ihm Werke, so daß ihr euch wundert.

21 Denn wie der Vater auferweckt die Toten und lebendig macht, so auch der Sohn, welche er will, macht lebendig.

22 Denn auch nicht der Vater richtet niemanden, sondern das ganze Gericht hat er gegeben dem Sohn,

23 damit alle ehren den Sohn, wie sie ehren den Vater. Der nicht Ehrende den Sohn nicht ehrt den Vater geschickt Habenden ihn.

24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der mein Wort Hörende und Glaubende dem geschickt Habenden mich hat ewiges Leben, und ins Gericht nicht kommt er, sondern er ist hinübergegangen aus dem Tod in das Leben.

25 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Kommt Stunde, und jetzt ist sie, wo die Toten hören werden die Stimme des Sohnes Gottes, und die gehört Habenden werden leben.

26 Denn wie der Vater hat Leben in sich, so auch dem Sohn hat er gegeben, Leben zu haben in sich.

27 Und Vollmacht hat er gegeben ihm, Gericht zu halten, weil Sohn Menschen er ist.

28 Nicht wundert euch darüber, weil kommt Stunde, in der alle die in den Gräbern hören werden seine Stimme,

29 und sie werden herausgehen, die das Gute getan Habenden zur Auferstehung zum Leben, die aber das Böse verübt Habenden zur Auferstehung zum Gericht.

30 Nicht kann ich tun von mir selbst nichts; wie ich höre, richte ich, und Gericht mein gerecht ist, weil nicht ich suche Willen meinen, sondern den Willen des geschickt Habenden mich.

31 Wenn ich Zeugnis ablege über mich selbst, mein Zeugnis nicht ist wahr;

32 ein anderer ist der Zeugnis Ablegende über mich, und ich weiß, daß wahr ist das Zeugnis, das er bezeugt über mich.

33 Ihr habt hingesandt zu Johannes, und er hat Zeugnis abgelegt für die Wahrheit;

34 ich aber nicht von einem Menschen das Zeugnis nehme an, sondern dies sage ich, damit ihr gerettet werdet.

35 Jener war die Lampe brennende und scheinende, ihr aber wolltet jubeln auf eine Stunde in seinem Licht.

36 Ich aber habe das Zeugnis, ein größeres des Johannes; denn die Werke, die gegeben hat mir der Vater, damit ich vollende sie, eben die Werke, die ich tue, legen Zeugnis ab über mich, daß der Vater mich gesandt hat;

37 und der geschickt habende mich Vater, der hat Zeugnis abgelegt über mich. Weder seine Stimme jemals habt ihr gehört, noch seine Gestalt habt ihr gesehen,

38 und sein Wort nicht habt ihr in euch bleibend, weil, den gesandt hat er, dem ihr nicht glaubt.

39 Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben; und sie sind die Zeugnis ablegenden über mich;

40 und nicht wollt ihr kommen zu mir, damit Leben ihr habet.

41 Ehre von Menschen nicht nehme ich an,

42 sondern ich habe erkannt euch, daß die Liebe zu Gott nicht ihr habt in euch.

43 Ich bin gekommen im Namen meines Vaters, und nicht nehmt ihr an mich; wenn ein anderer kommt im Namen eigenen, den werdet ihr annehmen.

44 Wie könnt ihr glauben, Ehre von einander annehmend, und die Ehre von die ihr aber nicht die Ehre... sucht dem alleinigen Gott nicht sucht?

45 Nicht meint, daß ich anklagen werde euch beim Vater! Ist der Anklagende euch, Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt.

46 Denn wenn ihr glaubtet Mose, würdet ihr glauben mir; denn über mich er hat geschrieben.

47 Wenn aber seinen Schriften nicht ihr glaubt, wie meinen Worten werdet ihr glauben?

6

1 Danach ging weg Jesus jenseitige des Sees Galiläas von Tiberias.

2 Und folgte ihm eine zahlreiche Menge, weil sie sahen die Zeichen, die er tat an den krank Seienden.

3 Hinauf ging aber auf den Berg Jesus, und dort setzte er sich mit seinen Jüngern.

4 War aber nahe das Passa, das Fest der Juden.

5 Aufgehoben habend nun die Augen Jesus und gesehen habend, daß eine zahlreiche Menge kommt zu ihm, sagt zu Philippus: Woher sollen wir kaufen Brote, damit essen können diese?

6 Dies aber sagte er, versuchend ihn; denn er wußte, was er wollte tun.

7 Antwortete ihm Philippus: Für zweihundert Denare Brote nicht genügen für sie, daß jeder ein wenig bekommt.

8 Sagt zu ihm einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder Simon Petrus:

9 Ist ein Bursche hier, welcher hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; aber dies, was ist es für so viele?

10 Sagte Jesus: Laßt die Leute sich lagern! War aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich die Männer, an der Zahl etwa fünftausend.

11 Nahm nun die Brote Jesus und, das Dankgebet gesprochen habend, reichte hin den Hingelagerten, gleichermaßen auch von den Fischen, wieviel sie wollten.

12 Als aber sie sich gefüllt hatten, sagt er zu seinen Jüngern: Sammelt die übriggebliebenen Brocken, damit nicht etwas umkommt!

13 Sie sammelten also, und sie füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die übriggeblieben waren den gegessen Habenden.

14 Die Leute nun, gesehen habend, welches Zeichen er getan hatte, sagten: Dieser ist wahrhaftig der Prophet kommende in die Welt.

15 Jesus nun, bemerkt habend, daß sie wollen kommen und ergreifen ihn, damit sie machten zum König, entwich wieder auf den Berg, er allein.

16 Als aber Abend geworden war, gingen hinab seine Jünger an den See.

17 Und eingestiegen in ein Boot, fuhren sie jenseitige des Sees nach Kafarnaum. Und Dunkelheit schon war geworden, und noch nicht war gekommen zu ihnen Jesus,

18 und der See, starker Wind wehte, wurde aufgewühlt.

19 Gefahren nun etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien, sehen sie Jesus wandelnd auf dem See und nahe an das Boot kommend, und sie gerieten in Furcht.

20 Er aber sagt zu ihnen: Ich bin, nicht fürchtet euch!

21 Da wollten sie nehmen ihn ins Boot, und sofort befand sich das Boot an dem Land, zu welchem hin sie fuhren.

22 Am folgenden die Menge, stehend jenseitigen des Sees, sah, daß ein anderes Boot nicht war dort, wenn nicht eines, und daß nicht hineingestiegen war mit seinen Jüngern Jesus ins Boot, sondern allein seine Jünger abgefahren waren.

23 Andere kamen Boote aus Tiberias nahe an den Ort, wo sie gegessen hatten das Brot, das Dankgebet gesprochen hatte der Herr.

24 Als nun gesehen hatte die Menge, daß Jesus nicht ist dort, auch nicht seine Jünger, stiegen ein sie in die Boote und fuhren nach Kafarnaum, suchend Jesus.

25 Und gefunden habend ihn jenseitigen des Sees, sagten sie zu ihm: Rabbi, wann hierher bist du gekommen?

26 Antwortete ihnen Jesus und sagte: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr gesehen habt Zeichen, sondern weil ihr gegessen habt von den Broten und satt geworden seid.

27 Erarbeitet nicht die Speise umkommende, sondern die Speise bleibende ins ewige Leben, die der Sohn des Menschen euch geben wird! Denn diesen der Vater hat bestätigt, Gott.

28 Da sagten sie zu ihm: Was sollen wir tun, damit wir wirken die Werke Gottes?

29 Antwortete Jesus und sagte zu ihnen: Dies ist das Werk Gottes, daß ihr glaubt an, den gesandt hat er.

30 Da sagten sie zu ihm: Welches Zeichen tust du denn, damit wir sehen und glauben dir? Was wirkst du?

31 Unsere Väter das Manna haben gegessen in der Wüste, wie ist geschrieben: Brot aus dem Himmel hat er gegeben ihnen zu essen.

32 Da sagte zu ihnen Jesus: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat gegeben euch das Brot aus dem Himmel, sondern mein Vater gibt euch das Brot aus dem Himmel wahre.

33 Denn das Brot Gottes ist der Herabkommende aus dem Himmel und Leben Gebende der Welt.

34 Da sagten sie zu ihm: Herr, allezeit gib uns dieses Brot!

35 Sagte zu ihnen Jesus: Ich bin das Brot des Lebens; der Kommende zu mir keinesfalls wird hungern, und der Glaubende an mich keinesfalls wird dürsten jemals.

36 Aber ich habe gesagt euch, daß einerseits ihr gesehen habt mich, andererseits nicht glaubt.

37 Alles, was gibt mir der Vater, zu mir wird kommen, und den Kommenden zu mir keinesfalls werde ich hinausstoßen nach draußen,

38 weil ich herabgekommen bin vom Himmel, nicht damit ich tue Willen meinen, sondern den Willen des geschickt Habenden mich.

39 Dies aber ist der Wille des geschickt Habenden mich, daß alles, was er gegeben hat, mir, nicht ich verliere aus ihm, sondern lasse auferstehen es am letzten Tag.

40 Denn dies ist der Wille meines Vaters, daß jeder Sehende den Sohn und Glaubende an ihn hat ewiges Leben, und auferstehen lassen werde a ihn ich am letzten Tag.

41 Da murrten die Juden über ihn, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot herabgekommene aus dem Himmel,

42 und sagten: Nicht dieser ist Jesus, der Sohn Josefs, von dem wir kennen den Vater und die Mutter? Wieso jetzt sagt er: Aus dem Himmel bin ich herabgekommen?

43 Antwortete Jesus und sagte zu ihnen: Nicht murrt untereinander!

44 Niemand kann kommen zu mir, wenn nicht der Vater geschickt habende mich zieht ihn, und ich werde auferstehen lassen ihn am letzten Tag.

45 Es ist geschrieben in den Propheten: Und sie werden sein alle gelehrt von Gott. Jeder gehört Habende vom Vater und gelernt Habende kommt zu mir.

46 Nicht, daß den Vater gesehen hat jemand, wenn nicht der Seiende von Gott, der hat gesehen den Vater.

47 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Glaubende hat ewiges Leben.

48 Ich bin das Brot des Lebens.

49 Eure Väter haben gegessen in der Wüste das Manna und sind gestorben.

50 Dies ist das Brot aus dem Himmel herabkommende, damit jemand von ihm ißt und nicht stirbt.

51 Ich bin das Brot lebendige, aus dem Himmel herabgekommene; wenn jemand ißt von diesem Brot, wird er leben in Ewigkeit; und das Brot auch, das ich geben werde, mein Fleisch ist für das Leben der Welt.

52 Da stritten miteinander die Juden, sagend: Wie kann dieser uns geben sein Fleisch zu essen?

53 Da sagte zu ihnen Jesus: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn nicht ihr eßt das Fleisch des Sohnes des Menschen und trinkt sein Blut, nicht habt ihr Leben in euch.

54 Der Essende mein Fleisch und Trinkende mein Blut hat ewiges Leben, und ich werde auferstehen lassen ihn am letzten Tag.

55 Denn mein Fleisch ist wahre Speise, und mein Blut ist wahre Trank.

56 Der Essende mein Fleisch und Trinkende mein Blut in mir bleibt und ich in ihm.

57 Wie gesandt hat mich der lebendige Vater und ich lebe durch den Vater, auch der Essende mich, auch der wird leben durch mich.

58 Dies ist das Brot aus Himmel herabgekommene, nicht wie gegessen haben die Väter und gestorben sind; der Essende dieses Brot wird leben in Ewigkeit.

59 Dieses sagte er, in Synagoge lehrend in Kafarnaum.

60 Viele nun gehört Habende von seinen Jüngern sagten: Hart ist diese Rede; wer kann sie hören?

61 Wissend aber Jesus bei sich, daß murren darüber seine Jünger, sagte zu ihnen: Dies euch ärgert?

62 Wenn nun ihr seht den Sohn des Menschen hinaufsteigend, wo er war vormals?

63 Der Geist ist der lebendig Machende, das Fleisch nicht nützt nichts; die Worte, die ich gesagt habe euch, Geist sind und Leben sind.

64 Aber sind unter euch einige, die nicht glauben. Wußte nämlich von Anfang an Jesus, welche sind die nicht Glaubenden und wer ist der verraten Werdende ihn.

65 Und er sagte: Deswegen habe ich gesagt euch, daß niemand kann kommen zu mir, wenn nicht es ist gegeben ihm vom Vater.

66 Daraufhin viele von seinen Jüngern gingen weg in das hinten, und nicht mehr mit ihm gingen sie.

67 Da sagte Jesus zu den Zwölf: Etwa auch ihr wollt weggehen?

68 Antwortete ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir weggehen? Worte ewigen Lebens hast du,

69 und wir haben geglaubt und erkannt, daß du bist der Heilige Gottes.

70 Antwortete ihnen Jesus: Nicht ich euch Zwölf habe auserwählt? Und unter euch einer ein Teufel ist.

71 Er meinte mit seinem Wort aber Judas, Simon Iskariot; denn dieser sollte verraten ihn, einer von den Zwölfen.

7

1 Und danach zog umher Jesus in Galiläa; denn nicht wollte er in Judäa umherziehen, weil suchten ihn die Juden zu töten.

2 War aber nahe das Fest der Juden, das Zeltaufschlagen.

3 Da sagten zu ihm seine Brüder: Ziehe weg von hier und geh hin nach Judäa, damit auch deine Jünger sehen deine Werke, die du tust!

4 Denn niemand etwas im Verborgenen tut und sucht selbst in Öffentlichkeit zu sein. Wenn dies du tust, zeige dich der Welt!

5 Denn auch nicht seine Brüder glaubten an ihn.

6 Da sagt zu ihnen Jesus: Zeit meine noch nicht ist da, aber Zeit eure allezeit ist bereit.

7 Nicht kann die Welt hassen euch, mich aber haßt sie, weil ich Zeugnis ablege über sie, daß ihre Werke böse sind.

8 Ihr geht hinauf zum Fest! Ich nicht gehe hinauf zu diesem Fest, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist.

9 Dies aber gesagt habend, er blieb in Galiläa.

10 Als aber hinaufgegangen waren seine Brüder zum Fest, da auch er ging hinauf, nicht offen, sondern gleichsam im Verborgenen.

11 Die Juden nun suchten ihn auf dem Fest und sagten: Wo ist er?

12 Und heimliches Gemurmel über ihn war viel unter den Leuten; die einen sagten: Gut ist er; andere aber sagten: Nein, sondern er verführt die Menge.

13 Niemand jedoch mit Offenheit sprach über ihn wegen der Furcht vor den Juden.

14 Aber schon das Fest in der Mitte war, ging hinauf Jesus in den Tempel und lehrte.

15 Da wunderten sich die Juden, sagend: Wie dieser Schriften kennt, nicht gelernt habend?

16 Da antwortete ihnen Jesus und sagte: Meine Lehre nicht ist mein, sondern des geschickt Habenden mich.

17 Wenn jemand will dessen Willen tun, wird er erkennen betreffs der Lehre, ob aus Gott sie ist oder ich aus mir selbst rede.

18 Der aus sich selbst Redende die Ehre eigene sucht; aber der Suchende die Ehre des geschickt Habenden ihn, der wahrhaftig ist, und Ungerechtigkeit in ihm nicht ist.

19 Nicht Mose hat gegeben euch das Gesetz? Und niemand von euch tut das Gesetz. Warum mich sucht ihr zu töten?

20 Antwortete die Menge: Einen Dämon hast du. Wer dich sucht zu töten?

21 Antwortete Jesus und sagte zu ihnen: Ein einziges Werk habe ich getan, und alle wundert ihr euch.

22 Deswegen Mose hat gegeben euch die Beschneidung nicht daß von Mose sie ist, sondern von den Vätern, und am Sabbat beschneidet ihr einen Menschen.

23 Wenn Beschneidung empfängt ein Mensch am Sabbat, damit nicht aufgelöst wird das Gesetz Mose, mir zürnt ihr, weil einen ganzen Menschen gesund ich gemacht habe am Sabbat?

24 Nicht richtet nach Augenschein, sondern das gerechte Gericht richtet!

25 Da sagten einige von den Jerusalemern: Nicht dieser ist, den sie suchen zu töten?

26 Und siehe, in Öffentlichkeit redet er, und nichts ihm sagen sie. Etwa wahrhaftig haben erkannt die Oberen, daß dieser ist der Gesalbte?

27 Aber von diesem wissen wir, woher er ist; aber der Gesalbte, wenn er kommt, niemand weiß, woher er ist.

28 Laut rief nun im Tempel lehrend Jesus und sagend: Mich doch kennt ihr und wißt, woher ich bin; und von mir selbst nicht bin ich gekommen, sondern ist wahrhaftig der geschickt Habende mich, den ihr nicht kennt;

29 ich kenne ihn, weil von ihm ich bin und er mich gesandt hat.

30 Da suchten sie ihn festzunehmen, und niemand legte an an ihn die Hand, weil noch nicht gekommen war seine Stunde.

31 Aus der Menge aber viele kamen zum Glauben an ihn und sagten: Der Gesalbte, wenn er kommt, etwa mehr Zeichen wird tun als, die dieser getan hat?

32 Hörten die Pharisäer die Menge heimlich redend über ihn dies, und sandten die Oberpriester und die Pharisäer Diener, damit sie festnähmen ihn.

33 Da sagte Jesus: Noch eine kurze Zeit bei euch bin ich, und gehe ich weg zu dem geschickt Habenden mich.

34 Ihr werdet suchen mich, und nicht werdet ihr finden mich, und wo bin ich, ihr nicht könnt kommen.

35 Da sagten die Juden zueinander: Wohin dieser will gehen, daß wir nicht finden können ihn? Etwa in die Zerstreuung unter den Griechen will er gehen und lehren die Griechen?

36 Welcher Art ist dieses Wort, das er gesagt hat: Ihr werdet suchen mich, und nicht werdet ihr finden mich, und: Wo bin ich, ihr nicht könnt kommen?

37 Aber an dem letzten Tag, dem großen des Festes, stand Jesus und rief, sagend: Wenn jemand dürstet, komme er zu mir und trinke!

38 Der Glaubende an mich, wie gesagt hat die Schrift, Ströme aus seinem Leib werden fließen lebendigen Wassers.

39 Dies aber sagte er von dem Geist, den sollten empfangen die zum Glauben Gekommenen an ihn; denn noch nicht war Geist, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.

40 Aus der Menge nun gehört Habende diese Worte sagten: Dieser ist wahrhaftig der Prophet;

41 andere sagten: Dieser ist der Gesalbte; die aber sagten: Etwa denn aus Galiläa der Gesalbte kommt?

42 Nicht die Schrift hat gesagt: Aus dem Samen Davids und aus Betlehem, dem Dorf, wo war David, kommt der Gesalbte?

43 Spaltung nun entstand in der Menge seinetwegen.

44 Einige aber wollten von ihnen festnehmen ihn, aber niemand legte an an ihn die Hände.

45 Kamen nun die Diener zu den Oberpriestern und Pharisäern, und sagten zu ihnen jene: Weswegen nicht habt ihr gebracht ihn?

46 Antworteten die Diener: Niemals hat gesprochen so ein Mensch.

47 Da antworteten ihnen die Pharisäer: Etwa auch ihr seid verführt?

48 Etwa jemand von den Oberen ist zum Glauben gekommen an ihn oder von den Pharisäern?

49 Aber diese Menge, nicht kennend das Gesetz, verflucht sind sie.

50 Sagt Nikodemus zu ihnen, der Gekommene zu ihm vormals, einer seiend von ihnen:

51 Etwa unser Gesetz richtet den Menschen, wenn nicht es gehört hat zuerst von ihm und erkannt hat, was er tut?

52 Sie antworteten und sagten zu ihm: Etwa auch du aus Galiläa bist? Forsche und sieh, daß aus Galiläa ein Prophet nicht aufsteht!

53 Und sie gingen jeder in sein Haus,

8

1 Jesus aber ging zum Berg der Ölbäume.

2 Frühmorgens aber wieder kam er in den Tempel, und das ganze Volk kam zu ihm, und sich gesetzt habend, lehrte er sie.

3 Bringen aber die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau beim Ehebruch ertappte, und gestellt habend sie in Mitte,

4 sagen sie zu ihm: Meister, diese Frau ist ertappt worden auf frischer Tat, Ehebruch treibend;

5 aber in dem Gesetz uns Mose hat geboten, die so Beschaffenen zu steinigen. Du nun,, was sagst du?

6 Dies aber sagten sie, versuchend ihn, damit sie könnten anklagen ihn. Aber Jesus nach unten sich gebückt habend, mit dem Finger schrieb auf die Erde.

7 Als aber sie dabei blieben, fragend ihn, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Der Sündlose von euch zuerst auf sie werfe einen Stein!

8 Und wieder sich gebückt habend, schrieb er auf die Erde.

9 Sie aber, gehört habend, gingen hinaus, einer nach dem andern, beginnend von den Ältesten, und er blieb zurück allein und die Frau, in Mitte seiend.

10 Sich aufgerichtet habend aber, Jesus sagte zu ihr: Frau, wo sind sie? Niemand dich hat verurteilt?

11 Sie aber sagte: Niemand, Herr. Sagte aber Jesus: Auch nicht ich dich verurteile; geh, und von jetzt an nicht mehr sündige!

12 Wieder nun zu ihnen sprach Jesus, sagend: Ich bin das Licht der Welt; der Nachfolgende mir keinesfalls wird wandeln in der Finsternis, sondern wird haben das Licht des Lebens.

13 Da sagten zu ihm die Pharisäer: Du über dich selbst legst Zeugnis ab; dein Zeugnis nicht ist wahr.

14 Antwortete Jesus und sagte zu ihnen: Auch wenn ich Zeugnis ablege über mich selbst, wahr ist mein Zeugnis, weil ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber nicht wißt, woher ich komme oder wohin ich gehe.

15 Ihr nach dem Fleisch richtet, ich nicht richte niemanden.

16 Und auch wenn richte ich, Gericht mein wahr ist, weil allein nicht ich bin, sondern ich und der geschickt habende mich Vater.

17 Und auch in Gesetz euerm ist geschrieben, daß von zwei Menschen das Zeugnis wahr ist.

18 Ich bin der Zeugnis Ablegende über mich selbst, und Zeugnis legt ab über mich der geschickt habende mich Vater.

19 Da sagten sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Antwortete Jesus: Weder mich kennt ihr noch meinen Vater; wenn mich ihr kenntet, auch meinen Vater würdet ihr kennen.

20 Diese Worte sprach er, an der Schatzkammer lehrend im Tempel; und niemand nahm fest ihn, weil noch nicht gekommen war seine Stunde.

21 Er sagte nun wieder zu ihnen: Ich gehe weg, und ihr werdet suchen mich, und in eurer Sünde werdet ihr sterben; wohin ich gehe, ihr nicht könnt kommen.

22 Da sagten die Juden: Etwa will er töten sich selbst, in Anbetracht dessen, daß er sagt: Wohin ich gehe, ihr nicht könnt kommen?

23 Und er sagte zu ihnen: Ihr von den unten seid, ich von den oben bin; ihr von dieser Welt seid, ich nicht bin von dieser Welt.

24 Ich habe gesagt also euch, daß ihr sterben werdet in euern Sünden; denn wenn nicht ihr glaubt, daß ich bin, werdet ihr sterben in euern Sünden.

25 Da sagten sie zu ihm: Du, wer bist du? Sagte zu ihnen Jesus: Überhaupt, warum noch spreche ich mit euch?

26 Vieles habe ich über euch zu sprechen und zu richten; doch der geschickt Habende mich wahrhaftig ist, und ich, was ich gehört habe von ihm, das spreche ich zu der Welt.

27 Nicht erkannten sie, daß vom Vater zu ihnen er redete.

28 Da sagte zu ihnen Jesus: Wenn ihr erhöht habt den Sohn des Menschen, dann werdet ihr erkennen, daß ich bin, und von mir selbst ich tue nichts, sondern wie gelehrt hat mich der Vater, das rede ich.

29 Und der geschickt Habende mich mit mir ist; nicht hat er gelassen mich allein, weil ich das Wohlgefällige ihm tue allezeit.

30 Dies er redete, viele kamen zum Glauben an ihn.

31 Da sagte Jesus zu den zum Glauben gekommenen an ihn Juden: Wenn ihr bleibt in Wort meinem, wahrhaftig meine Jünger seid ihr,

32 und ihr werdet erkennen die Wahrheit, und die Wahrheit wird frei machen euch.

33 Sie sagten als Antwort zu ihm: Same Abrahams sind wir, und niemandem haben wir als Knechte gedient jemals; wie du sagst: Frei werdet ihr werden?

34 Antwortete ihnen Jesus: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder Tuende die Sünde Knecht ist der Sünde.

35 Aber der Knecht nicht bleibt im Haus für die Ewigkeit; der Sohn bleibt für die Ewigkeit.

36 Wenn also der Sohn euch freimacht, wirklich frei werdet ihr sein.

37 Ich weiß, daß Nachkommen Abrahams ihr seid; aber ihr sucht mich zu töten, weil Wort mein nicht Platz hat in euch.

38 Was ich gesehen habe beim Vater, rede ich; auch ihr also, was ihr gehört habt vom Vater, tut.

39 Sie antworteten und sagten zu ihm: Unser Vater Abraham ist. Sagt zu ihnen Jesus: Wenn Kinder Abrahams ihr seid, die Werke Abrahams würdet ihr tun.

40 Jetzt aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der die Wahrheit euch ich gesagt habe, die ich gehört habe von Gott; dies Abraham nicht hat getan.

41 Ihr tut die Werke eures Vaters. Da sagten sie zu ihm: Wir aus Ehebruch nicht sind gezeugt worden; einen Vater haben wir: Gott.

42 Sagte zu ihnen Jesus: Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr lieben mich; denn ich von Gott bin ausgegangen und gekommen; denn auch nicht von mir selbst bin ich gekommen, sondern er mich hat gesandt.

43 Weswegen Rede meine nicht versteht ihr? Weil nicht ihr könnt hören Wort mein.

44 Ihr von dem Vater, dem Teufel, seid, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Er ein Menschenmörder war von Anfang an, und in der Wahrheit nicht steht er, weil nicht ist Wahrheit in ihm. Wenn er redet die Lüge, aus dem Eigenen redet er, weil ein Lügner er ist und ihr Vater.

45 Ich aber, weil die Wahrheit ich sage, nicht glaubt ihr mir.

46 Wer von euch überführt mich wegen einer Sünde? Wenn Wahrheit ich rede, weswegen ihr nicht glaubt mir?

47 Der Seiende aus Gott die Worte Gottes hört; deswegen ihr nicht hört, weil aus Gott nicht ihr seid.

48 Antworteten die Juden und sagten zu ihm: Nicht mit Recht sagen wir, daß ein Samaritaner bist du und einen Dämon hast?

49 Antwortete Jesus: Ich einen Dämon nicht habe, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr verunehrt mich.

50 Ich aber nicht suche meine Ehre; ist der Suchende und Richtende.

51 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand mein Wort festhält, Tod keinesfalls wird er sehen in Ewigkeit.

52 Da sagten zu ihm die Juden: Jetzt haben wir erkannt, daß einen Dämon du hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst: Wenn jemand mein Wort festhält, keinesfalls wird er schmecken Tod in Ewigkeit.

53 Etwa du größer bist als unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? Und die Propheten sind gestorben. Zu wem dich machst du?

54 Antwortete Jesus: Wenn ich ehre mich selbst, meine Ehre nichts ist; ist mein Vater der Ehrende mich, von dem ihr sagt, daß unser Gott er ist.

55 Und nicht habt ihr erkannt ihn, ich aber kenne ihn. Und wenn ich sage, daß nicht ich kenne ihn, werde ich sein gleich euch ein Lügner; aber ich kenne ihn, und sein Wort halte ich fest.

56 Abraham, euer Vater, jubelte, daß er sehen sollte Tag meinen, und er sah und freute sich.

57 Da sagten die Juden zu ihm: Fünfzig Jahre noch nicht hast du, und Abraham hast du gesehen?

58 Sagte zu ihnen Jesus: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Bevor Abraham gewesen ist, ich

59 bin. Da hoben sie auf Steine, damit sie würfen auf ihn; Jesus aber verbarg sich und ging hinaus aus dem Tempel.

9

1 Und vorübergehend, sah er einen Mann, blind seit Geburt.

2 Und fragten ihn seine Jünger, sagend: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, so daß blind er geboren wurde?

3 Antwortete Jesus: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern, sondern, damit offenbart werden die Werke Gottes an ihm.

4 Wir, es ist nötig, wirken die Werke des geschickt Habenden mich, solange Tag ist; kommt Nacht, wo niemand kann wirken.

5 Solange in der Welt ich bin, Licht bin ich der Welt.

6 Dies gesagt habend, spie er auf die Erde und machte Brei aus dem Speichel und strich ihm den Brei auf die Augen

7 und sagte zu ihm: Geh hin, wasche dich im Teich Schiloach Da ging er weg und wusch sich und kam, sehend.

8 Die Nachbarn nun und die Sehenden ihn vormals, daß Bettler er war, sagten: Nicht dieser ist der Sitzende und Bettelnde?

9 Andere sagten: Dieser ist; andere sagten: Nein, aber ähnlich ihm ist er. Jener sagte: Ich bin.

10 Da sagten sie zu ihm: Wie denn wurden geöffnet deine Augen?

11 Antwortete jener: Der Mann, genannt Jesus, einen Brei machte und bestrich meine Augen und sagte zu mir: Geh hin zum Schiloach und wasche dich! Hingegangen also und mich gewaschen habend, wurde ich sehend.

12 Und sie sagten zu ihm: Wo ist er? Er sagt: Nicht weiß ich.

13 Sie bringen ihn zu den Pharisäern, den ehemals Blinden.

14 War aber Sabbat, an welchem Tag den Brei gemacht hatte Jesus und geöffnet hatte seine Augen.

15 Wieder nun fragten ihn auch die Pharisäer, wie er sehend geworden war. Er aber sagte zu ihnen: Brei legte er mir auf die Augen, und ich wusch mich und sehe.

16 Da sagten von den Pharisäern einige: Nicht ist dieser von Gott Mensch, weil den Sabbat nicht er hält. Andere aber sagten: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und Spaltung war unter ihnen.

17 Da sagen sie zu dem Blinden wieder: Was du sagst über ihn, in Anbetracht dessen, daß er geöffnet hat deine Augen? Er aber sagte: Ein Prophet ist er.

18 Nicht glaubten nun die Juden von ihm, daß er war blind und sehend geworden war, bis sie gerufen hatten die Eltern von ihm, dem sehend Gewordenen,

19 und, gefragt hatten sie, sagend: Dieser ist euer Sohn, von dem ihr sagt, daß blind er geboren wurde? Wie denn sieht er jetzt?

20 Da antworteten seine Eltern und sagten: Wir wissen, daß dieser ist unser Sohn und daß blind er geboren wurde.

21 Wie aber jetzt er sieht, nicht wissen wir; oder wer geöffnet hat seine Augen, wir nicht wissen; ihn selbst fragt, Alter hat er, er für sich selbst wird reden.

22 Dies sagten seine Eltern, weil sie fürchteten die Juden; denn schon hatten vereinbart die Juden, daß, wenn jemand ihn bekenne als Gesalbten, aus der Synagoge ausgeschlossen er werde.

23 Deswegen seine Eltern sagten: Alter hat er, ihn selbst befragt!

24 Da riefen sie den Mann zum zweitenmal, der war blind, und sagten zu ihm: Gib Ehre Gott! Wir wissen, daß dieser Mensch ein Sünder ist.

25 Da antwortete jener: Ob ein Sünder er ist, nicht weiß ich; eins weiß ich, daß blind seiend, jetzt ich sehe.

26 Da sagten sie zu ihm: Was hat er getan dir? Wie hat er geöffnet deine Augen?

27 Er antwortete ihnen: Ich habe gesagt euch schon, und nicht habt ihr gehört. Warum wieder wollt ihr hören? Etwa auch ihr wollt seine Jünger werden?

28 Und sie beschimpften ihn und sagten: Du ein Jünger bist jenes, wir aber des Mose sind Jünger.

29 Wir wissen, daß zu Mose gesprochen hat Gott, von diesem aber nicht wissen wir, woher er ist.

30 Antwortete der Mann und sagte zu ihnen: Darin eben das Verwunderliche ist, daß ihr nicht wißt, woher er ist, und hat er geöffnet meine Augen.

31 Wir wissen, daß Sünder Gott nicht hört, sondern wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den hört er.

32 Seit der Ewigkeit nicht ist gehört worden, daß geöffnet hat jemand Augen eines blind Geborenen.

33 Wenn nicht wäre dieser von Gott, nicht hätte er können tun nichts.

34 Sie antworteten und sagten zu ihm: In Sünden du wurdest geboren ganz, und du lehrst uns? Und sie stießen hinaus ihn nach draußen.

35 Hörte Jesus, daß sie ausgestoßen hatten ihn nach draußen, und gefunden habend ihn, sagte er: Du glaubst an den Sohn des Menschen?

36 Antwortete jener und sagte: Und wer ist, Herr, damit ich glauben kann an ihn?

37 Sagte zu ihm Jesus: Sogar gesehen hast du ihn, und der Redende mit dir, der ist.

38 Er aber sagte: Ich glaube, Herr. Und er fiel nieder vor ihm.

39 Und sagte Jesus: Zum Gericht ich in diese Welt bin gekommen, damit die nicht Sehenden sehen und die Sehenden blind werden.

40 Hörten von den Pharisäern dies die bei ihm Seienden und sagten zu ihm: Etwa auch wir blind sind?

41 Sagte zu ihnen Jesus: Wenn blind ihr wärt, nicht hättet ihr Sünde; jetzt aber sagt ihr: Wir sehen; eure Sünde bleibt.

10

1 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der nicht Hineingehende durch die Tür in das Gehege der Schafe, sondern übersteigend anderswoher, der ein Dieb ist und ein Räuber;

2 aber der Hineingehende durch die Tür Hirte ist der Schafe.

3 Diesem der Türhüter öffnet, und die Schafe auf seine Stimme hören, und die eigenen Schafe ruft er mit Namen und führt hinaus sie.

4 Wenn die eigenen alle er hinausgelassen hat, vor ihnen geht er, und die Schafe ihm folgen, weil sie kennen seine Stimme;

5 einem Fremden aber keinesfalls werden sie folgen, sondern werden fliehen vor ihm, weil nicht sie kennen der Fremden Stimme.

6 Diese Bildrede sagte ihnen Jesus; sie aber nicht verstanden, was war, was er redete zu ihnen.

7 Da sagte weiter Jesus: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.

8 Alle, welche gekommen sind vor mir, Diebe sind und Räuber; aber nicht haben gehört auf sie die Schafe.

9 Ich bin die Tür; durch mich wenn jemand hineingeht, wird er gerettet werden und wird hineingehen und wird herausgehen, und Weide wird er finden.

10 Der Dieb nicht kommt, wenn nicht, damit er stiehlt und schlachtet und vernichtet; ich bin gekommen, damit Leben sie haben und Überfluß sie haben.

11 Ich bin der Hirte gute; der Hirte gute sein Leben gibt hin für die Schafe;

12 der Lohnknecht und nicht Seiende Hirte, dessen nicht sind die Schafe eigene, sieht den Wolf kommend und verläßt die Schafe und flieht und der Wolf raubt sie und zerstreut,

13 weil ein Lohnknecht er ist und nicht liegt ihm an den Schafen.

14 Ich bin der Hirte gute, und ich kenne die Meinen, und kennen mich die Meinen,

15 wie kennt mich der Vater, und ich kenne den Vater; und mein Leben gebe ich hin für die Schafe.

16 Und andere Schafe habe ich, die nicht sind aus diesem Gehege; auch sie, es ist nötig, ich führe, und auf meine Stimme werden sie hören, und sie werden sein eine Herde, ein Hirte.

17 Deswegen mich der Vater liebt, weil ich hingebe mein Leben, damit wieder ich nehme es.

18 Niemand nimmt es von mir, sondern ich gebe hin es von mir selbst. Macht habe ich, hinzugeben es, und Macht habe ich, wieder zu nehmen es; diesen Auftrag habe ich bekommen von meinem Vater.

19 Spaltung wieder entstand unter den Juden wegen dieser Worte.

20 Sagten aber viele von ihnen: Einen Dämon hat er und ist wahnsinnig. Warum auf ihn hört ihr?

21 Andere sagten: Diese Worte nicht sind eines von einem Dämon Besessenen; etwa ein Dämon kann Blinder Augen öffnen?

22 Statt fand damals das Fest der Tempelweihe in Jerusalem; Winter war,

23 und umher ging Jesus im Tempel in der Halle Salomos.

24 Da umringten ihn die Juden und sagten zu ihm: Bis wann unsere Seele hältst du hin? Wenn du bist der Gesalbte, sage uns mit Offenheit!

25 Antwortete ihnen Jesus: Ich habe gesagt euch, und nicht glaubt ihr; die Werke, die ich tue im Namen meines Vaters, die legen Zeugnis ab über mich;

26 aber ihr nicht glaubt, weil nicht ihr seid aus Schafen meinen.

27 Schafe meine auf meine Stimme hören, und ich kenne sie, und sie folgen mir,

28 und ich gebe ihnen ewiges Leben, und keinesfalls werden sie umkommen in Ewigkeit, und nicht wird rauben jemand sie aus meiner Hand.

29 Mein Vater, was er gegeben hat mir, als alles größer ist, und niemand kann rauben aus der Hand des Vaters.

30 Ich und der Vater eins sind.

31 Auf hoben wieder Steine die Juden, damit sie steinigten ihn.

32 Antwortete ihnen Jesus: Viele gute Werke habe ich gezeigt euch aus dem Vater. Wegen welches Werkes von ihnen mich steinigt ihr?

33 Antworteten ihm die Juden: Wegen eines guten Werkes nicht wollen wir steinigen dich, sondern wegen einer Lästerung, und zwar weil du, Mensch seiend, machst dich zu Gott.

34 Antwortete ihnen Jesus: Nicht ist geschrieben in euerm Gesetz: Ich habe gesagt, Götter seid ihr?

35 Wenn jene er genannt hat Götter, an die das Wort Gottes ergangen ist, und nicht kann aufgelöst werden die Schrift,

36 welchen der Vater geheiligt und gesandt hat in die Welt, ihr sagt: Du lästerst, weil ich gesagt habe: Sohn Gottes bin ich?

37 Wenn nicht ich tue die Werke meines Vaters, nicht glaubt mir!

38 Wenn aber ich tue, auch wenn mir nicht ihr glaubt, den Werken glaubt, damit ihr begreift und erkennt, daß in mir der Vater und ich im Vater!

39 Da suchten sie ihn wieder festzunehmen; doch er entkam aus ihrer Hand.

40 Und er ging fort wieder jenseits des Jordans an den Ort, wo war Johannes zuerst taufend, und er blieb dort.

41 Und viele kamen zu ihm und sagten: Johannes zwar Zeichen hat getan keines, alles aber, was gesagt hat Johannes über diesen, wahr war.

42 Und viele kamen zum Glauben an ihn dort.

11

1 War aber einer krank seiend, Lazarus von Betanien, aus dem Dorf Maria und Marta, ihrer Schwester.

2 War aber Maria die gesalbt Habende den Herrn mit Salböl und getrocknet Habende seine Füße mit ihren Haaren, deren Bruder Lazarus krank war.

3 Da sandten die Schwestern zu ihm, sagend: Herr, siehe, den du liebst, ist krank.

4 Gehört habend aber, Jesus sagte: Diese Krankheit nicht ist zum Tod, sondern für die Herrlichkeit Gottes, damit verherrlicht werde der Sohn Gottes durch sie.

5 Liebte aber Jesus Marta und ihre Schwester und Lazarus.

6 Als nun er gehört hatte, daß er krank sei, da zwar blieb er, an welchem Ort er war, zwei Tage;

7 dann, danach, sagt er zu den Jüngern: Laßt uns gehen nach Judäa wieder!

8 Sagen zu ihm die Jünger: Rabbi, eben suchten dich zu steinigen die Juden, und wieder gehst du dorthin?

9 Antwortete Jesus: Nicht zwölf Stunden sind des Tages? Wenn jemand umhergeht am Tage, nicht stößt er an, weil das Licht dieser Welt er sieht;

10 wenn aber jemand umhergeht in der Nacht, stößt er an, weil das Licht nicht ist bei ihm.

11 Dies sagte er, und danach sagt er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, ist eingeschlafen; aber ich gehe, damit ich aus dem Schlaf aufwecke ihn.

12 Da sagten die Jünger zu ihm: Herr, wenn er eingeschlafen ist, wird er geheilt werden.

13 Gesprochen hatte aber Jesus von seinem Tod. Sie aber meinten, daß vom Schlummer des Schlafes er rede.

14 Da nun sagte ihnen Jesus mit Offenheit: Lazarus ist gestorben,

15 und ich freue mich euretwegen, damit ihr glaubt, daß nicht ich war dort; aber laßt uns gehen zu ihm!

16 Da sagte Thomas, genannt Zwilling, zu den Mitjüngern: Gehen wollen auch wir, damit wir sterben mit ihm!

17 Gekommen nun, Jesus fand ihn schon vier Tage habend in der Grabkammer.

18 War aber Betanien nahe bei Jerusalem, ungefähr weg fünfzehn Stadien.

19 Aber viele von den Juden waren gekommen zu Marta und Maria, damit sie trösteten sie wegen des Bruders.

20 Marta nun, als sie gehört hatte, daß Jesus komme, ging entgegen ihm; Maria aber im Haus saß.

21 Da sagte Marta zu Jesus: Herr, wenn du gewesen wärst hier, nicht wäre gestorben mein Bruder;

22 aber auch jetzt weiß ich, daß alles, worum du bitten wirst Gott, geben wird dir Gott.

23 Sagt zu ihr Jesus: Auferstehen wird dein Bruder.

24 Sagt zu ihm Marta: Ich weiß, daß er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag.

25 Sagte zu ihr Jesus: Ich bin die Auferstehung und das Leben; der Glaubende an mich, auch wenn er stirbt, wird leben,

26 und jeder Lebende und Glaubende an mich keinesfalls wird sterben in Ewigkeit. Glaubst du dies?

27 Sie sagt zu ihm: Ja, Herr; ich bin zum Glauben gekommen, daß du bist der Gesalbte, der Sohn Gottes, der in die Welt kommende.

28 Und dies gesagt habend, ging sie weg und rief Maria, ihre Schwester, heimlich sagend: Der Meister ist da und ruft dich.

29 Jene aber, als sie gehört hatte, stand auf schnell und ging zu ihm.

30 Noch nicht aber war gekommen Jesus in das Dorf, sondern er war noch an dem Ort, wohin entgegengegangen war ihm Marta.

31 Die Juden nun seienden bei ihr im Haus und tröstenden sie, gesehen habend Maria, daß schnell sie aufstand und hinausging, folgten ihr, meinend, daß sie hingehe zur Grabkammer, damit sie weine dort.

32 Maria nun, als sie gekommen war, wo war Jesus, gesehen habend ihn, fiel zu seinen Füßen, sagend zu ihm: Herr, wenn du gewesen wärst hier, nicht wäre gestorben mein Bruder.

33 Jesus nun, als er gesehen hatte sie weinend und die gekommenen mit ihr Juden weinend, ergrimmte im Geist und erregte sich

34 und sagte: Wo habt ihr hingelegt ihn? Sie sagen zu ihm: Herr, komm und sieh!

35 Zu weinen begann Jesus.

36 Da sagten die Juden: Siehe, wie liebte er ihn!

37 Einige aber von ihnen sagten: Nicht hätte können dieser geöffnet Habende die Augen des Blinden machen, daß auch dieser nicht starb?

38 Jesus nun, wieder ergrimmend in sich, kommt zur Grabkammer; sie war aber eine Höhle, und ein Stein lag vor ihr.

39 Sagt Jesus: Hebt weg den Stein! Sagt zu ihm die Schwester des Gestorbenen, Marta: Herr, schon riecht er, ein am vierten Tage nämlich ist er.

40 Sagt zu ihr Jesus: Nicht habe ich gesagt dir, daß, wenn du glaubst, du sehen wirst die Herrlichkeit Gottes?

41 Sie hoben weg nun den Stein. Aber Jesus hob die Augen nach oben und sagte: Vater, ich danke dir, daß du erhört hast mich.

42 Ich aber wußte, daß allezeit mich du erhörst; aber wegen der Menge herumstehenden habe ich gesagt, damit sie glauben, daß du mich gesandt hast.

43 Und dies gesagt habend, mit lauter Stimme rief er: Lazarus, komm heraus!

44 Heraus kam der Verstorbene, gebunden die Füße und die Hände mit Binden, und sein Gesicht mit einem Schweißtuch war umbunden. Sagt zu ihnen Jesus: Macht frei ihn und laßt ihn weggehen!

45 Viele nun von den Juden, gekommen zu Maria und gesehen habend, was er getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

46 Einige aber von ihnen gingen weg zu den Pharisäern und sagten ihnen, was getan hatte Jesus.

47 Da riefen zusammen die Oberpriester und die Pharisäer eine Versammlung des Hohen Rates und sagten: Was tun wir, in Anbetracht dessen, daß dieser Mensch viele Zeichen tut?

48 Wenn wir lassen ihn so, alle werden glauben an ihn, und kommen werden die Römer und werden wegnehmen uns sowohl die Stätte als auch das Volk.

49 Einer aber, ein gewisser von ihnen, Kajaphas, Hoherpriester seiend jenes Jahres, sagte zu ihnen: Ihr nicht wißt nichts,

50 auch nicht bedenkt ihr, daß es förderlich ist für euch, daß ein Mensch stirbt für das Volk und nicht das ganze Volk umkommt.

51 Dies aber aus sich selbst nicht sagte er, sondern Hoherpriester seiend jenes Jahres, weissagte er, daß sollte Jesus sterben für das Volk,

52 und nicht für das Volk nur, sondern damit auch die Kinder Gottes zerstreuten er zusammenführe in eins.

53 Seit jenem Tag nun beratschlagten sie, damit sie töteten ihn.

54 Jesus nun nicht mehr in Öffentlichkeit ging umher unter den Juden, sondern er ging weg von dort in das Land nahe der Wüste, nach Efraim, einer heißenden Stadt, und dort blieb er mit den Jüngern.

55 War aber nahe das Passafest der Juden, und hinauf gingen viele nach Jerusalem aus dem Land vor dem Passafest, damit sie reinigten sich.

56 Sie suchten nun Jesus und sagten untereinander, im Tempel stehend: Was scheint euch? Daß keinesfalls er kommt zum Fest?

57 Gegeben hatten aber die Oberpriester und die Pharisäer Anordnungen, daß, wenn jemand erfahre, wo er sei, er anzeige, damit sie festnehmen könnten ihn.

12

1 Jesus nun sechs Tage vor dem Passafest kam nach Betanien, wo war Lazarus, den auferweckt hatte von Toten Jesus.

2 Da machten sie ihm ein Mahl dort, und Marta diente, aber Lazarus einer war von den zu Tisch Liegenden mit ihm.

3 Maria nun, genommen habend ein Pfund Salböls von Narde, echter, sehr kostbarer, salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihren Haaren seine Füße; aber das Haus wurde erfüllt vom Geruch des Salböls.

4 Sagt aber Judas Iskariot, einer von seinen Jüngern, der Sollende ihn verraten:

5 Weswegen dieses Salböl nicht wurde verkauft für dreihundert Denare und gegeben Armen?

6 Er sagte aber dies, nicht weil an den Armen lag ihm, sondern weil ein Dieb er war und, das Kästchen habend, das eingelegt Werdende auf die Seite brachte.

7 Da sagte Jesus: Laß sie, damit für den Tag meines Begräbnisses sie aufbewahre es!

8 Denn die Armen allezeit habt ihr bei euch, mich aber nicht allezeit habt ihr.

9 Erfuhr nun die zahlreiche Menge aus den Juden, daß dort er sei, und sie kamen nicht wegen Jesus nur, sondern damit auch Lazarus sie sähen, den er auferweckt hatte von Toten.

10 Beratschlagten aber die Oberpriester, damit auch Lazarus sie töteten,

11 weil viele seinetwegen hingingen der Juden und glaubten an Jesus.

12 Am folgenden die zahlreiche Menge gekommen zum Fest, gehört habend, daß komme Jesus nach Jerusalem,

13 nahmen sie die Zweige der Palmen und gingen hinaus zur Begegnung mit ihm und riefen laut: Hosanna! Gepriesen der Kommende im Namen Herrn, und der König Israels!

14 Gefunden habend aber Jesus einen jungen Esel, setzte sich auf ihn, wie ist geschrieben:

15 Nicht fürchte dich, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt, sitzend auf Füllen eines Esels.

16 Dies nicht verstanden seine Jünger zuerst, aber als verherrlicht war Jesus, da erinnerten sie sich, daß dies war über ihn geschrieben und dies sie getan hatten an ihm.

17 Da legte Zeugnis ab die Menge, seiend bei ihm, als Lazarus er rief aus der Grabkammer und auferweckte ihn von Toten.

18 Deswegen auch war entgegengegangen ihm die Menge, weil sie gehört hatten, dieses Zeichen er getan hatte.

19 Die Pharisäer nun sagten zueinander: Ihr seht, daß nicht ihr ausrichtet nichts; siehe, die Welt hinter ihm ist hergelaufen.

20 Waren aber einige Griechen unter den Hinaufgehenden, damit sie anbeteten am Fest;

21 diese nun kamen zu Philippus aus Betsaida in Galiläa und baten ihn, sagend: Herr, wir wollen Jesus sehen.

22 Geht Philippus und sagt Andreas; geht Andreas und Philippus und sagen Jesus.

23 Aber Jesus antwortet ihnen, sagend: Gekommen ist die Stunde, daß verherrlicht wird der Sohn des Menschen.

24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn nicht das Korn des Weizens, gefallen in die Erde, stirbt, es allein bleibt; wenn aber es stirbt, viele Frucht bringt es.

25 Der Liebende sein Leben verliert es, und der Hassende sein Leben in dieser Welt für ewige Leben wird bewahren es.

26 Wenn mir jemand dient, mir folge er nach! Und wo bin ich, dort auch Diener mein wird sein; wenn jemand mir dient, wird ehren ihn der Vater.

27 Jetzt meine Seele ist erschüttert. Und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deswegen bin ich gekommen in diese Stunde.

28 Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme aus dem Himmel: Einerseits habe ich verherrlicht, andererseits wieder werde ich verherrlichen.

29 Die Menge nun stehende und gehört habende sagte, ein Donner geschehen sei; andere sagten: Ein Engel zu ihm hat geredet.

30 Antwortete Jesus und sagte: Nicht meinetwegen diese Stimme ist geschehen, sondern euretwegen.

31 Jetzt Gericht ist über diese Welt, jetzt der Herrscher dieser Welt wird ausgestoßen werden nach draußen.

32 Und ich, wenn ich erhöht bin von der Erde, alle werde ich ziehen zu mir.

33 Dies aber sagte er, anzeigend, durch welchen Tod er sollte sterben.

34 Da antwortete ihm die Menge: Wir haben gehört aus dem Gesetz, daß der Gesalbte bleibt in Ewigkeit, und wie sagst du, daß es nötig sei, erhöht werde der Sohn des Menschen? Wer ist dieser Sohn des Menschen?

35 Da sagte zu ihnen Jesus: Noch eine kurze Zeit das Licht bei euch ist. Wandelt, solange das Licht ihr habt, damit nicht Finsternis euch überfällt! Und der Wandelnde in der Finsternis nicht weiß, wohin er geht.

36 Solange das Licht ihr habt, glaubt an das Licht, damit Söhne Lichts ihr werdet! Dies redete Jesus, und weggegangen, verbarg er sich vor ihnen.

37 So viele Zeichen aber er getan hatte vor ihnen, nicht glaubten sie an ihn,

38 damit das Wort Jesajas, des Propheten, erfüllt wurde, das er gesagt hatte: Herr, wer hat geglaubt unserer Botschaft? Und der Arm Herrn, wem ist er offenbart worden?

39 Deswegen nicht konnten sie glauben, weil weiter gesagt hat Jesaja:

40 Blind gemacht hat er ihre Augen, und er hat verhärtet ihr Herz, damit nicht sie sehen mit den Augen und verstehen mit dem Herzen und umkehren und ich heilen werde sie.

41 Dies sagte Jesaja, weil er gesehen hatte seine Herrlichkeit, und er redete über ihn.

42 Dennoch freilich auch von den Oberen viele kamen zum Glauben an ihn, aber wegen der Pharisäer nicht bekannten sie, damit nicht aus der Synagoge ausgeschlossen sie würden;

43 sie liebten nämlich die Ehre bei den Menschen mehr als die Ehre bei Gott.

44 Jesus aber rief und sagte: Der Glaubende an mich nicht glaubt an mich, sondern an den geschickt Habenden mich,

45 und der Sehende mich sieht den geschickt Habenden mich.

46 Ich als Licht in die Welt bin gekommen, damit jeder Glaubende an mich in der Finsternis nicht bleibt.

47 Und wenn jemand meine Worte hört und nicht befolgt, ich nicht richte ihn; denn nicht bin ich gekommen, daß ich richte die Welt, sondern daß ich rette die Welt.

48 Der Verwerfende mich und nicht Annehmende meine Worte hat den Richtenden ihn; das Wort, das ich geredet habe, das wird richten ihn am letzten Tag;

49 denn ich aus mir selbst nicht habe geredet, sondern der geschickt habende mich Vater selbst mir Auftrag hat gegeben, was ich sagen soll und was ich reden soll.

50 Und ich weiß, daß sein Auftrag ewiges Leben ist. Was also ich rede, wie gesagt hat mir der Vater, so rede ich.

13

1 Aber vor dem Fest des Passa, wissend Jesus, daß gekommen war seine Stunde, daß er hinübergehe aus dieser Welt zum Vater, geliebt habend die Eigenen in der Welt, bis zum Ende liebte sie.

2 Und ein Mahl stattfand, der Teufel schon eingegeben hatte in das Herz, daß verrate ihn Judas, Simon Iskariot,

3 wissend, daß alles gegeben hatte ihm der Vater in die Hände und daß von Gott er ausgegangen war und zu Gott hingehe,

4 steht er auf vom Mahl und legt ab die Oberkleider, und genommen habend ein Leinentuch, umgürtete er sich.

5 Dann gießt er Wasser in das Waschbecken und begann, zu waschen die Füße der Jünger und abzutrocknen mit dem Leinentuch, mit dem er war umgürtet.

6 Er kommt nun zu Simon Petrus; er sagt zu ihm: Herr, du mir wäschst die Füße?

7 Antwortete Jesus und sagte zu ihm: Was ich tue, du nicht weißt jetzt; du wirst verstehen aber danach.

8 Sagt zu ihm Petrus: Keinesfalls wirst du waschen mir die Füße in Ewigkeit. Antwortete Jesus ihm: Wenn nicht ich wasche dich, nicht hast du teil an mir.

9 Sagt zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht meine Füße nur, sondern auch die Hände und den Kopf.

10 Sagt zu ihm Jesus: Der sich gebadet Habende nicht hat,, Bedarf, wenn nicht, die Füße sich zu waschen, sondern er ist rein ganz; auch ihr rein seid, aber nicht alle.

11 Er kannte nämlich den Verratenden ihn; deswegen sagte er: Nicht alle rein ihr seid.

12 Als nun er gewaschen hatte ihre Füße und genommen hatte seine Oberkleider und sich zu Tisch gelegt hatte wieder, sagte er zu ihnen: Versteht ihr, was ich getan habe euch?

13 Ihr nennt mich: Meister, und: Herr, und mit Recht sagt ihr; denn ich bin.

14 Wenn nun ich gewaschen habe euch die Füße, der Herr und der Meister, auch ihr schuldet, einander zu waschen die Füße;

15 denn ein Vorbild habe ich gegeben euch, daß, wie ich getan habe euch, auch ihr tut.

16 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht ist Knecht größer als sein Herr und nicht Gesandte größer als der geschickt Habende ihn.

17 Wenn dies ihr wißt, selig seid ihr, wenn ihr tut es.

18 Nicht von allen euch rede ich; ich weiß, welche ich auserwählt habe; aber, damit die Schrift erfüllt wird: Der Essende mein Brot hat erhoben gegen mich seine Ferse.

19 Von jetzt an sage ich euch, bevor geschieht, damit ihr glaubt, wenn es geschieht, daß ich bin.

20 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Aufnehmende, wenn jemanden ich schicke, mich nimmt auf, aber der mich Aufnehmende nimmt auf den geschickt Habenden mich.

21 Dies gesagt habend, Jesus wurde erschüttert im Geist und bezeugte und sagte: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird verraten mich.

22 Sahen an einander die Jünger, ratlos seiend, von wem er rede.

23 War zu Tisch liegend einer von seinen Jüngern an der Brust Jesu, welchen liebte Jesus.

24 Da winkt diesem Simon Petrus, zu fragen, wer sei, von welchem er rede.

25 Sich angelehnt habend also jener so an die Brust Jesu, sagt zu ihm: Herr, wer ist?

26 Antwortet Jesus: Der ist, dem ich eintauchen werde den Bissen und geben werde. Eingetaucht habend nun den Bissen, nimmt er und gibt Judas, Simon Iskariot.

27 Und nach dem Bissen, da fuhr hinein in jenen der Satan. Da sagt zu ihm Jesus: Was du tust, tue bald!

28 Dies aber niemand verstand von den zu Tisch Liegenden, wozu er gesagt hatte zu ihm;

29 einige nämlich meinten, da das Kästchen hatte Judas, daß sage zu ihm Jesus: Kaufe, woran Bedarf wir haben für das Fest, oder den Armen, daß etwas er gebe.

30 Genommen habend nun den Bissen, jener ging hinaus sofort. War aber Nacht.

31 Als nun er hinausgegangen war, sagt Jesus: Jetzt ist verherrlicht der Sohn des Menschen, und Gott ist verherrlicht in ihm;

32 wenn Gott verherrlicht ist in ihm, auch Gott wird verherrlichen ihn in sich, und sofort wird er verherrlichen ihn.

33 Kinder, noch kurze Zeit bei euch bin ich; ihr werdet suchen mich, und wie ich gesagt habe zu den Juden: Wohin ich gehe, ihr nicht könnt kommen, auch euch sage ich jetzt.

34 Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr liebt einander, wie ich geliebt habe euch, daß auch ihr liebt einander.

35 Daran werden erkennen alle, daß meine Jünger ihr seid, wenn Liebe ihr habt untereinander.

36 Sagt zu ihm Simon Petrus: Herr, wohin gehst du? Antwortete ihm Jesus: Wohin ich gehe, nicht kannst du mir jetzt folgen; du wirst folgen aber später.

37 Sagt zu ihm Petrus: Herr, weswegen nicht kann ich dir folgen jetzt? Mein Leben für dich will ich hingeben.

38 Antwortet Jesus: Dein Leben für mich willst du hingeben? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Keinesfalls Hahn wird krähen, bis du verleugnet hast mich dreimal.

14

1 Nicht erschrecke euer Herz! Glaubt an Gott, und an mich glaubt!

2 Im Hause meines Vaters viele Wohnungen sind; wenn aber nicht, hätte ich gesagt euch, daß ich gehe, zu bereiten eine Stätte euch?

3 Und wenn ich gehe und bereite eine Stätte euch, wieder komme ich und werde nehmen euch zu mir, damit, wo bin ich, auch ihr seid.

4 Und wohin ich gehe, wißt ihr den Weg.

5 Sagt zu ihm Thomas: Herr, nicht wissen wir, wohin du gehst; wie können wir den Weg wissen?

6 Sagt zu ihm Jesus: Ich bin der Weg, sowohl die Wahrheit als auch das Leben; niemand kommt zum Vater, wenn nicht durch mich.

7 Wenn ihr erkannt habt mich, auch meinen Vater werdet ihr erkennen. Und von jetzt an kennt ihr ihn, und ihr habt gesehen ihn.

8 Sagt zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns.

9 Sagt zu ihm Jesus: So lange Zeit bei euch bin ich, und nicht hast du erkannt mich, Philippus? Der gesehen Habende mich hat gesehen den Vater. Wie du sagst: Zeige uns den Vater!?

10 Nicht glaubst du, daß ich im Vater und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich sage euch, aus mir selbst nicht rede ich; aber der Vater in mir bleibende tut seine Werke.

11 Glaubt mir, daß ich im Vater und der Vater in mir! Wenn aber nicht, wegen der Werke selbst glaubt!

12 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Glaubende an mich, die Werke, die ich tue, auch er wird tun; sogar größere als diese wird er tun, weil ich zum Vater gehe;

13 und worum auch immer ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, damit verherrlicht wird der Vater im Sohn.

14 Wenn um etwas ihr bitten werdet mich in meinem Namen, ich werde tun.

15 Wenn ihr liebt mich, Gebote meine werdet ihr halten.

16 Und ich werde bitten den Vater, und einen anderen Helfer wird er geben euch, daß bei euch in Ewigkeit er ist,

17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht kann empfangen, weil nicht sie sieht ihn und nicht kennt; ihr kennt ihn, weil bei euch er bleibt und in euch sein wird.

18 Nicht werde ich zurücklassen euch verwaist, ich komme zu euch.

19 Noch eine kurze Zeit, und die Welt mich nicht mehr sieht, ihr aber seht mich, weil ich lebe und ihr leben werdet.

20 An jenem Tag werdet erkennen ihr, daß ich in meinem Vater und ihr in mir und ich in euch.

21 Der Habende meine Gebote und Haltende sie, der ist der Liebende mich; aber der Liebende mich wird geliebt werden von meinem Vater, und ich werde lieben ihn und werde offenbaren ihm mich.

22 Sagt zu ihm Judas, nicht der Iskariot: Herr, und was ist geschehen, daß uns du willst offenbaren dich und nicht der Welt?

23 Antwortete Jesus und sagte zu ihm: Wenn jemand liebt mich, mein Wort wird er festhalten, und mein Vater wird lieben ihn, und zu ihm werden wir kommen, und Wohnung bei ihm werden wir machen.

24 Der nicht Liebende mich meine Worte nicht hält fest; und das Wort, das ihr hört, nicht ist meines, sondern des geschickt habenden mich Vaters.

25 Dies habe ich gesagt euch, bei euch weilend;

26 aber der Helfer, der Geist heilige, den schicken wird der Vater in meinem Namen, der euch wird lehren alles und erinnern euch an alles, was gesagt habe euch ich.

27 Frieden lasse ich zurück euch, Frieden meinen gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, ich gebe euch. Nicht erschrecke euer Herz, und nicht verzage es!

28 Ihr habt gehört, daß ich gesagt habe zu euch: Ich gehe hin und komme zu euch. Wenn ihr liebtet mich, hättet ihr euch gefreut, daß ich gehe zum Vater, weil der Vater größer als ich ist.

29 Und jetzt habe ich gesagt euch, bevor es geschieht, damit, wenn es geschieht, ihr glaubt.

30 Nicht mehr vieles werde ich reden mit euch; denn kommt der Herrscher der Welt; und an mir nicht hat er nichts,

31 doch, damit erkennt die Welt, daß ich liebe den Vater und, wie geboten hat mir der Vater, so ich tue. Steht auf, laßt uns gehen von hier!

15

1 Ich bin der Weinstock wahre, und mein Vater der Weingärtner ist.

2 Jede Rebe an mir, nicht tragende Frucht, weg nimmt er sie, und jede Frucht tragende, er reinigt sie, damit mehr Frucht sie trägt.

3 Schon ihr rein seid wegen des Wortes, das ich gesagt habe euch.

4 Bleibt in mir, und ich in euch. Wie die, Rebe nicht kann Frucht tragen von sich selbst, wenn nicht sie bleibt am Weinstock, so auch nicht ihr, wenn nicht in mir ihr bleibt.

5 Ich hin der Weinstock, ihr die Reben. Der Bleibende in mir und ich in ihm, der trägt viele Frucht, weil ohne mich nicht ihr könnt tun nichts.

6 Wenn nicht jemand bleibt in mir, wurde er geworfen nach draußen wie die Rebe und verdorrte, und sie sammeln sie, und ins Feuer werfen sie, und sie verbrennen.

7 Wenn ihr bleibt in mir und meine Worte in euch bleiben, was ihr wollt, bittet, und es wird werden euch.

8 Darin wurde verherrlicht mein Vater, daß viele Frucht ihr tragt und werdet meine Jünger.

9 Wie geliebt hat mich der Vater, auch ich euch habe geliebt; bleibt in Liebe meiner!

10 Wenn meine Gebote ihr haltet, werdet ihr bleiben in meiner Liebe, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und bleibe in seiner Liebe.

11 Dies habe ich gesagt euch, damit Freude meine in euch ist und eure Freude erfüllt wird.

12 Dies ist Gebot mein, daß ihr liebt einander, wie ich geliebt habe euch.

13 Größere Liebe als diese niemand hat, daß jemand sein Leben hingibt für seine Freunde.

14 Ihr meine Freunde seid, wenn ihr tut, was ich gebiete euch.

15 Nicht mehr nenne ich euch Knechte, weil der Knecht nicht weiß, was tut sein Herr; euch aber habe ich genannt Freunde, weil alles, was ich gehört habe von meinem Vater, ich kundgetan habe euch.

16 Nicht ihr mich habt erwählt, sondern ich habe erwählt euch und bestimmt euch, daß ihr hingeht und Frucht tragt und eure Frucht bleibt, damit, worum auch immer ihr bitten werdet den Vater in meinem Namen, er gibt euch.

17 Dies gebiete ich euch, daß ihr liebt einander.

18 Wenn die Welt euch haßt, wißt, daß mich eher als euch sie gehaßt hat!

19 Wenn aus der Welt ihr wärt, die Welt das Eigene würde lieben; weil aber aus der Welt nicht ihr seid, sondern ich erwählt habe euch aus der Welt, deswegen haßt euch die Welt.

20 Gedenkt des Wortes, das ich gesagt habe euch: Nicht ist Knecht größer als sein Herr. Wenn mich sie verfolgt haben, auch euch werden sie verfolgen. Wenn mein Wort sie festgehalten haben, auch das eure werden sie festhalten.

21 Doch dies alles werden sie tun an euch wegen meines Namens, weil nicht sie kennen den geschickt Habenden mich.

22 Wenn nicht ich gekommen wäre und geredet hätte zu ihnen, Sünde nicht hätten sie; jetzt aber Entschuldigung nicht haben sie für ihre Sünde.

23 Der mich Hassende auch meinen Vater haßt.

24 Wenn die Werke nicht ich getan hätte unter ihnen, die kein anderer getan hat, Sünde nicht hätten sie; jetzt aber einerseits haben sie gesehen, andererseits haben sie gehaßt sowohl mich als auch meinen Vater.

25 Doch, damit erfüllt wird das Wort in ihrem Gesetz geschriebene: Sie haben gehaßt mich ohne Grund.

26 Wenn kommt der Helfer, den ich schicken werde euch vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis ablegen über mich;

27 und auch ihr legt Zeugnis ab, weil von Anfang an bei mir ihr seid.

16

1 Dies habe ich gesagt euch, damit nicht ihr Anstoß nehmt.

2 Zu aus der Synagoge Ausgeschlossenen werden sie machen euch. Ja, sogar kommt Stunde, daß jeder getötet Habende euch meint, einen Dienst darzubringen Gott.

3 Und dies werden sie tun, weil nicht sie erkannt haben den Vater und nicht mich.

4 Doch dies habe ich gesagt euch, damit, wenn kommt ihre Stunde, ihr erinnert euch daran, weil ich gesagt habe euch. Dies aber euch von Anfang an nicht habe ich gesagt, weil bei euch ich war.

5 Jetzt aber gehe ich hin zu dem geschickt Habenden mich, und niemand von euch fragt mich: Wohin gehst du?

6 Aber weil dies ich gesagt habe euch, der Kummer hat erfüllt euer Herz.

7 Aber ich die Wahrheit sage euch: Es nützt euch, daß ich fortgehe. Denn wenn nicht ich fortgehe, der Helfer nicht wird kommen zu euch; wenn aber ich hingehe, werde ich schicken ihn zu euch.

8 Und gekommen, er wird überführen die Welt in bezug auf Sünde und in bezug auf Gerechtigkeit und in bezug auf Gericht;

9 in bezug auf Sünde zunächst: daß nicht sie glauben an mich;

10 in bezug auf Gerechtigkeit dann: daß zum Vater ich hingehe und nicht mehr ihr seht mich;

11 und in bezug auf Gericht: daß der Herrscher dieser Welt gerichtet ist.

12 Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber nicht könnt ihr tragen jetzt;

13 wenn aber kommt jener, der Geist der Wahrheit, wird er führen euch in die ganze Wahrheit; denn nicht wird er reden aus sich selbst, sondern alles, was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er verkündigen euch.

14 Er mich wird verherrlichen, weil von dem Meinigen er nehmen wird und verkündigen wird euch.

15 Alles, was hat der Vater, mein ist; deswegen habe ich gesagt, daß von dem Meinigen er nimmt und verkündigen wird euch.

16 Kurze Zeit, und nicht mehr seht ihr mich, und wieder kurze Zeit, und ihr werdet sehen mich.

17 Da sagten von seinen Jüngern zu einander: Was ist dies, was er sagt uns: Kurze Zeit, und nicht seht ihr mich, und wieder kurze Zeit, und ihr werdet sehen mich? Und: Ich gehe hin zum Vater?

18 Da sagten sie: Was ist dies, was er sagt: das: Kurze Zeit? Nicht wissen wir, was er redet.

19 Merkte Jesus, daß sie wollten ihn fragen, und er sagte zu ihnen: Darüber verhandelt ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Kurze Zeit, und nicht seht ihr mich, und wieder kurze Zeit, und ihr werdet sehen mich?

20 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Weinen und klagen werdet ihr, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet bekümmert sein, aber euer Kummer zu Freude wird werden.

21 Die Frau, wenn sie gebiert, Kummer hat, weil gekommen ist ihre Stunde; wenn aber sie geboren hat das Kind, nicht mehr gedenkt sie der Bedrängnis wegen der Freude, daß geboren wurde ein Mensch in die Welt.

22 Auch ihr also jetzt zwar Kummer habt. Wieder aber werde ich sehen euch, und freuen wird sich euer Herz, und eure Freude niemand nimmt weg von euch.

23 Und an jenem Tag mich nicht werdet ihr fragen nichts. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn um etwas ihr bittet den Vater in meinem Namen, wird er geben euch.

24 Bis jetzt nicht habt ihr gebeten nichts in meinem Namen; bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude ist zur Vollendung gebracht.

25 Dies in Bildreden habe ich gesagt euch; kommt Stunde, wo nicht mehr in Bildreden ich reden werde zu euch, sondern mit Offenheit über den Vater verkündigen werde euch.

26 An jenem Tag in meinem Namen werdet ihr bitten, und nicht sage ich euch, daß ich bitten werde den Vater für euch;

27 denn er selbst, der Vater, liebt euch, weil ihr mich geliebt habt und geglaubt habt, daß ich von Gott ausgegangen bin.

28 Ausgegangen bin ich vom Vater, und gekommen bin ich in die Welt; wieder verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.

29 Sagen seine Jünger: Siehe, jetzt in Offenheit redest du, und keine Bildrede sagst du.

30 Jetzt wissen wir, daß du weißt alles und nicht Bedarf hast, daß jemand dich fragt; darin glauben wir, daß von Gott du ausgegangen bist.

31 Antwortete ihnen Jesus: Jetzt glaubt ihr?

32 Siehe, kommt Stunde, und sie ist gekommen, daß ihr zerstreut werdet, jeder in das Eigene, und mich allein laßt; doch nicht bin ich allein, weil der Vater bei mir ist.

33 Dies habe ich gesagt euch, damit in mir Frieden ihr habt. In der Welt Bedrängnis habt ihr; aber seid getrost, ich habe besiegt die Welt.

17

1 Dieses redete Jesus, und erhoben habend seine Augen zum Himmel, sagte er: Vater, gekommen ist die Stunde; verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn verherrliche dich,

2 wie du gegeben hast ihm Vollmacht über alles Fleisch, damit alles, was du gegeben hast ihm, er gebe ihnen, ewiges Leben.

3 Dies aber ist das ewige Leben, daß sie erkennen dich, den einzigen wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus.

4 Ich dich habe verherrlicht auf der Erde, das Werk vollendet habend, das du gegeben hast mir, damit ich tue;

5 und jetzt verherrliche mich du, Vater, bei dir mit der Herrlichkeit, die ich hatte, bevor die Welt war, bei dir!

6 Ich habe offenbart deinen Namen den Menschen, die du geben hast mir aus der Welt. Dein waren sie, und mir sie hast du gegeben, und dein Wort haben sie festgehalten.

7 Jetzt haben sie erkannt, daß alles, was du gegeben hast mir, von dir ist;

8 denn die Worte, die du gegeben hast mir, habe ich gegeben ihnen, und sie haben angenommen und haben erkannt wahrhaft, daß von dir ich ausgegangen bin, und sind zum Glauben gekommen, daß du mich gesandt hast.

9 Ich für sie bitte; nicht für die Welt bitte ich, sondern für, die du gegeben hast mir, weil dein sie sind,

10 und das Meine alles dein ist, und das Deine mein, und ich bin verherrlicht in ihnen.

11 Und nicht mehr bin ich in der Welt, und sie in der Welt sind, und ich zu dir gehe. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du gegeben hast mir, damit sie seien eins wie wir!

12 Als war bei ihnen ich, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du gegeben hast mir, und ich habe behütet, und niemand von ihnen ist verloren gegangen, wenn nicht der Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt wurde.

13 Jetzt aber zu dir gehe ich, und dies rede ich in der Welt, damit sie haben Freude meine zur Vollendung gebracht in sich.

14 Ich habe gegeben ihnen dein Wort, und die Welt hat gehaßt sie, weil nicht sie sind von der Welt, wie ich nicht bin von der Welt.

15 Nicht bitte ich, daß du wegnimmst sie aus der Welt, sondern daß du bewahrst sie vor dem Bösen.

16 Von der Welt nicht sind sie, wie ich nicht bin von der Welt.

17 Heilige sie in der Wahrheit! Wort dein Wahrheit ist.

18 Wie mich du gesandt hast in die Welt, auch ich habe gesandt sie in die Welt;

19 und für sie ich heilige mich, damit sind auch sie geheiligt in Wahrheit.

20 Nicht für diese aber bitte ich nur, sondern auch für die Glaubenden durch ihr Wort an mich,

21 damit alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, damit auch sie in uns seien, damit die Welt glaubt, daß du mich gesandt hast.

22 Und ich die Herrlichkeit, die du gegeben hast mir, habe gegeben ihnen, damit sie seien eins, wie wir eins,

23 ich in ihnen und du in mir, damit sie seien vollendet in eins, damit erkennt die Welt, daß du mich gesandt hast und geliebt hast sie, wie mich du geliebt hast.

24 Vater, was du gegeben hast mir, ich will, daß, wo bin ich, auch sie sind bei mir, damit sie sehen Herrlichkeit meine, die du gegeben hast mir, weil du geliebt hast mich vor Grundlegung Welt.

25 Gerechter Vater, einerseits die Welt dich nicht hat erkannt, ich aber dich habe erkannt, andererseits diese haben erkannt, daß du mich gesandt hast,

26 und ich habe kundgetan ihnen deinen Namen und werde kundtun, damit die Liebe, mit der du geliebt hast mich, in ihnen ist und ich in ihnen.

18

1 Dies gesagt habend, Jesus ging hinaus mit seinen Jüngern jenseits des Baches Kidron, wo war ein Garten, in den hineinging er und seine Jünger.

2 Wußte aber auch Judas, der Verratende ihn, den Ort, weil oft sich versammelt hatte Jesus dort mit seinen Jüngern.

3 Judas nun, erhalten habend die Kohorte und von den Oberpriestern und von den Pharisäern Diener, kommt dorthin mit Laternen und Fackeln und Waffen.

4 Jesus nun, wissend alles Kommende über ihn, ging hinaus und sagt zu ihnen: Wen sucht ihr?

5 Sie antworteten ihm: Jesus, den Nazoräer. Er sagt zu ihnen: Ich bin. Stand aber auch Judas, der Verratende ihn, bei ihnen.

6 Als nun er gesagt hatte zu ihnen: Ich bin, wichen sie in das hinten und fielen zu Boden.

7 Wieder nun fragte er sie: Wen sucht ihr? Sie aber sagten: Jesus, den Nazoräer.

8 Antwortete Jesus: Ich habe gesagt euch, daß ich bin; wenn also mich ihr sucht, laßt diese gehen!

9 Damit erfüllt wurde das Wort, das er gesagt hatte: Die du gegeben hast mir, nicht habe ich verloren von ihnen niemanden;

10 Simon Petrus nun, habend ein Schwert, zog es und schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ab ihm das Ohr rechte. War aber Name dem Knecht Malchus.

11 Da sagte Jesus zu Petrus: Stecke das Schwert in die Scheide! Den Kelch, den gegeben hat mir der Vater, etwa nicht soll ich trinken ihn?

12 Die Kohorte nun und der Oberst und die Diener der Juden ergriffen Jesus und fesselten ihn

13 und führten zu Hannas zuerst; er war nämlich Schwiegervater des Kajaphas, welcher war Hoherpriester jenes Jahres.

14 War aber Kajaphas der geraten Habende den Juden, daß es nützlich sei, ein Mensch sterbe für das Volk.

15 Folgte aber Jesus Simon Petrus und ein anderer Jünger. Aber jener Jünger war bekannt dem Hohenpriester und ging hinein mit Jesus in den Hof des Hohenpriesters.

16 Aber Petrus stand an der Tür draußen. Da kam heraus der Jünger andere, der Bekannte des Hohenpriesters, und sprach mit der Türhüterin und führte hinein Petrus.

17 Da sagt zu Petrus die Magd, die Türhüterin: Nicht auch du von den Jüngern bist dieses Menschen? Sagt jener: Nicht bin ich.

18 Standen aber die Knechte und die Diener, ein Kohlenfeuer gemacht habend, weil Kälte war, und wärmten sich; war aber auch Petrus bei ihnen stehend und sich wärmend.

19 Der Hohepriester nun befragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre.

20 Antwortete ihm Jesus: Ich in Öffentlichkeit habe gesprochen zu der Welt; ich allezeit habe gelehrt in Synagoge und im Tempel, wo alle Juden zusammenkommen, und im Verborgenen habe ich gesprochen nichts.

21 Warum mich fragst du? Frage die gehört Habenden, was ich gesprochen habe zu ihnen! Siehe, diese wissen, was gesagt habe ich.

22 Dies aber er gesagt hatte, ein dabeistehender der Diener gab einen Backenstreich Jesus, sagend: So antwortest du dem Hohenpriester?

23 Antwortete ihm Jesus: Wenn böse ich gesprochen habe, lege Zeugnis ab über das Böse! Wenn aber gut, was mich schlägst du?

24 Da sandte ihn Hannas gefesselt zu Kajaphas, dem Hohenpriester.

25 War aber Simon Petrus stehend und sich wärmend. Da sagten sie zu ihm: Nicht auch du von seinen Jüngern bist? Leugnete jener und sagte: Nicht bin ich.

26 Sagt einer von den Knechten des Hohenpriesters, Verwandter seiend, dessen abgehauen hatte Petrus Ohr: Nicht ich dich habe gesehen im Garten bei ihm?

27 Wieder nun leugnete Petrus; und sofort Hahn krähte.

28 Sie führen nun Jesus von Kajaphas in das Prätorium; war aber frühmorgens; und sie selbst nicht gingen hinein in das Prätorium, damit nicht sie verunreinigt würden, sondern essen könnten das Passamahl.

29 Da kam heraus Pilatus nach draußen zu ihnen und sagt: Welche Anklage bringt ihr vor gegen diesen Menschen?

30 Sie antworteten und sagten zu ihm: Wenn nicht wäre dieser Böses tuend, nicht dir wir hätten übergeben ihn.

31 Da sagte zu ihnen Pilatus: Nehmt ihn ihr, und nach euerm Gesetz richtet ihn! Sagten zu ihm die Juden: Uns nicht ist es erlaubt, zu töten niemanden;

32 damit das Wort Jesu erfüllt wurde, das er gesagt hatte, anzeigend, durch welchen Tod er sollte sterben.

33 Da ging hinein wieder in das Prätorium Pilatus und rief Jesus und sagte zu ihm: Du bist der König der Juden?

34 Antwortete Jesus: Von dir selbst du dies sagst, oder andere haben gesagt dir über mich?

35 Antwortete Pilatus: Etwa ich ein Jude bin? Volk dein und die Oberpriester haben übergeben dich mir. Was hast du getan?

36 Antwortete Jesus: Reich mein nicht ist von dieser Welt; wenn von dieser Welt wäre Reich mein, Diener meine würden kämpfen, damit nicht ich übergeben würde den Juden; nun aber Reich mein nicht ist von hier.

37 Da sagte zu ihm Pilatus: Also doch ein König bist du? Antwortete Jesus: Du sagst, daß ein König ich bin. Ich dazu bin geboren und dazu gekommen in die Welt, daß ich zeuge für die Wahrheit; jeder Seiende aus der Wahrheit hört meine Stimme.

38 Sagt zu ihm Pilatus: Was ist Wahrheit?; Und dies gesagt habend, wieder ging er hinaus zu den Juden und sagt zu ihnen: Ich keine finde an ihm Schuld.

39 Ist aber Gewohnheit bei euch, daß einen ich freilasse euch am Passa; wollt ihr also, soll ich freilassen euch den König der Juden?

40 Da schrien sie wieder, sagend: Nicht diesen, sondern Barabbas. War aber Barabbas ein Räuber.

19

1 Darauf nun nahm Pilatus Jesus und ließ geißeln.

2 Und die Soldaten, geflochten habend eine Krone aus Dornen, setzten auf sein Haupt, und einen purpurnen Mantel warfen sie zum ihm

3 und gingen zu ihm und sagten: Sei gegrüßt, du König der Juden! und gaben ihm Backenstreiche.

4 Und heraus kam wieder nach draußen Pilatus und sagt zu ihnen: Siehe, ich führe euch ihn heraus, damit ihr erkennt, daß keine Schuld ich finde an ihm.

5 Da kam heraus Jesus nach draußen, tragend die Dornenkrone und den purpurnen Mantel. Und er sagt zu ihnen: Siehe, der Mensch!

6 Als nun sahen ihn die Oberpriester und die Diener, schrien sie, sagend: Kreuzige, kreuzige! Sagt zu ihnen Pilatus: Nehmt ihn ihr und kreuzigt! Denn ich nicht finde an ihm Schuld.

7 Antworteten ihm die Juden: Wir ein Gesetz haben, und nach dem Gesetz ist er schuldig zu sterben, weil zum Sohn Gottes sich er gemacht hat.

8 Als nun gehört hatte Pilatus dieses Wort, mehr fürchtete er sich,

9 und er ging hinein in das Prätorium wieder und sagt zu Jesus: Woher bist du? Aber Jesus Antwort nicht gab ihm.

10 Da sagt zu ihm Pilatus: Mit mir nicht sprichst du? Nicht weißt du, daß Macht ich habe, freizulassen dich, und Macht ich habe, zu kreuzigen dich?

11 Antwortete ihm Jesus: Nicht hättest du Macht gegen mich keine, wenn nicht es wäre gegeben dir von oben; deswegen der verraten Habende mich dir größere Sünde hat.

12 Aufgrund dieses Pilatus suchte freizulassen ihn; aber die Juden schrien, sagend: Wenn diesen du freiläßt, nicht bist du Freund des Kaisers; jeder zum König sich Machende widersetzt sich dem Kaiser.

13 Pilatus nun, gehört habend diese Worte, ließ führen nach draußen Jesus und setzte sich auf Richterstuhl an einem Ort, genannt Steinpflaster, auf hebräisch aber Gabbata.

14 War aber Rüsttag zum Passa, Stunde war ungefähr sechste. Und er sagt zu den Juden: Siehe, euer König!

15 Da schrien sie: Beseitige, beseitige! Kreuzige ihn! Sagt zu ihnen Pilatus: Euern König soll ich kreuzigen? Antworteten die Oberpriester: Nicht haben wir einen König, wenn nicht Kaiser.

16 Darauf nun übergab er ihn ihnen, daß er gekreuzigt werde. Sie übernahmen nun Jesus.

17 Und tragend für sich selbst das Kreuz, ging er hinaus an den genannten «Schädels Ort», was genannt wird auf hebräisch Golgota,

18 wo ihn sie kreuzigten, und mit ihm andere zwei von hier und von da, mitten aber Jesus.

19 Hatte schreiben lassen aber auch eine Aufschrift Pilatus und anbringen lassen am Kreuz; es war aber geschrieben: Jesus der Nazoräer, der König der Juden.

20 Diese Aufschrift nun viele lasen der Juden, weil nahe war der Ort der Stadt, wo gekreuzigt wurde Jesus. Und es war geschrieben auf hebräisch, auf lateinisch, auf griechisch.

21 Da sagten zu Pilatus die Oberpriester der Juden: Nicht schreibe: Der König der Juden, sondern daß er gesagt hat: König bin ich der Juden.

22 Antwortete Pilatus: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.

23 Die Soldaten nun, als sie gekreuzigt hatten Jesus, nahmen seine Kleider und machten vier Teile, jedem Soldaten einen Teil, und das Untergewand. War aber das Untergewand nahtlos, von den oben gewebt durch ganze.

24 Da sagten sie zueinander: Nicht laßt uns zerreißen es, sondern laßt uns losen um es, wessen es sein soll! Damit die Schrift erfüllt wurde sagende: Sie haben verteilt meine Kleider unter sich, und über mein Gewand haben sie geworfen Los. Die Soldaten nun einerseits dies taten.

25 Standen andererseits bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die des Kleopas, und Maria die Magdalenerin.

26 Jesus nun, gesehen habend die Mutter und den Jünger danebenstehend, den er liebte, sagt zu der Mutter: Frau, siehe, dein Sohn!

27 Dann sagt er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und ab jener Stunde nahm der Jünger sie in das Eigene.

28 Danach, wissend Jesus, daß schon alles vollbracht ist, damit vollendet werde die Schrift, sagt: Ich habe Durst.

29 Ein Gefäß stand von Essig voll; einen Schwamm nun voll von dem Essig, auf einen Ysopzweig gesteckt habend, brachten sie an seinen Mund.

30 Als nun genommen hatte den Essig Jesus, sagte er: Es ist vollbracht. Und geneigt habend das Haupt, gab er auf den Geist.

31 Die Juden nun, da Rüsttag war, damit nicht blieben am Kreuz die Körper am Sabbat, denn war groß der Tag jenes Sabbats, baten Pilatus, daß gebrochen würden ihre Schenkel und sie abgenommen würden.

32 Da kamen die Soldaten, und vom ersten brachen sie die Schenkel und vom anderen Gekreuzigten mit ihm;

33 aber zu Jesus gekommen, als sie gesehen hatten schon ihn tot, nicht brachen sie seine Schenkel,

34 sondern einer der Soldaten mit seiner Lanze die Seite stach, und heraus kam sofort Blut und Wasser.

35 Und der gesehen Habende hat bezeugt, und wahr ist sein Zeugnis, und er weiß, daß Wahres er sagt, damit auch ihr glaubt.

36 Denn geschehen ist dieses, damit die Schrift erfüllt wurde: Ein Knochen nicht soll zerbrochen werden an ihm.

37 Und wieder eine andere Schriftstelle sagt: Sie werden sehen auf, den sie durchbohrt haben.

38 Danach aber bat den Pilatus Josef von Arimathäa, seiend ein Jünger Jesu, ein verborgener aber wegen der Furcht vor den Juden, daß er abnehmen dürfe den Leichnam Jesu; und erlaubte Pilatus. Er kam nun und nahm ab seinen Leichnam.

39 Kam aber auch Nikodemus, der Gekommene zu ihm nachts das erstemal, bringend eine Mischung von Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund.

40 Sie nahmen nun den Leichnam Jesu und banden ihn mit Leinenbinden mit den wohlriechenden Ölen, wie Sitte ist den Juden zu begraben.

41 War aber an dem Ort, wo er gekreuzigt worden war, ein Garten, und in dem Garten eine neue Grabkammer, in die noch nicht niemand war gelegt;

42 dort hinein nun wegen des Rüsttags der Juden, weil nahe war die Grabkammer, legten sie Jesus.

20

1 Aber am eins der Woche Maria, die Magdalenerin, kommt frühmorgens, Dunkelheit noch war, zur Grabkammer und sieht den Stein weggenommen von der Grabkammer.

2 Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den liebhatte Jesus, und sagt zu ihnen: Sie haben weggenommen den Herrn aus der Grabkammer, und nicht wissen wir, wohin sie gelegt haben ihn.

3 Da ging hinaus Petrus und der andere Jünger, und sie kamen zur Grabkammer.

4 Liefen aber die zwei zusammen; und der andere Jünger lief vor schneller als Petrus und kam als erster zur Grabkammer,

5 und sich niedergebückt habend, sieht er liegend die Leinentücher, nicht jedoch ging er hinein.

6 Da kommt auch Simon Petrus, folgend ihm, und er ging hinein in die Grabkammer und sieht die Leinentücher liegend

7 und das Schweißtuch, das war auf seinem Haupt, nicht bei den Leinentüchern liegend, sondern getrennt zusammengewickelt an einer Stelle.

8 Da nun ging hinein auch der andere Jünger, gekommene als erster, in die Grabkammer und sah und glaubte;

9 denn noch nicht kannten sie die Schrift, daß es nötig sei, er von Toten auferstehe.

10 Weg gingen nun wieder zu sich die Jünger.

11 Maria aber stand an der Grabkammer draußen, weinend. Als nun sie weinte, bückte sie sich nieder in die Grabkammer

12 und sieht zwei Engel in weißen sitzend, einen bei dem Haupt und einen bei den Füßen, wo gelegen hatte der Leichnam Jesu.

13 Und sagen zu ihr jene: Frau, was weinst du? Sie sagt zu ihnen: Sie haben weggenommen meinen Herrn, und nicht weiß ich, wohin sie gelegt haben ihn.

14 Dies gesagt habend, wandte sie sich zu den hinten und sieht Jesus stehend, und nicht wußte sie, daß Jesus ist.

15 Sagt zu ihr Jesus: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie, meinend, daß der Gärtner sei, sagt zu ihm: Herr, wenn du weggetragen hast ihn, sage mir, wohin du gelegt hast ihn, und ich ihn werde holen.

16 Sagt zu ihr Jesus: Maria. Sich umgewandt habend, sie sagt zu ihm auf hebräisch: Rabbuni

17 Sagt zu ihr Jesus: Nicht mich fasse an! Denn noch nicht bin ich aufgefahren zum Vater. Gehe aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und euerm Vater und meinem Gott und euerm Gott.

18 Geht Maria, die Magdalenerin, verkündigend den Jüngern: Ich habe gesehen den Herrn, und dies habe er gesagt ihr.

19 War nun Abend an jenem Tag, dem eins Woche, und die Türen verschlossen waren, wo waren die Jünger, wegen der Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat in die Mitte und sagt zu ihnen: Friede euch!

20 Und dies gesagt habend, zeigte er die Hände und die Seite ihnen. Da freuten sich die Jünger, gesehen habend den Herrn.

21 Da sagte zu ihnen Jesus wieder: Friede euch! Wie gesandt hat mich der Vater, auch ich schicke euch.

22 Und dies gesagt habend, hauchte er an und sagt zu ihnen: Empfangt heiligen Geist!

23 Wenn irgendwelchen ihr vergebt die Sünden, sind sie vergeben ihnen; wenn irgendwelchen ihr festhaltet, sind sie festgehalten.

24 Thomas aber, einer von den Zwölfen, genannt Zwilling, nicht war bei ihnen, als gekommen war Jesus.

25 Da sagten zu ihm die anderen Jünger: Wir haben gesehen den Herrn. Er aber sagte zu ihnen: Wenn nicht ich sehe an seinen Händen das Mal der Nägel und lege meinen Finger in das Mal der Nägel und lege meine Hand in seine Seite, keinesfalls werde ich glauben.

26 Und nach acht Tagen wieder waren drinnen seine Jünger und Thomas bei ihnen. Kommt Jesus, die Türen verschlossen waren, und trat in die Mitte und sagte: Friede euch!

27 Dann sagt er zu Thomas: Gib deinen Finger hierher und sieh meine Hände und gib her deine Hand und lege in meine Seite, und nicht sei ungläubig, sondern gläubig!

28 Antwortete Thomas und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott!

29 Sagt zu ihm Jesus: Weil du gesehen hast mich, bist du gläubig geworden? Selig die nicht gesehen Habenden und zum Glauben Gekommenen.

30 Zwar viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht sind geschrieben in diesem Buch;

31 diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus ist der Gesalbte, der Sohn Gottes, und damit, glaubend, Leben ihr habt in seinem Namen.

21

1 Danach offenbarte sich wieder Jesus den Jüngern am See von Tiberias; er offenbarte aber so:

2 Waren zusammen Simon Petrus und Thomas, genannt Zwilling, und Natanael von Kana in Galiläa und die des Zebedäus und andere von seinen Jüngern zwei.

3 Sagt zu ihnen Simon Petrus: Ich gehe fischen. Sie sagen zu ihm: Gehen auch wir mit dir. Sie gingen hinaus und stiegen ein in das Boot, und in jener Nacht fingen sie nichts.

4 Morgen aber schon geworden war, trat Jesus an den Strand; nicht jedoch wußten die Jünger, daß Jesus ist.

5 Da sagt zu ihnen Jesus: Kinder, nicht etwas Zukost habt ihr? Sie antworteten ihm: Nein.

6 Er aber sagte zu ihnen: Werft auf die rechten Teile des Bootes das Netz, und ihr werdet finden. Da warfen sie und nicht mehr es zu ziehen waren sie stark vor der Menge der Fische.

7 Da sagt jener Jünger, den liebte Jesus, zu Petrus: Der Herr ist, Simon Petrus nun, gehört habend, daß der Herr ist, das Oberkleid gürtete um, er war nämlich nackt, und warf sich in den See;

8 aber die anderen Jünger mit dem Boot kamen; denn nicht waren sie weit vom Land, sondern etwa weg zweihundert Ellen, nachziehend das Netz mit den Fischen.

9 Als nun sie ausgestiegen waren ans Land, sehen sie ein Kohlenfeuer daliegend und Fisch darauf liegend und Brot.

10 Sagt zu ihnen Jesus: Bringt von den Fischen, die ihr gefangen habt jetzt!

11 Da stieg hinauf Simon Petrus und zog das Netz ans Land voll von großen Fischen, hundertdreiundfünfzig; und so viele waren, nicht zerriß das Netz.

12 Sagt zu ihnen Jesus: Kommt her, frühstückt! Niemand aber wagte von den Jüngern, auszufragen ihn: Du, wer bist du? wissend, daß der Herr ist.

13 Kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt ihnen, und den Fisch gleichermaßen.

14 Dies schon zum drittenmal offenbarte sich Jesus den Jüngern, auferstanden von Toten.

15 Als nun sie gefrühstückt hatten, sagt zu Simon Petrus Jesus: Simon, Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er sagt zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich liebhabe dich. Er sagt zu ihm: Weide meine Lämmer!

16 Er sagt zu ihm wiederum zum zweitenmal: Simon, Johannes, liebst du mich? Er sagt zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich liebhabe dich. Er sagt zu ihm: Hüte meine Schafe!

17 Er sagt zu ihm das drittemal: Simon, Johannes, hast du lieb mich? Traurig wurde Petrus, daß er gesagt hatte zu ihm das drittemal: Hast du lieb mich?, und er sagt zu ihm: Herr, alles du weißt, du weißt, daß ich liebhabe dich. Sagt zu ihm Jesus: Weide meine Schafe!

18 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du warst jünger, gürtetest du dich selbst und gingst umher, wohin du wolltest; wenn aber du alt geworden bist, wirst du ausstrecken deine Hände, und ein anderer dich wird gürten und führen, wohin nicht du willst.

19 Dies aber sagte er, anzeigend, mit welchem Tod er verherrlichen werde Gott. Und dies gesagt habend, sagt er zu ihm: Folge mir!

20 Sich umgewandt habend, Petrus sieht den Jünger, den liebte Jesus, folgend, der auch sich angelehnt hatte während des Mahles an seine Brust und gesagt hatte: Herr, wer ist der Verratende dich?

21 Diesen nun gesehen habend, Petrus sagt zu Jesus: Herr, dieser aber was?

22 Sagt zu ihm Jesus: Wenn, er ich will, bleibt, bis ich komme, was zu dir? Du mir folge!

23 Aus ging nun dieses Wort zu den Brüdern, daß jener Jünger nicht sterbe. Nicht hatte gesagt aber zu ihm Jesus, daß nicht er sterbe, sondern: Wenn, er, ich will, bleibt, bis ich komme, was zu dir?

24 Dies ist der Jünger Zeugnis ablegende über diese und geschrieben habende dieses, und wir wissen, daß wahr sein Zeugnis ist.

25 Ist aber auch anderes vieles, was getan hat Jesus, was, wenn es aufgeschrieben werden sollte, eins nach dem andern, auch nicht selbst glaube ich, die Welt fasse die geschrieben werdenden Bücher.